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Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.12.2010   Magdeburg

Gegen 4 Uhr nachts werden drei an der Haltestelle „Kastanienstraße“ auf den Bus wartende Studierende – ein 25-jähriger Ecuadorianer, eine 25-jährige Deutsche und eine 29-jährige Mexikanerin –von mehreren vorbeilaufenden Unbekannten gemustert. Kurz darauf rennt die Gruppe auf den 25-Jährigen zu. Er erhält einen Faustschlag ins Gesicht und flüchtet, wird aber von der Gruppe eingeholt und zu Boden geschlagen. Dann treten die Angreifer unter rassistischen Beschimpfungen mehrfach gegen den Kopf des Betroffenen. Beim Versuch, ihrem Freund zu helfen, werden auch die beiden Frauen zu Boden geschubst, getreten und beleidigt. Erst als der 25-Jährige sich nicht mehr bewegt, lassen die Angreifer von dem Studenten ab. Im Weggehen entreißen sie der 25-Jährigen noch ihre Handtasche. Der Ecuadorianer muss u.a. mit Schädel-Hirn-Trauma und Nasenbeinbruch stationär im Krankenhaus behandelt werden. Beide Frauen erleiden Schürfwunden und Prellungen. Die Polizei nimmt noch am gleichen Tag vier Tatverdächtige vorläufig fest.

Polizeirevier Magdeburg, 05.12.10/ MDR, 05.12.10

04.12.2010   Magdeburg

Gegen 22:20 Uhr wird ein 45-jähriger Pakistaner im Stadtteil Neustädter See auf dem Nachhauseweg von drei Männern rassistisch beleidigt. Dann drückt ihn einer der Männer gegen eine Auto und würgt ihn am Hals. Schließlich zieht einer seiner Begleiter den Angreifer von dem Betroffenen weg. Dieser erleidet Würgemale am Hals. Im Zuge der polizeilichen Recherchen können alle drei Tatverdächtigen namentlich bekannt gemacht werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

24.11.2010   Magdeburg

Gegen 22 Uhr wird ein 26-jähriger Punk von einem ihm bekannten, 18-jährigen Neonazi angerufen und unter einem Vorwand in eine Wohnung gelockt. Dabei versichert ihm der 18-Jährige, dass er alleine in der Wohnung sei. Bei seinem Eintreffen öffnet dem Punk ein Unbekannter, der ihm unvermittelt von hinten einen Gegenstand auf den Kopf schlägt. Dabei fragt er den Betroffenen, ob er sich mit Nazis anlegen wolle, packt ihn am Hals und zerrt ihn in den Wohnraum. Dabei fällt dem Betroffenen sein Mobiltelefon auf den Boden, dass der Rechte sofort zertritt. Unter der Drohung, dass er die Wohnung sonst nicht lebend verlässt, zwingen der Bekannte, der Wohnungsinhaber sowie ein weiterer Neonazi den Betroffenen, sich auszuziehen „wie im KZ“. Nur mit Strümpfen bekleidet kann der 26-Jährige schließlich die Wohnung verlassen. Der Betroffene bittet einen Nachbarn um Hilfe, der die Polizei alarmiert. Er erleidet eine Platzwunde an der linken Stirnseite sowie schmerzhafte Prellungen im Halsbereich. Die Polizei ermittelt in der Folge gegen drei, zum Teil einschlägig vorbestrafte 18-, 21- und 47-Jährige wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

14.11.2010   Bad Kösen (Burgenlandkreis)

Auf der Tanzfläche einer Diskothek kommt nach Mitternacht ein Unbekannter direkt auf einen 20-jährigen Alternativen zu und versetzt ihm unvermittelt einen Kopfstoß. Auf die Frage nach dem Grund entgegnet der Angreifer „Weil du links bist!“. In einem anderen Teil der Disko werden der Alternative und seine Freunde später von ca. fünf Personen aus der Gruppe des Angreifers attackiert. Dabei wird der Alternative am Boden liegend getreten. Kurze Zeit später verlässt der Betroffene mit seinen Begleitern das Lokal. Draußen werden sie vor den Augen der Security – die trotz Bitte um Hilfe nicht eingreift – erneut von der Gruppe angegriffen. Insgesamt werden vier Betroffene verletzt.

Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel, 15.11.10

14.11.2010   Kalbe/Milde (Altmarkkreis Salzwedel)

Gegen 1:30 Uhr werden mehrere Linke nach einer verbalen Auseinandersetzung von einer Gruppe Rechter angegriffen. Dabei skandiert einer von ihnen den sog. Hitlergruß. Zwei 21- und 22-jährige Männer werden bei dem Angriff leicht verletzt. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

31.10.2010   Oschersleben

Am späten Nachmittag wird ein Punk von zwei stadtbekannten Neonazis angegriffen. Der 16-Jährige läuft am Ende eines Stadtspaziergangs aus Protest gegen die Räumung des soziokulturellen Zentrums Alge e.V. mit, als die Rechten sich unbemerkt von hinten nähern und ihn zu Boden schlagen. Durch den Einsatz von Pfefferspray gelingt es ihm, die körperlich überlegenen Angreifer abzuwehren, die dann mit einem PKW flüchten. Der 16-Jährige erleidet eine Platzwunde an der Lippe.

Etwa eine halbe Stunde später fahren mehrere Autos am Bahnhof vor, wo sich zu diesem Zeitpunkt noch einige Alternative aufhalten. Als aus den PKWs, darunter das Fahrzeug der vorherigen Angreifer, mehrere u.a. mit Knüppeln bewaffnete Rechte herausspringen und auf die Gruppe zurennen flüchten die Alternativen. Die Rechten verfolgen die Betroffenen, welche schließlich entkommen und die Polizei alarmieren können. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

31.10.2010   Genthin

Auf dem Nachhauseweg von einer Halloweenparty, die zum Ziel eines organisierten rechten Angriffs geworden war, begegnet ein 22-Jähriger einer 15 bis 20-köpfigen Gruppe Rechter. Er flüchtet, wird jedoch eingeholt und mehrfach mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und gegen den Körper getreten. Dabei fällt er durch eine Glastür. Der Betroffene erleidet einen Nasenbeinanbruch, Schnitt- und Schürfwunden im Gesicht sowie eine Rückenprellung und muss im Krankenhaus ambulant versorgt werden. Zwei seiner Freunde, die das Klirren der Glastür gehört hatten und zu Hilfe geeilt waren, werden ebenfalls angegriffen. Beim Versuch, die Polizei zu alarmieren, zerstören die Angreifer zudem das Handy eines der Freunde.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

