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Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

20.12.2011   Braunsbedra (Saalekreis)

Gegen 13:00 Uhr werden drei Flüchtlinge aus dem Irak, darunter eine schwangere Frau, auf dem Weg zum Einkaufen bei ihrer Ankunft am Bahnhof von drei augenscheinlich Rechten u.a. mit “Ausländer raus” angepöbelt. Als die Betroffenen weglaufen, werden sie von den Unbekannten verfolgt und dabei mit Bierflaschen beworfen. Dabei wird ein 35-jähriger Flüchtling am Bein getroffen. Unter weiteren rassistischen Beschimpfungen laufen die Angreifer den Betroffenen bis zum Supermarkt hinterher und werfen dabei erneut mit Flaschen nach ihnen. Schließlich warten die Rechten – “Sieg Heil” grölend – vor dem Markt auf die Flüchtlinge und beschädigen währenddessen das dort abgestellte Fahrrad des 42-Jährigen. Von den Betroffenen alarmierte, kurz darauf vor Ort eintreffende Polizeibeamte stellen die Personalien der Angreifer fest. Der Staatschutz ermittelt u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

16.12.2011   Wahlitz (Jerichower Land)

Gegen 16 Uhr wird ein 16-jähriger Antifa beim Warten vor einer Kirche von zwei äußerlich als rechte Skinheads erkennbaren Jugendlichen mit “Ey Zecke, was machst Du hier” angepöbelt. Dann hält ihn einer von ihnen von hinten fest, während der andere ihm mehrmals ins Gesicht schlägt. Der Betroffene kann sich aus der Umklammerung befreien und sich verteidigen. Daraufhin lassen die Angreifer von ihm ab. Der Betroffene erleidet eine aufgeplatzte Lippe und Schwellungen im Gesicht.

Polizeirevier Stendal, 11.12.11

10.12.2011   Stendal

Als am Samstagabend ein 21-jähriger Schwarzer Deutscher die  Diskothek “Tanzcafe” betreten will, wird er von einem 22-jährigen Mitarbeiter des Clubs daran gehindert und sofort geschlagen. Er erleidet leichte Verletzungen im Gesicht. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.12.2011   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Kurz nach Mitternacht wird ein 21-Jähriger Alternativer an einer Tankstelle von einem Unbekannten auf einen Button an seinem Basecap angesprochen. Etwas später wird sein 34-jähriger Begleiter von einem weiteren Unbekannten aus der insgesamt etwa achtköpfigen Gruppe angepöbelt. Die beiden entschließen sich zu gehen, werden aber von drei Männern verfolgt, darunter einem polizeibekannten Rechten. Dieser schlägt den 34-Jährigen von hinten gegen die Schläfe. Als er daraufhin ankündigt, er werde die Polizei rufen, reagiert der Angreifer mit “Mach doch!” und “Kategorie C”. Die Betroffenen flüchten, wobei der Angreifer den Alternativen noch zwei Mal an seinem Rucksack zu Boden reißt. Noch während sie aus einiger Entfernung die Polizei alarmieren, kommt die Gruppe erneut auf sie, woraufhin sie zum nahegelegenen Krankenhaus flüchten. Beide Betroffene müssen ambulant behandelt werden. Der 34-Jährige erleidet Schmerzen im Halswirbelbereich sowie Kopfschmerzen, der 21-Jährige eine Abschürfung und Schmerzen am rechten Arm.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

19.11.2011   Sangerhausen (Mansfeld-Südharz)

Kurz vor Mitternacht taucht vor dem Jugendclub “Mad House”; in dem gerade ein Benefizkonzert für sozial benachteiligte Kinder stattfindet, eine etwa zehnköpfige Gruppe Rechter auf. Sofort beginnen sie, vor dem Eingang sitzende Punks u.a. als “Abschaum” und “dreckige Zecken” zu beschimpfen. Dann schlagen die teilweise mit Schlagstöcken und Quarzsandhandschuhen bewaffneten Rechten einem Punk ins Gesicht und treten auf Körper und Kopf des am Boden Liegenden ein. Als mehrere Freund_innen intervenieren, werden auch sie von den Rechten u.a. mit Schlagstöcken angegriffen und zum Teil erheblich verletzt. Laut Zeugenaussagen kontrollieren vor Ort eintreffende Polizeibeamte zunächst die Personalien von Konzertbesucher_innen, anstatt die Verfolgung der flüchtenden Angreifer aufzunehmen. Schließlich gelingt es den Beamten, vier Tatverdächtige im Alter zwischen 18 bis 29 Jahren zu ermitteln. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt. Drei Punks, darunter eine Frau, sowie ein Security-Mitarbeiter müssen  noch in der Nacht u.a. mit Kopfplatzwunden und Prellungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Polizeirevier Halle

16.11.2011   Halle

In einer Straßenbahn der Linie 1 werden zwei Brüder plötzlich aus einer Vierergruppe mit den Worten “Scheiß Ausländer, was macht ihr hier?” angepöbelt. Dann nimmt einer aus der Gruppe die Tasche eines Betroffenen und schmeißt sie durch die Bahn. Als die Brüder am Franckeplatz aussteigen, werden sie von drei Personen aus der Gruppe verfolgt und angegriffen. Ein Betroffener wird mit einem Schlagring gegen seine linke Kopfhälfte geschlagen. Sein Bruder wird von einem weiteren Angreifer mit Quarzsandhandschuhe geschlagen und im Bauchbereich sowie am rechten Oberarm verletzt.

