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Chronik-Archiv:
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Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

05.06.2018   Salzwedel (Altmarkkreis Salzwedel)

Kurz nach Mitternacht dringen etwa zehn vermummte Personen in das Autonome Zentrum „Kim Hubert“ in Salzwedel ein. Sie stürmen mit Schlagwerkzeugen bewaffnet in die obere Etage und attackieren dort übernachtende Personen mit Pfefferspray. Zudem werden Fenster, Türen und Einrichtungsgegenstände zerstört. Ein vor dem Haus parkendes Auto wird durch herabfallende Scherben beschädigt. Bevor die Angreifer das Haus verlassen, zünden sie eine Rauchbombe im Treppenhaus, was den Betroffenen zusätzlich die Flucht aus den mit Pfefferspray gefüllten Räumen erschwert. Das Autonome Zentrum ist seit seiner Eröffnung 2010 immer wieder Ziel rechter Angriffe. Zuletzt wurde im Januar 2016 ein Brandanschlag verübt, wobei nur durch glückliche Umstände Schlimmeres verhindert werden konnte.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

16.05.2018   Salzwedel (Altmarkkreis Salzwedel)

Gegen 17 Uhr startet ein „Antifaschistischer Stadtspaziergang“, der auf das seit geraumer Zeit in der Stadt bestehende Neonazi-Problem aufmerksam machen soll. Begleitet durch die RAK, ein Zusammenschluss linker Straßenmusiker*innen, nehmen über 100 Menschen, darunter auch Kinder, teil. Als die Gruppe sich durch eine schmale Tempo 30-Zone bewegt, fährt ein Rechter demonstrativ und mit hoher Geschwindigkeit auf die vorderen Fußgänger zu, bremst aber noch rechtzeitig ab. Während die Spaziergänger*innen am Auto vorbeigehen, greift er nach einem Transparent und gibt wieder Gas. Einer der Träger des Transparentes, dessen Hand noch in einer Schlaufe steckt, wird mitgerissen und fällt auf die Heckscheibe. Erst als der Fahrer, der dennoch weiterfährt, nach etwa 50 Metern wegen eines entgegenkommenden Autos erneut bremsen muss, stürzt der Betroffene zu Boden und verletzt sich am Bein.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.05.2018   Magdeburg

Am Nachmittag wird eine im Florapark sitzende syrische Familie von einem Unbekannten, der zwei Hunde mit sich führt, mehrfach rassistisch beleidigt. Schließlich lässt der Mann seine Hunde los, die auf die Familie mit mehreren Kindern – darunter ein Baby und ein Kleinkind – zu rennen. Der 29-jährige Familienvater stellt sich schützend davor und wird gebissen, sodass er zu Boden geht. Einer der Hunde beißt ihn mehrfach in den Arm, den er sich vor das Gesicht hält. Dann kommt der Hundehalter auf den Syrer zu und wirkt ebenfalls gewaltvoll auf ihn ein. Erst durch das Eingreifen von Passanten lassen die Hunde und der Angreifer von dem Betroffenen ab. Eine erneute Attacke der Hunde auf die 23-jährige syrische Frau können weitere Passant*innen ebenfalls verhindern. Der Angreifer kann im Laufe des Abends von der Polizei festgestellt werden. Der 29-jährige Betroffene muss mit mehreren Bisswunden stationär im Krankenhaus versorgt werden. Die Polizei ermittelt einige Tage nach dem Angriff nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 23-jährigen Hundehalter sondern auch gegen den Syrer aufgrund einer Gegenanzeige des Angreifers. Eine Woche später wird der 23-jährige Magdeburger, der bereits zwei Monate zuvor seine Hunde auf Menschen gehetzt haben soll, aufgrund der Ermittlungsergebnisse in Haft genommen. Die Behauptung, der 29-Jährige hätte den Hundehalter ebenfalls angegriffen, hat sich dagegen nicht bestätigt.

Polizeirevier Magdeburg, 06.05.18

05.05.2018   Magdeburg

Am Abend steigt ein 13-jähriger Afghane in die Straßenbahn an der Haltestelle Alter Markt. Dort wird er von mutmaßlich alkoholisierten Unbekannten rassistisch beleidigt und geschlagen. Der Betroffene kann die Notbremse ziehen. Beim Halten der Straßenbahn flüchten die Angreifer. Trotz zeitnaher Umfeldsuche konnten die Täter entkommen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht in diesem Zusammenhang nach zwei ca. 40-50-jährigen Tatverdächtigen und weiteren Zeug*innen. Der 13-jährige Betroffene muss ambulant behandelt werden.

