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Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 26.12.15

26.12.2015   Halle (Saale)

Gegen 15 Uhr wird ein 42-jähriger Nigerianer am Riebeckplatz nach rassistischen Beleidigungen aus einer Gruppe heraus mit einem Schlagstock attackiert. Dann flüchten die Angreifer. Der Betroffene muss mit einer Kopfplatzwunde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 27.12.15

25.12.2015   Eisleben (Mansfeld-Südharz)

Gegen 00:45 Uhr grölen zwei Männer auf der Straße rassistische Parolen und rufen “Heil Hitler”. Als ein 20-Jähriger die beiden auffordert, das zu unterlassen, wird er von ihnen bedrängt und mit einem Schlagring bedroht. Daraufhin versetzt der Betroffene wehrt einem der Angreifer einen Faustschlag, sodass dieser gegen einen Zigarettenautomaten fällt und sich dabei verletzt. Dann rufen die Angreifer noch einen Bekannten hinzu, der mit einem Gegenstand Rollläden und Fenster des Hauses beschädigt, in welches sich der 20-Jährige inzwischen flüchten konnte. Die herbeigerufene Polizei kann den Schlagring sicherstellen und leitet Ermittlungen wegen Körperverletzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstoß gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung ein.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

21.12.2015   Genthin (Jerichower Land)

Gegen 10:30 Uhr wird ein 35-jähriger syrischer Flüchtling beim Radfahren durch den Park am Bahnhof von drei Jugendlichen attackiert. Zunächst tritt ihm ein Junge gegen das Vorderrad, sodass er stürzt. Dann treten der andere Junge und das Mädchen auf ihn ein. Alle drei flüchten. Der Betroffene begibt sich in ärztliche Behandlung, wo eine Oberschenkelprellung diagnostiziert wird. Zudem ist das Glas seines Smartphondisplays gesplittert und das Fahrrad verbogen, welches sich aber reparieren lässt.

Mitteldeutsche Zeitung, 16.12.15

15.12.2015   Merseburg (Saalekreis)

Am Abend wird ein 38-jähriger Schwarzer am Bahnhof aus einer Gruppe heraus rassistisch beschimpft und mit einer zerbrochenen Bierflasche bedroht. Währenddessen zeigen die Unbekannten auch den sog. Hitlergruß. Die Polizei kann kurz darauf noch am Tatort mehrere Männer und Frauen zwischen 16 und 27 Jahren stellen.

Polizeirevier Jerichower Land, 14.12.15

13.12.2015   Burg (Jerichower Land)

Gegen 2:00 Uhr nachts randalieren drei Männer im Beisein von drei Frauen an einem Weihnachtsmarktstand. Als der Besitzer die Unbekannten anspricht, skandieren sie “Ausländer raus!” und bewerfen ihn so mit Flaschen und Steinen, dass er an Hand und Unterschenkel getroffen wird. Als Polizeibeamte vor Ort eintreffen, sind die Täter bereits weg. In der Folge kann die Personengruppe noch gestellt werden. Gegen einen 17-, einen 21-und einen 28-Jährigen wird wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Magdeburger Volksstimme, 08.12.15

07.12.2015   Magdeburg

Auf dem Nachhauseweg von einem internationalen Koch- und Backfest ihrer Schule wird eine Gruppe jugendlicher Geflüchteter, darunter mehrere Mädchen, gegen 15:40 Uhr an einer Bushaltestelle am Neustädter Platz plötzlich rassistisch beschimpft. Dann kommen erst einer und kurz darauf drei weitere, mit Schlagstöcken bewaffnete Rechte auf die Schüler zu und schlagen auf einen 16- sowie einen 18-Jährigen ein. Die Betroffenen können sich in einen Kiosk zu flüchten. Die Polizei ermittelt gegen vier polizeibekannte Magdeburger im Alter zwischen 18 und 32 Jahren.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

27.11.2015   Halle (Saale)

Ein 27-jähriger Mann aus Burkina Faso wird gegen 18:30 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 5 plötzlich aus einer 8-köpfigen Gruppe heraus rassistisch beleidigt. Als sich der Betroffene verbal gegen die Beschimpfungen wehrt, gehen mehrere der Rassisten auf den 27-Jährigen los und schlagen auf ihn ein. Der Betroffene verteidigt sich. An der Haltestelle “Leipziger Turm” lassen die Angreifer von ihm ab und flüchten. Der Straßenbahnfahrer bietet dem Betroffenen an, die Polizei zu informieren, was dieser zunächst ablehnt. Während der Weiterfahrt mit der Bahn bemerkt er, dass sein Handy weg ist und verständigt daraufhin von zu Hause aus die Polizei. Er erleidet eine Schwellung an der linken Schläfe. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Bereits zehn Tage zuvor war der Betroffene von einem der Angreifer rassistisch beschimpft und mit einer Flasche beworfen worden.

Polizeirevier Börde, 20.11.15

21.11.2015   Erxleben (Börde)

Gegen 15 Uhr wird ein 18-jähriger syrischer Geflüchteter beim Fahradfahren plötzlich von zwei Unbekannten angehalten und angesprochen. Als die beiden bemerken, dass der Jugendliche kein Deutsch spricht, beschimpfen sie ihn u.a. mit “Fuck you!” und “Go back to your country!” und schlagen ihm schließlich mehrfach auf den Rücken. Dann lassen sie von ihm ab, sodass der Betroffene weiterfahren und die Polizei verständigen kann.

Polizeidirektion Süd, 25.11.15

18.11.2015   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Ein 20-jähriger Mann aus Somalia wird gegen 19:00 Uhr vor einem Supermarkt aus einer 6-köpfigen Gruppe heraus auf Englisch angesprochen, dass er nicht das Recht habe, hier zu sein. Kurz darauf schlägt einer der Unbekannten dem Betroffenen mit der Hand ins Gesicht. Ein weiterer tritt ihm gegen das Bein. Der Betroffene bleibt unverletzt und erstattet in der Folge Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

17.11.2015   Halle (Saale)

Am Nachmittag wird ein 27-jähriger Schwarzer auf dem Nachhauseweg aus einer Gruppe heraus rassistisch beschimpft und der sog. Stinkefinger gezeigt. Nach der Erwiderung “Scheiß Weiße” geht der Geflüchtete weiter. Als er kurze Zeit später mit seiner Frau und seinem sechs Wochen alten Baby erneut an der Stelle vorbeiläuft, bewirft ihn derselbe Mann mit einer Bierflasche, die ihn nur knapp verfehlt und an seinen Füßen zersplittert. Daraufhin packt er den Angreifer am Revers und fordert ihn auf aufzuhören. Dann kann das Paar seinen Weg fortsetzen. Als es vom Einkauf zurückkommt, bemerkt es, dass der Angreifer offenbar die Polizei gerufen hat, die den 27-Jährigen anhält und befragt. Dieser entschließt sich daraufhin, selbst auch Anzeige zu erstatten. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

16.11.2015   Halle (Saale)

Gegen 20:30 Uhr wird ein Alternativer in der Straßenbahn auf eine Gruppe von etwa acht Rechten aufmerksam. Die teilweise Vermummten skandieren aggressiv und laut hörbar “Antifa-Hurensöhne”. Einer aus der Gruppe zeigt den sog. Hitlergruß. An der Haltestelle “Hermannstraße” wird der Alternative nach der Erwiderung “Ihr seid bescheuert!” beim Aussteigen aus der Gruppe heraus geschubst und mit mehreren Faustschlägen auf den Hinterkopf geschlagen. Der Betroffene flüchtet in ein Restaurant und kann von dort aus die Polizei verständigen. Diese kann noch in Tatortnähe eine Gruppe Verdächtiger feststellen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

09.11.2015   Burg-Jerichower Land

Beim Einkaufen im Supermarkt wird ein 27-Jähriger gegen 20 Uhr unvermittelt von einem Unbekannten rassistisch beleidigt, der zu seinem Sohn “Guck mal, das ist ein Scheiß N****” sagt. Als der 27-Jährige an der Kasse ansteht, drängt sich der Beleidiger an der Kassenschlange vorbei und stößt ihm dabei den Ellenbogen in die Seite. Auf dem Parkplatz greift ihn der Täter erneut an, nimmt ihn in den Schwitzkasten und schlägt ihm mehrfach mit beiden Fäusten in den Bauch. Als Zeug_innen sich einmischen, verlässt der Unbekannte noch vor Eintreffen der Polizei mit seiner Familie den Tatort in einem dunklen Geländewagen. Der Betroffene leidet noch Monate nach dem Angriff unter Schmerzen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 08.11.15