Mitteldeutsche Zeitung, 14.11.11

11.11.2011   Köthen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 11:30 Uhr wird ein Student aus China auf der Fasanerieallee von einem Unbekannten unvermittelt am Hals gepackt und zweimal mit dem Fuß gegen seinen linken Oberschenkel getreten. Der Betroffene erleidet einen Schock und Hautverletzungen. Kurz vor 15 Uhr greift der Mann einen weiteren chinesischen Studenten an. In einem NP-Markt packt er den Betroffenen am Hals und fordert die Herausgabe von zehn Euro. Dabei droht er ihm mit der geballten Faust und einer Pfefferspraydose, die er dicht vor dessen Gesicht hält. Der Student versucht zu fliehen, wird aber von dem Angreifer eingeholt und mit der Faust gegen den Hinterkopf geschlagen. Als der Marktleiter den Angreifer zur Rede stellen will, wird er mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und mit Pfefferspray besprüht. Tags darauf erlässt das Amtsgericht Dessau-Roßlau Haftbefehl gegen einen 18-jährigen Beschuldigten wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr und begründete diesen u.a. mit dessen gefestigter “fremdenfeindlichen” Gesinnung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

29.10.2011   Gommern (Jerichower Land)

Ein 16-jähriger Antifa wartet gegen 21 Uhr vor einer Sparkasse, als ihm unvermittelt auf die Schulter getippt wird. Als er sich umdreht, erhält er von einem Unbekannten einen Faustschlag ins Gesicht. Als der Betroffene sich wehrt, flüchtet der Täter. Dabei verliert er einen Button mit der Aufschrift “frei-sozial –national”. Der Betroffene hat noch etwa zwei Wochen lang Kieferschmerzen.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

22.10.2011   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 18:45 Uhr wird ein 19-jähriger Punk auf der Zugfahrt Richtung Dessau von in Bitterfeld zusteigenden Fußballfans als “Zecke” beschimpft, umzingelt und von einem der Männer mit der flachen Hand mindestens zweimal ins Gesicht geschlagen. Dann gelingt es dem Betroffenem und einem Freund zu flüchten und den Zugbegleiter zu informieren. Dieser verständigt die Bundespolizei und kann durch sein couragiertes Eingreifen einen erneuten Angriff verhindern.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

21.10.2011   Magdeburg

Ein 27-jähriger Punk und ein 31-jähriger Alternativer sind gegen 22 Uhr auf dem Weg zu einem Antifasolikonzert im soziokulturellen Zentrum L!Z, als plötzlich aus einem Gebüsch zwei Vermummte auf sie zulaufen. Fast zeitgleich wird der Punk von hinten so zu Boden gebracht, dass er bewusstlos liegen bleibt. Auch der 31-Jährige wird von einem weiteren Angreifer von hinten gegen den Hinterkopf geschlagen und geht zu Boden. Dann schlagen und treten mehrere Angreifer mehrfach gegen seinen Kopf und flüchten. Ein vorbeikommender Autofahrer alarmiert den Rettungsdienst. Erst als ein Krankenwagen am Tatort eintrifft, kommt der Punk zu Bewusstsein. Beide Betroffene müssen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der Alternative erleidet eine Schädelprellung, eine Platzwunde am Kopf und am Ohr. Der 27-Jährige erleidet ein Hämatom am Auge sowie Platzwunden am Kopf. Eine weitere Wunde am Unterarm muss genäht werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.10.2011   Magdeburg

Als eine 19-jährige Antifaschistin im Stadtteil Fermersleben zwei entgegenkommende augenscheinlich Rechte mustert, wird sie mit “Was guckst Du so?” und “Bist du ´ne Scheiß Zecke?” angepöbelt. Dann schlägt sie einer der Unbekannten ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht. Beim Zurückweichen stolpert die Betroffene und wird am Boden liegend von dem zweiten Angreifer zwei Mal mit voller Wucht in den Rippenbereich getreten. Schließlich gelingt es der 19-Jährigen zu flüchten. Sie erleidet eine Rippenprellung mit Hämatomen sowie eine Prellung im Gesicht und eine blutende Verletzung an der Lippe.

Polizeirevier Köthen

05.10.2011   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Auf dem Weg Richtung Holzweißig wird ein alternativer Jugendlicher plötzlich von mehreren Rechten angesprochen. Daraufhin flüchtet er mit dem Fahrrad, wird aber von den Rechten mit einem Auto verfolgt und schließlich gestoppt. Dann erhält er einen Faustschlag ins Gesicht und wird mit Springerstiefeln gegen seinen Brustkorb getreten.

Polizeirevier Köthen

05.10.2011   Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)

Ein alternativer Jugendlicher wird auf dem Weg von seiner Schule von zwei Rechten verfolgt. Nach einer verbalen Auseinandersetzung flüchtet er, wird aber von den beiden eingeholt, mit der Faust ins Gesicht geschlagen und getreten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

16.09.2011   Bad Dürrenberg (Saalekreis)

Kurz nach 21:00 Uhr werden drei alternative Jugendliche aus einem vollbesetzten Auto beschimpft, das plötzlich neben ihnen anhält. Bevor der PKW weiterfährt, wirft einer der Insassen gezielt eine Bierflasche in Richtung der Alternativen, welche nur knapp neben einer 19-Jährigen zu Bruch geht. Die Betroffenen rufen die Polizei und erstatten Anzeige. Kurz davor waren die Rechten unter “Heil Hitler”-Rufen und Zeigen des Hitlergrußes mit dem Auto an einem Treffpunkt alternativer Jugendlicher vorbeigefahren.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

