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Polizeirevier Jerichower Land/ MDR, 13.12.13

12.12.2013   Möckern (Jerichower Land)

Gegen 19:00 Uhr wird ein vietnamesischer Imbissbetreiber vor dem Asia-Imbiss von einem Jugendlichen mit rassistischen Parolen beschimpft und in der Folge mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann flüchtet der Unbekannte. Der Betroffenen muss ambulant behandelt werden. Eine Stunde nach dem Angriff gelingt es der Polizei, einen u.a. wegen Körperverletzungsdelikten polizeibekannten 17-Jährigen in einem Lehrlingswohnheim in Möckern vorläufig festzunehmen.

Polizeidirektion Nord, 06.12.13

02.12.2013   Magdeburg

Nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes werden zwei chinesische Studierende gegen 20:30 Uhr von zwei augenscheinlich alkoholisierten Männern verfolgt. Nach dem Zeigen des Hitlergrußes reißt einer der Unbekannten einen 23-jährigen Studenten zu Boden und schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Als sein Begleiter dem Betroffenen zu Hilfe eilt, erhält er ebenfallseinen Faustschlag ins Gesicht. Dann gehen die Männer zu einem nahegelegenen Taxistand und fahren mit einem Taxi davon. Die Polizei sucht Zeugen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

10.11.2013   Halle (Saale)

Bei einer nächtlichen Polizeikontrolle von vier Freunden auf dem Weg zur Disko wird ein Student unvermittelt festgenommen und in Handschellen zu seiner Wohnung gefahren. Trotz starker Schmerzen und mehrfacher Bitten lockern die Beamten die Handschellen nicht und reagieren aggressiv auf seine Fragen nach dem Grund der Maßnahme. Außerdem solle er “die Klappe halten” und Deutsch lernen. Als der 25-Jährige vor seinem Wohnhaus erklärt, dass er sich in seinen Rechten verletzt fühlt, wird er zu Boden gebracht und mehrfach gegen Kopf und Körper geschlagen. Dann wird er wieder ins Polizeiauto gezwungen und zum Revier gefahren. Als der Spätaussiedler den Beamten rechtliche Schritte ankündigt, wird ihm erwidert, dass er als “Russe” in Deutschland nichts zu sagen habe. Schließlich darf er das Revier verlassen und muss sich u.a. mit einem Hämatom im Gesicht, Rippenschmerzen und Strangulationsmalen an beiden Handgelenken ambulant behandeln lassen. Eine Anzeigenerstattung gegen die Beamten, die er noch in derselben Nacht in einem anderen Revier zu erstatten versucht, wird ihm unter dem Vorwand verweigert, dass man dafür hier nicht zuständig sei.

Polizeirevier Magdeburg, 08.11.13

07.11.2013   Magdeburg

Auf dem Universitätsplatz werden zwei 23- und 24-jährige Studenten aus China und Indien plötzlich von vier Männern verfolgt. Die Betroffenen fliehen, werden aber eingeholt. Einer der Verfolger stößt den 24-Jährigen von hinten, sodass er ins Straucheln gerät, aber nicht zu Boden geht. Dann lassen die Unbekannten von den beiden ab.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.11.2013   Laucha an der Unstrut (Burgenlandkreis)

Auf dem Nachhauseweg von einem Deutschkurs wird eine 31-jährige Philippinerin am frühen Nachmittag von einem Schüler im Zug mehrfach mit einem Rucksack geschlagen. Auf dem Bahnhof stellt er sich unvermittelt neben die wartende Betroffene, die die Schülergruppe aus Angst hatte vorangehen lassen. Auf ihre Frage, was sein Problem mit ihr sei, antwortet er mit schallendem Gelächter. Bereits in der Vergangenheit war die Betroffene wiederholt aus derselben Gruppe rassistisch beleidigt, belästigt und bedrängt worden. Sie erstattet noch am selben Tag Anzeige.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

03.11.2013   Burg (Jerichower Land)

Gegen 1:30 Uhr nachts werden ein 18-jähriger Linker und sein Freund vor der Diskothek Big Ben von mehreren offensichtlichen Rechten angegriffen. Als die Gruppe noch durch rechte Hooligans verstärkt wird, die unter Rufen wie “Wir sind die berühmte BWSF” auf sie zustürmen, gelingt dem 18-Jährigen die Flucht in Richtung Bahnhof.
Kurz davor wird er jedoch plötzlich von einer Person von hinten angesprochen und niedergeschlagen. Dann steigen mehrere Personen aus einem haltenden Auto aus, schlagen den 18-Jährigen, ziehen ihn in den PKW und drücken ihn zu Boden. Während der Fahrt wird der Betroffene nach Namen, Telefonnummern und Adressen von Antifas gefragt und dabei immer wieder geschlagen, bis das Auto in der Nähe eines Waldstücks außerhalb von Burg stoppt. Als ein Freund auf dem Handy des Betroffenen anruft, nehmen ihm die Angreifer das Telefon weg und fragen den Anrufer, wie viel ihm der 18-Jährige wert sei. Danach lassen sie den Betroffenen zurück. Im Gesicht blutend und ohne Telefon muss er etwas eine Stunde zu Fuß zurück in die Stadt laufen.
Die Polizei ermittelt wegen Verdacht des Menschenraubs, der gefährlichen Körperverletzung und des Diebstahls. Nach einer antifaschistischen Demonstration gegen Naziterror in Burg, die am Rande mehrfach von Neonazis gestört worden war, hatten Zeug_innen am Vorabend immer wieder Gruppen von Neonazis durch die Stadt laufen sehen, die offenbar gezielt nach Antifas suchten.