07.11.2015   Landsberg (Saalekreis)

Im Ortsteil Peißen verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf ein leerstehendes Objekt, das als zukünftige Flüchtlingsunterkunft geplant war. Am Abend bemerkt der Wachschutz Rußschwaden an den Wänden, welche durch drei in das Gebäude geworfene sogenannte Molotowcocktails entstanden waren. Glücklicherweise begann es nicht zu brennen, sodass auch keine Feuerwehr gerufen werden musste. Die Polizei sicherte Spuren, auch ein Fährtenhund kam zum Einsatz. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 01.11.15/ taz, 02.11.15

01.11.2015   Magdeburg

In der Nacht zum Sonntag, kurz nach 1 Uhr, werden in der Nähe des Veranstaltungszentrums Festung Mark drei syrische Geflüchtete unvermittelt von einer 20 bis 30-köpfigen, dunkel gekleideten und z.T. mit Baseballschlägern bewaffneten Gruppe angegriffen und verletzt. Vor Ort befindliche, zivile Polizeibeamte schreiten ein und können Schlimmeres verhindern. Die Angreifer flüchten in unterschiedliche Richtungen. Einer bedroht einen Beamten noch mit dem Schlagstock und flüchtet, nachdem sich dieser mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt hatte. Lediglich ein 24-jähriger, polizeibekannter Magdeburger kann im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung noch in Tatortnähe festgenommen werden. Die zwei 26 und der 35 Jahre alten Betroffene erleiden Prellungen und Verletzungen im Gesichtsbereich, die ambulant im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie wegen gefährliche Körperverletzung. Am Freitag vor dem Überfall hatte ein stadtbekannter, rechter Hooligan auf seiner Facebookseite “6 Afghanen” für die sexuelle Nötigung einer 19-Jährigen in der Nacht zu Freitag verantwortlich gemacht und erklärt: “Jetzt gibt es keine Rücksicht mehr”. Kommentare wie “Totschlagen an Ort und Stelle” oder “Gute Idee, nen Trupp klarmachen”, auf die mehrere andere versicherten: “Wäre sofort dabei” legen einen gezielten Überfall auf Geflüchtete nahe.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.10.2015   Merseburg (Saalekreis)

Am frühen Abend wartet ein 20-jähriger Flüchtling aus Guinea-Bissau auf dem Bahnhofsvorplatz auf einen Zug als zwei ihm unbekannte Männer ihn aggressiv anschreien. Kurz darauf wirft einer der beiden alkoholisierten 26-jährigen Männer eine Glasflasche in Richtung des Betroffenen. Die Flasche trifft den 20-Jährigen. Dadurch erleidet er Prellungen am Oberarm. Zeug_innen können daraufhin die Polizei rufen, die noch am Bahnhof zwei Tatverdächtige feststellen kann. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.10.2015   Halle (Saale)

Nach Beendigung einer antirassistischen Kundgebung vor der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Maritim-Hotel werden fünf Linke gegen 23:00 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofes aus einer Gruppe Unbekannter mit “Jetzt seid ihr nicht mehr so viele!” angesprochen. Daraus entwickelt sich ein Gespräch, wobei noch weitere Personen zu der Gruppe Rechter dazukommen. Dann spuckt einer der Rechten einen Linken an. Ein weiterer wird von einem augenscheinlich alkoholisierten Angreifer geschlagen und im Gesicht verletzt. Als sich die Linken aus dieser Situation zurückziehen wollen werden sie noch von mehreren Rechten verfolgt. Erst nach wiederholten Versuchen gelingt es den Betroffenen, die Polizei zu verständigen. Der Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.10.2015   Halle (Saale)

Kurz nach 22 Uhr bemerkt eine Studentin auf dem Nachhauseweg von einer gerade beendeten Spontandemonstration für die Rechte von Flüchtlingen, wie ein augenscheinlich alkoholisierter Mann an der Haltestelle Marktplatz “Sieg heil!” skandiert, eine Bierflasche in Richtung mehrerer Alternativer wirft und die Gruppe beschimpft. Als sie ihn fragt, ob er ein Problem habe, wird sie ebenfalls beleidigt. Sie alarmiert über Notruf die Polizei und wird daraufhin von dem Unbekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Während sie einem zweiten Schlag ausweichen kann, intervenieren zwei Passanten. Einer setzt Pfefferspray gegen den Angreifer ein, der erst jetzt von der Betroffenen ablässt. Als sie ihm auf sein Bitten Wasser zum Auswaschen der Augen reicht, beschimpft sie der Angreifer noch als “Judenschlampe”. Die Studentin erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.10.2015   Halle (Saale)

Auf dem Nachhauseweg von einer Demonstration gegen einen Aufmarsch der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) werden fünf Linke, darunter eine Frau, von einer Gruppe Rechter verfolgt und angegriffen. Gegen 20:45 Uhr laufen plötzlich etwa 20 dunkel gekleidete, z.T. vermummte Männer unter “Das habt ihr davon, ihr Scheiß Zecken”- und “Jetzt gibt´s auf´s Maul!”-Rufen auf die augenscheinlich Alternativen zu. Die Betroffenen rennen auf einen nahegelegenen Parkplatz, der sich aber als Sackgasse herausstellt. In Panik versuchen vier von ihnen, über einen etwa zwei Meter hohen Zaun zu klettern, wobei sie sich tiefe Wunden in den Händen zufügen. Einem gelingt der Versuch. Die anderen werden eingekreist, geschlagen und am Boden liegend getreten. Nur die 24-Jährige, die zunächst zwischen zwei ihrer Begleiter regelrecht eingekeilt ist, während sie geschlagen werden, wird nicht attackiert. Nach dem Ruf “Es reicht” lassen die Angreifer von den Betroffenen ab. Noch auf dem Parkplatz versuchen sie erfolglos, die Polizei zu alarmieren. Dann sprechen die z.T. offensichtlich Verletzten Polizisten an einem in der Nähe parkenden Streifenwagen an, die sich für die Anzeigenaufnahme nicht zuständig erklären und sie an einen Einsatzfahrzeug verweisen. Auch dort werden sie weggeschickt. Ein 21-Jähriger muss noch in der Nacht an den Händen notoperiert werden, ein 26-Jähriger wird wegen eines Nasenbeinbruchs operiert. Ein 17-Jähriger und ein 21-Jähriger müssen aufgrund ihrer Handverletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Drei der Betroffenen erleiden zudem diverse Prellungen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 21.10.15

20.10.2015   Halle (Saale)

Am Nachmittag wird ein irakischer Imbissbetreiber “Am Treff” in Halle Neustadt von einem Unbekannten rassistisch beleidigt, zu Boden gestoßen und dabei am Kopf verletzt. Die Polizei prüft eine politische Motivation und ermittelt wegen Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen einen 35-Jährigen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

19.10.2015   Halle (Saale)

Während einer friedlichen zivilgesellschaftlichen Blockade der sog. Montagsdemonstration, an der neben Anhängern antisemitischer Verschwörungstheorien auch Neonazis und Hooligans aus dem Umfeld der hallischen Kameradschaft “Brigade” teilnehmen, löst sich gegen 19 Uhr in der Großen Steinstraße eine Gruppe von etwa 30 Neonazis und Hooligans aus dem Aufmarsch heraus und rennt auf ca. 20 augenscheinliche Gegner_innen zu. Sie können fast alle fliehen. Mindestens eine Person wird jedoch von einem Angreifer von hinten in den Rücken getreten und stürzt. Eine kleine Gruppe versucht sich vor den Angreifern zu schützen, indem sie sich hinter dem Schutzgitter eines Geschäftes verbarrikadiert. Zwei der Rechten versuchen das Gitter wegzureißen, was ihnen jedoch nicht gelingt. Erst einige Minuten später treffen Polizeibeamte ein. Kurz vor dem Gewaltausbruch hatte der Mitorganisator der Demonstration, der ehemalige Blood&Honour-Aktivist Sven L., die Demonstrant_innen mittels Megafon mehrfach dazu aufgefordert, sich die Proteste nicht mehr länger bieten zu lassen, schließlich sei man das Volk und das habe keine Grund zurückzuweichen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 13.10.15/ Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.10.2015   Halle (Saale)

Gegen 4 Uhr nachts verschaffen sich Unbekannte Zutritt zu einem Gastraum der Gaststätte “Goldene Rose” und legen Feuer. Dank einer aufmerksamen Passantin gelingt es der innerhalb weniger Minuten am Tatort eintreffenden Feuerwehr, das brennende Mobiliar umgehend zu löschen. Am Vorabend hatte zum dritten Mal unter großer Beteiligung ein Flüchtlingsbegegnungscafé in der Gaststätte stattgefunden. Deren Betreiber hatten zudem im Vorfeld zu Sachspenden für Flüchtlinge aufgerufen und sich für die große Resonanz mit einem über der Eingangstür hängendem Transparent bedankt. Eine Sonderermittlungsgruppe der Polizei ermittelt unter Einbeziehung des Staatsschutzes wegen Brandstiftung. Der Sachschaden bewegt sich im fünfstelligen Bereich.

Polzeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 06.10.15

05.10.2015   Magdeburg

Am Montagnachmittag gegen 15:15 Uhr bedrängt eine PKW-Fahrerin in der Neuen Neustadt zwei 27- und 34-jährigen Frauen und ein 11-jährigen Kind an einer Straße so, dass sie aus Angst angefahren zu werden zur Seite springen. Dann steigt die Unbekannte aus und beschimpft die Geflüchteten aus Burkina Faso. Bei dem darauffolgenden Handgemenge werden sowohl die 34-Jährige als auch die Angreiferin leicht verletzt und in der Folge durch einen Rettungswagen medizinisch versorgt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 05.10.15

04.10.2015   Magdeburg

Am Sonntagabend gegen 20 Uhr wird der Inhaber eines Spätverkaufs in seinem Laden im Stadtteil Reform von zwei Frauen rassistisch beleidigt. Als der gebürtige Kasache die Unbekannten daraufhin des Shops  verweisen will, zerreißt eine der beiden den Pullover des 29-Jährigen und schlägt ihm eine Bierflasche auf den Kopf. Dann flüchtet die Angreiferin gemeinsam mit ihrer Begleiterin. Der Betroffene muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Mitteldeutsche Zeitung/ hallespektrum, 04.10.15

03.10.2015   Kabelsketal (Saalekreis)

Auf dem Rastplatz Kabelsketal an der Autobahn 14 wird ein 40-jähriger Linker am Samstagnachmittag gegen 16:30 Uhr auf dem Weg zur Toilette aus einer siebenköpfigen Gruppe rechter Fußballfans heraus angegriffen. Als ihm einer seiner Begleiter helfen will, erhält der 30-Jährige einen Faustschlag.Dabei werden die Betroffenen u.a. als “Scheiß Zecken” beschimpft. Dann werden die beiden noch zu ihrem Auto verfolgt, gegen das die Unbekannten treten und spucken. Als die Betroffenen wegfahren, wird ihnen noch eine Flasche hinterher geworfen. Kurz darauf kann die von den Betroffenen alarmierte Polizei vier männliche und drei weibliche Tatverdächtigen auf der Autobahn 9 anhalten und kontrollieren.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 26.09.15

26.09.2015   Halberstadt (Harz)

In der Nacht ziehen mehrere, dunkel gekleidete Rechte durch die Innenstadt, rufen Parolen wie “Ausländer raus!” und “Deutschland den Deutschen!” und attackieren dabei mehrere Nichtrechte. Gegen 2:10 Uhr wird ein 20-Jähriger aus der Gruppe angegriffen und leicht an Kopf und Hand verletzt. Er muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Wenig später wird ein 17-Jähriger mit einem Schlagring und einer Fahnenstange geschlagen. Der Betroffene wird vorsorglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus eingeliefert. Tags darauf melden sich zwei weitere 23- und 24-jährige Betroffene bei der Polizei, die vermutlich von der gleichen Gruppe in der Magdeburger Straße angegriffen und leicht verletzt wurden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen.

Mitteldeutsche Zeitung, 22.09.15

22.09.2015  

Zwei Männer beschimpfen gegen 19 Uhr in einer Straßenbahn an der Vogelweide einen 35-jährigen Mann aus Libyen. Als dieser am Marktplatz umsteigen will, schlagen die Unbekannten ihm gegen den Oberkörper. Dann versucht der 35-Jährige gleichzeitig mit den Angreifern in eine andere Bahn einzusteigen, wird aber von den beiden aus dem Fahrzeug gestoßen. Der Betroffene bleibt unverletzt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Polizeirevier Halle/ hallespektrum, 22.09.2015

21.09.2015   Halle (Saale)

Gegen 23 Uhr rempelt ein Jugendlicher einen 34-jähriger Marokkaner am Rennbahnkreuz im Stadtteil Neustadt an und schlägt ihm mit Fäusten ins Gesicht. Der Betroffene erleidet eine Platzwunde. Etwa zehn Minuten zuvor hatten ein Junge und zwei Mädchen an einem islamischen Kulturzentrum mit Moschee randaliert und dabei u.a. “Wir sind das Volk!” gerufen. Das Trio warf eine Scheibe ein, riss mehrere Koniferen aus dem Boden und kippte Mülleimer aus. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den Taten und fahndet nach zwei ca. 13-jährigen Mädchen sowie einem ca. 15-jährigen Jungen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 21.09.15

21.09.2015   Hadmersleben (Börde)

Gegen 2:45 Uhr nachts wird aus einer Gruppe Rechter eine Flasche so gegen das Fenster eines Hauses geworfen, dass es kaputtgeht. In dem Haus wohnen auch mehrere Geflüchtete. Die Syrer hatten erst wenige Tage zuvor ihre Wohnungen bezogen, wobei sich noch am selben Tag ein rechter Mob vor dem Haus versammelt hatte. An den drei darauffolgenden Nachmittagen und Abenden patrouillierte regelmäßig kleinere oder größere Gruppen Rechter davor, riefen rassistische Beleidigungen oder machten bedrohliche Gesten. Der Polizei gelangt es noch am Tattag, vier 22- bis 31-jährige Verdächtige zu ermitteln.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

20.09.2015   Salzwedel

Am frühen Nachmittag ist ein Vater mit seiner kleinen Tochter spazieren, als er in der Nähe der Comenius-Schule einen Mann bemerkt, der gerade auf der Straße raucht. Kurz nachdem die beiden an dem Unbekannten vorbeigelaufen sind, spürt der 32-Jährige plötzlich einen massiven Schlag auf seinen Kopf, sodass er zu Boden stürzt. Der Betroffene versucht noch, den Unbekannten zu verfolgen, was ihm aber nicht gelingt. Im Krankenhaus werden ein Jochbeinbruch und Prellungen im Kopfbereich diagnostiziert, sodass er stationär behandelt werden muss. Die Polizei ermittelt mit Verdacht auf ein rassistisches Motiv.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

17.09.2015   Halle (Saale)

Am frühen Abend wird ein Journalist beim Filmen einer Gruppe Neonazis vor der Marktkirche von mindestens zwei Personen attackiert. Während der Sänger einer rechten Band frontal auf ihn zukommt und ihn abzudrängen versucht, erhält er mehrere Schläge von mindestens einer weiteren Person gegen linke Hand und Oberkörper. Ein Polizist geht dazwischen und beendet den Angriff, wobei er selbst verletzt wird. Der Betroffene muss u.a. mit Prellungen an zwei Fingern ärztlich behandelt werden. Die Polizei ermittelt gegen einen Beschuldigten. Wenige Minuten vor dem Angriff war die Gruppe nach einer Störaktion mit Sprechchören und hochgehaltenen Fahnen der sog. Identitären Bewegung von einer Bürgerversammlung zur Flüchtlingsunterbringung in Halle ausgeschlossen und der Kirche verwiesen worden.

Bundespolizei Magdeburg, 16.09.15

15.09.2015   Magdeburg

Nach einem Fußballspiel des 1. FC Magdeburg gegen den VfL Osnabrück macht ein Reisender gegen 22 Uhr eine Beamtin der Bundespolizei auf dem Hauptbahnhof darauf aufmerksam, dass drei FC-Magdeburg-Fans soeben zwei Personen rassistisch beleidigt hätten. Daraufhin wird aus der Gruppe eine brennende Zigarette in Richtung des Zeugen geworfen, die ihn nur knapp verfehlt. Während die Bundespolizei die Personalien der Männer feststellt, kommen weitere Fußballfans hinzu und kommentieren lautstark die Maßnahmen. Statt einem Platzverweis nachzukommen, versucht ein 23-Jähriger, einen Beamten mit der Faust ins Gesicht zu schlagen und schlägt bei seiner Festnahme um sich. Gegen das Trio wird wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt, gegen den 23-Jährigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 15.09.15

14.09.2015   Aschersleben (Salzlandkreis)

Kurz nach 15 Uhr wird ein 34-jähriger Schwarzer auf dem Bahnhof von vier Unbekannten angegriffen und verletzt. Zunächst war der Spanier am Busbahnhof von einem der Männer angepöbelt worden, woraufhin er ins Bahnhofsgebäude flüchtet. Dann verfolgt die Gruppe den 34-Jährigen bis auf den Bahnsteig, wo er rassistisch beleidigt wird. Als einer der Unbekannten ein Taschenmesser aufklappt, versucht der Betroffene zu einem Kiosk in der Bahnhofshalle zu flüchten. Währenddessen wirft einer der Unbekannten mehrfach das Messer nach ihm. Dem Betroffenen gelingt es aber, diesem auszuweichen. Die Gruppe holt ihn jedoch am Bahnhofseingang ein, umringt ihn und attackiert ihn mit Fäusten. Zudem wird dem Betroffenen seine Brille heruntergerissen und zertreten sowie seine Kopfhörer herausgerissen und weggenommen. Schließlich gelingt es ihm, sich in einen Zug nach Halle zu flüchten, wo er sich bei der Bundespolizei meldet. Die Kripo ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Raub, Bedrohung und Beleidigung und bittet Zeugen um Mithilfe.