Polizeirevier Salzlandkreis, 12.03.18

10.03.2018   Aschersleben (Salzlandkreis)

Gegen 23 Uhr wird ein 24-jähriger Deutscher aus einer Personengruppe heraus mehrfach rassistisch beleidigt und mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen. Der Betroffene mit türkischem Migrationshintergrund kann die Polizei informieren. Die Einsatzbeamt*innen stellen noch vor Ort mehrere Personen fest und ermitteln gegen eine 21-jährige Plauenerin wegen gefährlicher Körperverletzung sowie einen 24-jährigen aus Aschersleben wegen Beleidigung. Bei einer dritten Person aus der Gruppe wurde ein vorliegender Haftbefehl festgestellt und der 22-Jährige aus Gatersleben wurde in eine Haftanstalt überführt. Der Betroffene muss aufgrund von Hämatomen ambulant im Krankenhaus versorgt werden. Die Ermittlungen dauern an.

Polizeirevier Salzlandkreis, 07.03.18

06.03.2018   Eilsleben (Börde)

Gegen 18 Uhr ist ein 21-jährige Afghane auf dem Weg zum Fußballtraining, als er aus einer Gruppe von drei Männern heraus zunächst angerempelt, rassistisch beschimpft und in der Folge von einem der Unbekannten mehrfach geschlagen wird. Der Betroffene erstattet daraufhin Anzeige bei der Polizei.

Polizeirevier Halle (Saale), 19.02.18

18.02.2018   Halle (Saale)

In der Nähe vom Lutherplatz wird gegen 20:35 Uhr ein 24-jähriger Iraker vor seinem Wohnhaus von einem unbekannten Pärchen angegriffen. Zunächst beleidigen ihn beide mehrfach rassistisch. Dann versetzt ihm der Unbekannte eine Kopfnuss. Anschließend geht das Pärchen, die von dem Betroffenen zwischen 30 und 35 Jahre alt geschätzt werden und noch einen kleinen Hund mit sich führen, weiter.

Bundespolizeiinspektion Magdeburg, 11.02.2018

10.02.2018   Halle (Saale)

Kurz nach 22 Uhr beleidigt ein 49-Jähriger in einer S-Bahn in Richtung Hauptbahnhof mehrere Fahrgäste. Vor allem ein Schwarzer Mann erfährt massive rassistische Beleidigungen. Nach der Ankunft am Hauptbahnhof Halle (Saale) beleidigt der 49-Jährige erneut drei Schwarze Menschen u.a. als „Kanaken“ und „Dreckspack“ und will diese mit erhobenen Fäusten angreifen. Nur durch das Einschreiten eines Sicherheitsdienstmitarbeiters kann der Angriff verhindert werden. Als die Polizei eintrifft, wehrt sich der alkoholisierte Mann so stark, dass er gefesselt und zur Wache gebracht wird. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung, versuchter Körperverletzung und Widerstand gegen Vollzugsbeamte.

Du bist Halle – Infoportal für Halle (Saale)/ Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 10.02.2018

09.02.2018   Halle (Saale)

Am späten Samstag Abend werden zwei indische Fahrgäste in einer Straßenbahn der Linie 95 zwischen Halle-Trotha und Zoo von einer Mutter und ihrem Sohn rassistisch beleidigt. Besonders die 66-jährige Frau fordert die beiden auf „dorthin zu gehen, wo sie hergekommen sind“ und das man „sie alle vergasen sollte“. Als ein anderer Fahrgast interveniert, schlägt ihm die Frau mit der flachen Hand ins Gesicht. Die Polizei stellt noch vor Ort die Personalien der beiden erheblich alkoholisierten Tatverdächtigen fest und ermittelt wegen Volksverhetzung und Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.01.2018   Magdeburg

Gegen 17:45 Uhr wird eine 33-jährige Deutsche mit indischem Migrationshintergrund gemeinsam mit ihrem 10-jährigen Sohn aus einer Gruppe von Unbekannten heraus vor einem Supermarkt rassistisch beleidigt. Ein Mann rempelt die Mutter außerdem an der Schulter an. Als der 10-Jährige daraufhin den sog. „Stinkefinger“ zeigt, folgt einer der Unbekannten Mutter und Sohn in den Supermarkt. Hier schlägt er unter weiteren rassistischen Beschimpfungen erst der Frau gegen den Hals und dann dem Jungen ins Gesicht. Zudem wird der 10-Jährige solange vom dem Angreifer gewürgt bis ein Zeuge helfend eingreift. Zeug*innen beschreiben den Täter später als augenscheinlich der rechten Szene zugehörig. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

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