23.08.2011   Magdeburg

Ein 45-jähriger Flüchtling aus China ist gegen 23:30 Uhr auf dem Nachhauseweg, als er am Willy-Brandt-Platz plötzlich aus einer vierköpfigen Gruppe heraus rassistisch beschimpft und angegriffen wird. Im Vorbeigehen an der Gruppe bemerkt er zunächst, wie einer der Unbekannten aus seiner Tasche am Fahrrad eine Pfandflasche herausnimmt. Als er den Mann auffordert, ihm sein Eigentum zurückzugeben, wird er rassistisch beschimpft und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dem Betroffenen gelingt es zunächst, weitere Schläge abzuwehren und telefonisch die Polizei zu alarmieren. Während er auf ihr Eintreffen wartet, tritt eine junge Frau aus der Gruppe gegen sein Fahrrad, woraufhin der Betroffene sie wegschiebt. Jetzt zieht der Angreifer sein T-Shirt aus, um erneut auf den 45-Jährigen einzuschlagen. Als sich der Betroffene wehrt, beginnen auch die anderen drei, ihn zu schlagen und zu treten. Erst als die Polizei vor Ort eintrifft, lässt die Gruppe von ihm ab. Der 45-Jährige verliert während des Angriffs zwei Zähne und erleidet u.a. zahlreiche Prellungen am ganzen Körper.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.08.2011   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Gegen 23 Uhr setzten sich drei Jugendliche zu einer Gruppe Alternativer, die an einem öffentlichen Platz Punkmusik hören. Einer der drei, ein augenscheinlich Rechter, beschimpft einen anwesenden Antifa als “Scheiß Punk” und bezeichnet die Musik als “Antifakacke”. Als der 19-Jährige fragt, was das soll, erhält er von dem Unbekannten unvermittelt mehrere Faustschläge gegen seinen Kopf und Oberkörper, sodass er zu Boden geht. Dann tritt der Angreifer auch gegen seinen Kopf. Zwei der Alternativen intervenieren und beenden schließlich den Angriff. Der 19-Jährige erleidet mehrere Hämatome und eine Verletzung am Ohr.

Polizeirevier Magdeburg, 31.07.11

30.07.2011   Magdeburg

In einem Lebensmittelmarkt am Neustädter Platz wird eine 19-Jährige kurz nach 15:00 Uhr während ihres Einkaufs unvermittelt von einer Frau rassistisch beleidigt und mit dem Kopf gegen ein Einkaufsregal geschlagen. Als sie das Geschäft verlässt und zu ihrem Vater geht, wird auch er in der Folge von der Angreiferin noch rassistisch beschimpft. Die Betroffene erleidet Rötungen im Gesichtsbereich.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

29.07.2011   Merseburg (Saalekreis)

Während einer Demonstration für Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge werfen gegen 15 Uhr Neonazis an der Domprobstei unvermittelt zwei Knallkörper in Richtung der Teilnehmenden. Eine 39-jährige Frau erleidet u.a. einen Schock und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Bereits zu Beginn der Demonstration hatte eine etwa 20-köpfige Neonazigruppe am Hauptbahnhof versucht, die Versammlung zu stören. Daraufhin hatte die Polizei etliche Platzverweise ausgesprochen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.07.2011   Magdeburg

Eine 36-jährige Frau wird gegen 14:30 Uhr in einer Straßenbahn in Anwesenheit ihrer zwei minderjährigen Kinder plötzlich von einer Unbekannten angriffen, die eines der Kinder beim Einsteigen mit einer Zigarette beworfen hat. Als die 36-Jährige sich schützend vor ihre Kinder stellt wird sie rassistisch beschimpft, ins Gesicht geschlagen und gewürgt. Keiner der anwesenden Fahrgäste interveniert. Lediglich ein Zeuge informiert über Notruf die Polizei. Als die Angreiferin flüchten will, hält die Betroffene sie fest. Jetzt greifen auch Mitfahrende ein und unterstützen die 36-Jährige, bis die Polizei eintrifft.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

07.07.2011   Burg (Jerichower Land)

Gegen 13:35 Uhr wird ein 31-jähriger Flüchtling aus dem Sudan an einer Tankstelle aus einer Zweiergruppe heraus mit “Hey Du Schwarzer, raus hier!” angepöbelt. Auf seine Frage, was das Problem sei, antwortet der Mann “Du bist mein Problem!”. Nach seinem Einkauf im Tankstellenshop wird der 31-Jährige von einem der Männer erneut u.a. mit “Scheiß Neger, verpisst Dich” beschimpft und verfolgt. Dann versetzt ihm der Mann einen Tritt gegen seine Brust. Dem Betroffenen gelingt es, das Fußgelenk des Angreifers festzuhalten, sodass dieser kurzzeitig sein Gleichgewicht verliert. Schnell steht er jedoch wieder auf und schlägt dem 31-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Erst als ein Zeuge verbal interveniert, lässt der Angreifer von dem Betroffenen ab. Während der 31-Jährige die Polizei verständigt, lachen beide Männer ihn aus. Die Beamten nehmen noch vor Ort die Personalien des Angreifers und seines Freundes auf. Der Betroffene erleidet eine Schwellung an der Stirn und Schmerzen im Brustbereich. Während des Prozesses gegen Christian L. am Amtsgericht Burg stellt sich heraus, dass der heute 25-Jährige wegen seiner Beteiligung an der brutalen Tötung des damals wohnungslosen Martin Görges im Januar 2004 in Burg u.a. wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt worden war.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.07.2011   Halle (Saale)

Ein Punk wird vor dem Bahnhof aus einer Vierergruppe heraus u.a. als “Scheiß Zecke” beschimpft und mit einer Zigarette beworfen, die ihn am Kopf trifft. Mindestens einer aus der Gruppe versetzt dem 21-Jährigen mehrere Faustschläge gegen den Kopf und tritt ihm in die Kniekehle. Zudem wird eine Bierflasche nach ihm geworfen. Der Betroffene kann sich jedoch wegducken. Er wird am Auge verletzt und erleidet eine Platzwunde am Kopf.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

01.07.2011   Köthen (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 6:15 Uhr wird ein 20-Jähriger am Bahnhofsvorplatz von einem stadtbekannten Neonazi u.a. als “Scheiß Antifa” beschimpft, gegen die Brust geschlagen und mit Faustschlägen gegen seinen Kopf attackiert. Schließlich gelingt es dem Betroffenen, weitere Schläge abzuwehren. Er flüchtet in Richtung Polizeirevier und alarmiert über Handy die Polizei, wobei er unter weiteren Bedrohungen und Beleidigung von dem Angreifer verfolgt wird. Dabei stürzt der Neonazi und kann von eintreffenden Beamten gestellt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