30.10.2010   Genthin

Gegen 21:30 Uhr versuchen etwa 10 bis 12, teils vermummte und bewaffnete Rechte, sich Einlass zu einer auch von Alternativen veranstalteten und frequentierten Halloweenparty zu verschaffen. Die Besucher_innen der Party können die Angreifer abwehren. Dabei werden mehrere Gäste geschlagen und getreten. Zudem bedroht einer der Rechten einen Gast mit einem Messer, ein anderer wirft ein Holzfass auf einen Besucher, das ihn nur knapp verfehlt. Drei Personen erleiden Verletzungen, darunter eine Rippenprellung. Anwesende weibliche Gäste werden u.a. als „Judenschlampen“ beschimpft. Nachdem Unbekannte einen Tag zuvor einen Buttersäureanschlag auf einen Irish-Pub verübt hatten, in dem die Party ursprünglich stattfinden sollte, musste sie in ein benachbartes Lokal verlegt werden. Bereits im Vorjahr war die Halloweenparty im gleichen Pub von Rechten angegriffen worden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

30.10.2010   Magdeburg

Kurz nach 18:00 Uhr wird ein 41-Jähriger auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes unvermittelt von einem Unbekannten angepöbelt und u.a. rassistisch beleidigt. Dann entfernt sich der Mann. Kurz darauf trifft der Betroffene, diesmal in Begleitung seines 11-jährigen Sohnes, erneut auf den Unbekannten, der mit mehreren Männern zusammensteht. Nach einer rechtfertigenden Bemerkung des Betroffenen nimmt einer aus der Gruppe ihn sofort in den Schwitzkasten und stößt ihn zur Boden. Dann wird der Betroffene ins Gesicht geschlagen und in die Hand gebissen. Der weinende Sohn versucht seinem Vater zu helfen, wird jedoch weggestoßen. Dem Betroffenen gelingt es schließlich, sich zu befreien. Eine Zeugin ruft die Polizei, die noch am Tatort die Personalien der Gruppe aufnimmt. Der 41-Jährige erleidet u.a. mehrere Hämatome und eine Muskelzerrung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht / Volksstimme, 04.11.10

29.10.2010   Halberstadt

Gegen 3:00 Uhr morgens wird ein 35-Jähriger, der direkt über seinem Bistro wohnt, plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Sein Nachbar, der von unten immer wieder „Scheiß Kanake, Scheiß Ausländer, komm raus!“ ruft beginnt schließlich, mit einem Baseballschläger und einem Messer die Scheiben des Imbisses zu zertrümmern. In Panik läuft der Betroffene zu seiner Nachbarin, die den Notruf wählt. Nach Eintreffen der Polizei stellt der Bistrobesitzer fest, dass fast sämtliche Scheiben seines Lokal sowie des benachbarten Versicherungsbüro zerstört wurden. Der Staatsschutz ermittelt u.a. wg. Bedrohung und Sachbeschädigung.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

29.10.2010   Genthin

In der Nacht vom 28. zum 29. Oktober 2010 verüben Unbekannte einen Buttersäureanschlag auf einen Irish-Pub, wo am darauffolgenden Tag eine Halloweenparty stattfinden sollte. Das Lokal war aufgrund seines alternativen Publikums bereits mehrfach ins Visier der organisierten rechten Szene geraten. Durch den Anschlag entstand ein Sachschaden von mindestens 850 Euro und der Betreiberin des Pubs zudem ein Verdienstausfall.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.10.2010   Oschersleben

Am späten Nachmittag wird ein nichtrechter Jugendlicher in Bahnhofsnähe von einem stadtbekannten Rechten angesprochen und beleidigt. Dann holt er mit der Faust aus. Dem 17-Jährigen gelingt es, dem Schlag auszuweichen und zu flüchten. Der Rechte verfolgt den Betroffenen, der beim Rennen sein Handy aus der Hosentasche verliert. Zeugen beobachten später, wie mehrere Rechte das Telefon zerstören.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

24.10.2010   Klötze

Bei einem nachmittäglichen Besuch des Martinimarkts mit Frau und Kind wird ein 30-jähriger Schwarzer aus einer Gruppe von fünf bis sechs Männern heraus rassistisch beleidigt. Als er fragt, was das soll, greift ihn einer der Unbekannten mit einem Kopfstoß an. Er wehrt sich, wird aber daraufhin von mehreren gleichzeitig geschlagen und getreten, bis es einer Passantin gelingt, den Angriff zu beenden. Eine weitere Frau ruft die Polizei, die in der Folge die Personalien von drei Tatverdächtigen aufnimmt. Der Betroffene erleidet Zahn- und Schulterverletzungen, Hämatome im Bereich des Oberkörpers sowie eine großflächige Abschürfung am Oberschenkel.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

21.10.2010   Burg (Jerichower Land)

Nach Bedrohungen auf dem Schulhof verstellen mehr als zehn Mitschüler einem 16-jährigen Alternativen im Schulflur den Weg. Mehrere der Jugendlichen drücken ihn an die Wand und er erhält einen Faustschlag ins Gesicht. Dabei rufen die Rechten „Scheiß Zecke, wir machen dich platt“ und beleidigen den Betroffenen als „Scheiß Antifaschist“.

Nach Schulende wird er auf dem Weg zum Bus erneut von mehreren Rechten eingekesselt und mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. Dabei brüllen die Angreifer u.a. „White Power“.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

13.09.2010   Kalbe/Milde

In einer Kindertagesstätte werden die Wechselsachen und Schuhe eines Zweijährigen zum Teil entwendet und zum Teil beschädigt. U.a. wird ein Ärmel seiner Jacke so zerschnitten, dass SS-Ruhnen erkennbar sind. Außerdem wird das Portraitfoto des Jungen sowie ein Symbol, mit dem die Kinder ihren Platz leichter erkennen sollen vollständig zerkratzt. Im Folgenden findet die Mutter im Bereich des Kindergartens insgesamt drei Briefe mit beleidigendem und rassistischem Inhalt. In einem davon wird ihr Sohn mit dem Tode bedroht. Nachdem die Presse ausführlich über den Fall berichtet hatte, wechselte die Zuständigkeit zum Staatsschutz. Kurz darauf negierte die Polizei auf Grundlage der Darstellung der Beschuldigten öffentlich eine rassistische Motivation für die Tat.

