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Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.11.2014   Krumpa (Saalekreis)

Gegen 17 Uhr wird eine Gruppe Flüchtlinge in der Burgenlandbahn auf der Fahrt von Merseburg nach Krumpa von einem Mann zunächst lautstark mit “Scheiß Ausländer” u.a. beleidigt. Die anderen Fahrgäste greifen nicht ein. Kurz vor der Haltestelle stößt der Beleidiger dann einen der Flüchtlinge, einen 23-Jährigen aus Guinea-Bissau, zu Boden. Als dieser aufsteht, erhält er einen Schlag ins Gesicht, wodurch seine Nase zu bluten beginnt. Der Angreifer versucht weiter auf den 23-Jährigen einzuschlagen. Dann zieht er derart an Jacke und Kopfhörer des Betroffenen, so dass beide beschädigt werden. Die Polizei stellt später einen 22-jährigen Tatverdächtigen in Mücheln fest.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.11.2014   Halle (Saale)

In den frühen Morgenstunden wird ein 35-jähriger Kameruner auf dem Heimweg von einer Diskothek in Halle-Neustadt von zwei Männern verfolgt und u.a. mit “Ebola”-Rufen rassistisch beleidigt. An einer Straßenbahnhaltestelle, während sich auf der anderen Seite eine Bahn nähert, stößt ihn einer der Verfolger plötzlich auf das Gleis. Der Betroffene kann noch aufstehen und dem Angreifer in die Bahn folgen. Er hält ihn fest bis Sicherheitspersonal eintrifft und die Polizei alarmiert wird. Später erfährt der 35-Jährige, dass zunächst nur gegen ihn ermittelt wird und erstattet seinerseits Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung. Durch den Sturz erleidet der Betroffene Schürfwunden an der Hand und Ellenbogen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

03.10.2014   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

In einer Disco wird spätabends ein nichtrechter junger Mann von einem stadtbekannten Rechten unter Beleidigungen wie “Scheiß Zecke” mehrfach geschubst und angerempelt. Ein 28-jähriger Bekannter des Bedrängten stellt sich dazwischen. Nach einem kurzen Handgemenge schubst der Rechte auch den Helfenden. Türsteher schalten sich ein und beenden den Übergriff. Zur Sperrstunde wartet der Rechte dann vor der Disco mit nacktem Oberkörper auf den 28-Jährigen, dessen Bekannter bereits nach Hause gegangen ist, und drückt mehrfach drohend seine Stirn gegen dessen Stirn. Erneut gehen Türsteher dazwischen. Kurz darauf kommt der Rechte zurück, beleidigt den 28-Jährigen erneut und schlägt Richtung Gesicht. Der Angegriffene kann ausweichen und sich mit drei kurzen Schlägen wehren. Dann will er gehen, wird aber von dem Rechten mit der Faust schmerzhaft gegen das Kinn geschlagen. Später erstattet dieser Anzeige gegen den Betroffenen, der nun bei der Polizei als Beschuldigter geführt wird.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 30.09.14

30.09.2014   Halle (Saale)

In einer Straßenbahn setzt sich gegen 10:45 Uhr ein Unbekannter neben eine 32-jährige Frau aus dem Niger und rempelt sie immer wieder seitlich an. Dann wird die Betroffene rassistisch beleidigt und angespuckt. Beim Aussteigen an der nächsten Haltestelle alarmiert die 32-Jährige die Polizei und versucht den Angreifer festzuhalten. Daraufhin attackiert sie der Mann erneut und flüchtet. Die Betroffene muss im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

21.09.2014   Gardelegen OT Mieste (Altmarkkreis Salzwedel)

Auf einer Abiparty greifen rechte Besucher_innen mehrere Linke und Nichtrechte an und verletzen mindestens sechs Personen. Nachdem bereits im Verlauf des Abends mehrere Jugendliche wegen linker Bekleidung beleidigt worden waren, wird auf dem Parkplatz des Geländes ein junger Besucher der Party so massiv geschlagen, dass er in der Folge mit Verletzungen an der Wirbelsäule und im Gesicht ins Krankenhaus gebracht werden muss. Als Bekannte ihm zu Hilfe kommen, wird einer mit einer Flasche im Gesicht verletzt. Auch zwei weitere Personen, darunter eine 17-Jährige, werden von den Angreifern verletzt. Als einige von ihnen in das Gebäude drängen, in dem gefeiert wird, werden auch dort mindestens zwei Nichtrechte geschlagen und verletzt. Die eintreffende Polizei nimmt zunächst trotz mehrfacher Hinweise und Bitten und auch jetzt noch anhaltenden Rufen wie “Frei, sozial und national” und “Scheiß Zeckenpack” keine Personalien der Täter_innen auf, von denen sich einige trotz Anwesenheit der Polizei scheinbar ungehindert entfernen. Bereits vor dem Angriff hatten einige der späteren Angreifer_innen laut Aussage der Polizei in der Nähe rechte Parolen gerufen und waren deshalb kontrolliert worden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

