Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.09.2020 Halle (Saale)

Gegen 16:30 Uhr wird in Halle-Neustadt ein jüdisches Paar mit Kippot und Davidstern auf dem Weg zu ihrem Auto von einem Fahrradfahrer lautstark antisemitisch beschimpft. Als die 25-Jährige den Unbekannten darauf anspricht, reagiert er mit weiteren antisemitischen Parolen. Aus Angst vor einem körperlichen Angriff kündigt die Betroffene an, Anzeige zu erstatten. Als ihr 22-jähriger Verlobter zudem sein Mobiltelefon hervorholt, flüchtet der mit HFC-Shirt bekleidete Täter. Zuvor droht er noch, dass das ein Nachspiel haben werde. Der über Notruf alarmierte Polizeibeamte spricht die Betroffene trotz mehrfacher Klarstellung mit dem falschen Pronomen an und verweist lediglich auf die Möglichkeit, online oder im Revier Anzeige zu stellen. Auch später im Revier fühlen sich die Betroffenen nicht Ernst genommen.

Polizeiinspektion Halle (Saale), 02.08.20

01.08.2020 Sangerhausen (Mansfeld-Südharz)

In der Straße der Volkssolidarität werden drei Kinder und ein Jugendlicher mit syrischem Hintergrund kurz nach 20 Uhr von einem unbekannten Erwachsenen rassistisch beleidigt und aufgefordert zu verschwinden. Als eine Passantin verbal interveniert, geht der Täter mit einem Gehstock auf sie los und beschimpft sie. Es gelingt ihr aber, dem Mann den Gehstock zu entreißen, sodass damit niemand verletzt wird. Die Polizei ermittelt gegen einen 28-Jährigen. Inwieweit eine Attacke des Beschuldigten mit einer Bierdose im Anschluss an den Angriff auf einen 29-Jährigen noch in Tatortnähe ebenfalls politisch rechts motiviert war, ist noch unklar. Der Betroffene musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Du bist Halle, 27.07.20

26.07.2020 Lieskau (Saalekreis)

In der Nacht feiert ein 19-jähriger PoC mit seinen Freund*innen am Steinbruchsee. Am Ufer wird er plötzlich von drei Unbekannten aus einer Gruppe heraus attackiert. Unter rassistischen Beleidigungen schlagen und treten sie auf den 19-Jährigen ein. Der Betroffene wird leicht verletzt.

Polizeiinspektion Halle (Saale), 18.07.20

17.07.2020 Halle (Saale)

Am Nachmittag werden ein syrischer Jugendlicher und sein Vater, die gerade in ihrem parkenden Auto vor einer Gartenanlage am Passendorfer Damm in der Südlichen Neustadt sitzen, plötzlich von einem Unbekannten beschimpft und rassistisch beleidigt. Als der 17-Jährige daraufhin aus dem Wagen aussteigt und nach dem Grund fragt, schlägt ihm der Mann zweimal ins Gesicht. Dann entfernt sich der Angreifer. Der Betroffene wird leicht verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Mitteldeutsche Zeitung, 09.07.20

08.07.2020 Mertendorf (Burgenlandkreis)

Während eines Spaziergangs mit seiner Mutter und Verwandten wird ein zweieinhalbjähriges Kind unvermittelt aus einer Wohnung heraus von einem Unbekannten rassistisch beschimpft. Dann wirft der Mann mit einem Glas nach dem Kind, verfehlt es aber. Das Kind bleibt körperlich unverletzt. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung gegen einen 45-Jährigen.

Mitteldeutsche Zeitung, 09.06.20

08.06.2020   Sangerhausen (Mansfeld-Südharz)

Kurz vor 22 Uhr wird ein 18-Jähriger in der Karl-Liebknecht-Straße plötzlich von einem Unbekannten rassistisch beschimpft und ins Gesicht geschlagen. Zudem attackiert der Angreifer noch eine Zeugin. Bei einem Atemalkoholtest stellen die vor Ort eintreffenden Polizeibeamt*innen bei dem Angreifer knapp drei Promille fest. Gegen den 29-Jährigen wird nun wegen Körperverletzung ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.06.2020 Halle (Saale)