Polizeirevier Halle (Saale), 29.10.13

28.10.2013   Halle (Saale)

Am Abend wird ein 33-jähriger Mann aus Burundi beim Ausparken von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann packt er den 33-Jährigen am Kragen und zieht ihn aus dem Auto. Dabei verletzt sich der Betroffene am Knie und muss sich infolgedessen in einem Krankenhaus behandeln lassen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

25.10.2013   Merseburg (Saalekreis)

Gegen 18:30 Uhr wird ein Flüchtling auf dem Nachhauseweg von drei Männern mit Bierflaschen verfolgt und dabei rassistisch beschimpft. Dann schlägt ihn einer der Angreifer mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Als der 20-Jährige sein Handy herausnimmt und die Polizei alarmieren will, wird es ihm von einem der Männer entrissen und weggeworfen. Das Trio entkommt, bevor Polizeibeamte vor Ort eintreffen. Der Betroffene erleidet u.a. eine Platzwunde an der Lippe sowie einen Zahnabbruch und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Polizeidirektion Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 23.10.13

22.10.2013   Halle (Saale)

Gegen 20:50 Uhr betreten vier Männer einen Dönerimbiss und wollen dort einen mitgebrachten Kasten Bier trinken. Als zwei Mitarbeiter ihnen das untersagen und zum Gehen auffordern, werden sie rassistisch beleidigt. Dann schlägt einer der Männer mit einem Teleskopschlagstock auf einen 27-jährigen Mitarbeiter ein und trifft ihn am Kopf. Schließlich werfen die Männer volle Bierflaschen gegen den Tresen und nach Verlassen des Imbiss noch weitere Flaschen gegen die Fassade des Gebäudes, wobei sie u.a. “Ausländer raus” rufen. Die von Anwohnern alarmierte Polizei kann in der Nähe vier polizeibekannte Tatverdächtige im Alter zwischen 27 und 53 Jahren vorläufig festnehmen. Der betroffene Iraker muss mit einer Kopfverletzung ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Sachbeschädigung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

10.10.2013   Magdeburg

Gegen 16 Uhr entfernt ein 19-jähriger Antifa gerade rechte Aufkleber von einer Straßenlaterne in Magdeburg-Reform, als er unvermittelt einen heftigen Schlag in die Nierengegend erhält. Er dreht sich um und sieht zwei Männer, von denen einer ihm mit voller Wucht zwei weitere Faustschläge in den Magen versetzt. Als der 19-Jährige sich verteidigt, lassen die Angreifer von ihm ab. Aufgrund starker Schmerzen lässt sich der Betroffene ärztlich behandeln.

Antirassistisches Netzwerk Sachsen-Anhalt, 22.10.13

07.10.2013   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Nach Verlassen eines Supermarkts wird ein Flüchtling am Nachmittag unvermittelt von hinten angegriffen und zu Boden gebracht. Dann schlägt der Angreifer mehrfach auf den Betroffenen ein. Trotz seiner lautstarken Bitten zu helfen oder die Polizei zu rufen, bleiben etliche Passant_innen tatenlos. Stattdessen nutze eine junge Familie mit Kind die Gelegenheit, dem noch am Boden Liegenden seinen Einkaufsbeutel mit Nahrungsmitteln zu stehlen. Schließlich bittet der Betroffene das Personal einer nahegelegenen Tankstelle, die Polizei zu alarmieren, welche den Angreifer später stellen kann. Der Flüchtling, welcher wenige Wochen zuvor an einem mehrwöchigen Protestcamp in der Innenstadt teilgenommen hatte, erleidet Prellungen an Knie und Rippen, eine Muskelzerrung im Arm sowie ein Schlagtrauma der Lunge. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen einen stadtbekannten Rechten.

Polizeirevier Magdeburg, 24.09.13/ Mitteldeutsche Zeitung, 24.09.13

23.09.2013   Magdeburg

Kurz nach 20 Uhr wird ein 27-Jähriger nach dem Einkaufen im Kaufland-Center im Ortsteil Neue Neustadt von einer Frau zunächst rassistisch beschimpft. Dann versucht sie, den gebürtigen Kameruner mit einer leeren Bierflasche auf den Kopf zu schlagen, der den Angriff jedoch abwehren kann. Jetzt versucht auch der offensichtlich alkoholisierte Begleiter der Frau, den 27-Jährigen unter rassistischen Beleidigungen zu attackieren und kommt dabei zu Fall. Die Polizei ermittelt gegen eine 42-Jährige und einen 40-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

Polizeirevier Magdeburg, 23.09.13/ MDR Sachsen-Anhalt, 24.09.13

23.09.2013   Magdeburg

Gegen 15 Uhr überquert ein Geschwisterpaar aus Syrien eine Fußgängerbrücke im Ortsteil Kannenstieg. Der 16-jährige Jugendliche wird dabei plötzlich von einem Unbekannten mehrfach und auch rassistisch beleidigt. Nach einer weiteren verbalen Auseinandersetzung schlägt der Unbekannte den 16-jährigen ins Gesicht. Als seine 14-jährige Schwester ihrem Bruder helfen möchte, wird sie zu Boden geschlagen und verletzt. Der Angreifer entkommt vorläufig und stellt sich Tage später der Polizei.

Mitteldeutsche Zeitung, 23.09.13; Junge Welt, 30.09.13

21.09.2013   Bernburg (Salzlandkreis)

Gegen 21:20 Uhr wird der 34-jährige Besitzer eines türkischen Imbisses beim Abschließen seines Geschäfts im Bahnhof unvermittelt aus einer Gruppe Neonazis rassistisch beschimpft und von mehreren Angreifern brutal mit Fäusten, Tritten und Flaschen attackiert. Vergeblich versucht seine Freundin, dazwischen zu gehen und muss mit ansehen, wie die Unbekannten weiter auf den 34-Jährigen eintreten, als er bereits schwer verletzt am Boden liegt. Alarmierte Polizeibeamte können noch in Tatortnähe neun Tatverdächtige vorläufig festnehmen. Der Betroffene muss mit lebensgefährlichen Verletzungen notoperiert und danach in ein künstliches Koma versetzt werden. In der Folge erlässt das Amtsgericht Bernburg Haftbefehle gegen drei Schönebecker im Alter von 24, 28 und 29 Jahren wegen Verdachts auf versuchten Totschlag.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.09.2013   Burgenlandkreis