19.09.2014   Magdeburg

Auf dem Rückweg von einem Fußballspiel warten vier somalische Jugendliche auf eine Straßenbahn, als sie aus einer etwa neunköpfigen Gruppe heraus beschimpft, geschubst und geschlagen werden. Als nach einem Pfiff plötzlich weitere Unbekannte hinzukommen, flüchten die Betroffenen, wobei sie mit Flaschen beworfen und auch teilweise getroffen werden. Ein 19-Jähriger wird zu Boden gebracht, geschlagen und getreten. Der Betroffene muss u.a. mit Kopf-, Arm- und Beinverletzungen ambulant behandelt werden. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 12.09.14

11.09.2014   Halle (Saale)

Am Nachmittag werden eine rumänische Frau und ihr zweijähriger Sohn, die auf einer Haustreppe sitzen, plötzlich von sechs bis acht Kindern attackiert. Die 10- bis 13-Jährigen bespucken die Mutter und schlagen dem Zweijährigen mit einem Lineal ins Gesicht. Als die Mutter sie zur Rede stellen will, wird sie mit einem Gegenstand beworfen und rassistisch beschimpft. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Volksverhetzung. In dem Stadtteil Silberhöhe waren bereits zuvor u.a. antiziganistische Parolen an Hauswände gesprüht sowie eine Bürgerinitiative mit dem Ziel der Vertreibung von Roma-Familien gegründet worden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.09.2014   Merseburg (Saalekreis)

Gegen 21:30 Uhr werden aus einer Wohnung gezielt mehrere Eisbrocken  und Steine auf mehrere gerade vor einem Büro von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  stehende Menschen geworfen. Die Geschosse verfehlen die Gruppe nur  knapp. Etwa 15 Minuten später öffnet die herbeigerufene Polizei eine  gegenüberliegende Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses
und ermittelt nun gegen einen 33-Jährigen wegen gefährlicher  Körperverletzung. Erst etwa eineinhalb Stunden zuvor wurde eine von  dem Ex-NPD-Kreistagsmitglied Rolf Dietrich angemeldete Kundgebung von  etwa zwanzig Rechten aufgelöst. Sie hatten sich offenbar zur gerade  beginnenden Kreisverbandsversammlung der Grünen direkt gegenüber des  Büros versammelt und eine Stunde lang ein Transparent mit der Parole  “Härtere Strafen für kriminelle Ausländer” hochgehalten. Als  Hintergrund sind auf Facebook kursierende Gerüchte über angeblich von
“Ausländern” verübte Straftaten sowie das anhaltende Engagement des  bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel gegen Rassismus  und Neonazismus zu sehen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 31.08.14

30.08.2014   Halle (Saale)

Gegen 2:00 Uhr nachts grölt ein 41-Jähriger am Rande des Laternenfestes mehrfach lautstark “Sieg Heil!” und macht dabei den sogenannten Hitlergruß. Als eine 18-jährige Passantin ihn daraufhin kritisiert, zieht er sie an den Haaren zu Boden und will auf sie einschlagen. Ein anwesendes Paar interveniert und wird von dem Angreifer und seinem 31-jährigen Begleiter ins Gesicht geschlagen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.08.2014   Schönebeck (Salzlandkreis)

Gegen 20:45 Uhr ist ein junger Migrant zum Einkaufen unterwegs, als ihm fünf offensichtlich Rechte den Weg versperren. Als er sie bittet, ihn vorbeizulassen, wird er als “Scheiß Ausländer” beschimpft. Einer der Unbekannten packt ihn und versetzt ihm einen Kopfstoß. Dann hebt einer der Rechten das heruntergefallene Handy des Betroffenen auf und schlägt es mit voller Wucht gegen dessen Kopf. Noch während er festgehalten wird, schlagen mehrere Angreifer weiter auf ihn ein. Erst als der Betroffene mit einem Zweithandy vorgibt, die Polizei zu rufen, lassen die Angreifer von ihm ab. Er erleidet etliche Hämatome und Verletzungen am Auge und der Hand.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