29.06.2011   Burg (Jerichower Land)

Ein 29-jähriger Schwarzer wird in Bahnhofsnähe von drei Jungendlichen verfolgt und eingeholt. Dabei rufen sie rechte Parolen. Bei einem der Unbekannten bemerkt der Betroffene ein Messer. Ein anderer sprüht dem 29-Jährigen unvermittelt Pfefferspray in die Augen. Dem Betroffenen gelingt es, in ein Geschäft zu flüchten. Als er wieder herauskommt, sind die Rechten immer noch da. Einer der Angreifer sprüht dem Betroffenen erneut Pfefferspray in die Augen. Als durch Passant_innen alarmierte Polizeibeamte vor Ort eintreffen, nehmen sie zwei Tatverdächtige in Gewahrsam. Der Betroffene kann erst zwei Stunden nach dem Angriff wieder richtig sehen.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 29.06.11

28.06.2011   Magdeburg

Kurz nach 22 Uhr betreten zwei Männer einen Imbiss in der Agnetenstraße und stellen klar, dass sie nichts kaufen wollen. Als der 36-jährige Inhaber sie des Lokals verweist, greifen ihn die Männer unter rassistischen Beleidigungen an. Der Betroffene erleidet Schwellungen im Gesichtsbereich. Noch in Tatortnähe kann die durch Zeugen alarmierte Polizei die Männer stellen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

14.06.2011   Dessau-Roßlau

Auf ihrem Weg Richtung Hauptbahnhof wird eine 18-Jährige gegen 21:00 Uhr in Höhe der Gaststätte “Bibers Corner” plötzlich von einem Mann als “Zecke” beschimpft. Ohne darauf zu reagieren setzt sie ihren Weg fort und hört, wie unmittelbar hinter ihr eine Flasche zu Bruch geht. Daraufhin flüchtet die 18-Jährige und erstattet Anzeige. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

08.06.2011   Gommern (Jerichower Land)

Gegen 20 Uhr bemerkt ein 16-Jähriger, der durch einen Pullover mit der Aufschrift “good night white pride” als Antifa erkennbar ist, nach Verlassen einer Schuldisco, wie mehrere Rechte auf einem nahegelegenen Parkplatz den sog. Hitler Gruß zeigen. Plötzlich werden aus der Gruppe heraus Bierflaschen und Steine nach ihm geworfen, die nur wenige Meter vor ihm zu Boden gehen. Drei der Rechten gehen dabei schnellen Schrittes auf ihn zu. Der Antifa flüchtet zurück in die Disco. Zwei Lehrer stellen sich in den Toreingang und verhindert damit, dass die herannahenden Rechten dem Betroffenen weiter folgen. Aus Angst vor einem weiteren Angriff ruft der 16-Jährige seine Mutter an und bittet sie, ihn abzuholen. Auf dem Weg zu ihrem Auto schreien mehrere Rechte aus der Gruppe dem Betroffenen “Zecke verrecke!” hinterher. In der Folge erstattet er Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.05.2011   Merseburg (Saalekreis)

Gegen 17:30 Uhr wird ein Alternativer, als er mit seinem Fahrrad an einer Straßenbahnhaltestelle vorbeifährt, aus einer Gruppe von sieben bis acht z.T. stadtbekannter Neonazis als “Scheiß Zecke” beschimpft. Dabei werfen sie dem 21-Jährigen zwei halbvolle Bierflaschen hinterher, die beide nur knapp neben ihm auf dem Boden zu Bruch gehen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.05.2011   Magdeburg

In den frühen Morgenstunden wird eine Schwarze Frau auf dem Rückweg von der Arbeit von vier unbekannten Weißen Männern attackiert. Die 35-Jährige ist mit ihrem Fahrrad unterwegs, als sie aus der Gruppe heraus plötzlich mit Eiern beworfen und rassistisch beleidigt wird. Die Männer versperren ihr der Weg und stoßen sie so massiv, dass sie mit dem Rad zu Boden stürzt. Dann wird sie von den Angreifern umringt und mehrfach getreten. Die Betroffene versucht schließlich, per Handy die Polizei zu alarmieren, aber einer der Angreifer entreißt ihr das Telefon. Dann flüchtet die Gruppe in ein nahe gelegenes Waldstück. Die Betroffene erleidet Verletzungen an der rechten Hand und an den Beinen. Durch die anhaltende Bewegungseinschränkung in der Hand verliert sie ihren Arbeitsplatz.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

14.05.2011   Bundesstraße Nähe Kuhfelde (Altmarkkreis Salzwedel)

Am frühen Abend wird ein Auto mit vier jungen Alternativen, die sich auf der Rückreise von einem Neonaziaufmarsch in Salzwedel befinden, angegriffen. Die Insassin_nen bemerken zunächst ein überholendes Fahrzeug neben sich, dass mit zwei dem Anschein nach Rechten besetzt ist, die sie lange mustern. Plötzlich setzt sich dieses Fahrzeug vor den Wagen der Alternativen und bremst ihn aus. Beide Männer verlassen sofort das Auto und rennen brüllend auf das Auto der  Gegendemonstrant_innen zu. Einer der Angreifer trägt ein T-Shirt mit rechtsextremem Aufdruck. Nur durch ein sofortiges Zurücksetzen gelingt es den Betroffenen, einem auf ihre Windschutzscheibe gerichteten Flaschenwurf auszuweichen und den Rechten, die die Verfolgung zunächst zu Fuß fortsetzen, zu entkommen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.05.2011   Magdeburg

In den Abendstunde ist ein 17-jähriger Antifaschist im Stadtteil Hopfgarten gerade auf dem Nachhauseweg, als er von hinten gepackt, unvermittelt ins Gesicht geschlagen wird und zu Boden geht. Dann treten etwa 4 augenscheinlich Rechter z.T. mit Stiefeln gegen seinen Kopf, in die Magengegend und gegen seine Beine. Als der 17-jährige sich nicht mehr regt, lassen die Angreifer von ihm ab. Der Schüler muss unter anderem mit Prellungen zwei Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