Gegen 18:30 Uhr uriniert ein Mann neben den Imbiss eines 48-Jährigen Deutschen indischer Herkunft, während seine Begleiterin in dem Laden Essen holt. Nachdem der Betreiber sie auf das Verhalten angesprochen und die Frau den Laden verlassen hatte, kommt der Unbekannte plötzlich in den Imbiss und bedroht den 48-Jährigen u.a. mit “Ich mache dich und deinen Imbiss mit Hakenkreuzen kaputt”. Dann geht er, kommt aber gegen 19:15 Uhr in Begleitung zweier weiterer Männer zurück. Das Trio bedroht den Besitzer und seine Mitarbeiter_innen erneut und fordert sie mehrfach auf herauszukommen. Dann entwenden die Unbekannten mehrere Flaschen Bier aus dem vor dem Tresen stehenden Kühlschrank, trinken einige vor dem Imbiss aus und schmeißen die leeren Flaschen vor den Tresen und den Imbiss kaputt. Als Polizisten vor Ort eintreffen, sind die Männer bereits mit einem Auto geflüchtet. In der Folge ermittelt der polizeiliche Staatschutz wegen Bedrohung und Zechbetrugs u.a. gegen einen 37-Jährigen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.09.2013   Halle (Saale)

Nach einem Fußballspiel des VFL Halle 96 und der zweiten Mannschaft des Halleschen FC wird eine Gruppe von vier VFL-Fans gegen 16 Uhr in der Nähe des Stadions von einem Unbekannten mit Sprüchen wie “Scheiß Zecken” und “Am liebsten würde ich euch Zecken alle umbringen” beleidigt und bedroht. In der Nähe befindliche Polizeibeamte greifen nicht ein. Kurz darauf werden zwei von ihnen von dem Mann und etwa vier weiteren Personen, die sich jetzt in einer etwa zwanzigköpfigen Gruppe befinden, eingeholt und unter Rufen wie “Drecksjuden” angegriffen. Die beiden anderen können flüchten. Ein 24-Jähriger erhält zwei Schläge gegen Kopf und Gesicht. Ein 18-Jähriger erhält mindestens zwei Faustschläge ins Gesicht. Er blutet sofort stark aus Nase und Mund bekommt aber weitere Schläge und Tritte gegen seinen Körper. Ein Autofahrer, der den Angriff bemerkt, kommt den Betroffenen zu Hilfe. Er fordert sie auf, schnell einzusteigen und fährt sie in ein Krankenhaus. Neben der Beschädigung von drei Zähnen, erleidet der 18-Jährige einen Nasenbeinbruch, der eine Operation und einen viertägigen stationären Aufenthalt nach sich zieht. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung.

KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen Wittenberg, 20.09.13

08.09.2013   Sandersdorf-Brehna (Anhalt-Bitterfeld)

Am Nachmittag wird ein Flüchtling, der gerade mit seinem Fahrrad auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen ist, kurz vor seiner Haustür von einem Unbekannten zum Anhalten gezwungen, rassistisch angepöbelt und ins Gesicht geschlagen. Dann versucht der Mann, ihm seinen Einkauf zu entreißen, was ihm aufgrund der Gegenwehr des Betroffenen nicht gelingt. Plötzlich zieht der Angreifer ein Taschenmesser und hält es dem Flüchtlinge an die Gurgel. Jetzt interveniert ein Hausnachbar und alarmiert die Polizei. Der Betroffene erleidet eine Schwellung am linken Auge. Er erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

06.09.2013   Naumburg (Burgenlandkreis)

Als ein 21-jähriger Alternativer gegen 22:00 Uhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite an einem Treffpunkt Jugendlicher vorbeiläuft, wird plötzlich etwas zu ihm herübergerufen. Da er Musik hört, versteht er den Wortlaut nicht und macht eine grüßende Geste. Kurz darauf dreht er sich um und sieht zwei Jugendliche hinter sich, von dem ihm einer sofort einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Als er davon zu Boden geht, beugt sich der Angreifer über ihn und versetzt ihm noch mehrere Faustschläge ins Gesicht. Dann bemerkt der stadtbekannte Rechte einen “Gegen Nazis”-Aufnäher am Rucksack des Betroffenen, schlägt ihn erneut und fordert ihn auf ihn abzumachen. Schließlich lässt der Angreifer von dem Betroffenen ab, droht ihm aber noch, er solle sich “hier nicht mehr sehen” lassen. Die von dem 21-Jährigen alarmierte Polizei gelingt es kurz darauf, den Angreifer und seinen Begleiter an dem Treffpunkt festzustellen. Der Betroffene muss mit aufgeplatzter Lippe und Hämatomen im Gesicht ambulant im Krankenhaus behandelt werden und sich in der Folge einer Zahnbehandlung unterziehen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

30.08.2013   Magdeburg

Eine Gruppe von etwa sechs Punks, die am Bahnhofsvorplatz sitzt, wird am späten Abend aus einer etwa 10-köpfigen Gruppe Rechter heraus angegriffen. So zieht einer der Angreifer den Kopf eines auf dem Boden sitzenden 29-jährigen Punks nach hinten und tritt ihm ins Gesicht. Auch auf einen schlafenden Punk wird eingetreten. Die Betroffenen können entkommen, wobei ein weiterer Punk noch als “Rote Socke” beschimpft und bedroht wird.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

30.08.2013   Magdeburg

Gegen 11 Uhr ist ein 19-Jähriger mit Nachschub für einen Informationsstand der Linken auf dem Rückweg zum Stand. Plötzlich wird er von der gegenüberliegenden Straßenseite von einem offensichtlichen Rechten als “Scheiß Linker” beleidigt. Unter weiteren Pöbeleien überquert der Mann die Straße, geht direkt auf den 19-Jährigen zu und versetzt ihm einen Faustschlag in den Bauch. Als sich der Antifaschist wehrt, lässt der Angreifer von ihm ab. Der Betroffene hat noch mehrere Stunden nach dem Angriff schmerzhafte Magenkrämpfe.