20.08.2014   Schönebeck (Salzlandkreis)

Am frühen Abend werden zwei 21- und 22-jährige syrische Flüchtlinge durch Hilferufe aus einer dreiköpfigen Gruppe von Frauen vor ihre Gemeinschaftsunterkunft gelockt. Ein Security- Mitarbeiter spricht auf Deutsch mit einer der unbekannten Frauen. Während der jüngere Syrer daraufhin wieder zum Kochen ins Haus geht, bleibt sein Freund noch kurz stehen. Plötzlich versucht eine der Frauen, ihn wegzuzerren. Etwa zeitgleich stürmen mehrere Männer auf den 22-Jährigen zu. Der Betroffene flüchtet ins Gebäude, gefolgt von fünf der Unbekannten. Er stürzt auf der Treppe, kann sich aber noch in sein Zimmer retten. Auch sein Freund kann das Eindringen der Angreifer in die Küche nur verhindern, in dem er sich gegen die Tür stemmt. Als die Polizei alarmiert wird, flüchten die Unbekannten. Dem Angriff vorausgegangen war ein Eintrag auf Facebook, in dem eine Nutzerin schrieb, ein Syrer habe ihr anzüglich hinterher gepfiffen und einen Kuss-Mund zugeworfen. Das Sachgebiet Staatsschutz ermittelt u.a. wegen Landfriedensbruchs.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.08.2014   Halle (Saale)

Am Rande einer Demonstration gegen die rassistische Hetze gegen Roma im Stadtteil Silberhöhe wird ein 25-Jähriger plötzlich von einem Unbekannten von hinten am Hals gepackt und zu Boden gedrückt. Dann bedroht ihn der Angreifer mit den Worten “Ich hau dir aufs Maul” und versucht, ihn zu treten. Erst als ein Freund des Betroffenen und Polizeibeamte dazukommen, lässt der Angreifer von ihm ab. Der 25-Jährige erstattet noch vor Ort Anzeige. Als beide zurück zur Demonstration gehen wollen, werden sie aus einer Gruppe u.a. mit Flaschen bewaffneter, augenscheinlicher Rechter bedroht. Zudem werden mehrere Journalisten_innen von aufgebrachten Rechten und Anwohner_innen bei ihrer Arbeit behindert. Neben verschiedenen Beleidigungen und Bedrohungen wird auch eine Flasche nach einem Fotografen geworfen, die nur knapp neben ihm zu Boden geht.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

13.07.2014   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

In den frühen Morgenstunden betreten etwa zehn einheitlich mit “Kameradschaft Kommando Werwolf”-T-Shirts bekleidete Neonazis eine Gaststätte, in der sich außer der Wirtin noch etwa 15 Gäste befinden. Die zum Teil regional bekannten Neonazis umringen, beleidigen und bedrohen die Wirtin, die sich in der Vergangenheit offen für Flüchtlinge vor Ort eingesetzt hatte. Einige Gäste verlassen aus Angst die Kneipe. Ein Gast, der versucht, sich schützend vor die Wirtin zu stellen, wird von einem der Rechten mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, weitere hindern die Wirtin daran einzugreifen. Der Betroffene erleidet eine stark blutende Verletzung am Mund. Erst nach etwa einer halben Stunde verlassen die Schläger die Kneipe, nach einer weiteren Viertelstunde trifft die Polizei ein. Später gelingt es den Beamten, die Personalien mehrerer Tatverdächtiger aufzunehmen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.06.2014   Nienhagen (Harz)

Im Zuge eines Rechtsrock-Konzertes mit ca. 1300 Besucher_innen werden wiederholt Journalist_innen angegriffen, beleidigt und an ihrer Arbeit gehindert: Gegen 17:30 Uhr stößt ein Neonazi am Rand des Konzertgeländes einen Journalisten unvermittelt und mit großer Wucht gegen einen LKW. Der Betroffene erleidet Schulterschmerzen. Nur kurze Zeit später wird ein Journalist von einem Konzertbesucher beleidigt und versucht zu bespucken. Kurz darauf stößt derselbe Neonazi den Betroffenen in die Seite und versucht, ihn zu schlagen bis Polizeibeamte hinzukommen. Später werden über den Zaun des Versammlungsgeländes Essensreste und Becher mit Bier bzw. Urin auf die Journalist_innen geworfen. Mindestens eine Person wird getroffen. Gegen 18.30 Uhr schlägt ein Konzertbesucher vor die Kamera eines Fotografen. Kurz darauf kommt ein weiterer Neonazi mit einem Regenschirm auf den Fotografen zu, schlägt mit dem Griff vor die Videokamera und verlangt unter Drohungen von ihm, die Aufnahmen zu löschen. Anwesende Polizeibeamte greifen erst nach Hinweisen des Journalisten ein. Die Polizei schreibt in einer Pressemitteilung am nächsten Tag, dass die Konzertveranstaltung der rechten Szene störungsfrei verlaufen sei.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.06.2014   Merseburg (Saalekreis)