Polizeirevier Jerichower Land, 04.09.15

05.09.2015   Burg (Jerichower Land)

Gegen 23 Uhr werden ein 40-jähriger Mann türkischer Staatsangehörigkeit und seine kopftuchtragende Ehefrau aus einer ca. achtköpfigen Gruppe heraus mit “Das hier ist Deutschland, das ist nicht unsere Kultur!” und “Ihr sollt verschwinden!” angepöbelt. Kurz darauf versucht einer der Unbekannten, dem 40-Jährigen einen Faustschlag zu versetzen, der aber ausweichen kann. Der Betroffene erstattet Anzeige. Nun ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht; Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 04.09.15

03.09.2015   Haldensleben (Börde)

Gegen 19 Uhr stehen ein 10-Jähriger und sein 12-jähriger Freund gerade auf dem Gehweg in der Nähe ihrer Wohnung und unterhalten sich, als ein Nachbar in sein Auto steigt und die Einbahnstraße in entgegengesetzter Fahrtrichtung auf sie zurast. Die Kinder müssen zur Seite auf ein Rasenstück springen, während der Mann mit seinem PKW den Bordstein rammt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Gefährdung des Straßenverkehr. Bereits seit vielen Monaten wird die aus dem Kosovo geflüchtete Familie des 10-Jährigen von dem Nachbarn rassistisch gemobbt.

Polizeirevier Halle (Saale), 01.09.15

31.08.2015   Halle (Saale)

Gegen 19 Uhr wird im Stadtteil Neustadt ein 47-jähriger Schwarzer von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und mehrfach geschlagen. Der Betroffene muss ambulant behandelt werden. Der Polizei gelingt es, wenig später einen 30-Jährigen zu stellen, gegen den wegen Beleidigung und Körperverletzung ermittelt wird.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.08.2015   Merseburg (Saalekreis)

Am späten Abend verüben Unbekannte einen Brandanschlag auf das erst sechs Wochen zuvor eröffnete Interkulturelle Begegnungszentrum, in dem sich auch ein Gebetsraum für Muslim_innen befindet. Obwohl in den darüber liegenden Wohnräumen noch Licht brennt, verkeilen die Angreifer direkt an der Eingangstür eine Spraydose, die sie mit einer brennbaren Flüssigkeit übergießen, anzünden und damit vermutlich zur Explosion bringen wollen. Einer der beiden Bewohner aus Montenegro und Serbien, der kurz darauf zufällig nach Hause kommt, kann das Feuer löschen und damit ein Ausbreiten der Flammen verhindern. Erst zwei Wochen vor dem Anschlag waren Hakenkreuze an die Fassade geschmiert worden. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 29.08.15

29.08.2015   Helbra (Mansfeld-Südharz)

Nach Mitternacht übersteigen mehrere Unbekannte den Zaun zu einer Flüchtlingsunterkunft und werfen Steine und Flaschen gegen die Fassade. Dabei geht eine Fensterscheibe zu Bruch. Es wird niemand verletzt, aber die Angst der Bewohner_innen vor erneuten Attacken ist groß. Die fünfzehn Flüchtlinge aus Syrien, darunter drei Kinder, hatten erst am Vorabend die neu hergerichtete Unterkunft auf einem Firmengelände am Rande eines Industriegebietes bezogen. Der Staatsschutz geht von mindestens acht Angreifern aus und ermittelt gegen Unbekannt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

29.08.2015   Halle (Saale)

Gegen 1:20 Uhr wird ein 21-jähriger Flüchtling aus Guinea-Biseau während des alljährlichen Laternenfestes vor einer Bühne auf der Peißnitzinsel aus einer sechs- bis achtköpfigen Gruppe heraus rassistisch beschimpft, geschubst, geschlagen und getreten. Dann gelingt es dem Betroffenen, die Angreifer erst mit einer und dann mit zwei leeren Glasflaschen in Schach zu halten. Schließlich versuchen eine Frau und ein Mann, die Angreifer zum Aufhören zu bewegen und dem Betroffenen aus der Situation herauszuhelfen. Schließlich gelingt es der Frau, den 21-Jährigen zur nächstgelegenen Sanitäterstation bei der Peißnitzbrücke zu bringen, wobei sie noch von mehreren Angreifern verfolgt werden. Vor Ort befindlichen Polizeibeamten gelingt es, die Angreifergruppe zu stoppen. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

27.08.2015   Magdeburg

Während eines Spaziergangs mit ihrem Hund am späten Nachmittag realisiert eine 57-jährige Frau, wie ein Auto plötzlich schnell auf sie zufährt und erst kurz vor ihr abrupt abbremst. Aus dem geparkten PKW steigt ein offensichtlich Rechter aus und hetzt lautstark über Asylsuchende. Auf seine Aussage, dass “alle Asylanten, genau wie die Hunde angeleint gehörten”, erwidert die Frau, dass sich hier wohl die Frage stelle, wer angeleint gehöre. Daraufhin holt der Mann unvermittelt eine Brechstange aus seinem Kofferraum, bedroht die Frau damit und fordert sie auf, sich vor ihm hinzuknien und zu entschuldigen. Aus Angst um sich und ihren Hund kommt sie dem nach. Bevor der Unbekannte wegfährt, zeigt er noch den sog. Hitlergruß. Als die Betroffene später am Abend die Polizei anruft und u.a. Autokennzeichen und Fluchtrichtung übermitteln will, fühlt sie sich nicht Ernst genommen. Anstatt ihr zuzuhören wird ihr gesagt, sie könne ja mal im Revier vorbeikommen und Anzeige erstatten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.08.2015   Halle (Saale)

Gegen 17 Uhr findet eine Ärztin, die seit Jahren explizit Flüchtlinge und Migrant_innen behandelt, einen Drohbrief in ihrem Praxisbriefkasten im Stadtteil Trotha. Darin wird sie rassistisch beschimpft und bezichtigt, Gefälligkeitsgutachten für die Ausländerbehörde zu erstellen. Zudem suggeriert der oder die Unbekannte, dass sie schon lange unter Beobachtung stünde und man genau wisse, wann sie sich wo aufhalte. Am Ende wird ihr gedroht, dass ihre “Köter” zuerst dran seien. Die Betroffene erstattet Anzeige. Auch das Landeskriminalamt wird eingeschaltet.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 14.08.15

14.08.2015   Merseburg (Saalekreis)

Kurz vor 4 Uhr nachts bemerken Mieter_innen eines von Familien aus Rumänien bewohnten Hauses Feuer im Flur. Ein in der Nähe der Eingangstür abgestellter Spültisch brennt. Die Rauchgasentwicklung ist so massiv, dass alle 18 Bewohner_innen, darunter auch Kinder, auf ein Vordach des Gebäudes flüchten müssen. Die Feuerwehr kann den Brand umgehend löschen. Bei der Ursachenermittlung wird der Einsatz von Brandbeschleuniger festgestellt.

Mitteldeutsche Zeitung, 14.08.15

13.08.2015   Eisleben (Mansfeld-Südharz)

Am Nachmittag werden zwei 17- und 37-jährige Syrer aus einer Gruppe heraus rassistisch beleidigt. Dann kommen zwei der Männer auf die beiden zu und greifen sie an. Ein Zeuge alarmiert die Polizei. Beide Betroffene werden bei dem Angriff leicht verletzt, der 37-Jährige muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Laut Polizei standen beide Tatverdächtigen unter erheblichem Alkoholeinfluss. Gegen die 26- und 31-Jährigen wird wegen Körperlerletzung und Beleidigung ermittelt.

Polizeirevier Halle, 12.08.15

11.08.2015   Halle (Saale)

Gegen 21:25 Uhr werden zwei Schwarze Männer an einer Skaterbahn in Halle-Neustadt von zwei Unbekannten rassistisch beleidigt. Als ein 15-Jähriger schlichten will, wird er von den Tätern geschlagen und dabei leicht an der Lippe verletzt. Dann werfen die Angreifer mit einer Flasche nach den Schwarzen Betroffenen, woraufhin diese sich mit Händen und Füßen sowie einem Ast zur Wehr setzen. Dabei wird einer der Angreifer verletzt und seine Brille beschädigt. Die Polizei ermittelt gegen einen 31- sowie einen 35-Jährigen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 25.07.15

24.07.2015   Halle (Saale)

Am späten Abend wird ein 44-Jähriger in unmittelbarer Nähe der Straßenbahnhaltestelle Zentrum Neustadt plötzlich von einer Unbekannten rassistisch beschimpft. Dann rempelt die offenbar alkoholisierte Frau den nigerianischen Flüchtling so heftig an, dass er zu Boden stürzt, schlägt und tritt auf ihn ein und würgt ihn. Während der Betroffene versucht, sich zu wehren, bedroht ihn ein ebenfalls augenscheinlich alkoholisierter Mann mit einem Messer und macht Stichbewegungen in seine Richtung. Der Betroffene erleidet Hämatome und Schürfwunden und muss ambulant im Krankenhaus versorgt werden. Die Polizei ermittelt gegen eine 27-Jährige sowie einen 31-Jährigen wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung sowie Volksverhetzung.