Refugee Protest Bitterfeld, 25.08.13

24.08.2013   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Am frühen Morgen, gegen 6:00 Uhr, wird eine Teilnehmerin des Flüchtlingsprotestcamps auf sechs Unbekannte aufmerksam, die gerade darüber sprechen, den Stromgenerator des Camps zu stehlen. Als die Gruppe die Frau bemerkt, wird sie verfolgt und bedroht. Dann beleidigen die Unbekannten Teilnehmer_innen des Camps rassistisch und drohen mit körperlicher Gewalt sowie damit, die Zelte anzuzünden. Auch als alarmierte Polizeibeamte vor Ort eintreffen und Platzverweise erteilen, setzen die Männer ihre Beleidigungen und Bedrohungen fort und reißen u.a. noch ein Transparent herunter. Die Betroffenen erstatten Anzeige.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

17.08.2013   Bismark (Stendal)

Gegen Mittag brüllt ein augenscheinlich angetrunkener und mehrfach vorbestrafter 37-Jähriger in Begleitung seiner Freundin und eines Freundes vor dem Eingang eines Döner-Imbiss rassistische Parolen. “Kanaken”, die ihn nicht bedienen, sollten sich in “ihr Kanakenland verpissen”. Als ein Mitarbeiter des Imbiss den Mann bittet, leiser zu sein und den Eingang nicht zu versperren, schlägt dieser ihm mit der Faust gegen den Kiefer Der Betroffene stößt den Angreifer weg und geht zügig zurück in den Laden. Der Angreifer folgt ihm wütend, beleidigt ihn erneut, spuckt ihm ins Gesicht und wirft einen Stuhl in die Salatbar, die dadurch zerstört wird. Danach trinkt er noch längere Zeit vor dem Imbiss weiter sein Bier. Als die Freundin des Mitarbeiters nach draußen geht und fragt, was die Angriffe sollten, beleidigt er sie als “Hurentochter” und “Kanakenschlampe”. Später beschuldigt er den 30-Jährigen bei der Polizei, ihn angegriffen zu haben. Der Betroffene kann eine Woche kaum essen und hat zwei Wochen Schmerzen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

02.08.2013   Wernigerode (Harz)

Um die Mittagszeit wird ein Ehepaar vor den Augen etlicher Passant_innen in seinem Imbiss  von einem Kunden angegriffen. Der Mann hatte gerade seine Bestellung entgegengenommen und sich einige Meter entfernt, als er unvermittelt zu dem Wagen zurücklief, zwei großflächige Glasscheiben am Imbiss zerstörte und dem 47-jährigen Familienvater gegen den Kopf schlug. Dann forderte der Angreifer den Betroffenen als “Ausländer” auf  herauszukommen. Als der Betreiber sich weigerte,  drang der Mann in den Wagen ein und schlug der Ehefrau gegen ihren Oberkörper.  Durch das Eingreifen von Augenzeugen  konnte der  Angreifer zum Verlassen des Imbisses bewegt und die Polizei informiert werden. Ein couragierter Zeuge machte Handyfotos vom Angreifer. Als der sich entfernte, drohte er dem Paar noch, mit Benzin zurückzukehren. Die Polizei traf erst mehr als eine halbe Stunde später am Tatort ein. Es entstand ein Sachschaden von ca. 1000 Euro. Durch Zeugenhinweise konnte die Polizei in der Folge einen 34-jährigen Tatverdächtigen ermitteln.

Polizeirevier Halle (Saale), 11.07.13

10.07.2013   Halle (Saale)

Kurz nach 22 Uhr wird ein 25-Jähriger mit türkischem Hintergrund von einem 34-Jährigen am Betreten eines Wohnhauses gehindert und dabei rassistisch beleidigt. Dann versucht der Mann, den 25-Jährigen mit einer Flasche zu schlagen und hetzt seinen Hund auf ihn. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.06.2013   Bad Lauchstädt (Saalekreis)

Am Vormittag wird ein 14-jähriger Schüler in der Pause plötzlich von hinten attackiert. Ein älterer Mitschüler schlägt den Betroffenen mehrfach mit der Faust und versetzt ihm mehrere Kniestöße, wobei er einzig in sein Gesicht zielt. Bevor der bekennende Rechte von ihm ablässt, droht er dem 14-Jährigen, so etwas wie am Wochenende nicht mehr sehen zu wollen. Der Schüler hatte sich am 22. Juni in Merseburg an Protesten gegen eine Neonazidemonstration beteiligt. Er erlitt u.a. Verletzungen an Nase und Lippe. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 17.06.13

16.06.2013   Lutherstadt Eisleben (Mansfeld Südharz)

Am späten Sonntagabend steht ein aus Bosnien-Herzegowina stammende Pärchen auf dem Gehweg vor ihrem Wohnhaus, als ein Nachbar die beiden plötzlich aus einem Fenster seiner Wohnung rassistisch beschimpft. Dann wirft er eine leere Bierflasche in Richtung des Pärchens, die aber ausweichen können. Der Staatsschutz ermittelt gegen einen 32-Jährigen wegen versuchter Körperverletzung und Beleidigung.