Am Rande einer Neonazidemonstration wird gegen 13:00 Uhr ein Fotograf auf dem Bahnhofsvorplatz von einem Rechten angegriffen. Der 36-jährige wird von dem Angreifer zu Boden gebracht und dort mehrfach mit der Faust geschlagen. Der Betroffene erleidet Verletzungen an Arm, Bein und Oberkörper. Anwesende Polizeibeamte nehmen die Personalien des Angreifers auf. Der Fotograf erstattet noch vor Ort Anzeige.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

15.06.2014   Bereich Haldensleben (Börde)

In einer Regionalbahn wird ein Schwarzer Fahrgast durch zahlreiche Faustschläge verletzt und rassistisch beleidigt. Gegen 20 Uhr ist der Büroangestellte nach einem Krankenhausbesuch in Magdeburg auf dem Weg nach Hause. Nachdem er längere Zeit durch laute Musik eines anderen Fahrgastes belästigt wurde, bittet er ihn, Kopfhörer zu benutzen. Der weiße Fahrgast lehnt das ab, beleidigt den 30-Jährigen, der sich bereits auf dem Rückweg zu seinem Platz befindet rassistisch, folgt ihm und schlägt ihm von hinten gegen den Hals. Als sich der Betroffene umdreht, wird er von mehreren Faustschlägen ins Gesicht und gegen den Körper getroffen. Dann gelingt es ihm, sich wegzuducken und sich mit einer Bierflasche zu wehren. Nach einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung drängen Fahrgäste und die Zugbegleiterin den Angreifer in Haldensleben aus der Bahn. Der Betroffene erleidet u.a. eine Verletzung am Finger sowie Schmerzen und eine blutende Wunde im Gesicht. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Angreifer behauptet vor Gericht, nicht gewusst zu haben, dass das N-Wort rassistisch ist, das Gericht glaubt ihm nicht.

Polizeirevier Harz, 14.06.14

14.06.2014   Halberstadt (Harz)

Am Rande einer Demonstration “Gegen rechte Hetze und Rassismus” durch die Innenstadt der 41.000 Einwohnerstadt werden gegen 16:20 Uhr zwei 18- und 27-Jährige aus Guinea-Bissau von drei Unbekannten angegriffen und geschlagen. Als Polizeibeamte einschreiten, leisten zwei der Tatverdächtigen aktiv Widerstand gegen ihre vorläufige Festnahme. Das Sachgebiet Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die drei Männer im Alter von 28, 29 und 38 Jahren, die von der Polizei dem rechten Spektrum zugerechnet werden. An der Demonstration, die ansonsten friedlich verlief, nahmen rund 200 Menschen teil.

Polizeirevier Börde, 24.06.14

13.06.2014   Oschersleben (Börde)

An einer Bushaltestelle wird eine 16-Jährige von einer jungen Frau getreten, die sie kennt. Dabei ruft ihr die Angreiferin “Sieg Heil” zu. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizeirevier Salzlandkreis, 09.06.14

07.06.2014   Schönebeck (Salzlandkreis)

Nach dem Einkaufen wird ein 47-Jähriger kurz nach 16:00 Uhr vor dem Nettomarkt plötzlich von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Bei der darauf folgenden Rangelei mit dem Angreifer erleidet der gebürtigen Malier eine Schulterluxation und muss stationär behandelt werden. Am Folgetag erstattet der Betroffene nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus Anzeige.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.05.2014   Magdeburg

In den frühen Morgenstunden werden in der Innenstadt mehrere Antifaschist_innen von zwei Mitgliedern bzw. Unterstützern der Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) beschuldigt, eines ihrer Wahlplakate umgestoßen zu haben. Als die Gruppe versucht, sich zu entfernen, prügelt einer der beiden mit einem Baseballschläger massiv auf mehrere Antifaschist_innen ein. Gleichzeitig bedroht der andere Mann die Gruppe mit einem Messer und kündigt an, es auch einsetzen zu wollen. Als alarmierte Polizeibeamte vor Ort eintreffen, nehmen sie die Personalien der Betroffenen auf, ohne sich um die Bewaffnung der Angreifer zu kümmern. Noch während des Polizeieinsatzes kommen weitere Anhänger der Rechtspopulisten hinzu und können einzelne Antifaschist_innen aus unmittelbarer Nähe ungehindert fotografieren. Mindestens drei Betroffene werden verletzt, einer muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