Mitteldeutsche Zeitung, 21.07.15

20.07.2015   Halle (Saale)

Gegen 17:15 Uhr wird ein 21-jähriger Wohnungsloser beim Betteln in der Fußgängerzone der Heideringpassage im Stadtteil Heide-Nord von einem Passanten beschimpft und geschlagen. Kurz darauf kommen weitere fünf Personen hinzu und schlagen ebenfalls auf den jungen Mann ein. Bevor die Unbekannten flüchten, skandieren sie noch rechte Parolen. Der Betroffene hat eine Ellenbogenverletzung und blutet stark aus der Nase, lehnt aber eine medizinische Behandlung ab. Der Polizei gelingt es, noch in Tatortnähe einen 30-Jährigen aufzugreifen, der auch wegen politisch rechts motivierter Straftaten polizeibekannt ist. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Netzwerk Weltoffener Saalekreis, 20.07.15; Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

19.07.2015   Geusa (Saalekreis)

Zwei Unbekannte beschimpfen gegen 1 Uhr nachts im Geausaer Ortsteil Atzendorf einen 29-Jährigen u.a. als “Scheiß Zecke”. Dann wird der Betroffene verfolgt und so massiv geschlagen und getreten, dass er zu Boden geht und ohnmächtig wird. Schließlich zieht einer der Männer den Bewusstlosen hoch, sodass der andere ihm nochmals mit Wucht gegen den Kopf treten kann. Der Betroffene wird u.a. mit blutender Kopfverletzung, zugeschwollenem Auge, Jochbeinbeinprellung und diversen Schürfwunden mit der Notfallambulanz ins Krankenhaus gebracht  Der Attacke vorausgegangen war eine verbale Auseinandersetzung. So hatten der Betroffene und seine schwangere Begleiterin die späteren Angreifer auf dem Nachhauseweg von einem Dorffest dabei gesehen, wie sie gerade einen Verkehrsspiegel herunterreißen wollten. Nachdem der 29-Jährige die Unbekannten aufgefordert hatte, das zu lassen und ankündigte, andernfalls die Polizei zu rufen, war er gefragt worden, ob er ein “Scheiß Linker” und “für oder gegen Kanacken” sei und schließlich körperlich attackiert worden. Der Polizei gelingt es kurz nach dem Vorfall, einen der Angreifer zu ermitteln. In der Polizeipressemitteilung wird der rechte Hintergrund des Angriffs allerdings verschwiegen.

MDR/ Spiegel, 19.07.15; Volksstimme, 20.07.15; Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 21.07.15

18.07.2015   Halberstadt (Harz)

In der Nacht zum Sonntag bewerfen Jugendliche ein Verpflegungszelt für Asylsuchende mit Steinen, wobei sie mehrfach “Ausländer raus!” skandieren. Eine 20-jährige, freiwillige Helferin des Deutschen Roten Kreuzes wird von einem Stein an der Wange getroffen und leicht verletzt. Vor Ort befindliche Polizeibeamte können einen 15-jährigen Halberstädter eindeutig als Werfer identifizieren. Fünf weitere Halberstädter im Alter von 16 bis 20 Jahren werden bei der Fahndung im Umkreis festgenommen. Die Tatverdächtigen sollen zur rechten Szene gehören und bereits einschlägig polizeibekannt sein. Es wird wegen Volksverhetzung und gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Weil die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge in Halberstadt (ZASt) überlastet ist, waren die ersten Asylsuchenden erst am Wochenende kurzfristig in einer Sporthalle untergebracht worden. In einem davor aufgestellten Zelt kümmern sich DRK-Mitarbeiter_innen um die Verpflegung.
Zwei Tage später werfen Unbekannte gegen 21:15 Uhr Böller in Richtung der Turnhalle. Gegen 22 Uhr stellt die Polizei dann drei 19-, 23- und 26-jährige Halberstädter, die sich in der Nähe der Turnhalle mit Steinen bewaffnet hatten. Bei ihrer Durchsuchung finden die Beamten Aufkleber und Plakate der Partei “Die Rechte”und zwei Softairwaffen. Sie werden bis zum nächsten Morgen in Verhinderungsgewahrsam genommen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

11.07.2015   Halle (Saale)

Nach Beendigung einer Neonazidemonstration im Stadtteil Silberhöhe wird ein Fotograf gegen 20 Uhr auf dem Rückweg mit seinem Fahrrad von mehreren Demonstrationsteilnehmern aus einem Auto heraus beschimpft. Wenig später bemerkt er, wie mindestens zwei der Neonazis aus dem in einer Seitenstraße geparkten PKW aussteigen und auf ihn zulaufen. Durch schnelles Ausweichen auf den Fahrradweg der Gegenfahrbahn gelingt ihm die Flucht. Jetzt verfolgen die Neonazis den Betroffenen mit dem PKW  und überholen ihn mit quietschenden Reifen. An der nächsten Kreuzung bittet der Fotograf einen Taxifahrer um Hilfe. Die Verfolger halten kurz, fahren aber, als der Betroffene offensichtlich telefoniert und die Polizei alarmiert, weiter. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 14.07.15

11.07.2015   Krumpa (Saalekreis)

Ein 23-jähriger Flüchtling aus Guinea-Bissau wird gegen 19:30 Uhr auf der Landstraße von Braunsbedra nach Krumpa aus einem entgegenkommenden Auto heraus mit einer Bierflasche beworfen und am Oberkörper getroffen. Er war gerade mit dem Fahrrad auf dem Nachhauseweg in seine Unterkunft, als er den PKW mit zwei unbekannten Männern bemerkte. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.06.2015   Halle (Saale)

Gerade mit dem Auto zuhause angekommen, wird eine rumänische Familie gegen 22 Uhr erneut von einem 30-jährigen Rechten verfolgt. Als sie bemerkt, wie sich der wiederum mit einem Holzknüppel bewaffnete Mann auf ihr Auto zubewegt, rennen Mutter und jüngerer Sohn ins Haus. Währenddessen bedroht der Rechte den noch im PKW sitzenden 38-jährigen Familienvater und seinen anderen Sohn mit dem Knüppel und bewirft das Auto mit Eiern aus einer mitgebrachten Packung und mit Kieselsteinen.Als der Angreifer bemerkt, wie der 38-Jährige die Polizei alarmiert, ruft er ebenfalls dort an. Gegenüber den Beamten behauptet er, er sei von dem Familienvater geschlagen worden.

Mitteldeutsche Zeitung, 01.07.15

30.06.2015   Halle (Saale)

Ein 15-Jähriger wird gegen 17:15 Uhr auf dem Marktplatz von einem Unbekannten beleidigt und angegriffen. Dann flüchtet der Angreifer. Die Suche der von Zeugen herbeigerufenen Polizei verlief ergebnislos. Der Betroffene, ein gebürtiger Vietnamese, wird mit leichten Verletzungen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und dort ambulant behandelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 22.06.15

21.06.2015   Halle (Saale)

Am Sonntagnachmittag wird ein 35-Jähriger im Stadtteil Trotha von drei Unbekannten rassistisch beschimpft. Er ignoriert die Beleidigungen und geht in ein Haus. Als er kurze Zeit später wieder herauskommt, ist das Trio immer noch da und setzt seine Beschimpfungen fort. Dann attackiert einer der Männer den Sierra Leoner und schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Als ein Passant interveniert flüchten die Angreifer. Der Betroffene wird leicht verletzt und muss vor Ort behandelt werden. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bundespolizei Magdeburg, 20.06.15

20.06.2015   Halle (Saale)

Kurz vor 5:00 Uhr morgens werden mehrere Betroffene in der Innenstadt von einem Unbekannten u.a. als “Scheiß Juden” beschimpft und bis zum Hauptbahnhof verfolgt. Dort schlägt dieser einem Mann aus der Gruppe mit der flachen Hand ins Gesicht. Eine Streife der Bundespolizei stellt in der Nähe des Riebeckplatzes einen 36-Jährigen, gegen den wegen Volksverhetzung und Körperverletzung ermittelt wird.