Gegen 17:30 Uhr beschimpft ein Mann in der Nähe des Marktplatzes auf der Leipziger Straße wahllos Menschen als “Judensau”, zeigt den sog. Hitlergruß und ruft “Heil Hitler!”. Keine*r der zahlreichen Passant*innen interveniert. Lediglich ein 28-Jähriger spricht den Unbekannten kritisch auf sein Verhalten an, woraufhin ihn der Mann unvermittelt ins Gesicht schlägt. Dann flüchtet der Angreifer, wird aber von dem Betroffenen verfolgt, der dabei ankündigt, die Polizei zu rufen. Daraufhin nimmt der Unbekannte eine leere Bierflasche aus einem Mülleimer und wirft sie aus wenigen Metern Entfernung gezielt nach dem 28-Jährigen. Dieser kann sich ducken und wegdrehen, sodass das Geschoss ihn nur am Rucksack trifft und die Flasche auf dem Boden zerschellt. Bevor die vom Betroffenen alarmierte Polizei eintrifft und die Personalien des Angreifers aufnimmt, ruft dieser noch mehrfach “Heil Hitler” und beleidigt im Weiterlaufen erneut scheinbar wahllos Passant*innen oder Securities im Eingangsbereich zweier Geschäfte. Dem Täter wird schließlich ein Platzverweis ausgesprochen und mehrere Ermittlungsverfahren gegen den 41-Jährigen eingeleitet.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.05.2020 Halle (Saale)

Kurz vor 1 Uhr nachts wollen zwei 21-Jährige, ein syrischer und ein palästinensisch-syrischer Geflüchteter, im Stadtteil Neustadt an der Haltestelle “Rennbahnkreuz” von der Straßenbahn in den Bus umsteigen. Hier wird einer der beiden von drei männlichen Unbekannten umringt, die mit ihnen ausgestiegen waren. Zudem werden beide aus der Gruppe heraus rassistisch und homofeindlich beleidigt. Als der Freund des Bedrängten nach dem Grund für die Beleidigung fragt, werden beide unvermittelt angegriffen. Sein Freund wird dabei zu Boden geschlagen und so massiv gegen seinen Kopf getreten, dass er das Bewusstsein verliert. Er wird mit lebensbedrohlichen Gesichts- und Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, wo er in den folgenden Tagen mehrfach operiert und intensivmedizinisch betreut werden muss. Sein Freund wird leicht am rechten Knie verletzt und ambulant vor Ort behandelt. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags gegen einen 17, einen 19- sowie einen 22-Jährigen.

Bundespolizeiinspektion Magdeburg, 24.04.20

23.04.2020   Halle (Saale)

Kurz vor 23:30 Uhr werden auf dem Hauptbahnhof mehrere People of Color von einem Unbekannten rassistisch beschimpft. Schließlich wird ein 22-jähriger Afghane von dem Mann von hinten mit der flachen Hand gegen den Kopf geschlagen. Dann flüchtet der Angreifer. Während der Betroffene ärztlich versorgt werden muss, meldet sich der Täter über den polizeilichen Notruf und gibt an, auf dem Hauptbahnhof überfallen worden zu sein. Bundespolizisten können den 25-Jährigen noch in unmittelbarer Nähe stellen. Bei der Identitätsfeststellung äußerte er sich erneut massiv rassistisch. Gegen ihn wird nun wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und falscher Verdächtigung ermittelt.

Polizeirevier Magdeburg, 01.04.20

31.03.2020   Magdeburg

Am Dienstagnachmittag, gegen 17 Uhr, wird ein 48-jähriger Mann aus Somalia vor einem Supermarkt in Stadtfeld West von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und dann unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Als er den Täter zu fotografieren versucht, holt dieser ein Pfefferspray aus seiner Tasche und sprüht ihm ins Gesicht. Dann flüchtet der Angreifer. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf veröffentlicht, in welchem der Täter als ca. 65-jährig beschrieben wird. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Volksstimme, 19.03.20

18.03.2020   Magdeburg

Am späten Nachmittag wird ein 44-jähriger Mann aus Nigeria von einer Unbekannten beschimpft und mit einer Waffe beschossen. Der Betroffene ist gegen 17:15 Uhr in Stadtfeld-Ost unterwegs, als eine Frau auf einem Fahrrad auf ihn zukommt, ihn rassistisch beleidigt und schließlich eine Waffe – vermutlich eine Softairpistole – hervorholt und in seine Richtung schießt. Dabei fällt das Magazin heraus, welches der 44-Jährige aufhebt und damit wegläuft. Auch die Unbekannte flüchtet. Die Polizei sucht Zeug*innen und prüft ein rassistisches Motiv für die Tat.