Mitteldeutsche Zeitung, 17.06.13

16.06.2013   Lutherstadt Eisleben (Mansfeld Südharz)

In der Nacht zu Sonntag sind zwei junge Männer gegen 2:30 Uhr auf dem Nachhauseweg von einer Familienfeier, als sie plötzlich von einem Unbekannten rassistisch beschimpft werden. Dann schlägt der Mann mit einem Baseballschläger zu und trifft den 18-Jährigen in der Kniekehle. Schließlich flüchtet der Angreifer. Der Betroffene musste ambulant behandelt werden. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeirevier Harz, 16.06.13

15.06.2013   Wernigerode (Harz)

Gegen 23:00 Uhr werden zwei 20- und 21-Jährige auf der Straße plötzlich von zwei Anwohnern rassistisch beschimpft. Dann greifen die Männer den 21-Jährigen an und verletzen ihn durch Schläge und Tritte im Gesicht. Als die Frau eines Angreifers schlichten will, kommt sie zu Fall  und verletzt sich am Bein. Der Betroffene sowie die Frau müssen vor Ort ärztlich behandelt werden. Die Polizei ermittelt gegen einen 35- sowie einen 47-Jährigen wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

09.06.2013   Stendal

Zwei Monate nach der erstinstanzlichen Verurteilung zweier 26- und 35-jährigen Männer zu Haftstrafen wegen eines massiven rassistischen Angriffs in Stendal greift ein Bekannter des 35-Jährigen den Betroffenen in einer Kneipe erneut an. Nach wiederholten Kopfabschneide-Gesten in Richtung des 36-Jährigen folgt der Rechte ihm auf die Toilette. Dort beleidigt er den Gebäudereiniger rassistisch, bespuckt ihn und rammt ihm die Schulter gegen die Brust. Dann drückt er ihn gegen die Wand und schlägt ihm mit der Faust heftig gegen den Hinterkopf. Auf die Frage des Betroffenen, warum er das mache, antwortet der Angreifer, dass er wegen der Aussage gegen seinen Bekannten wütend sei. Erst als weitere Personen den Raum betreten, kann der Betroffene die Toilette verlassen.
Kurz darauf wird er von dem Angreifer jedoch erneut und mehr als eine Stunde lang massiv beleidigt und bedroht. Ein Gast geht mehrfach dazwischen und verhindert weitere körperliche Gewalt. Demgegenüber lehnt ein Türsteher des Lokals mit dem Hinweis, er habe es nicht besser verdient, jede Hilfe ab. Erst nachdem der Angreifer gegangen ist traut sich der Betroffene, das Lokal zu verlassen. Er hat in der Folge zwei Wochen lang Kopfschmerzen.

Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau/ Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, 05.06.13; Projekt GegenPart

04.06.2013   Vockerode (Wittenberg)

Gegen 1:20 Uhr nachts fand ein Zeuge einen 23-jährigen Flüchtling aus Mali unmittelbar vor dem Eingangsbereich der Asylbewerberunterkunft liegend mit augenscheinlichen Gesichtsverletzungen vor. Kurz zuvor hatte der Zeuge ein umherfahrendes Auto mit mehreren Insassen bemerkt, die lautstark Parolen riefen und bereits daraufhin die Polizei alarmiert. Noch während des Telefonats konnte er dann zwei Personen beobachten, die aus Richtung des Heims kommend in den PKW flüchteten, der mit laufendem Motor am Ende des Wohnblocks wartete. Dann entdeckte er den Verletzten, welcher stationär im Klinikum aufgenommen werden musste. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Polizeirevier Burgenlandkreis, 04.06.13

03.06.2013   Zeitz (Burgenlandkreis)

In der Nacht wird die Fassade sowie die Jalousie eines Dönerimbiss von Unbekannten großflächig mit blauer Farbe beschmiert, darunter auch ein Hakenkreuz. Zudem versuchten sie, eine Bank neben der Eingangstür sowie die Jalousie in Brand zu setzen, die dadurch beschädigt wurden. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt.

Mitteldeutsche Zeitung, 29.05.13

28.05.2013   Köthen (Anhalt-Bitterfeld)

Auf dem Heimweg vom Studienkolleg der Hochschule Anhalt wird ein 32-jähriger Student kurz nach 20:00 Uhr plötzlich von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. Dann verfolgt der Mann den Betroffenen, wobei dieser noch ein weiteres Messer bemerkt. Ihm gelingt es, sich in einen Döner-Imbiss zu flüchten, von wo aus die Polizei alarmiert wird. Der Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung, Bedrohung und versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen einen polizeibekannten 22-Jährigen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

25.05.2013   Nienhagen (Harz)

Am Rande eines Neonazikonzertes wird ein Fotograf gegen 17:00 Uhr von einem Rechten beleidigt und gegen seinen Arm geschlagen. Die von dem Betroffenen und weiteren Zeug_innen informierte Polizei zögert, die Personalien des Angreifers aufzunehmen, sodass dieser unbehelligt auf das Konzertgelände gelangt. Kurz danach wird derselbe Fotograf von einem weiteren Konzertbesucher massiv gegen seinen Rücken gestoßen. In der Nähe stehende Polizeibeamte regieren erst, als Sie durch weitere Beobachter_innen angesprochen werden, und stellen schließlich die Personalien des Angreifers fest. Der Betroffene erleidet ein Hämatom am Rücken und stellt in beiden Fällen Strafantrag. Im Verlauf des Konzerts, zu dem ca. 1200 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren, werden weitere Journalist_innen von Teilnehmer_innen bedroht und beleidigt.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

10.05.2013   Vockerode (Wittenberg)

Gegen 0:20 Uhr wird ein 38-jähriger Asylsuchender aus Mali vor einer Flüchtlingsunterkunft von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann versetzt der Mann dem Flüchtling einen Faustschlag ins Gesicht. In der Folge ermittelt der Staatsschutz wegen Körperverletzung gegen einen 32-Jährigen, der bereits tags zuvor einen Flüchtling angegriffen und verletzt hatte.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

09.05.2013   Vockerode (Wittenberg)

Gegen 21.15 Uhr werden zwei Flüchtlinge plötzlich von einem entgegenkommenden Mann beschimpft und versuchen wegzulaufen. Dabei packt der Unbekannte einen der Schwarzen so im Nackenbereich, dass dieser zu Boden geht. Dann versetzt der Angreifer dem Betroffenen mehrere Kniestöße gegen Oberkörper und Kopf. Währenddessen äußert er gegenüber einem Zeugen, dass die sich in Vockerode alle “einlullen” ließen und keinen “Nationalstolz” hätten. Die Polizei ermittelt einen 32-Jährigen als Tatverdächtigen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