Polizeirevier Burgenlandkreis, 18.06.15

17.06.2015   Naumburg (Burgenlandkreis)

Gegen 18:45 Uhr werden drei Flüchtlinge aus Eritrea vor einer Pizzeria von zwei Männern rassistisch beleidigt. Dann werfen die Unbekannten Bierflaschen nach den 19-, 20- und 27-Jährigen. Der Polizei gelingt es, zwei alkoholisierte und wegen ähnlicher Delikte polizeibekannte Tatverdächtige vorläufig festzunehmen. Gegen die 26- und 28-Jährigen wird wegen Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.06.2015   Halle (Saale)

Am frühen Abend kommt plötzlich ein 30-jähriger Rechter auf einen 38-jährigen, noch in seinem Auto sitzenden Rumänen zu, der gerade vor seiner Wohnung geparkt hatte. Als der Betroffene auf die Aufforderung des Rechten heraus zu kommen nicht reagiert, schlägt der Mann mit einem Holzknüppel so gegen beide Außenspiegel, dass sie kaputt gehen. Bevor er geht zeigt der Angreifer noch der auf dem Balkon stehenden Frau des Betroffenen seinen ausgestreckten Mittelfinger.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

31.05.2015   Halle (Saale)

Gegen 22:30 Uhr warten eine 27-jährige Studentin und ihre Freundin händchenhaltend und in ein Gespräch vertieft auf eine Straßenbahn. Plötzlich kommt ein Unbekannter auf sie zu und behauptet, sein Kumpel fände die beiden “heiß”. Die Frauen signalisieren, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen. Plötzlich hält sein Begleiter der 27-Jährigen eine Bierflasche ganz nah an ihr Gesicht und droht, ihr “die Fresse” aufzuschneiden. Ihrer Freundin gelingt es, die Betroffene wegzuziehen. Dann kommt die Straßenbahn und das Paar steigt ein. Bevor die Bahn losfährt, beleidigt der andere Mann die Frauen jetzt deutlich hörbar homophob und ruft u.a., dass sie – würde Hitler noch leben – vergast worden wären. Schließlich zieht er noch sein Shirt herunter, um eine etwa 10 cm große Hakenkreuztätowierung auf seiner Brust vorzuzeigen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 02.06.15

30.05.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Kurz vor Mitternacht stellt die Polizei bei einer Fahrzeugkontrolle vor dem Gelände des Alternativen Wohn- und Kulturprojekts “AKW Bitterfeld” zwei Männer fest, die offensichtlich einen Brandanschlag auf das AKW planten. In dem Auto ohne Kennzeichen befanden sich zwei Molotowcocktails und einen Baseballschläger. Die 26 und 30 Jahre alten Männer sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen. Beide Tatverdächtige sind bereits vorbestraft. Der 26-Jährige u.a. wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 25.05.15

22.05.2015   Halle (Saale)

Am Freitagabend, gegen 21:00 Uhr werden ein 59-jähriger Mann aus Rumänien und ein 40-jähriger Mann aus Moldavien vor einem Einkaufszentrum im Stadtteil Silberhöhe von drei unbekannten Männern geschlagen. Beide Betroffene erleiden Verletzungen im Kopf- bzw. Oberkörperbereich. Der ältere muss stationär, der jüngere ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Polizeirevier Mansfeld-Südharz, 15.05.15/ MDR, 15.05.15

14.05.2015   Seeburg (Mansfeld-Südharz)

Vier Schwarze Deutsche sind gegen 23:30 Uhr am Nordufer des Süßen Sees unterwegs, als sie plötzlich aus einer Vierergruppe heraus rassistisch beleidigt und in der Folge geschlagen und getreten werden. Bevor die Angreifer in einem Kleintransporter fliehen, entwendet einer der Unbekannten noch das Handy eines Betroffenen. Der Polizei gelingt es kurz darauf, das Fahrzeug samt Insassen zu stellen. Die 20- bis 22-jährigen Betroffenen werden leicht verletzt und müssen ambulant behandelt werden. Gegen die 34- bis 37-jährigen Tatverdächtigen, wovon drei bereits polizeibekannt sind, wird wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung sowie Diebstahls ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.05.2015   Magdeburg

Am Vatertag fährt eine 49-jährige Magdeburgerin gegen 21 Uhr mit der Straßenbahn nach Hause, als fünf augenscheinlich Rechte auf sie zukommen, sie anpöbeln und rassistisch beschimpfen. Die Betroffene steigt daraufhin in einen anderen Wagen derselben Bahn um. Als sie schließlich aussteigen will, versperrt die Gruppe ihr den Weg. Dann schlagen zwei der Unbekannten auf sie ein und schubsen sie. Erst als die Bahn losfährt, lassen die Männer von ihr ab. Die Betroffene hat infolge des Angriffs noch Monate später  Probleme beim Gehen.

Polizeirevier Mansfeld-Südharz, 15.05.15/ MDR, 15.05.15

14.05.2015   Sangerhausen (Mansfeld-Südharz)

Am späten Abend des Himmelfahrtstages wird ein 23-Jähriger aus Guinea-Bissau auf dem Vorplatz einer Berufsschule von mehreren Unbekannten beleidigt. Dann schlagen und treten sie so massiv auf den Flüchtling ein, dass er stationär im Krankenhaus behandelt werden muss. Die Polizei kann noch in Tatortnähe fünf Verdächtige im Alter zwischen 16 und 24 Jahren stellen. Weil dem Betroffenen bei dem Angriff auch T-Shirt und Unterhemd entrissen wurden, ermittelt der Staatsschutz neben gefährlicher Körperverletzung auch wegen Raubes.

Opferberatung Dessau

13.05.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Zum zweiten Mal wird auf das Wahlkreisbüro der Linken ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter werfen kurz vor Mitternacht eine Gehweg-Platte und einen Gullydeckel durch das Fenster. Anschließend versprühen sie Reizgas in den Räumen. Ein Mitarbeiter der Linken hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags in dem Büro auf, er wurde nicht verletzt. Das Büro gehört dem Bundestagsabgeordneten Jan Korte und der Landtagsabgeordneten Dagmar Zoschke. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlichen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.05.2015   Halle (Saale)

In der Nähe des Hauptbahnhofs werden gegen 20:30 Uhr fünf Flüchtlinge vor einem Hauseingang von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Kurz darauf werden sie von ihm und etwa einem Dutzend weiterer Männer angegriffen. Ein 27-jähriger Mann aus Mali rennt zur Eingangstür, wird aber von zwei Männern eingeholt, gegen Kopf und Körper geschlagen und dabei rassistisch beschimpft. Auch die anderen vier werden – zum Teil nach kurzer Flucht – geschlagen und getreten. Als die von den Betroffenen alarmierte Polizei eintrifft, befinden sich noch mehrere Angreifer in unmittelbarer Tatortnähe vor oder in einer Kneipe. Ein Betroffener wird jetzt – trotz Anwesenheit der Beamt_innen – erneut von einem der Unbekannten getreten. Zudem gehen diese nur zögerlich entsprechenden Hinweisen der Betroffenen nach und verlangen zunächst deren Ausweise. Lediglich zwei 42- und 47- jährige, alkoholisierte Männer werden schließlich durch die Polizei festgestellt. Alle Betroffenen erleiden Verletzungen, u.a. Prellungen und Hämatome. Einer muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Opferberatung Dessau

11.05.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 22:30 Uhr wird ein alternativer Jugendlicher am Bahnhof von mehreren Neonazis zunächst als “Zecke” beschimpft. Danach sprühen sie dem jungen Mann Pfefferspray ins Gesicht. Der Betroffene kann flüchten.

Opferberatung Dessau

10.05.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Einem Fotojournalisten, der die Mahnwache “Linksextremistischer Terror? – Bitterfeld sagt Nein!” der Freien Nationalisten Anhalt-Bitterfeld dokumentiert, wird am frühen Nachmittag von einem Teilnehmer der Mahnwache die Kamera aus der Hand geschlagen. Im weiteren Verlauf schlägt ihn der Neonazi gegen den Brustkorb. Der Betroffene erstattet Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeirevier Halle (Saale), 08.05.15

07.05.2015   Halle (Saale)

Im Stadtteil Silberhöhe werden vier rumänische Roma von einem 30-jährigen Mann zuerst beleidigt und später mit einem Messer bedroht. Die Betroffenen fliehen und alarmieren die Polizei. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Bedrohung.

Mitteldeutsche Zeitung, 07.05.2015

06.05.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 22:30 Uhr wirft ein unbekannter Täter einen Gullideckel durch die Scheibe eines beleuchteten Büroraums und sprüht sofort danach Reizgas hinein. Ein noch zur Tatzeit in dem Raum tätiger Mann bleibt unverletzt. Der Anschlag galt offensichtlich dem Wahlkreisbüro der Partei Die Linke, das sich in dem Gebäude befindet und durch einen Schriftzug über die gesamte Fensterfront erkennbar ist. Es wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.