Du bist Halle, 19.03.20

18.03.2020   Halle (Saale)

Gegen 10:50 Uhr wird eine 53-jährige Syrerin von mehreren Männern attackiert und dabei rassistisch beschimpft. So versuchen die Unbekannten, ihr das Kopftuch runterzureißen und stoßen sie gegen ein Auto. Als Zeug*innen intervenieren flüchten die Angreifer. Die Betroffene bleibt unverletzt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

10.03.2020   Halle (Saale)

Einer der vorsitzenden Sprecher des Halleschen Studierendenrats erhält per E-Mail eine Morddrohung mit Bezug zum rechtsterroristischen Anschlag fünf Monate zuvor. So heißt es u.a. man wolle seine Leiche “neben der Synagoge aufhängen”. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

08.03.2020   Burg (Jerichower Land)

In der Nacht verschaffen sich Unbekannte Zutritt zum internationalen Lebensmittelladen Al Salam. Hier verteilen sie großflächig Brandbeschleuniger und versuchen, das Geschäft anzuzünden. Glücklicherweise erlischt das Feuer nach kurzer Zeit von selbst, sodass die Bewohner*innen des Mehrfamilienhauses, in welches der Laden eingebettet ist, verschont blieben. Die Täter hinterlassen zwei große Hakenkreuzsprühereien, eine davon direkt an der gläsernen Eingangstür des Ladens.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.02.2020   Halle (Saale)

Eine Gruppe Jugendlicher bittet Passant*innen am Abend vor einem Supermarkt im Paulusviertel nach Kleingeld. Daraufhin beleidigt einer der Angesprochenen die Jugendlichen als „Zecken“ und geht mit seinen Begleitern in das Geschäft. Als er kurz darauf wieder herauskommt, beschimpft er sie weiter und zeigt den sog. Hitlergruß. Schließlich spuckt er einem 15-jährigem Antifaschist ins Gesicht und versucht ihn zu schlagen, als dieser sich dagegen wehrt. Ein Begleiter des Angreifers schlägt zudem auf einen 16-jährigen Punk ein, während dieser bereits am Boden liegt. Erst einschreitende Passant*innen können den Angriff beenden. Die Unbekannten flüchten. Der 16-Jährige erleidet eine Jochbeinprellung. Die Betroffenen erstatten Anzeige.

Volksstimme,19.02.20

19.02.2020   Magdeburg

Am Nachmittag liefern zwei Männer gerade Möbel in Magdeburg-Ottersleben aus, als sie unvermittelt von einem Anwohner mit einer Schusswaffe bedroht werden. Dann schlägt der Unbekannte unter rassistischen Rufen auf den Fahrer des Lieferwagens ein. Schließlich zieht er sich ins Haus zurück. Die sofort hinzugerufene Polizei durchsucht kurz darauf die Wohnung des stark alkoholisierten Angreifers und stellt eine Gasdruckwaffe sicher.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.02.2020   Halle (Saale)

Gegen 17:45 Uhr wird ein Linker, der gerade mit einer Freundin unterwegs ist, am Reileck von einem Jugendlichen aus einer Dreiergruppe heraus angesprochen und aufgefordert mitzukommen. Zudem droht er ihm Schläge an, weil der Betroffene einige Wochen zuvor dafür gesorgt hatte, dass er wegen extrem rechter Parolen Hausverbot in einem alternativen Zentrum erhält. Der Linke versucht zu flüchten, wird aber mit mindestens zwei Bierflaschen beworfen. Eine trifft ihn am Rücken. Schließlich holt ihn sein Verfolger ein, versetzt ihm einen Faustschlag gegen sein Kinn und schlägt seinen Kopf gegen eine Schaufensterscheibe. Dann schlagen er und einer seiner Begleiter mehrfach gegen Kopf und Körper des Betroffenen. Dessen Freundin gelingt es währenddessen, den Dritten aus der Gruppe von einer Beteiligung abzuhalten, wird dabei aber selbst leicht verletzt. Als der Betroffene laut um Hilfe ruft und Passanten auf den Angriff aufmerksam werden, verlässt das Trio den Tatort. Der Betroffene erleidet ein Schädel-Hirn Trauma, eine Verletzungen am Ohr und mehrere Hämatome am Körper. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