Polizeirevier Magdeburg, 12.09.10 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

12.09.2010   Magdeburg

Kurz nach Mitternacht stürmen etwa zwanzig augenscheinlich Rechte auf eine Gruppe linker Jugendlicher los, die an der Straßenbahnhaltestelle Quittenweg im Stadtteil Reform Musik hören. Die Betroffenen flüchten, werden aber von einigen der Rechten verfolgt. Ein 20-Jähriger wird von mehreren Angreifern zu Boden gerissen, geschlagen und getreten. Auch ein weiterer Betroffener wird eingeholt und geschlagen. Währenddessen zerstören einige Rechte die zurückgelassene Musikanlage, wobei auch eine Glasscheibe des Wartehäuschens zu Bruch geht. Zwei Betroffene müssen mit Hämatomen und einer Platzwunde am Auge ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Polizeirevier Magdeburg, 12.09.10 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.09.2010   Magdeburg

Gegen 1:00 Uhr nachts stoppen plötzlich mehrere PKWs an einer Parkanlage am Gouvernementsberg, in dem sich noch ca. 10 bis 15 alternative und nichtrechte Jugendliche aufhalten. Aus den Autos steigen etwa zwanzig Vermummte, die sofort beginnen, gezielt nach Punks zu fragen. Dann schlagen und treten sie auf mehrere Jugendliche ein, wobei „Hasta la vista Antifascista“ gerufen wird. Bevor sie flüchten, drohen sie den Jugendlichen, dass sie das nächste Mal nicht lebend davonkämen. Vier Betroffene im Alter zwischen 18 und 22 Jahren werden u.a. Hämatomen zugefügt. Ein 20-Jähriger verliert kurzzeitig das Bewusstsein und muss mit Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Eine 16-Jährige erleidet auf der Flucht vor den Angreifern einen Asthmaanfall.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.09.2010   Halle

Vor dem Eingang der Diskothek „Turm“ werden ein 22-jähriger Syrer und seine Begleiter gegen 2:00 Uhr von einem offensichtlich alkoholisierten Mann angepöbelt. Kurz darauf kommen weitere Männer hinzu. Nach Beschimpfungen wie „Scheiß Ausländer“ und unter „Sieg Heil“-Rufen greift die Gruppe den 22-Jährigen und seine Freunde an. Der junge Syrer wird u.a. durch einen Messerstich in den Hals schwer verletzt. Freunde fahren den stark blutenden, mittlerweile bewusstlosen Betroffenen mit einem Auto ins Krankenhaus, wo er sofort notoperiert werden muss. Mehr als eine Woche schwebt der 22-Jährige in Lebensgefahr und liegt im künstlichen Koma. Zwei Tage nach dem Angriff nimmt die Polizei einen 21-Jährigen fest, gegen den wegen versuchten Totschlags ermittelt wird.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

07.08.2010   Diesdorf (Altmarkkreis Salzwedel)

Während eines Feuerwehrzeltlagers fällt ein Jugendbetreuer auf einem Fest durch rechte Sprüche gegenüber den anwesenden Jugendlichen auf. Von einem 20-jährigen Betreuer einer anderen Jugendfeuerwehr darauf angesprochen, schlägt der 29-Jährige ihm mehrfach ins Gesicht, auch noch nachdem dieser das Bewusstsein verliert. Der Betroffene erleidet einen Nasenscheidewandbruch und Hämatome am Kopf und muss sich mehrere Tage im Krankenhaus behandeln lassen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

07.08.2010   Weißenfels

Ein 29-jähriger Mann aus dem Niger sitzt am frühen Morgen noch mit einem Freund im Lokal „Feldschlösschen“, als ein offensichtlich Rechter ihn plötzlich anpöbelt. Als ca. ein Dutzend weiterer Personen hinzukommen schlägt die Gruppe unter Beschimpfungen wie „Scheiß Neger“ massiv auf den 29-Jährigen ein. Noch am Boden liegend wird er weiter getreten. Sein Freund versucht zu helfen, wird aber – u.a. von Security-Personal – aus dem Lokal gedrängt. Auch eine junge Frau versucht zu intervenieren, woraufhin sie bespuckt und getreten wird. Draußen umringen mehrere Männer den Freund des Betroffenen. Einer greift den 30-jährigen Flüchtling – unter Anfeuerungsrufen aus der Gruppe – mit einem Holzstock an und verletzt ihn am Arm. Schließlich flüchten die Angreifer. Der 29-Jährige muss u. a. mit einer Kopfplatzwunde ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Sein Freund trifft auf dem Nachhauseweg erneut auf die Gruppe der Angreifer, die ihn rassistisch beleidigen und bedrohen. Als sich ein Passant verbal einmischt, kann sich der Betroffene in Sicherheit bringen. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung.

Polizeirevier Harz, 27.07.10

26.07.2010   Halberstadt (Harz)

In der Nähe eines NP-Marktes wird ein Flüchtling aus Indien gegen 20:15 Uhr von mehreren Rechten angegriffen. Nach Rufen der Parole „Ausländer raus!“ schlagen und treten die Männer auf den 28-Jährigen ein. Die von dem Betroffenen alarmierte Polizei kann noch in Tatortnähe einen alkoholisierten 40-Jährigen vorläufig festnehmen. Aufgrund seiner Verletzungen muss der 28-Jährige ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.07.2010   Zeitz

Gegen Mittag werden eine Nigerianerin und ihr 5-jähriger Sohn auf dem Weg zum Einkaufen plötzlich von drei unbekannten Jugendlichen rassistisch beschimpft. Während die Gruppe auf sie zuläuft, wirft ein Jugendlicher einen Stein nach Mutter und Kind, der dicht neben ihnen landet. In Panik flüchtet die 35-Jährige mit ihrem Sohn und erstattet in der Folge Anzeige. Aus Angst vor weiteren Angriffen fährt sie zu Freunden in eine andere Stadt und stellt einen sog. Umverteilungsantrag. Nach Ablehnung durch die Ausländerbehörde ist die Kleinfamilie schließlich gezwungen, nach Zeitz zurückzukehren.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

11.07.2010   Gardelegen

Kurz nach 1 Uhr nachts wird einer von mehreren alternativen Jugendlichen, die sich in ihren Autos auf dem Reweparkplatz getroffen haben plötzlich von zwei stadtbekannten Rechten aufgefordert auszusteigen. Als er im Rückspiegel sieht, wie mehrere weitere Rechte auf das Auto zurennen, entschließt er sich zur Flucht. Auch die anderen Alternativen versuchen daraufhin zu fliehen. Eine Jugendliche, die hinten auf einem Moped sitzt, wird von den Angreifern am Ärmel festgehalten und zu Boden gezogen, wodurch sie sich Abschürfungen zuzieht.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

11.07.2010   Gardelegen

Während einer privaten Feier in einem Jugendzentrum tauchen kurz nach Mitternacht plötzlich mehrere, z.T. stadtbekannte Rechte vor dem Eingang auf. Als zwei alternative Jugendliche sie wegschicken wollen, werden sie von der Sechsergruppe angegriffen. Dabei beschimpfen die Rechten die Jugendlichen als „Zecken“ und rufen „Hier ist der nationale Widerstand“. Einer der Betroffenen erleidet u.a. ein Hämatom am Auge sowie mehrere Prellungen.