10.05.2014   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

Gegen 19 Uhr kommen einer 15-jährigen, augenscheinlich Alternativen und ihrer Freundin auf dem Hansefest in der Nähe einer Bühne zwischen den Verkaufsständen fünf Männer entgegen, starren sie aggressiv an und zeigen dabei auf die Logos ihrer Thor-Steinar-T-Shirts. Die erheblich älteren Männer laufen auf einer Höhe und gehen so auf die beiden Mädchen zu, dass die Freundin ausweichen muss. Die 15-Jährige wird beim Vorbeigehen von zwei der Unbekannten von beiden Seiten massiv angerempelt. Die Schülerin, die zuvor Zeitungen gegen Nationalismus auf dem Fest verteilt hatte, hat in der Folge Schmerzen im Schulterbereich.

Polizeirevier Magdeburg, 07.05.14

06.05.2014   Magdeburg

Gegen 23:10 Uhr wird ein 18-jähriger Magdeburger in einer Straßenbahn der Linie 93 auf Höhe der Haltestelle Kirschweg von einem Unbekannten u.a. mit den Worten “Mach dich aus unserem Land und verpiss dich dahin, wo du herkommst!” rassistisch angepöbelt. Während eines kurzen Wortwechsels schlägt er dem schwarzen Deutschen mit der Faust ins Gesicht. Die Straßenbahnfahrerin informiert umgehend die Polizei, die noch vor Ort einen polizeibekannten 25-Jährigen stellen kann.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

06.05.2014   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Gegen Mitternacht wird ein 36-Jähriger in einem Imbiss von einem Unbekannten gefragt, ob er ihn wiedererkenne. Der Mann hatte ihn bereits zwei Wochen zuvor an einer Tankstelle unvermittelt mit einem Messer bedroht und dabei erklärt‚ er “hasse Ausländer”. Dann holt er erneut ein Messer heraus und droht dem gebürtigen Iraker damit. Der Imbissbesitzer verweist ihn und seine drei Begleiter, darunter eine Frau, des Lokals. Der Mann bleibt vorerst draußen stehen und fordert den Iraker auf, heraus zu kommen. Der Imbissbesitzer und der 36-Jährige verschließen die Tür und warten mehrere Stunden, bevor sie sich kurz vor 4:00 Uhr nachts zum Gehen entschließen. Nur wenige Meter weiter treffen sie erneut auf die Gruppe, können diese aber zunächst ungehindert passieren. Plötzlich hält der Rechte mit einem Fahrrad kurz neben dem 36-Jährigen und durchsticht mit dem Messer den linken Oberarm des Betroffenen. Der Imbissbesitzer alarmiert die Polizei. Gemeinsam mit einem Passanten versucht er, die stark blutende Wunde zu stillen. Der Betroffene, der zwischenzeitig ohnmächtig wird, muss noch in der Nacht notoperiert werden und kann das Krankenhaus erst nach sechs Tagen verlassen. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 22-Jährigen. Es wurde Haftbefehl erlassen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 03.05.14

03.05.2014   Halle (Saale)

Kurz nach Mitternacht wird ein 20-Jähriger im Stadtteil Silberhöhe von drei Unbekannten bedroht und ausgeraubt. Nach der Frage, was er in Deutschland suche, wird der gebürtige Guineer mit der Faust geschlagen und mit einer Glasscherbe sowie einem Messer bedroht. Bevor das Trio flüchtet, entwendet es dem Betroffenen noch Bargeld aus seiner Jackentasche. Dieser alarmiert über Notruf die Polizei, die nun wegen schweren Raubes und Bedrohung ermittelt. Laut Polizeiangaben blieb der 20-Jährige unverletzt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

20.04.2014   Stendal

In der Nähe des Marktes wird ein 22-Jähriger gegen 20:00 Uhr von drei Rechten u.a. als “Scheiß Zecke” beleidigt. Dann verlangen die Unbekannten, dass er seine Jacke mit der Aufschrift “Antifa” auszieht. Als er darauf nicht eingeht, wird er zu Boden geschlagen, wo die Angreifer massiv auf ihn eintreten und u.a. auf seinen Oberkörper springen. Als das Trio von ihm ablässt und weggeht gelingt es dem Betroffenen, per sms Freunde zu alarmieren, die ihn abholen und ins Krankenhaus bringen. Dort werden eine Hand- sowie mehrere Rippenfrakturen diagnostiziert.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

17.04.2014   Salzwedel

Am späten Abend wird ein jugendlicher Antifa, der mit Freunden vor einer Gaststätte steht, von einem als rechts bekannten jungen Mann gegen den Rücken gestoßen. Als er sich umdreht, schlägt ihn der Rechte mit der Faust ins Gesicht und bedroht ihn mit den Worten: “wenn du das mit der Antifakacke nicht lässt und dich nochmal auf Demos blicken lässt, gibt’s mehr als das hier.”