27.01.2020   Magdeburg

Gegen 23:30 Uhr bemerkt ein 33-Jähriger auf dem Nachhauseweg, wie zwei Männer in Höhe Busbahnhof eine weitere Person rassistisch beschimpfen und schubsen. Er fordert die Unbekannten auf, den Mann in Ruhe zu lassen. Als sie daraufhin von dem Betroffenen ablassen geht er weiter. Nach ca. 50 Metern wird er jedoch plötzlich an der Schulter gepackt, von beiden Angreifern geschlagen und im Gesicht verletzt. Danach flüchten sie. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen Unbekannt und sucht nach dem ersten Betroffenen sowie weiteren Zeug*innen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.01.2020   Eisleben (Mansfeld-Südharz)

In der Nähe einer Kirche begegnet ein 19-jähriger Somalier am Abend einer Gruppe Unbekannter. Einer der Männer kommt direkt auf den Betroffenen zu, beleidigt ihn rassistisch und fragt ihn, was er „in unserem Land“ mache. Dann schlägt er mehrfach mit der Faust auf ihn ein, zieht ihn an seiner Jacke und versetzt ihm einen Kniestoß. Erst als ein Anwohner interveniert, lässt der Angreifer von dem 19-Jährigen ab und flüchtet. Der Betroffene, der während des Angriffs kurzzeitig bewusstlos wird, bemerkt erst später, dass sein Portemonnaie fehlt. Er erleidet eine Kopfverletzung. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahls.

Mitteldeutscher Rundfunk, 23.01.20

22.01.2020   Halle (Saale)

Der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (SPD) aus Halle (Saale) erhält per E-Mail eine Morddrohung. Die Polizei leitet daraufhin sofort Schutzmaßnahmen für den Schwarzen Abgeordneten ein. Der Staatsschutz ermittelt wegen Bedrohung, Beleidigung, Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Mitteldeutscher Rundfunk, 23.01.20

22.01.2020   Wanzleben (Börde)

Am frühen Morgen entdeckt eine SPD-Kommunalpolitikerin in ihrem Briefkasten einen Zettel mit gezeichnetem Galgen. Weil sie diesen als Morddrohung einordnet, erstattet sie Anzeige bei der Polizei und machte die Bedrohung öffentlich. Die 29-Jährige sieht einen Zusammenhang mit ihrer Verurteilung einer rassistischen Karnevalsrede in Süplingen (Börde). Hierzu hatte sie auf twitter klargestellt, Rassismus sei „keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Eine Woche später kommentiert AfD-Stadtrat Wolfgang Rehfeld: „Aber Galgen ist schon heftig! Steinigungen wären für das Volk besser!“. Auch hier ermittelt der polizeiliche Staatsschutz.

Polizeiinspektion Halle (Saale), 05.01.20

04.01.2020   Halle (Saale)

Gegen 19:30 Uhr begegnen eine 27-jährige Irakerin und ihren beiden Kindern in der Südlichen Neustadt einer Frau mit Hund. Als eines ihrer Kinder aus Angst vor dem Hund zu weinen beginnt kommentiert die Unbekannte, dass das richtig sei, der Hund beiße „Ausländer“. Dann beleidigt sie die 27-Jährige rassistisch und sprüht ihr Pfefferspray ins Gesicht. Schließlich flüchtet die Täterin.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.01.2020   Halle (Saale)

Am Abend läuft ein 21-jähriger Student Hand in Hand mit seinem Freund durch Halle. Vor einer Diskothek schlägt ihm ein Unbekannter unvermittelt mit der Faust ins Gesicht und verletzt ihn am Auge. Der Betroffene erstattet Anzeige. Die Ermittlungen dauern an.