Polizeirevier Saalekreis

08.07.2010   Merseburg

Gegen 22:00 Uhr pöbeln drei offenbar alkoholisierte Männer lautstark vor einem Döner-Imbiss herum. Als der Mitarbeiter des Lokals ihnen den Zutritt verwehrt, dreht ihm einer der Männer denn Arm um. Die anderen beiden schlagen unter rassistischen Beschimpfungen auf den Betroffenen ein.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

07.07.2010   Halle

Nach dem WM-Aus für Deutschland im Halbfinalspiel gegen Spanien wird ein 29-jähriger Migrant an einer Tankstelle plötzlich von deutschen Fußballfans angepöbelt. Dann stürmen mehr als 15 Jugendliche auf ihn los, treten und schlagen u. a. mit Flaschen auf ihn ein. Der Betroffene kann zunächst flüchten. Da er sich aber in einer Sackgasse befindet, wird er beim Versuch, sie zu verlassen erneut angegriffen. Dem Betroffenen werden mehrere Zähne ausgeschlagen und er muss u.a. wegen eines Kieferbruchs mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.06.2010   Schkopau (Saalekreis)

Eine alternative Jugendliche ist gegen 22:00 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Nachhauseweg, als plötzlich ein mit mehreren augenscheinlich Rechten besetztes Auto entgegen der Fahrtrichtung neben ihr hält. Der Fahrer beschimpft die junge Frau u.a. mit „Scheiß Zecke“, während der Beifahrer bereits seine Tür öffnet. In Panik fährt die 17-Jährige so schnell sie kann los, während die Rechten ihr „Wir kriegen dich sowieso“ hinterher rufen. Da sie das Auto erst wenden müssen, hat die Betroffenen einige Meter Vorsprung. Nach ca. 200 Metern kommt die Alternative an einen Bahnübergang, dessen Schranke bereits herunter geht. Sie kann ihn noch überqueren, während die Rechten halten müssen. Einer ruft der Alternativen nach, dass sie sie das nächste Mal kriegen. Die Betroffene kann über Seitenstraßen entkommen.

Projekt gegenPart Dessau

26.06.2010   Bitterfeld-Wolfen

Gegen 3 Uhr nachts werden fünf alternative Jugendliche am Rande eines Hafenfestes im Ausflugsgebiet Goitzsche von drei Rechten beschimpft. Nach einem kurzen Wortgefecht schlägt einer der Unbekannten einem 17-jährigen Alternativen so heftig mit der Faust ins Gesicht, dass er zu Boden geht. Als ein 22-Jähriger zu schlichten versucht, wird auch er von dem Angreifer attackiert. Schließlich reißt der Rechte den 17-Jährigen erneut zu Boden und tritt mehrfach auf ihn ein. Beide Betroffenen müssen mit Hämatomen und Prellungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Nach einer Anzeige durch die Betroffenen ermittelt der polizeiliche Staatsschutz.

Polizeirevier Magdeburg, 27.06.10 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

26.06.2010   Magdeburg

Gegen 0:30 Uhr trifft ein 20-Jähriger auf dem Nachhauseweg im Stadtteil Reform auf eine sechsköpfige Gruppe. Nach der Frage, ob er ein Punk sei, schlägt ihm einer der Unbekannten unvermittelt mehrfach mit der Faust ins Gesicht, sodass er zu Boden geht. Als zwei Bekannte dem Betroffenen zu Hilfe eilen wollen, werden auch sie aus der Gruppe heraus angegriffen und verletzt. Die durch eine weitere Zeugin alarmierte Polizei stellt noch vor Ort zwei Tatverdächtige fest.

Projekt gegenPart Dessau

18.06.2010   Dessau-Roßlau

Am Nachmittag werden drei 17-, 18- und 22-jährige Alternative im Stadtzentrum aus einer Gruppe von fünf Neonazis als „Scheiß Zecken“ beschimpft. Die Rechten werfen ihnen vor, das Grab eines Neonazis auf dem Zentralfriedhof der Stadt verwüstet zu haben. Obwohl die Alternativen dies vehement bestreiten, schlagen zwei aus der Neonazigruppe dem 17-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht und werfen eine Bierflasche nach ihm. Der Betroffene erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

16.06.2010   Halberstadt

Gegen 18:30 Uhr wird ein 57-Jähriger vor einem NP-Markt aus einer Gruppe augenscheinlich Rechter während der Fußball-WM gefragt, ob er „für Deutschland“ sei. Mit der Bemerkung, dass er keine Ahnung von Fußball habe, geht der Mann einkaufen. Nach Verlassen des Supermarktes versperren drei Männer aus der Gruppe dem Betroffenen den Weg. Nach dem Ruf „So einen Dreck wollen wir hier nicht haben!“ schlägt ein stadtbekannter, 27-jähriger Neonazi dem Betroffenen mit der Faust ins Gesicht, sodass er zu Boden geht. Dann tritt der Angreifer so massiv auf ihn ein, dass er zwei Zähne verliert. Zudem erleidet der Betroffene mehrere Prellungen und Schwellungen im Gesicht und muss ambulant behandelt werden. Während des laufenden Gerichtsprozesses gegen den 27-Jährigen wird der Betroffene aus dem Umfeld des Angeklagten geschlagen und bedroht.

Projekt gegenPart Dessau

15.06.2010   Wittenberg

Am Nachmittag wird ein Jugendlicher im Bereich des Bahnhofes aus einer Gruppe heraus zunächst rassistisch u.a. mit „Wir mögen keine Ausländer. Schert auch nach Hause!“ angepöbelt. Dann schlägt einer der Unbekannten dem Betroffenen so ins Gesicht, dass er zu Boden geht. Nachdem der Betroffene wieder aufstehen konnte, wird er von mehreren weiteren Rechten festgehalten und – unter anhaltenden Beleidigungen – mit einer zerbrochenen Glasflasche bedroht. Das Eingreifen eines Passanten, welcher u.a. dem Angreifer die Flasche aus der Hand schlägt, verhindert Schlimmeres. Der Betroffene und seine Familie entschieden sich in der Folge gegen eine Anzeigenerstattung.