Polizeirevier Jerichower Land, 06.05.15

05.05.2015   Burg (Jerichower Land)

Nach einem Streit wegen Lärms dringen gegen 21:30 Uhr drei Nachbarn in die Wohnung einer irakischen Familie ein, die gerade Besuch von einer syrischen Mutter und ihrem Kind hat. Einer der Männer bedroht die Anwesenden und beleidigt sie mit rechten und rassistischen Sprüchen. Erst als die Betroffenen die Polizei verständigen, verlassen die Angreifer die Wohnung. Vor dem Mehrfamilienhaus skandieren zwei von ihnen mit einem Hinzugekommenen noch Heil Hitler” und zeigen den Hitlergruß. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen, Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch gegen einen 19-, 27- und 34-Jährigen sowie eine weitere, unbekannte Person.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

22.04.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Vier vermummte Neonazis versuchen gewaltsam in eine Wohnung eines Alternativen in der Innenstadt einzudringen. Sie drohen “Komm raus, wir wissen, dass du da bist!” und versuchen, die Haustür mit einer Schraubenzieher aufzubrechen. Nachdem ihnen das misslingt, flüchten sie.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

20.04.2015   Halle (Saale)

Am frühen Abend stellt sich ein wegen etlicher antiziganistischer Taten bekannter Rechter plötzlich auf die Straße und zwingt so einen 38-jährigen Rumänen, mit seinem Auto anzuhalten. Aus Angst, dass der 30-Jährige ihn aus dem Wagen ziehen will, verriegelt der Betroffene das Auto schnell von innen Daraufhin bespuckt der Rechte das Fahrzeug und tritt und schlägt u.a. gegen die Fahrertür, bis es dem Betroffenen gelingt wegzufahren . Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.04.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Unbekannte Täter werfen kurz nach Mitternacht zwei Brandsätze über den Zaun des alternativen Wohn- und Kulturprojekts “AKW Bitterfeld”. Die Brandflaschen treffen einen Wohnwagen, der sowohl als Wohn- als auch als Büroraum genutzt wird. Nur durch Zufall befindet sich zu dieser Zeit niemand darin. Der Wagen brennt zum Teil aus, es entsteht ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro. Den Bewohner_innen des “AKW Bitterfeld” gelingt es, den Brand selbst zu löschen. Die Staatsanwaltschaft Dessau ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Staatsanwaltschaft Dessau und PD Sachsen-Anhalt Ost, 16.04.2015

15.04.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Im Stadtpark “Grüne Lunge” werden gegen 18.15 Uhr zwei Flüchtlinge durch drei Rechte aus Bitterfeld und Wolfen im Alter zwischen 22 und 30 Jahren zunächst rassistisch beleidigt und dann mit leeren Flaschen beworfen. Die Betroffenen werden u.a. am Rücken getroffen und stellen die Angreifer zur Rede. Es kommt zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Als Polizeibeamte vor Ort eintreffen, setzt ein 22-jähriger Rechter aus Wolfen seine rassistischen Drohungen fort. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung sowohl gegen die Rechten als auch gegen die Angegriffenen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

14.04.2015   Halle (Saale)

Am späten Abend explodiert plötzlich ein Böller auf dem Balkon einer rumänischen Familie. Als Familienangehörige hinausgehen um nachzusehen, was passiert ist, wirft der Angreifer noch zwei weitere Böller auf den Balkon, wobei glücklicherweise niemand verletzt wird. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen einen 30-jährigen Rechten.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

10.04.2015   Haldensleben (Börde)

Am Abend wollen zwei junge Asylsuchende aus Eritrea einen Spaziergang machen. Noch in unmittelbarer Nähe der Gemeinschaftsunterkunft folgt ihnen eine Gruppe Jugendlicher. Zwei von ihnen fordern die beiden zum Kämpfen auf, was sie ablehnen und weitergehen. Dann verlangen die Unbekannten die Herausgabe ihres Geldes und ihrer Handys. Die Geflüchteten gehen darauf nicht ein, woraufhin sie von den beiden Jugendlichen rassistisch beleidigt und geschlagen werden. Einer der Angreifer benutzt dabei auch seinen Gipsverband, den er einem der Betroffenen ins Gesicht schlägt. Den Betroffenen gelingt es schließlich in die Gemeinschaftsunterkunft zu fliehen. Beide erleiden zahlreiche Prellungen und müssen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Die von den Betroffenen alarmierte Polizei kann zwei Tatverdächtige noch am selben Abend stellen und ermittelt  wegen gefährlicher Körperverletzung.

Neues Deutschland, 10.04.2015

09.04.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Ein linker Jugendlicher wird abends am Bitterfelder Bahnhof von zwei Neonazis angegriffen. Einer der Täter schlägt dem 16-jährigen Betroffenen mit einem Baseballschläger mehrfach auf die Schulter, während der zweite Angreifer – ein 21-jähriger bekannter Neonazi – den Betroffenen schlägt und tritt. Dann flüchten die Angreifer mit einem Auto vom Tatort. Der 21-jährige Angreifer wird später vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Dessau stellt Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. Der 16-Jährige muss wegen seiner Verletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.04.2015   Naumburg (Burgenlandkreis)

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), macht E-Mails mit Morddrohungen öffentlich, die sich sowohl gegen ihn selbst als auch gegen seine Familie richten. Die unbekannten Täter drohen dem Landrat u.a.man werde wie bei der “französischen Revolution mit ihm umgehen”. Die Polizei verstärkt den Personenschutz für Ulrich, der sich für die Unterbringung von Flüchtlingen in Tröglitz (Burgenlandkreis) einsetzt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

04.04.2015   Tröglitz (Burgenlandkreis)

Unbekannte Täter setzen in der Nacht zwei Gebäude in Brand, in denen rund 40 Flüchtlinge untergebracht werden sollten. In einem der Häuser wohnten noch zwei Personen, die sich vor den Flammen in Sicherheit bringen können. Vier Tage vor dem Brandanschlag hatten bei einer Bürgerversammlung Neonazis gedroht, den Einzug der Flüchtlinge zu verhindern. Nachdem bekannt geworden war, dass in Tröglitz Flüchtlinge untergebracht werden sollten, hatten Neonazis und NPD ab Anfang Januar 2015 wöchentlich zu sogenannten “Lichterspaziergängen” aufgerufen, an denen sich jeweils rund 80 Rechte beteiligten. Am 7. März 2015 trat der ehrenamtliche Bürgermeister Markus Nierth (parteilos) zurück und begründete diesen Schritt damit, dass das Landratsamt einen Neonazi-Aufmarsch zu seinem Wohnhaus nicht verboten hatte. Am 15. März demonstrierten rund 200 Neonazis erneut in Tröglitz, genauso viele Menschen kamen zu einem Friedensgebet in die Kirche. Am 16. März gab das LKA Sachsen-Anhalt bekannt, dass es Morddrohungen gegen Markus Nierth prüfe. Am 18. März wurde an der geplanten Unterkunft ein Hakenkreuz entdeckt. Nach dem Brandanschlag ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schwerer Brandstiftung. LKA-Präsident Jürgen Schmökel erklärte, man ermittele in alle Richtungen. Die Täter könnten Rechte sein, es sei aber auch möglich, dass die Tat begangen wurde, um “eine bestimmte politische Richtung zu diskreditieren”.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

02.04.2015   Bitterfeld-Wolfen OT Greppin (Anhalt-Bitterfeld)

Kurz nach Mitternacht wird ein junger Erwachsener von zwei vermummten Rechten in seiner Wohnung überfallen und misshandelt. Der 26-jährige Nicht-Rechte hatte im Glauben, dass sein Nachbar zu Besuch käme, die Wohnungstür geöffnet. Stattdessen wird er von den Angreifern am Hals gepackt und in sein Wohnzimmer geschleift. Dort schlagen die Rechten auf ihn ein und stellen ihm Fragen zur linken Szene und seiner eigenen politischen Überzeugung. Zudem durchsuchen sie die Wohnung nach Wertsachen. Bevor die Angreifer schließlich fliehen, rammt einer der beiden dem Betroffenen noch einen Schraubenzieher in den Oberschenkel.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

23.03.2015   Magdeburg

Etwa zehn Gegendemonstrant_innen werden am Rande des Magida-Aufmarsches von einer Gruppe von 6 bis 8 Rechten angegriffen. Die Angreifer kommen plötzlich aus einem Gebüsch hervor und rennen mit der Ansage “Jetzt seid ihr dran” auf sie zu. Zunächst können die Linken fliehen. Dabei stolpert jedoch einer von ihnen, wird von zwei Verfolgern eingeholt und auf dem Boden liegend mehrfach ins Gesicht getreten. Auch die anderen Rechten kommen hinzu und der Betroffene erhält mindestens einen weiteren Tritt. Erst dann lassen die Angreifer von ihm ab und fliehen. Der Gegendemonstrant erleidet schmerzhafte Prellungen an Kopf und Rippen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