09.05.2013   Burg (Jerichower Land)

In den Abendstunden des “Herrentags” ist eine kleine Gruppe jugendlicher Linker zu Fuß unterwegs, als Sie eine Gruppe von ca. 10 Vermummten Parolen rufend auf sich zurennen sehen. Die Rechten sind dabei mit einem Baseballschläger und weiteren Schlagwerkzeugen bewaffnet. Als die Linken nicht wie erwartet fliehen, brechen die Rechten den Angriff ab, sprühen jedoch Reizgas gegen die Linken und rennen daraufhin sofort zu bereitstehenden Autos. Die Angegriffenen erleiden Augenreizungen. In den Vorwochen waren bereits wiederholt Rechte gesehen worden, die in PKWs augenscheinlich “Patrouille fuhren”.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

09.05.2013   Gräfenhainichen (Wittenberg)

In der Nähe eines Garagenkomplexes wir ein augenscheinlich Alternativer von einem einschlägig vorbestraften Neonazi mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

04.05.2013   Magdeburg

Ein 20-Jähriger wartet inmitten von FC-Magdeburg-Fußballfans gerade auf einem Bahnhofsgleis auf seinen Zug, als drei aus der Gruppe der Fans auf seine Antifa-Buttons aufmerksam werden, ihn u.a. als “Zeckenschwein” beleidigen und bespucken. Dann schlagen sie dem 20-Jährigen mehrfach ins Gesicht, auf den Hinterkopf und die Schulter. Polizeibeamten intervenieren, sodass es dem Betroffenen gelingt, in den eingefahrenen Zug einzusteigen.

Polizeirevier Magdeburg, 30.04.13

29.04.2013   Magdeburg

Gegen 23:40 Uhr wird ein 42-Jähriger am Ambrosiusplatz beim Einsteigen in eine Straßenbahn von einer Gruppe verfolgt.  In der Bahn wird der aus dem Niger stammende Mann unter rassistischen Parolen von mehreren Personen körperlich attackiert., sodass er in der Folge ambulant behandelt werden muss. Die Polizei nimmt noch vor Ort sechs Männer zwischen 22 und 42 Jahren vorläufig fest.

Polizeirevier Börde, 26.04.13

25.04.2013   Gröningen (Börde)

In einem Döner-Imbiss wird der 32-jähriger, türkischstämmiger Gastwirt am Abend unvermittelt von einem Unbekannten rassistisch beschimpft und an Hals und T-Shirt gepackt. Dann verlässt der Angreifer das Lokal. Der Betroffene erleidet leichte Hautabschürfungen am Hals. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt u.a. wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.04.2013   Bad Kösen (Burgenlandkreis)

Gegen 22:00 Uhr bemerken der Betreiber eines arabischen Imbiss und seine Gäste, wie ein Rechter direkt vor dem Lokal lautstark rassistische Parolen grölt. Als der 36-Jährige mit einigen Freunden rausgeht, ruft der aggressiv auftretende Mann u.a. “Scheiß Ausländer” und “Das ist meine Stadt”. Zwei weitere Rechte stimmen in die rassistischen Pöbeleien ein. Dabei zerschlagen sie Bierflaschen. Einer von ihnen zeigt den sog. Hitlergruß und ruft “Sieg Heil”. Zudem droht einer von ihnen dem Besitzer, den Imbiss anzuzünden, wenn dieser die Polizei rufe. Dieser begibt sich mit seinen Freunden wieder ins Lokal und alarmiert die Polizei. Als Beamte eintreffen, können sie noch in der Tatortnähe drei Verdächtige feststellen, die sich gegen die Identitätsfeststellung aktiv zur Wehr setzen.

Polizeirevier Halle (Saale)

15.04.2013   Halle (Saale)

Vor einem Supermarkt wird ein 12-Jähriger beim Überqueren des Parkplatzes von einem Unbekannten rassistisch beschimpft. Dann wirft der Mann eine kleine Schnapsflasche nach dem Jungen, die ihn am Kopf trifft. Der Betroffene erleidet eine Platzwunde, die ambulant versorgt werden muss.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

08.04.2013   Großkugel (Saalekreis)

Gegen 19:00 Uhr kommt einer der Angreifer vom Vortag erneut zum Imbiss, baut sich davor auf und fordert den Betreiber auf herauszukommen. Aus Sorge ergreift der 44-Jährige einen Wischmob und geht raus. Der Rechte geht sofort mit Bierflaschen auf ihn los. Dem Betroffenen gelingt es auszuweichen. Dabei gehen beide zu Boden und der Betroffene verteidigt sich mit dem Wischmob. Freunde des Irakers ziehen den augenscheinlich alkoholisierten Angreifer schließlich aus den Glasscherben der zerschlagenen Bierflaschen. Der Imbissbesitzer ruft erneut die Polizei. Diese ermittelt zunächst jedoch nur gegen den 44-Jährigen und seine Freunde wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

07.04.2013   Großkugel (Saalekreis)

Am Nachmittag betreten zwei Männer ein arabisches Bistro und fragen zunächst nach Bier. Nach der Bitte passend zu bezahlen, grölen beide plötzlich rassistische Parolen sowie “Sieg Heil” und verlassen das Lokal. Kurze Zeit später betreten die Rechten erneut den Imbiss und gehen unter rassistischen Beleidigungen auf den 44-jährigen Betreiber los. Auch als der Iraker zu Boden geht, schlagen und treten beide weiter auf den Betroffenen ein, u.a. mit Bierflaschen. Als ein Freund des Betreibers versucht, die Angreifer verbal zu beruhigen, wird er auf sein Ohr geschlagen. Obwohl etliche Personen vor dem Imbiss stehen und den Angriff durch eine Glasfront beobachten, greift niemand ein oder wählt den Notruf. Erst als ein weiterer Freund interveniert, lassen die Angreifer von dem Betroffenen ab. Diese alarmiert die Polizei. Trotzdem beleidigen die Rechten ihn weiter, zeigen den sog. Hitlergruß und drohen damit wiederzukommen. Den erst geraume Zeit später eintreffenden Beamten gelingt es, beide Tatverdächtige in einer nahegelegenen Wohnung vorläufig festzunehmen. Der 44-Jährige erleidet u.a. zahlreiche Prellungen und eine blutende Verletzung im Mund.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