Polizeirevier Halle 14.06.10

14.06.2010   Halle

Gegen 2:30 Uhr werden ein 41-jähriger Mann aus Burkina Faso und seine 22-jährige Begleiterin von zwei Männern rassistisch beleidigt. Dann wird der 41-Jährige so geschlagen, dass er zu Boden geht. Der Betroffene wird an der Lippe verletzt. In der Folge kann die Polizei zwei Tatverdächtige festnehmen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

14.06.2010   Halle

m Anschluss an das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien zur Fußball-WM wird ein Punk kurz nach Mitternacht an der Haltestelle Franckeplatz gezielt von zwei augenscheinlichen Deutschland-Fans attackiert. Zuvor hatte der 20-Jährige in einer Straßenbahn verbal interveniert, als aus der Gruppe der späteren Angreifer „Sieg Heil“ gerufen und der sog. Hitlergruß gezeigt wurde. Beim Aussteigen folgt ihm die Sechsergruppe, erneut „Sieg Heil“ grölend. Als der Student fragt, was das solle, entgegnet eine junge Frau aus der Gruppe nur „Verpiss dich“. Kurz darauf wird der Punk so massiv in den Rücken getreten, dass er gegen einen Bauzaun fällt. Als sich der Betroffene umdreht, kommen zwei der Jugendlichen auf ihn zu. Nach der Frage, ob er sich schon mal mit einem Kickboxer angelegt habe erhält er zwei gezielte Fußtritte ins Gesicht. Dann geht die Gruppe Richtung Markt weg. Während des Angriffs stehen etwa zehn PassantInnen auf der gegenüberliegenden Straßenseite, jedoch greift niemand ein. Der Betroffene verständigt die Polizei und muss u.a. mit einer Kieferprellung ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

12.06.2010   Quedlinburg

Gegen 1:00 Uhr nachts wird ein 20-Jähriger, der sich in Begleitung einer Freundin und eines Freundes auf dem Nachhauseweg befindet, aufgrund seines Äußeren aus einer Gruppe von ca. sechs bis acht augenscheinlich Rechten heraus mit „langhaariger Bombenleger“ angepöbelt. Außerdem wird „Scheiß Zecken“ gerufen. Als der 20-Jährige wegrennt, verfolgen ihn mehrere Rechte, allerdings erfolglos. Daraufhin kehren sie zu seinen Begleiter_innen zurück. Einer der Rechten geht aggressiv auf den 21-jährigen Freund los und schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Dadurch geht die Brille des Betroffenen kaputt und Glassplitter gelangen ins Auge, welches glücklicherweise unverletzt bleibt. Die von dem 20-Jährigen alarmierte Polizei kann schließlich noch vor Ort den mutmaßlichen Haupttäter stellen. Der 21-Jährige erleidet eine Jochbeinprellung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.06.2010   Halberstadt

Am späten Vormittag werden zwei 22- und 25-jährige Flüchtlinge aus Benin in einem Park zunächst von einem Unbekannten angerempelt und dann von mehreren Männern u. a. als „Neger, Neger“ beschimpft. Als sie weitergehen, fliegt plötzlich eine Flasche unmittelbar am Kopf des 22-Jährigen vorbei. Die Betroffenen flüchten, werden jedoch von der Gruppe verfolgt und mit weiteren Flaschen beworfen. Als der 22-Jährige stehen bleibt und seine Verfolger anspricht, zieht einer der Unbekannten demonstrativ und herausfordernd sein T-Shirt aus. In Panik rennen die Betroffenen weiter. Erst im belebten Stadtzentrum bleiben sie stehen. Zeugen informieren währenddessen die Polizei. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile Anklage gegen zwei Beschuldigte u. a. wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Revierkommissariat Gräfenhainichen

07.06.2010   Kemberg (Landkreis Wittenberg)

Gegen 20:45 Uhr betritt ein Mann ein Asiabistro, bespuckt den 49-jährigen Imbissbetreiber und skandiert rassistische Parolen. Bevor er den Imbiss verlässt, zeigt er noch den „Hitlergruß“ und ruft dabei „Sieg Heil!“. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

06.06.2010   Leuna (Saalekreis)

Zwischen 2:00 und 3:00 Uhr nachts wird ein Molotowcocktail in einen von VietnamesInnen betriebenen Obst- und Gemüseladen geworfen, der jedoch kein Feuer auslöst. An dem Brandsatz sind neonazistische Aufkleber angebracht. Es entsteht ein Sachschaden von 5.000 Euro. Bereits eine Woche zuvor waren drei Scheiben des Geschäfts mit Steinwürfen beschädigt und Aufkleber mit rechten Parolen hinterlassen worden.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

02.06.2010   Dessau-Roßlau

Gegen 11.15 Uhr wird ein 23-jähriger Somalier in der Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann stößt er den Betroffenen und tritt ihn zwei Mal gegen seinen Oberschenkel.

Projekt gegenPart Dessau

28.05.2010   Dessau-Roßlau

Kurz nach Mitternacht werden zwei Alternative von einem augenscheinlich Rechten beleidigt. Dann versucht der Unbekannte, die 22-Jährige und den 18-Jährigen mit einem Baseballschläger anzugreifen. Den Betroffenen gelingt die Flucht. Sie erstatten Anzeige.

Polizeirevier Jerichower Land

27.05.2010   Burg

Gegen 21:30 Uhr wird ein 32-jähriger Mann aus Benin am Bahnhof von zwei Männern massiv rassistisch beschimpft, am Kragen gepackt und auf den Arm geschlagen. Dabei zeigt einer der Angreifer den sog. Hitlergruß. Die vor Ort eintreffende Polizei stellt zwei Tatverdächtige im Alter von 16 und 29 Jahren. Der Betroffene verzichtete auf das Stellen eines Strafantrags.

Polizeirevier Stendal

23.05.2010   Stendal

Am Abend wird ein Notarzt während eines Einsatzes von einem Mann rassistisch beschimpft. Dann schlägt er auf den Mediziner ein. Der Betroffene erleidet Verletzungen an Hals, Schulter, Arm und Hand.

Polizeirevier Stendal

14.05.2010   Stendal

Gegen 2:30 Uhr nachts werden eine 18-Jährige und ihr Begleiter auf dem Nachhauseweg nach dem Ruf „Zeckenklatschen“ und einer darauf folgenden verbalen Auseinandersetzung von einer vierköpfigen Gruppe angegriffen. Die 18-Jährige wird durch einen Faustschlag zu Boden gebracht. Auch ihr Begleiter wird geschlagen. Die Betroffene muss stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

13.05.2010   Mieste (Altmarkkreis Salzwedel)

Auf einer privaten Herrentagsfeier greift ein Rechter einem 17-jährigen Jugendlichen völlig unvermittelt in die Haare, zieht seinen Kopf bis auf den Boden hinunter und tritt ihm ins Gesicht. Dabei beleidigt er ihn als „langhaarigen Bombenleger“ und verhöhnt ihn. Als die Freundin des Betroffenen den Angreifer auffordert aufzuhören, bedroht er sie. Der 17-Jährige erleidet Prellungen im Gesicht und Schwellungen im Halsbereich und muss sich im Krankenhaus behandeln lassen. Beim Eintreffen der vom Betroffenen gerufenen Polizei zeigt der Angreifer den Hitlergruß.