12.05.2011   Salzwedel

Zwei Tage vor einem Neonaziaufmarsch im Ort hören im Autonomen Zentrum Salzwedel (AZ) anwesende Personen gegen ein Uhr nachts einen lauten Knall. Als sie aus dem Fenster sehen, schlägt ihnen eine mehrere Meter hohe Flamme entgegen. Unbekannte Personen hatten drei sog. Molotowcoctails auf das AZ geworfen. Einer von ihnen traf die Fassade und richtete Sachschaden an, zwei schlugen vor dem AZ auf dem Bürgersteig nahe eines großen Haufens leicht entflammbaren Wertstoffmülls, der am Nachbarhaus gestapelt ist, auf. Die Anwesenden löschen die Feuer, die Polizei wird informiert. In der Vergangenheit wurde das AZ bereits viermal von Rechten angegriffen.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

04.05.2011   Bitterfeld

Gegen 0:30 Uhr wird ein 37-jähriger Flüchtling aus Benin am Bahnhof plötzlich von zwei Unbekannten gefragt, ob er einen deutschen Pass habe. Während einer der Männer ihm dabei ins Gesicht leuchtet, schlägt der andere bedrohlich eine Metallstange in seine Handfläche. Der 37-Jährige rennt weg und die Unbekannten ihm hinterher, wobei nun auch der zweite Mann eine Stange in der Hand hält. Schließlich gelingt es dem Betroffenen, seine Verfolger abzuschütteln und die Polizei zu alarmieren. Als diese vor Ort eintrifft, sind die Angreifer verschwunden, ebenso wie das Fahrrad des Betroffenen, das er dort zurückgelassen hatte. Dem Angriff vorausgegangen war eine Kontrolle des 37-Jährigen durch die Polizei, als er gerade mit dem Fahrrad auf dem Rückweg von einer Theateraufführung durch Raguhn fuhr. Zur Identitätsüberprüfung wurde er ins Bitterfelder Revier verbracht. Da er sich in Bitterfeld nicht auskannte, bat er die Beamten danach um Hilfestellungen zu seinem Nachhauseweg, was ihm jedoch verweigert wurde. Daraufhin begab er sich zum Bahnhof, um nach einem Zug zu recherchieren.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.05.2011   Halle

Während eines bundesweiten Neonaziaufmarsches wird ein Gegendemonstrant von einem der Teilnehmenden angegriffen. Der Neonazi hatte sich zuvor aus der Demonstration gelöst und war auf eine Gruppe Protestierender zugelaufen. Dort schlägt er dem 31-Jährigen mit der Faust ins Gesicht und verletzt diesen dadurch. Hinzueilende Polizisten beenden den Angriff und nehmen den Neonazi fest. Der Betroffene erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.04.2011   Burgenlandkreis

Gegen 17 Uhr wird ein Punk auf dem Nachhauseweg mit seinem Auto plötzlich von einem PKW überholt, der abrupt vor ihm bremst. So ist der 21-Jährige gezwungen anzuhalten. Währenddessen springen zwei ihm bekannte Neonazis – einer davon mit einem Holzknüppel bewaffnet – aus dem Auto und rennen auf ihn zu. Dann schlagen die Angreifer mit Fäusten und dem Holz auf die Seitenscheiben ein und schreien den Betroffenen an, er solle herauskommen. Durch schnelles Rückwärtsfahren und Wenden kann der Punk entkommen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.04.2011   Magdeburg

Ein 19-jähriger Antifa wird bei einem Osterfeuer nacheinander von zwei Neonazis, die mit weiteren Rechten vor Ort sind, mit Faustschlägen ins Gesicht attackiert. Andere Osterfeuerbesucher_innen ignorieren die Angriffe. Lediglich ein Begleiter des Betroffenen versucht zu intervenieren und wird daraufhin von einem der Neonazis ebenfalls geschlagen. Der 19-Jährige flieht, wird aber von einer ca. 10-köpfigen Gruppe eingeholt und immer wieder gegen den Kopf und Körper geschlagen sowie am Boden liegend getreten. Es gelingt ihm wegzurennen. Die Angreifer verfolgen ihn jedoch weiter und rufen “Scheiß Zecke renn um dein Leben”. In einer Gartenanlage, wo er sich in Todesangst versucht zu verstecken, wird der Antifa ein viertes Mal angegriffen und von einem der Rechten mehrfach geschlagen. Erst dann kann der Betroffene endgültig entkommen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht; Polizeidirektion Magdeburg, 17.04.11

16.04.2011   Magdeburg

Gegen 1:00 Uhr morgens begegnen zwei 21- und 23-jährige Alternative auf der Straße einer größeren Gruppe augenscheinlich Rechter. Unter Rufen wie “Hier sind noch Zecken!” rennen diese auf die beiden Männer zu und treten dem 23-Jährigen die Beine weg. Auf dem Boden liegend tritt ihm einer der Rechten gegen den Kopf. Währenddessen erhält der 21-Jährige einen Schlag ins Gesicht. Dann gelingt es den Betroffenen zu flüchten und die Polizei zu alarmieren. Die vor Ort eintreffenden Beamten werden aus der Gruppe verbal und mit Flaschenwürfen attackiert. Schließlich können sie die Personalien von sechs Tatverdächtigen feststellen, wovon vier der rechten Szene zugeordnet werden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Landsfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

02.04.2011   Oschersleben (Börde)

Gegen Mitternacht werden ein 19-jähriger Alternativer und seine Freundin auf dem Nachhauseweg aus einer am Bahnhof sitzenden, etwa 10-köpfigen Gruppe als “Scheiß Zecken” beschimpft. Das Paar läuft schnell weiter, wird jedoch von einem der Rechten verfolgt und währenddessen mit einer aufgeschlagenen Bierflasche bedroht. Dann schlägt der Rechte dem Alternativen ins Gesicht. Die beiden laufen weg, werden aber kurz darauf an einer geschlossenen Bahnschranke eingeholt. Hier versetzt der Angreifer dem 19-Jährigen weitere Schläge. Währenddessen amüsieren sich die anderen Rechten über die Hilferufe seiner Freundin. Sobald möglich flüchtet das Paar unter den noch geschlossenen Schranken hindurch, gefolgt von dem Angreifer. Nach Rufen wie “Scheiß Zecke” und “Assi” schlägt er den Betroffenen erneut ins Gesicht, würgt ihn und reißt ihm seinen Pullover vom Körper. Der Alternative und seine Freundin können schließlich wegrennen. Sie werden noch einige Zeit von dem Angreifer und weiteren Rechten unter lauten Rufen verfolgt. Noch im Laufen informiert der Alternative die Polizei und erstattet in der Folge Anzeige. Noch am folgenden Tag hat er starke Kopfschmerzen. Die Würgemerkmale an seinem Hals sind noch Tage später deutlich sichtbar.