02.04.2013   Magdeburg

Gegen 17:00 Uhr, kurz vor Öffnung seines italienischen Restaurants in Stadtfeld-Ost, bemerkt der Inhaber, wie ein Unbekannter auf seine umzäunte Terrasse uriniert. Als der 51-Jährige den Mann und seine Begleiterin daraufhin seines Grundstücks verweist, wird er rassistisch beleidigt. Mit der Begründung, der Italiener sei hier “nur zu Gast”, weigern sich beide zu gehen. Dann wird er von dem Unbekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Es entsteht ein Handgemenge, das von der Begleiterin des Angreifers mit rassistischen Sprüchen kommentiert wird. Die Unbekannten fliehen, bevor die von einer Mitarbeiterin gerufene Polizei eintrifft. Der Betroffene erleidet Prellungen und Schürfwunden am Arm und am Rücken.

Flüchtlingsinitiative Wittenberg, 31.03.2013; Mitteldeutsche Zeitung, 01.04.13

30.03.2013   Vockerode (Landkeis Wittenberg)

Am Ostersamstag werden drei Flüchtlinge gegen 18:00 Uhr auf dem Rückweg  in ihre Unterkunft von mehreren, augenscheinlich alkoholisierten Männern rassistisch beschimpft, mit Bierflaschen beworfen  und verfolgt. Es gelingt ihnen, sich in einen Wohnblock zu flüchten. Erst nach einiger Wartezeit gehen sie in ihre eigenen Zimmer, die sich in einem angrenzenden Block befinden. Dort beobachten sie mehrere maskierte Männer, die die Unterkunft u.a. mit Fahrrädern umkreisen. Etwas später skandiert ein Trio vor dem Block rassistische Parolen. Dann dringen zwei der Rechten in die Unterkunft ein, treten eine Wohnungstür im ersten Stock ein und schlagen dort unter weiteren Drohungen auf zwei Menschen ein. In der Folge hindern mehrere Bewohner_innen der Unterkunft die Angreifer an der Flucht. Vor den Augen der Polizei, die erst einige Zeit später vor Ort eintrifft, versetzt einer der Rechten einem Flüchtling einen Faustschlag ins Gesicht. Dann werden die Männer vorläufig festgenommen. Der Staatsschutz ermittelt gegen drei Tatverdächtige im Alter von 17, 24 und 27 Jahren u.a. wegen Volksverhetzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung.

Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel

28.03.2013   Kalbe (Altmarkkreis Salzwedel)

In einer Parkanlage wird ein Mann von einem Unbekannten zunächst nach Geld gefragt. Als er sagt, dass er keins dabei hat, werden ihm Schläge angedroht. Nach dem Grund gefragt, erwidert der Unbekannte, er sähe aus wie ein Türke und “Türkenschweine” hätten “in Kalbe nichts zu suchen”. Dann schlägt und tritt er auf den Betroffenen ein.

Polizeirevier Harz, 12.03.13

12.03.2013   Wernigerode (Harz)

Ein 21-Jähriger gerät am Morgen beim Schneeräumen vor einem Haus mit dem Fahrer eines Räumfahrzeuges in Streit. Dabei wird er rassistisch beleidigt und schließlich von dem 48-Jährigen umgestoßen. Daraufhin wehrt sich der Betroffene mit dem Scheeschieber.

Projekt GegenPart

09.03.2013   Dessau-Roßlau

Nach Beendigung eines Neonaziaufmarsches wurden mehrere Gegendemonstrant_innen in einem Café im Hauptbahnhof von einer Gruppe Neonazis beleidigt und bedroht. Dann schlugen mehrere Neonazis auf einen der Betroffenen ein. Der Polizei gelang es, die Personalien von drei Tatverdächtigen festzustellen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Mitteldeutsche Zeitung, 05.03.13

04.03.2013   Farnstädt (Saalekreis)

Nach einem leichten Verkehrsunfall wird ein 22-jähriger Unfallbeteiligter von einem weiteren Beteiligten so massiv rassistisch beschimpft, dass der Kosovare zu flüchten versucht. Er wird aber von dem Unbekannten eingeholt und mehrfach gegen seinen Oberkörper geschlagen. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung und Körperverletzung gegen einen 33-Jährigen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

02.03.2013   Bad Dürrenberg (Saalekreis)

Während einer Tanzveranstaltung in einem Imbisslokal äußert ein 28-Jähriger gegenüber seinen Freunden Unverständnis über die Anwesenheit einer ca. sechsköpfigen Gruppe z.T. stadtbekannter Rechter. Kurz darauf versetzt ihm einer der Rechten unvermittelt einen Schlag ins Gesicht, sodass seine Nase zu bluten beginnt. Anderen Besucher_innen gelingt es, die Situation zu deeskalieren. Der Betroffene zieht sich in einen weiteren Raum zurück. Etwas später trifft der Alternative vor dem Lokal auf den Rechten, der ihn erneut angreift. Wieder intervenieren Besucher_innen. Dann wirft ein weiterer Rechter gezielt eine Bierflasche auf den Alternativen. Der Betroffene muss u.a. mit einer blutenden Kopfverletzung sowie einer Fraktur an der Hand mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Als der Betreiber des Lokals die Veranstaltung daraufhin beenden will, wird er aus der Gruppe der Rechten rassistisch beleidigt. Später ruft einer der Rechten “Sieg Heil” und zeigt den sog. Hitlergruß. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeirevier Burgenlandkreis, 01.03.13

28.02.2013   Weißenfels (Burgenlandkreis

Gegen 17:00 Uhr wird ein 31-Jähriger am Bahnhof von einem Mann angepöbelt, rassistisch beleidigt und bedroht. Dann schlägt der Mann den gebürtigen Iraker mehrfach ins Gesicht. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung gegen einen 33-Jährigen.