Innenministerium, 14.05.10/ Polizeirevier Dessau-Roßlau

13.05.2010   Dessau-Roßlau

Am frühen Abend werden drei 4-, 8- und 11-jährige Kinder, die vor einem Supermarkt spielen, plötzlich von einer jungen Frau rassistisch beschimpft. Dann wirft sie eine halbvolle Flasche Bier in Richtung der 11-Jährigen und stößt sie gegen eine Hauswand. Währenddessen kommen vier männliche Jugendliche hinzu, beleidigen die Geschwister ebenfalls rassistisch und skandieren neonazistische Parolen. Schließlich versetzt die Angreiferin dem Mädchen einen Kopfstoß. Einer der Jugendlichen schlägt die 11-Jährige zudem mit der Faust gegen ihren Körper. Der Polizei gelingt es kurz darauf, die Gruppe zu stellen. Der Staatsschutz ermittelt.

Revierkommissariat Sangerhausen

11.05.2010   Sangerhausen

In seiner Schule wird ein 17-Jähriger unter rassistischen Beschimpfungen von einem Mitschüler festgehalten, während ein weiterer ihm mehrere Faustschläge in den Bauch versetzt. Nach den Worten „Lasst uns den verbrennen!“ sprühen die Angreifer Deospray in Richtung des Betroffenen und zünden den Sprühnebel mit einem Feuerzeug an.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

25.04.2010   Merseburg

Kurz nach Mitternacht stürmen etwa 20, mit Baseballschlägern und Eisenstangen bewaffnete Neonazis gezielt auf eine Gruppe Alternativer los, die auf dem Gelände der Alten Papierfabrik an einem Lagerfeuer sitzen. Mehrere Alternative, die nicht schnell genug fliehen können, werden zu Boden geschlagen. Etliche Angreifer treten u.a. gezielt auf die Köpfe von zwei am Boden liegenden Betroffenen ein. Weitere Neonazis verfolgen währenddessen gezielt die Flüchtenden. Da der Bereich der Alten Papierfabrik von Wasser umgeben ist und die Angreifer über den einzigen Zugang kamen, verstecken sich die Betroffenen in Panik in Gebüschen oder Erdgruben. Mit Steinwürfen versuchen die Neonazis, die Jugendlichen in der Dunkelheit aufzuspüren, während diese hoffen, dass die von ihnen alarmierte Polizei bald eintrifft. Bei dem Angriff rufen die Neonazis u.a. „Scheiß Zecken“ und „Merseburg bleibt deutsch“. Zudem drohen sie, es sei „noch nicht vorbei“. Bevor Beamte am Tatort eintreffen flüchten die Angreifer. Vier Betroffene müssen mit Hämatomen, Schürfwunden und Prellungen ambulant behandelt werden. Ein 26-Jähriger verliert zudem u.a. einen Zahn und ein 22-Jähriger muss mit Kopfverletzungen stationär behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

22.04.2010   Querfurt

Ein 20-jähriger Punk wird nach Rufen wie „Sieg Heil!“ vor seiner Haustür aus einer Gruppe Autonomer Nationalisten angegriffen und durch mehrere Schläge mit Baseballschlägern massiv verletzt. Er erleidet er u.a. einen Schädelbasisbruch und eine Unterarmfraktur. Vor Ort eintreffende Polizeibeamte stellen bei ihren Ermittlungen in einer Nachbarwohnung neonazistisches Propagandamaterial sowie etliche Baseballschläger sicher.

Projekt gegenPart Dessau

20.04.2010   Dessau-Roßlau

Gegen 15 Uhr wird ein 22-jähriger Alternativer im Stadtzentrum plötzlich von zwei Vermummten u.a. als „Scheiß Zeckenschwein“ beleidigt und unter Drohungen aufgefordert, sein T-Shirt mit dem Aufdruck „Antifaschistische Aktion“ auszuziehen. Dann stürmen die Rechten auf den 20-Jährigen los, dem es aber gelingt zu flüchten. Der Betroffene erstattet Anzeige.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost/ Projekt gegenPart

19.04.2010   Dessau-Roßlau

Gegen 16:40 Uhr wird ein 18-jähriger Punk vor einem Supermarkt u.a. als „Zecke“ beschimpft und von einem Rechten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Eine weitere Person versucht noch, dem Betroffenen in den Rücken zu springen. Nach der Festnahme eines polizeibekannten 19-Jährigen versammeln sich vor dem Polizeirevier mehrere Personen aus der rechten Szene. Dort warten sie mehrere Stunden auf die Entlassung ihres „Kameraden“.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost/ Projekt gegenPart

19.04.2010   Dessau-Roßlau

Kurz nach 20 Uhr werden zwei 18- und 22-jährige Alternative vor dem Hauptbahnhof aus einer größeren Gruppe Neonazis heraus u.a. als „Zeckenpack“ beschimpft. Zudem skandiert die Gruppe Sprüche wie „Hier kommen die Weißen!“ und „Hass, Hass, Hass wie noch nie!“. In der Folge wirft einer der Neonazis gezielt eine Bierflasche nach dem 22-Jährigen, der er gerade noch ausweichen kann. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen zwei 16- und 18-jährige Tatverdächtige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

16.04.2010   Laucha (Burgenlandkreis)

Am Nachmittag wird ein 17-Jähriger am Bahnhof unvermittelt von einem stadtbekannten Rechten angegriffen. Der Schüler sitzt gerade an einer Bushaltestelle und unterhält sich mit Klassenkameraden, als der Rechte plötzlich direkt auf ihn zukommt und sofort mehrfach versucht, ihm mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Ein Schlag trifft den Betroffenen so massiv, dass er mit dem Hinterkopf an der Wand der Haltestelle aufprallt. Dabei beleidigt er den 17-Jährigen als „Judenschwein“. Dann versucht er, den 17-Jährigen an seinen Haaren von der Bank hochzuziehen, der aber den Arm des Angreifers weg schlagen kann. Als der Angreifer von dem Schüler ablässt und sich einige Meter entfernt, nutzt der Betroffene die Gelegenheit und geht weg. Nach wenigen Metern wird er aber von dem Rechten eingeholt, an seiner Jacke gezogen und zu Boden gebracht. Dann tritt der Angreifer mehrfach auf den Betroffenen ein, auch gegen seinen Kopf. Erst als jemand aus einem vorbeifahrenden PKW den Angreifer anschreit, er solle aufhören und anhält, um den Betroffenen in seinem Auto in Sicherheit zu bringen lässt der Rechte von ihm ab. Der 17-Jährige erleidet u.a. eine Schwellung unter dem Auge. Er erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.04.2010   Magdeburg

Während einer Fahrscheinkontrolle in einer Straßenbahn der Linie 92 bemängelt eine Mitarbeiterin den ermäßigten Fahrschein eines Alternativen, der ihrer Auffassung nach zu spät entwertet wurde. Während der 45-Jährige und die Kontrolleurin diskutieren, wird er von einer weiteren Frau und drei Männer des Sicherheitsdienstes umringt. Ein Kontrolleur beschimpft den Mann dabei u.a. als „schwulen Penner“, „Schwuchtel“ und „asozialen Arbeitslosen“. An der Haltestelle AMO / Steubenallee zerren und stoßen die Sicherheitsbediensteten den Betroffenen aus der Bahn, wobei sie seine Brille beschädigen. Draußen wird er weiter beleidigt und festgehalten. Der Betroffene ruft nun laut um Hilfe. Daraufhin wird er von einem der Kontrolleure mehrfach gewürgt. Es gelingt dem Alternativen, über Notruf die Polizei zu informieren. Bevor die Beamten seine Anzeige aufnehmen, muss sich der Betroffene einem Atemalkoholtest unterziehen.