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 10.04.14

10.04.2014   Halle (Saale)

Am Mittag wird ein 20-jähriger Mann aus Mali in der Innenstadt von einem augenscheinlich alkoholisierten Unbekannten mit der Faust in den Bauch geschlagen. Der hinzugerufenen Polizei gelingt es noch vor Ort, einen 26-jährigen, polizeibekannten Hallenser zu stellen. Ein Atemalkoholtest ergibt einen Wert von 2,7 Promille.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

04.04.2014   Merseburg (Saalekreis)

Nach einer Verhandlung gegen den bundesweit agierenden Neonazi Dieter Riefling am Amtsgericht Merseburg wegen Beleidigung und Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen wird ein Fotograf gegen 11:30 Uhr direkt vor dem Eingang von einem Neonazi attackiert. Zunächst kommt einer der Begleiter Rieflings beim Verlassen des Gebäudes auf den 45-Jährigen zu, greift in seine Kamera und drückt sie nach unten. Unmittelbar wird er von einem weiteren Neonazi u.a.als “Zeckenschwein” und “Scheißvieh” beleidigt und mit beiden Händen und voller Wucht vor den Brustkorb gestoßen. Dem Betroffenen und weiteren Prozessbeobachtern gelingt es, die Attacke zu beenden. Während Polizeibeamte den Angreifer wegführen, um seine Personalien aufzunehmen, beleidigt er noch die Umstehenden. Bereits im Verhandlungsaal hatte der spätere Angreifer Prozessbeobachter_innen beleidigt und angerempelt und war daraufhin von Polizeibeamten ermahnt worden. Der Betroffene erstattet noch vor Ort Anzeige.

Mitteldeutsche Zeitung, 04.04.14

03.04.2014   Dessau-Roßlau

Vor dem Hauptbahnhof wird ein 37-Jähriger gegen 21:20 Uhr von zwei Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann versucht einer der Männer, den Afrikaner ins Gesicht zu schlagen, was der Betroffene jedoch abwehren kann. Noch in Bahnhofsnähe nimmt die von einer Zeugin hinzugerufene Bundespolizei zwei alkoholisierte, 25- und 28-jährige Männer fest. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 02.04.14

01.04.2014   Merseburg (Saalekreis)

Gegen 21 Uhr geht ein alkoholisierter Mann mit einer Eisenstange plötzlich auf zwei Männer mit mutmaßlich rumänischem Hintergrund los und schlägt damit auf sie. Dabei pöbelt er die Betroffenen mit “Ausländer, was wollt ihr hier?” an. Als ein Zeuge interveniert, bedroht ihn der Angreifer mit einem Messer. Die Betroffenen können flüchten. Vor Ort eintreffende Polizeibeamte stellen einen polizeibekannten 21-Jährigen. Der Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.03.2014   Naumburg (Burgenlandkreis)

In den Morgenstunden hört ein Alternativer mehrfach Sieg-Heil-Rufe aus einem nahegelegenen Park und bemerkt daraufhin drei Unbekannte, von denen die Parolen offenbar ausgehen. Beim Näherkommen sieht er, dass die Polizei bereits vor Ort ist und spricht kurz mit den Beamten. Als er gegen 11 Uhr mit seinem Fahrrad in Tatortnähe vorbeifährt, begegnet er dem Trio erneut. Nach dem Ruf “Das ist der Typ, der uns verpfiffen hat!” verfolgen die Männer den jungen Mann. Einer wirft dabei mit einer Flasche und Steinen nach ihm, sodass er mehrmals ausweichen muss. Erst am Markt lässt das Trio von dem Betroffenen ab.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.03.2014   Merseburg (Saalekreis)

Am Nachmittag steigt eine 32-jährige Flüchtlingsfrau gerade in die Straßenbahn ein, als sie zwei Frauen sieht, die sie bereits seit Monaten immer wieder aufgrund ihrer Hautfarbe anpöbeln. Die Ältere steht sofort auf, kommt auf die 32-Jährige zu und stößt sie beim Vorbeigehen schmerzhaft gegen die Schulter. Von der Jüngeren wird ihr noch der sog. Stinkefinger gezeigt. Die Betroffene erstattet am nächsten Tag Anzeige bei der Polizei. Auf dem Nachhauseweg begegnet sie den Frauen erneut. Wieder kommt die Angreiferin vom Vortag aggressiv auf sie zu. In Panik rennt die Betroffene weg und bittet im nahe gelegenen Bahnhof Polizeibeamte um Hilfe.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