Polizeirevier Stendal, 03.04.11

01.04.2011   Stendal

Gegen 13:30 Uhr rufen zwei Männer in der Innenstadt mehrfach “Sieg Heil”. Als ein 38-Jähriger interveniert, wird er vom einem der Rechten mehrfach geschlagen. Er erleidet einen Nasenbeinbruch. Während die von Passant_innen gerufene Polizei die Personalien aufnimmt, zeigt einer der Angreifer den so genannten Hitlergruß.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.03.2011   Genthin (Jerichower Land)

Auf dem Nachhauseweg von einer Kneipe bemerkt ein Nichtrechter nach 22:00 Uhr mehrmals einen langsam vorbeifahrenden schwarzen Golf. In der Friedensstraße taucht der Wagen wieder auf und hält neben ihm an. Vier schwarz gekleidete und vermummte Personen steigen aus und schlagen wortlos auf den 31-Jährigen ein. Schließlich gelingt es dem Betroffenen zu flüchten. Durch den Angriff erleidet er Prellungen an den Rippen und am Kopf, die noch Tage später schmerzen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

27.03.2011   Magdeburg

Gegen 4:30 Uhr morgens warten drei Jugendliche an einer Tankstelle in Magdeburg-Altstadt auf einen befreundeten Punk, der noch etwas am Nachtschalter einkauft. Währenddessen werden sie von einem Mann angesprochen und gefragt, ob sie Antifaschisten seien. Die Jugendlichen verneinen und verweisen den Unbekannten an ihren Freund. Daraufhin geht der Unbekannte gemeinsam mit etwa fünf weiteren Männern unvermittelt auf den 21-Jährigen los, der mehrfach in sein Gesicht geschlagen wird und zu Boden geht. Dem Betroffenen gelingt es aufzustehen, doch kurz darauf wird er erneut zu Boden geschlagen. Dort treten die Angreifer mehrfach auf ihn ein. Schließlich lassen sie mit dem Ausruf “Verpiss dich!” von ihm ab. Der Punk verliert bei dem Angriff ein Stück Zahn. Zudem erleidet er einen Riss in der Zunge, einen Bluterguss im Auge und Schürfwunden an Knien und Ellenbogen.

Polizeirevier Magdeburg, 28.03.11

27.03.2011   Magdeburg

Nach dem Einsteigen in einen Bus an der Haltestelle Damaschkeplatz wird ein 22-jähriger Student gegen 1:25 Uhr von einem Unbekannten mit der Frage “Magst Du Nazis?” angesprochen. Als er verneint erhält der 22-Jährige einen Faustschlag ins Gesicht. Dann verlässt der Angreifer den Bus. Die alarmierte Polizei kann noch in Tatortnähe einen alkoholisierten 24-Jährigen feststellen, gegen den nunmehr wegen Körperverletzung ermittelt wird.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

20.03.2011   Magdeburg

Einige Alternative sind gegen 18:30 Uhr auf dem Rückweg von einer Kundgebung gegen den Einzug der NPD in den Landtag am Domplatz, als sie in der Nähe des City Carées drei augenscheinlich Rechte bemerken. Die Dreier-Gruppe verschwindet kurz hinter die nächste Straßenecke. Dann rennen etwa 25 überwiegend Vermummte auf die Linken los und greifen sie an. Einer der Betroffenen erhält einen Tritt gegen den Kopf und fällt daraufhin zu Boden. Zwei weitere werden gegen den Kopf geschlagen. Da einer der Betroffenen mit dem Fahrrad auf die Straße stürzt und den Verkehr blockiert und Passant_innen auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehenbleiben, lassen die Angreifer von den Alternativen ab. Kurz darauf trifft die Polizei vor Ort ein. Einer der Betroffen erleidet eine Gehirnerschütterung, zwei weitere Hämatome.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

14.03.2011   Burg (Jerichower Land)

Ein 16-jähriger Alternativer wird im Schulflur von etwa zehn Mitschülern u.a. als “Zecke”, “Assi” und “Judenfotze” beschimpft. Im Klassenraum reißt ihm einer aus der Gruppe sein Basecap vom Kopf, beschädigt es und schmeißt es in den Müll. Dabei ruft er “Hier marschiert der nationale Widerstand!” und “Wir sind die Nationalisten!”. Als sich der Betroffene verbal wehrt , tritt ihm der Angreifer so gegen die Beine, dass er auf einen Stuhl stolpert. Dort sitzend wird er von ihm gegen den Kopf getreten und mit der Faust gegen den Kopf und in den Magen geschlagen. Schließlich kann er aufstehen und sich aus der Situation befreien. Der während der gesamten Zeit anwesende Lehrer, der die Rechten im Flur lediglich aufgefordert hatte, die Sprüche zu lassen, schreitet weiter nicht ein. Der Betroffene erleidet eine Abschürfung am Kopf sowie Schmerzen im Magen- und Rippenbereich.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.03.2011   Magdeburg