Polizeirevier Magdeburg, 04.04.10

03.04.2010   Magdeburg

Am frühen Abend werden zwei 17- und 19-jährige Jugendliche in einer Straßenbahn aus einer Dreiergruppe heraus angepöbelt. Beim Aussteigen an der Haltestelle „Allee Center“ schlägt einer der Männer dem 17-Jährigen nach massiven rassistischen Beleidigungen mit der Faust ins Gesicht. Als sein Begleiter ihm helfen will wird auch er von dem Angreifer geschlagen. Die durch Zeugen alarmierte Polizei kann noch in Tatortnähe zwei 25- und 31-jährige, stark alkoholisierte Männer stellen. Die Betroffenen wurden leicht verletzt. Gegen den 31-Jährigen wird wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.04.2010   Lutherstadt Eisleben (Mansfeld-Südharz)

Kurz nach 23:00 Uhr steigen plötzlich zwei Rechte aus einem PKW und verfolgen zwei augenscheinliche Punks. Während dem einen die Flucht gelingt, wird der andere von beiden Angreifern mit Fäusten so massiv geschlagen, dass er zu Boden geht. Währenddessen fordern sie den Jugendlichen – der eine Irokesenfrisur trägt – auf, sich die Haare zu schneiden. Dann lassen sie von ihm ab und laufen weg. Der Betroffene erleidet u.a. eine Platzwunde im Gesicht und muss genäht werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

01.04.2010   Kalbe/Milde

Ein 19-jähriger Punk wird von einem ihm bekannten Rechten massiv u.a. wegen seiner Einstellung beleidigt. Schließlich schlägt ihm der Rechte eine Bierflasche ins Gesicht. Der Betroffene erleidet eine blutende Schnittverletzung knapp unter einem Auge und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. In der Folge ermittelt die Polizei.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

27.03.2010   Magdeburg

Auf der Tanzfläche einer Diskothek wird ein 41-Jähriger kurz nach Mitternacht von einem Unbekannten per Handzeichen heran gewunken. Dann versetzt ihm der Mann unvermittelt einen Kopfstoß. Der Betroffene ruft die Polizei und erstattet noch vor Ort Anzeige. Sein Freund will den Täter später zur Rede stellen. Da dieser schweigt, fragt er dessen Begleiter nach dem Grund für den Angriff. Die Antwort sind rassistische Parolen wie „Geht erst mal Deutsch lernen.“ und „Das ist unser Land.“

Polizeirevier Magdeburg, 26.03.10

26.03.2010   Magdeburg

Gegen 1:30 Uhr nachts wird ein 19-Jähriger an der Haltestelle Alter Markt von einer vierköpfigen Gruppe rassistisch beschimpft. In der Straßenbahn setzt die Gruppe ihre Beleidigungen fort, wobei noch zwei weitere Jugendliche hinzukommen. An der Haltestelle Damaschkeplatz verlassen alle die Bahn. Als der Betroffene in einen Bus einsteigen will, versucht einer der Jugendlichen ihn zu schlagen. Der 19-Jährige kann sich erfolgreich wehren, wird aber von einem weiteren Angreifer mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die durch den Busfahrer informierte Polizei kann kurz darauf sechs Tatverdächtige im Alter von 16 bis 22 Jahren stellen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Beleidigung und Körperverletzung.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.03.2010   Merseburg

In der Nacht werden vier alternative Jugendliche auf dem Nachhauseweg plötzlich aus einer Gruppe augenscheinlich Rechter mit „Da sind ja die Zecken“ angepöbelt. Dann rennen etwa zehn Rechte auf die Alternativen zu. Ein 20-Jähriger, der nicht schnell genug fliehen kann, wird von mehreren Angreifern abwechselnd geschlagen und getreten. Dabei schlagen sie seinen Kopf gegen eine Metallstange. Zudem spricht einer der Angreifer den Betroffenen auf eine Antifa-Fahne an, welche in einem Fenster seiner Wohnung hängt: „Wenn die morgen nicht ab ist, passiert so was öfter!“ Der 20-Jährige erleidet eine blutende Schnittverletzung an der rechten Schläfe, ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Prellungen und Hämatome.

Polizeirevier Weißenfels

11.03.2010   Naumburg

Nach einem Verkehrsunfall werden zwei 18- und 23-jährige Männer offenbar aufgrund linker Aufkleber am Auto von einem mit Fahrrad vorbeifahrenden Rechten mit „Geschieht euch recht scheiß Zecken!“ angepöbelt. Dann ruft der Unbekannte „Heil Hitler“. Auf die Äußerung des 23-Jährigen, dass die Rechten nichts aus der Geschichte gelernt hätten versetzt der Unbekannte ihm einen Faustschlag ins Gesicht.

Polizeirevier Weißenfels

10.03.2010   Nebra (Burgenlandkreis)

Am Nachmittag wird ein 17-Jähriger plötzlich auf der Straße von einem 19-Jährigen als „Scheiß Zecke“ beschimpft und zwei Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Betroffene kann flüchten.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

06.03.2010   Harbke (Börde)

Gegen 3:45 Uhr nachts hört ein im Erdgeschoss untergebrachter Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Harbke laute Geräusche von draußen, u.a. das Klirren von splitterndem Glas. Als er ein Fenster öffnet, sieht er mehrere Personen neben der Eingangstür. Aus Angst vor einem Angriff weckt er weitere Bewohner aus der unteren Etage. Währenddessen versuchen die Unbekannten, die verschlossene Eingangstür der Unterkunft zu öffnen. Die Bewohner machen Licht im Flur und fangen an zu schreien, um zu verdeutlichen, dass sie in der Überzahl sind. Unter rassistischen Beleidigungen wie „Scheiß Ausländer“ verlassen die Unbekannten daraufhin das Gelände. Später bemerken die Bewohner ein kaputtes Toilettenfenster, welches offenbar von den Angreifern eingeworfen wurde. Es wird Anzeige erstattet.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.03.2010   Bad Dürrenberg (Saalekreis)