16.03.2014   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

Auf einer Party wird einem jungen Antifaschisten gegen 3 Uhr nachts auf dem Weg zur Tanzfläche von hinten ein Bein weggezogen, sodass er stürzt. Während er aufsteht, wird er von einem bekannten Neonazi und mehreren weiteren Rechten aus umliegenden Orten umringt und damit bedroht, ihn und seine Familie in seinem Heimatort anzugreifen. Dann packt ihn der Neonazi am Kragen, drückt ihn gegen ein Garderobenfenster und pöbelt ihn wegen seines antifaschistischen Engagements an. Der Betroffene bittet eine in der Nähe stehende Bekannte, die Security zu holen. Schließlich kann er den Arm des Angreifers wegdrücken und in die Garderobe flüchten.

Mitteldeutsche Zeitung, 05./06.03.14; Polizeirevier Wittenberg, 07.03.14

03.03.2014   Wittenberg

Zwei 20- und 21-jährige japanische Studentinnen werden in einem Einkaufszentrum aus einer Gruppe von vier Kindern und Jugendlichen heraus zunächst beschimpft. Dann wird die 21-Jährige von den Jungen bespuckt. Als die Frauen flüchten stellt einer der Kinder der 21-Jährigen noch ein Bein, sodass sie ins Straucheln gerät. Weder Kunden noch das Verkaufspersonal des Marktes alarmieren die Polizei. Obwohl die Studentinnen auf eine Anzeige verzichteten und zwei Tage nach der Attacke in ihre Heimatstadt Tokio zurückflogen ermittelte der Staatsschutz wegen des Verdachts der versuchten Körperverletzung und Beleidigung zwei tatverdächtige Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.03.2014   Merseburg (Saalekreis)

Im Vorfeld einer Demonstration gegen Rassismus provozieren zwei Männer gegen 11:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz sich versammelnde Demonstrant_innen u.a. mit ausgestrecktem Mittelfinger. Als ein 21-Jähriger sie darauf anspricht und fragt, ob sie hier falsch seien, schlägt ihm einer der Unbekannten unvermittelt so mit der Faust ins Gesicht und auf den Mund, so dass , dass er aus seine r Lippe zu bluten beginnt. Als umstehende Demonstrant_innen reagieren, flüchtet der Angreifer, wird aber von in der Nähe stehenden Polizeibeamten gestoppt, die seine Personalien aufnehmen. Der Betroffene muss mit Zahn- und Gesichtsverletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

27.02.2014   Dessau-Roßlau

Vor einer Kindertagesstätte wird ein junger Familienvater gegen 16 Uhr von einem Unbekannten als “Zecke” und “Judennase” beschimpft, mit dem Tode bedroht und gestoßen. In dem nachfolgenden Gerangel mit dem Unbekannten kippt der Kinderwagen des Familienvaters mitsamt Kleinkind um. Nur weil das Kind angeschnallt ist, fällt es nicht aus dem Wagen. Passanten, die das Geschehen beobachtet haben, greifen ein und verhindern Schlimmeres. Der Angreifer flüchtet.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 27.02.14

26.02.2014   Merseburg (Saalekreis)

Während des Vorbereitungstreffens einer Demonstration gegen Rassismus im Wahlkreisbüro eines Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN versammeln sich gegen 20:30 Uhr plötzlich etwa zehn bis 15 Neonazis in unmittelbarer Nähe. Einige Minuten später bemerken Teilnehmer_innen des Treffens, wie die Gruppe zielgerichtet auf einen Schwarzen Passanten losgeht und ihn rassistisch beleidigt. Daraufhin eilen mehrere der Alternativen dem Betroffenen zu Hilfe und werden u.a. mit einem Teppichmesser bedroht und beleidigt. Zudem wird aus der Gruppe heraus der Hitlergruß gezeigt. Schließlich flüchten die Rechten in Richtung Stadtzentrum. Alarmierte Polizeibeamte, die nur wenige Minuten später am Tatort eintreffen, nehmen umgehend die Verfolgung auf und können neun Tatverdächtige feststellen. Ein 19-Jähriger schlägt und tritt dabei in Richtung eines Polizisten. Der Staatsschutz ermittelt wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Widerstandes gegen drei 18- bis 22-jährige Frauen sowie sechs 19- bis 26-jährige Männer aus Merseburg, Leuna und Querfurt, die der Polizei fast alle im Zusammenhang mit politisch rechts motivierten Straftaten bekannt sind.