Ein ausländischer Studierender wird in einer Straßenbahn plötzlich von einem Unbekannten angegriffen. Obgleich dieser noch reichlich Platz zum Vorbeigehen hat, schreit er den Studenten mit “Steh nicht in meinem Weg!” an. Dann stößt er ihn mit Wucht gegen die Straßenbahntür, sodass der Betroffene mit dem Kopf gegen eine Metallbox prallt. Der Student informiert die Straßenbahnfahrerin, welche die Polizei verständigt. Noch vor Ort erstattet er Anzeige wegen Körperverletzung. Er erleidet Schmerzen an der Stirn.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.03.2011   Schönebeck (Salzlandkreis)

Gegen 2.30 Uhr wird eine 21-jährige Alternative auf dem Nachhauseweg von hinten angegriffen. Die zwei vermummten augenscheinlich Rechten schlagen mehrfach mit Fäusten gegen den Kopf und das Gesicht der Betroffenen ein bis sie zu Boden geht. Dann wird sie mehrmals gegen den Körper getreten. Bevor die Angreifer flüchten entreißen sie ihr einen Beutel mit persönlichen Gegenständen. Die 21-Jährige war durch ihr Äußeres als Alternative erkennbar und hörte deutlich vernehmbar Punkmusik. Die Betroffene muss u.a. wegen einer Gehirnerschütterung drei Tage stationär behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

07.03.2011   Klein Ammensleben (Börde)

Nachdem ein 32-jähriger Fahrradfahrer kurz nach Mitternacht in Klein Ammensleben zwei Männer beim Anbringen von Wahlplakaten der NPD sieht und dies beim Vorbeifahren kritisiert, wird er vom Kleintransporter der NPD-Wahlhelfer verfolgt. Das Fahrzeug stoppt vor ihm, zwei der Helfer springen raus und rennen auf ihn zu. Einer schlägt den 32-Jährigen mit einer Eisenstange, der andere mit der Faust gegen Kopf und Körper. Der Betroffene erleidet eine Schulterprellung, Abschürfungen, Hämatome und eine aufgeplatze Oberlippe. Zudem wird sein Handy beschädigt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

02.03.2011   Havelberg (Landkreis Stendal)

Ein 39-jähriger Ägypter begegnet morgens auf dem Weg zur Berufsbildungsakademie (BBA) drei Männern, die ihn bereits einen Monat zuvor angepöbelt und beleidigt hatten. Die drei rufen Beleidigungen wie “Scheiß Ausländer” und “Wir habe dir doch schon gesagt, dass du hier abhauen sollst!”. Dann treten und schlagen sie mit Fäusten auf ihr Opfer ein. Der 39-Jährige erleidet einen Schock und trägt Verletzungen an der Schulter davon. Zudem wird seine Lederjacke beschädigt. Nachdem seine Verletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt wurden, geht der Betroffene selbst zur Polizei und erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

26.02.2011   Oschersleben (Börde)

Nach einer Demonstration gegen rechte Gewalt klingeln zwei Alternative an der Haustür von Freunden, als ein mit augenscheinlich Rechten vollbesetztes Auto hält. Zwei Männer springen heraus und rennen brüllend auf sie zu. Die Alternativen können sich in den Hausflur retten und die Haustür zuhalten, während die Rechten so stark dagegen treten, dass sie beschädigt wird. Auf der Flucht in die oberen Stockwerke hören sie die Scheibe zerplatzen. Erst auf Intervention der im Auto wartenden Rechten fliehen die Angreifer. Vier Tage zuvor hatte einer der Betroffenen einen
Drohbrief erhalten, in dem ihm für den Fall weiteren politischen Engagements Gewalt ankündigt wurde. Die von Nachbarn gerufene Polizei nimmt keinen Kontakt mit den Betroffenen oder deren im Haus wohnenden Freunden auf. Einer der Alternativen erleidet einen Kreislaufzusammenbruch.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.02.2011   Magdeburg

Gegen 14:00 Uhr läuft eine 18-jährige Antifaschistin durch eine S-Bahn-Unterführung Richtung Hasselbachplatz. An ihrem Rucksack hat sie einen Antifa-Button befestigt. Plötzlich hört sie von hinten zwei Männer laut “Scheiß Antifa!” und “Scheiß Zecke!” schreien. Sie wird unvermittelt gegen die Wand gestoßen. Einer der Angreifer schlägt sie mit der flachen Hand ins Gesicht und sprüht ihr Pfefferspray in die Augen. Dann lassen die Unbekannten von ihr ab. Die 18-Jährige erleidet ein Hämatom am Auge sowie eine Augenreizung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.02.2011   Bad Dürrenberg (Saalekreis)

Gegen 21:30 Uhr begegnen zwei 23- und 24-jährige Punks plötzlich einer 15- bis 20-köpfigen Gruppe überwiegend Vermummter. Als sie schnell vorbeilaufen wollen werden sie gefragt, was Faschismus bedeute. Der 23-Jährige bejaht und geht weiter. Plötzlich erhält er mehrere Schläge mit einem Teleskopschlagstock auf seinen Hinterkopf. Zudem versetzt ihm ein weiterer Angreifer einen Fauststoß mit einem Schlagring gegen seine Schläfe, sodass er zu Boden geht. Während der Betroffene aufstehen und flüchten kann wird seine 24-jährige Begleiterin massiv gegen ihren Rücken getreten. Dann wird sie gefragt, ob sie “auch eine Zeckenschlampe” sei und aufgefordert, ihre Freunde anzurufen. Schließlich lassen die Rechten die Punkerin gehen. Der 23-Jährige erleidet mehrere Kopfplatzwunden, die 24-Jährige erhebliche Rückenschmerzen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.02.2011   Landsberg (Saalekreis)