20.03.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 21:45 Uhr dringen sechs teilweise vermummte Neonazis in die Wohnung eines jungen Erwachsenen aus der alternativen Szene in der Bitterfelder Innenstadt ein. Der 27-Jährige wird von den Angreifern zu Boden geschlagen und erleidet durch Schläge und Tritte mehrere Prellungen sowie größere Schürfwunden, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Angreifer beschimpfen ihn u.a. als “Scheiß Zecke” und drohen: “Scheiß Dreckszecke, lass dich nicht mehr auf der Straße blicken, sonst bist du tot”. Die Freundin des Betroffenen erhält einen Tritt in den Bauch. Anschließend versuchen die Angreifer, in alle weiteren Wohnungen des Hauses einzudringen. Dann bemerken sie jemanden im gegenüberliegenden Haus. Mit der Drohung “Da ist noch eine Dreckszecke” versuchen die Angreifer, auch in dieses Haus einzudringen. Dem Betroffenen und seinen Eltern gelingt es jedoch, die Tür von Innen zuzuhalten. Dem Wohnungsüberfall vorausgegangen waren Drohungen von Neonazis gegen politisch Aktive, die gegen einen Aufmarsches der Freien Kameradschaften in Dessau am 7. März 2015 demonstriert hatten. Konkret hatten die Neonazis mit “Hausbesuchen” gedroht. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Dessau u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung.

Mitteldeutsche Zeitung, 10.03.2015

09.03.2015   Halle (Saale)

Am Nachmittag wird eine 44-jährige Frau aus dem Niger in ihrem Wohnhaus im Stadtteil Halle-Südstadt unvermittelt von einem 26-jährigen Mann ins Gesicht geschlagen. Unter rassistischen Beleidigungen tritt der Angreifer weiter auf sie ein und verschwindet dann. Die Betroffene muss mit Hämatomen und Schwellungen im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeibekannte Angreifer konnte mittlerweile identifiziert werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.02.2015   Halle (Saale)

Kurz nach Mitternacht setzen Unbekannte einen Kleintransporter vor einem Wohnblock im Stadtteil Halle-Silberhöhe in Brand. Das Fahrzeug, das einer Roma-Familie gehört, brennt völlig aus. Ein daneben parkender PKW wird ebenfalls beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Bereits 2014 wurden drei Fahrzeuge von im Stadtteil lebenden rumänischen Roma angezündet und beschädigt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.02.2015   Halle (Saale)

Auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel in Halle beleidigt eine augenscheinlich alkoholisierte Gruppe Fans des FC Hansa Rostock mittags einen in der Regionalbahn sitzenden 22-Jährigen u.a. als “Scheiß Terroristen”, “Scheiß Moslems” und “Scheiß Salafist”. Dann wird er von vier der Unbekannten, von denen sich einer vermummt hatte, abwechselnd gegen den Kopf geschlagen, mit Bier überschüttet, getreten und mit der Kante des fest montierten Klapptisches gegen den Kopf gestoßen. Als zwei gegenübersitzende Student_innen versuchen, den Angriff durch Rufe zu beenden, schlagen drei der Angreifer auch auf ihre Köpfe ein. Dann steigt die Fangruppe am Bahnhof in Halle aus. Der 22-Jährige erleidet diverse Prellungen und Schmerzen u.a. an der Wirbelsäule, am Kopf und an der linken Hand.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.02.2015   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Am Rand der von Rechten und Querfront-Aktivisten organisierten sogenannten “Montagsmahnwache für den Frieden – Bitterfeld” wird ein Gegendemonstrant von einem Ordner der Kundgebung angegriffen und geschubst. Die Gegendemonstranten versammeln sich regelmäßig, um rassistische und antisemitische Äußerungen der Teilnehmer_innen der so genannten “Mahnwache” nicht unwidersprochen zu lassen. Bei einer vorherigen “Mahnwache” waren zu Beginn Lieder der RechtsRock-Gruppe “Sleipnir” und der neonazistischen Liedermacherin “Anett” gespielt worden.

Volksstimme, 21.01.2015

20.01.2015   Magdeburg

In einer Straßenbahn wird ein 21-jähriger Flüchtling aus Eritrea am Abend von drei Jugendlichen erst bespuckt und dann getreten. Einer der Angreifer reißt dem 21-Jährigen noch seine Kette vom Hals bevor andere Flüchtlinge, die ebenfalls in der Bahn sind, dem Betroffenen helfen können. Die Täter können zunächst entkommen. Später stellt die Polizei zwei 14- und 15-jährige Magdeburger fest, gegen die nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung ermittelt wird.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

15.01.2015   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

Ein linker Jugendlicher befindet sich auf gerade dem Weg zum Bahnhof, als er auf zwei ihm bekannte Rechte trifft. Sofort schlägt ihm einer der Rechten mit der Faust ins Gesicht, so dass seine Lippe platzt, der andere beleidigt ihn mit “Zeckenschwein”. Danach flüchten die Angreifer mit einem Auto. Der Betroffene verpasst aufgrund des Angriffs seinen Zug und muss sich um eine Mitfahrgelegenheit bei Freunden kümmern.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, mdr, Volksstimme, 04.01.2015

04.01.2015   Magdeburg

In einer Straßenbahn auf dem Weg zum Hauptbahnhof werden in den frühen Morgenstunden vier irakische Flüchtlinge aus einer Gruppe von rechten Fußballhooligans heraus rassistisch beschimpft und dann geschlagen. Die Angreifer kamen zuvor aus der Diskothek “Fun Factory”. Es wird gegen einen 26-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, mdr, Volksstimme, 04.01.2015

04.01.2015   Magdeburg

Als am frühen Morgen in einer Diskothek das Lied “Lieber bunt als braun” gespielt wird, stürmt eine Gruppe von ca. 20 Personen, die in Verbindung zu der rechten Fußballhooligangruppe “Blue White Street Elite” stehen sollen, die Tanzfläche. Einige von ihnen zeigen den Hitlergruß und schlagen auf Gäste ein. Mindestens ein Besucher wird dabei am Kopf verletzt. Zudem beleidigen die Angreifer weitere Anwesende. Nachdem die Security die Rechten aus der Diskothek verweist, nimmt die bereits informierte Polizei Anzeigen u.a. wegen Landfriedensbruch auf und erteilt einen Platzverweis gegen die Personen, die vorwiegend aus dem Jerichower Land kommen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.01.2015   Halle (Saale)

Ein 20-jähriger Flüchtling aus dem Niger besucht mit Freunden den Club Las Vegas in Halle-Neustadt. Später verlässt er kurz den Tisch, um sich eine Cola zu kaufen, während seine Freunde tanzen. Als er zurückkommt, sitzen dort fünf unbekannte Weiße Männer. Sie pöbeln den 20-Jährigen an und erklären, er habe hier nichts zu suchen. Daraufhin will er seine Jacke vom Stuhl nehmen, was ihm jedoch verwehrt wird. Plötzlich steht einer der Männer auf, zieht eine Waffe und bedroht ihn mit den Worten “Ich werde dich töten”. Dann schlägt der Angreifer mit dem Knauf der Waffe gegen den Kopf des Betroffen, der daraufhin blutend zu Boden stürzt. Der Angreifer bedroht den 20-Jährigen weiter, während seine Freunde die Polizei rufen. Als die Beamten vor Ort eintreffen, sind der Angreifer und dessen Begleiter geflohen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

01.01.2015   Havelberg (Landkreis Stendal)

In den frühen Morgenstunden klingelt eine Personengruppe an der Wohnungstür eines 30-Jährigen, der bereits im Vorfeld von Einzelnen aus der Gruppe massiv gemobbt und u.a. wegen einer Behinderung sowie angeblicher Homosexualität beleidigt und bedroht wurde. Durch den Türspion kann er bereits erkennen, dass einer aus der Gruppe mit einem knüppelartigen Gegenstand bewaffnet ist. Während der Betroffene, der sich allein in seiner Wohnung befindet, die Polizei ruft, tritt einer aus der Gruppe die Tür ein. Drei der Angreifer stürmen in die Wohnung und beleidigen und schlagen den 30-Jährigen, der sich zunächst zu verteidigen versucht, mit einem Rohr und mit Fäusten. Zudem versuchen sie, ihn mit einem Elektroschocker zu verletzen. Bevor sich die Angreifer zurückziehen, werfen sie Kleidungsstücke ins Treppenhaus und zerschlagen eine Lampe und weitere Einrichtungsgegenstände. Der Betroffene muss sich im Krankenhaus behandeln lassen, wo eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert wird.

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