Polizeirevier Saalekreis, 21.02.14/ Mitteldeutsche Zeitung, 21. und 25.02.02.14

20.02.2014   Merseburg (Saalekreis)

Nach seiner Ankunft mit dem Zug aus Halle wird ein 23-jähriger Somalier gegen 19:30 Uhr in der Bahnhofsunterführung plötzlich von zwei Unbekannten rassistisch angepöbelt und schließlich angegriffen. So packen die Männer den Flüchtling von hinten, schlagen seinen Kopf gegen die Wand und treten auch noch auf ihn ein, als er bereits am Boden liegt. Erst als weitere Reisende eintreffen und ein 47-Jähriger dem Betroffenen zu Hilfe eilt, lassen die Angreifer von ihrem Opfer ab und flüchten. Der 23-Jährige muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden und leidet noch Tage später unter Kopf- und Rückenschmerzen. Der Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.01.2014   Magdeburg

Gegen 19:45 Uhr halten sich nach Beendigung des Neonaziaufmarsches noch drei Gegendemonstranten in Magdeburg-Reform auf, als sie auf 12 offensichtliche Rechte treffen. Obwohl in Sichtweite ein vollbesetzer Polizeibus steht, beginnen sie sofort, mit Steinen und Flaschen nach den Antifas zu werfen. Schließlich können die  Betroffenen in einen Imbiss flüchten. Einer erleidet durch einen Treffer mit einer Flasche Prellungen und Hämatome am Arm. Der Angriff findet in Sicht- und Rufweite eines vollbesetzten Polizei”busses” statt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.01.2014   Magdeburg

Nach Beendigung des Neonaziaufmarsches in Magdeburg-Reform werden vier Gegendemonstranten gegen 19 Uhr aus einer Gruppe von etwa sechs Neonazis heraus angegriffen. Die Unbekannten schlagen und treten mehrfach auf die Linken ein und sprühen mit Pfefferspray. Zwei der Betroffenen müssen aufgrund ihrer Verletzungen von Sanitätern vor Ort behandelt werden.

Polizeirevier Jerichower Land, 15.01.14/ Der Burger Spiegel 26.01.14

14.01.2014   Burg (Jerichower Land)

Beim Warten auf den Bus wird ein 17-Jähriger gegen 14 Uhr von einem gleichaltrigen Mitschüler attackiert. Nach einer verbalen Auseinandersetzung greift ihn dieser unter rassistischen Beleidigungen mit Schlägen und Tritten an. Als sich der Betroffene wehrt, zieht der Angreifer unvermittelt ein Messer. Dem Schüler gelingt es aber, dem Angreifer das Messer zu entwenden. Erst als ein Passant eingreift, läßt er von dem Betroffenen ab und flüchtet. Der Schüler muss aufgrund seiner Verletzungen stationär im Krankenhaus behandelt werden; der Passant erleidet Schnittverletzungen. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den einschlägig polizeibekannten Tatverdächtigen.

Mitteldeutsche Zeitung, 13.01.14

12.01.2014   Merseburg (Saalekreis)

Gegen 16:00 Uhr wird ein 23-Jähriger in einer Straßenbahn der Linie 5 von einem Unbekannten rassistisch beschimpft und dann ins Gesicht getreten. Er erleidet Schmerzen am Kiefer. Die Polizei ermittelt gegen einen 24-Jährigen, der zum Tatzeitpunkt unter Drogeneinfluss gestanden haben soll.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.01.2014   Halle (Saale)

Gegen 19:30 Uhr wird ein 37-Jähriger beim Rauchen vor seinem Geschäft plötzlich von einem augenscheinlich alkoholisierten Unbekannten homophob beschimpft. Nach der Aufforderung, ihn in Ruhe zu lassen, wird er von ihm mit beiden Fäusten gegen die Brust geschlagen. Der Betroffene flüchtet ins Ladeninnere, um die Polizei zu rufen, während der Unbekannte zweimal heftig gegen die Eingangstür tritt, ehe er ihm – weiter homophobe Sprüche rufend – folgt und den Ladenbesitzer hinter seinem Tresen entdeckt. Nach kurzem Gerangel greift der Unbekannte ihn mit einer abgebrochenen Bierflasche an und sticht ihm damit so in die rechte Halsseite, dass er sofort stark zu bluten beginnt. Anwesende Kunden können den Angreifer schließlich überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Der Betroffene muss mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. Gegen den 32-jährigenTatverdächtigen wird lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

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