Polizeirevier Börde, 13.03.13

28.02.2013   Oschersleben (Börde)

Gegen 14:40 Uhr wird ein 17-jähriger Hip-Hopper nach Verlassen seines Zuges am Busbahnhof plötzlich von einem Naziskin angepöbelt und sofort so mit der Faust gegen seinen Oberkörper geschlagen, dass er auf eine Sitzbank stürzt. Dort versetzt ihm der Angreifer einen Faustschlag ins Gesicht. Dann versucht er, ihn mit Stahlkappenschuhen gegen den Kopf zu treten, trifft aber nur die Bank. Der 17-Jährige muss ambulant behandelt werden und stellt Anzeige. Der Polizei gelingt es, einen gleichaltrigen, polizeibekannten Tatverdächtigen zu ermitteln, gegen den das Gericht zwei Wochen nach dem Angriff Haftbefehl erlässt.

Polizeirevier Saalekreis, 26.02.13

25.02.2013   Bad Dürrenberg (Saalekreis)

Gegen 13:30 Uhr packt ein Unbekannter auf dem Markt plötzlich einen 12-Jährigen syrischer Herkunft an seiner Jacke, drückt ihn gegen eine Hauswand und schlägt ihm ins Gesicht. Dann entfernt sich der Angreifer. Der Staatsschutz ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd/ Mitteldeutsche Zeitung, 17.02.13

15.02.2013   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Gegen 22:30 Uhr klingeln mehrere junge Männer an der Wohnungstür eines 18-jährigen Schwarzen Deutschen. Als der Jugendliche die Tür öffnet, dringen sie in die Wohnung ein und schlagen im Beisein seiner Freundin auf den 18-Jährigen ein. Der Betroffene erleidet Hämatome. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

14.02.2013   Gräfenhainichen (Wittenberg)

In einer Förderschule wird ein Schüler mehrfach ins Gesicht geschlagen. Zudem malen die Angreifer ihm ein Hakenkreuz, eine SS-Rune, den Zahlencode “88” für “Heil Hitler” sowie ein “Hitlerbärtchen” ins Gesicht.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 10.02.13

10.02.2013   Bad Kösen (Burgenlandkreis)

Während einer Faschingsveranstaltung werden zwei 30- und 36-jährige aus Tunesien bzw. Marokko stammende Männer kurz nach 3:00 Uhr nachts aus einer Gruppe Unbekannter heraus rassistisch beleidigt und angegriffen. Als die Polizei vor Ort eintrifft, waren die etwa sechs Angreifer bereits geflüchtet. Der 30-Jährige erleidet u.a. eine Kopfplatzwunde und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden, der 36-Jährige Prellungen.

Bündnis Magdeburg Nazifrei, 04.02.13

03.02.2013   Magdeburg

Nach einem Konzert in der “Factory” in Buckau werden mehrere Antifas gegen 5:00 Uhr morgens von zwei Männern aus dem Umfeld der Band “Elbroiber” angegriffen. Ein Betroffener wird geschlagen und getreten und dabei u.a. als “Bolschewistenschwein” beschimpft. Als weitere Personen helfen wollen, werden sie ebenfalls geschlagen. Ein Betroffener erleidet u.a. eine Platzwunde an der Lippe sowie ein Hämatom am Auge. Vor dem Angriff hatten die späteren Betroffenen Kritik an der auch in der Punkszene beliebten Rechtsrockband geäußert.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

12.01.2013   Burg (Jerichower Land)

Gegen 19:15 Uhr wird eine kleine Gruppe linker Jugendlicher auf dem Rückweg von Protesten gegen den Neonaziaufmarsch in Magdeburg augenscheinlich gezielt von teilweise vermummten Neonazis und rechten Hooligans angegriffen. Diese hatten mutmaßlich zuvor mit Autos am Bahnhofsgelände patroulliert und bereits auf die Ankunft der Linken gewartet. In Bahnhofsnähe stürmen plötzlich mindestens 20 Angreifer auf die jungen Linken zu und schlagen und treten unter Beleidigungen wie “Scheiß Zecken” auf die Gruppe ein. Ein 18-Jähriger geht durch Faustschläge ins Gesicht zu Boden, wo weiter auf ihn eingetreten wird. Er erleidet u.a. eine Platzwunde im Gesicht. Zwei weitere Betroffene erleiden u.a. Hämatome und Prellungen. Der Polizei gelingt es, mehrere Tatverdächtige in der Nähe des Tatortes festzustellen.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

01.01.2013   Köthen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen Mitternacht sind zwei Jugendliche in der Stadt unterwegs, als sie plötzlich Sprüche wie “Macht Euch ab, ihr Zecken!” und Heil Hitler-Rufe hören. Als sie sich umdrehen bemerken die Jugendlichen, dass sie von zwei männlichen Personen verfolgt werden. Sie versuchen zu flüchten, werden aber eingeholt. Dann schlägt einer der beiden Verfolger einen Jugendlichen zu Boden und tritt auf ihn ein, u.a. auch mehrfach in sein Gesicht. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.01.2013   Halle (Saale)

Am Neujahrsmorgen wird ein 35-Jähriger auf einer Silvesterfeier in einer Wohnung von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Er versucht, sich verbal dagegen zu wehren, wird aber weiter beschimpft. Als er daraufhin gehen will bemerkt der 35-Jährige, wie mehrere Jugendliche vor ihm den Raum verlassen. Noch an der Wohnungstür wird er unvermittelt von mehreren, zum Teil vermummten Angreifern u.a. mit Reizgas attackiert. Er versucht zu fliehen, wird aber so massiv weiter geschlagen und getreten, das er kurzzeitig das Bewusstsein verliert. Stark am Kopf blutend gelingt es dem Betroffenen schließlich, ein nahe gelegenes Polizeirevier zu erreichen. Er erleidet u.a. eine Kopfplatzwunde sowie Gesichtsverletzungen und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Zudem verliert er infolge des Angriffs mehrere Zähne. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

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