Gegen 12:45 Uhr wird ein 20-jähriger Antifaschist auf dem Schulhof des Gymnasiums beim Vorbeilaufen an einer etwa 15- bis 20-köpfigen Gruppe z.T. augenscheinlich Rechter gezielt von einem Schüler der gegenüberliegenden Sekundarschule angerempelt. Als der Betroffene fragt, was das soll, wird er von dem Rechten geschubst, mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und zu Boden gestoßen. Erst als eine Pausenaufsicht interveniert, lässt der Angreifer von dem Betroffenen ab. Zuvor hatte sich der 20-Jährige auf dem Schulhof mit Schülern des Gymnasiums über die Kampagne “Wähl nicht NPD” unterhalten. Dies hatten mehrere bekannte Rechte offenbar im Vorbeilaufen mitbekommen und sich daraufhin gesammelt. Der 20-Jährige erleidet eine stark blutende Platzwunde an der Lippe. Er erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

12.02.2011   Magdeburg

Ein Linker ist am Nachmittag mit zwei Fahnen und Pappschild auf dem Weg zu einer Antifademonstration gegen rechte Gewalt im Stadtteil Reform, als plötzlich eine vier- bis sechsköpfige Gruppe Vermummter auf ihn zukommt. Als der 21-Jährige wegrennt, wird er verfolgt und angegriffen. Dem Betroffenen gelingt es, sich mit einer Fahne zu verteidigen und auf einen Hof zu flüchten. Hier  wird er erneut eingeholt und geschlagen. Andere Rechte zertreten währenddessen das Pappschild. Nach Hilferufen und Klingeln an einer Tür kann der 21-Jährige schließlich in ein Haus flüchten. Er und die Bewohner_innen informieren die Polizei, die etwa 15 Minuten später vor Ort eintrifft. Der Betroffene erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

11.02.2011   Burg (Jerichower Land)

Ein 16-jähriger Antifa wird von acht Männern zu Boden geschlagen und getreten. Dabei beleidigen sie ihn und verhöhnen ihn mit den Worten “Na, habt ihr jetzt vor uns Respekt?”. Unter den Angreifern sind bekannte Neonazis. Der Betroffene erleidet Prellungen und Hämatome im Gesicht sowie Nasenbluten.

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

10.02.2011   Dessau-Roßlau

Gegen 23:00 Uhr wird eine in der Nähe des “Side Grill” sitzende Punkerin von zwei Unbekannten u.a. als “Zecke” beschimpft. Dann reißt einer der augenscheinlich Rechten die 22-Jährige an ihrer Kleidung vom Boden hoch und schubst sie mehrfach so gegen eine Wand, dass sie jedes Mal mit dem Kopf dagegen schlägt. Die Betroffene erleidet eine Halswirbelprellung. Sie erstattet Anzeige.

Polizeirevier Stendal, 10.02.11

09.02.2011   Stendal

Gegen Mittag wird im Einkaufszentrum “Altmark-Forum” ein 41-jähriger Schwarzer Deutscher von einem Unbekannten rassistisch beschimpft und mehrfach geschlagen. Danach verlässt der Täter das Einkaufszentrum. Der Wachschutz verständigt die Polizei, die kurz darauf einen polizeibekannten 27-jährigen Tatverdächtigen in der Stadtseeallee feststellen kann.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

06.02.2011   Magdeburg

Gegen 1:00 Uhr nachts warten mehrere Alternative am Nicolaiplatz auf eine Straßenbahn, als sich plötzlich eine größere Gruppe Rechter nähert. Zwei von ihnen gehen direkt auf einen Punk zu und schlagen ihm sofort mit Fäusten ins Gesicht. Ein Alternativer, der die Angreifer wegschubst, wird mit einem Bierglas ins Gesicht geschlagen. Eine Alternative interveniert verbal, woraufhin sie als “Sophie-Scholl-Schlampe” beschimpft und ins Gesicht geschlagen wird. Als sie auf ihre Knie stürzt, schlägt einer der Angreifer mit den Worten “Gute Nacht” noch einmal zu. Zeitgleich werden auch weitere Alternative von den Rechten angegriffen. Zwei der Betroffenen verlieren dabei das Bewusstsein. Die alternativen Frauen flüchten auf die gegenüberliegende Straßenseite und alarmieren die Polizei. Diese kann noch in Tatortnähe sechs Verdächtige festnehmen. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

09.01.2011   Magdeburg

Eine etwa sechsköpfige Gruppe Linker wartet am frühen Morgen am Eingang des Hauptbahnhofes, um von dort gemeinsam zu einer Demonstration zu fahren, als sich ihnen drei Unbekannte nähern. Einer von ihnen tritt im Vorbeigehen gegen eine neben der Gruppe abgestellte Fahne. Dann geht er – rechte Parolen rufend – auf einen der Linken los, der den Angriff mit einem Fahnenstock abwehren kann. Daraufhin schlägt der Rechte einem weiteren Linken mit voller Wucht aufs Ohr. Eintreffende Polizeibeamte können den Angreifer stoppen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.01.2011   Weißenfels (Burgenlandkreis)

Gegen Mitternacht brennt das Auto eines Vorstandsmitglieds des Simon-Rau-Zentrums in Weißenfels vollständig aus. Als Ursache ist nach derzeitigem Erkenntnisstand von einem Brandanschlag auszugehen. Im Vorfeld war der 32-jährige Betroffene, der sich seit etlichen Jahren im Burgendlandkreis gegen Rechts engagiert, mehrfach aus dem Umfeld der NPD bedroht worden. Durch den Brand entstand ein Sachschaden von ca. 13.800 Euro. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

01.01.2011   Schönebeck (Salzlandkreis)

Am frühen Neujahrsmorgen betritt eine etwa siebenköpfige Gruppe Rechter einen Döner-Imbiss. Nach rechten und rassistischen Äußerungen schlagen mehrere Männer auf den türkischen Besitzer ein. Zwei Gäste des Lokals, die dem Betroffenen helfen wollen, werden ebenfalls angegriffen. Einem wird ein Zahn ausgeschlagen. Schließlich verlässt die Gruppe den Imbiss. Der Besitzer muss mit Platzwunden und einem Hämatom am Kopf sowie eine Verletzung am Arm ambulant behandelt werden. Auch beide Helfer werden bei dem Angriff verletzt. Es wird Anzeige erstattet.

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