Gegen 12:30 Uhr wird ein 17-jähriger Alternativer am Bahnhof von zwei stadtbekannten Rechten mit „Jetzt kriegst du auf´s Maul!“ angesprochen. Dann versetzt ihm einer der Rechten einen Faustschlag gegen den Oberkörper, nimmt ihn in den Würgegriff und schlägt seinen Kopf gegen eine Wand. Eine Passantin interveniert verbal und verständigt die Polizei. Daraufhin lässt der Angreifer mit der Drohung „Beim nächsten Mal bist du tot!“ von dem Schüler ab. Der Betroffene erleidet u.a. eine Schürfwunde im Gesicht. Am darauffolgenden Tag begegnet der Betroffene dem jüngeren Bruder des Angreifers, der die Gewalttat mit „Du Scheiß Zecke hast das auch verdient!“ kommentiert. In der Folge erstattet der 17-Jährige Anzeige.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.03.2010   Schönebeck (Salzlandkreis)

Gegen 3:30 Uhr morgens verschaffen sich zwei Neonazis, darunter der Schönebecker Neonazi Thomas M., gewaltsam Zutritt zur Wohnung eines ehemaligen Kameraden, der aus der rechten Szene ausgestiegen war und eine Punkband mitbegründet hatte. Über eineinhalb Stunden malträtierten, bedrohten, schlugen und traten die Angreifer immer wieder auf den Betroffenen ein. Seine Freundin wurde mit Gewalt festgehalten und daran gehindert einzugreifen oder Hilfe zu holen. Beim Verlassen der Wohnung nahmen die Angreifer u.a. noch Alkohol mit. Hintergrund des Angriffs war ein nicht veröffentlichter Anti-Nazi-Song der Punkband, welcher in der Schönebecker Neonaziszene bekannt geworden war. Der Betroffene erleidet u.a. Prellungen und Blutergüsse und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden. Auch seine Freundin trägt Blutergüsse davon.

Polizeirevier Weißenfels

02.03.2010   Naumburg

Bei einer Begegnung auf dem Schulflur beleidigt ein 16-Jähriger eine jüngere Mitschülerin rassistisch und schlägt ihr mit der flachen Hand ins Gesicht. Als die Betroffene wegläuft, ruft der bekennende Rechte ihr noch eine weitere rassistische Beschimpfung nach. Die Polizei ermittelt u.a. wegen Körperverletzung.

Polizeirevier Jerichower Land, 01.03.10

01.03.2010   Burg (Jerichower Land)

Gegen 9:30 Uhr wurde ein 32-Jähriger aus Burkina Faso am Bahnhof von einem stark alkoholisierten Mann rassistisch beschimpft und vor die Brust gestoßen. Als Taxifahrer dazwischen gingen, ließ der Angreifer von dem Betroffenen ab. Der 32-Jährige erlitt eine leichte Prellung. Die herbeigerufene Polizei stellte bei dem 23-jährigen Tatverdächtigen ein Messer sicher, dass er während des Angriffs in der Hand gehalten hatte. Der Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

21.02.2010   Magdeburg

Kurz nach 5 Uhr morgens wird ein 24-jähriger Angolaner, der gerade mit seiner Freundin von einem Diskobesuch kommt, direkt vor seinem Hauseingang auf seine Schulter getippt. Als er sich umdreht nimmt er einen unbekannten Mann wahr, der ihn sofort mit einer Metallstange gegen seinen Kopf schlägt. Dem Betroffenen gelingt es, den Angreifer wegzustoßen und ins Haus zu flüchten. Der Unbekannte versucht, ihm zu folgen, was die Freundin des Betroffenen aber durch Zuhalten der Tür und laute Hilfeschreie verhindern kann. Schließlich flüchtet der Angreifer, bevor Wachschützer aus dem Nachbarhaus hinzukommen. Der Betroffene muss mit einer Platzwunde über dem rechten Auge sowie Hämatomen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

19.02.2010   Dessau-Roßlau

Gegen 21:45 Uhr läuft ein 17-Jähriger auf dem Nachhauseweg an einer etwa 15-köpfigen Gruppe vorbei. Er hört jemanden sagen „Da ist eine Zecke!“, woraufhin er von der Gruppe umzingelt wird. Nach der Ankündigung, dass er jetzt „ein paar auf´s Maul“ bekomme, holt einer der Rechten einen Schlagring aus seiner Hosentasche und schlägt dem Alternativen damit mehrfach ins Gesicht und gegen seinen Rücken. Der Betroffene versucht zu flüchten, wird aber eingeholt, zu Boden gestoßen und erneut ins Gesicht geschlagen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.02.2010   Schönebeck (Salzlandkreis)

Gegen zwei Uhr nachts wird ein Punkrocker vor einer Kneipe von dem stadtbekannten Neonazi Thomas M. aufgefordert, mit der Musik gegen Rechts aufzuhören. Obwohl der Betroffene beteuert, dass sich seine Band getrennt habe, schlägt M. ihm so mit der Faust ins Gesicht, dass er stürzt. Dann schlägt er weiter mit Fäusten vor allem gegen Gesicht und Kopf des am Boden Liegenden. Der Betroffene erleidet Platzwunden im Gesicht und am Kopf sowie Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich und muss im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.02.2010   Magdeburg

Auf dem Rückweg von einer Demonstration gegen den geplanten Neonaziaufmarsch in Dresden wurden drei Männer und zwei Frauen gegen 23:00 Uhr in unmittelbarer Nähe des alternativen Wohn- und Kulturprojektes Libertäres Zentrum (L!Z) in Magdeburg Fermersleben offenbar geplant von einer Gruppe Neonazis angegriffen. Nach Rufen des Kommandos „Los“ rennen plötzlich sechs teilweise vermummte Männer auf die Gruppe zu und schlagen und treten zeitgleich auf die Alternativen ein. Einige der Betroffenen rutschen sofort auf dem vereisten Boden aus, wo sie von den Angreifern mehrfach gezielt gegen die Köpfe getreten werden. Zwei befreundete Punks, die zufällig die Straße entlang kommen versuchen zu intervenieren, indem sie ihre Hunde freilassen. Als diese bellend in Richtung der Gruppe laufen flüchten die Angreifer in zwei in der Nähe abgestellte Autos und fahren weg. Die Betroffenen erleiden u.a. Hämatome. Einer der Alternativen muss aufgrund seiner Verletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

02.02.2010   Salzwedel

Am frühen Abend greifen etwa 10 vermummte Rechte einen alternativen Treffpunkt in der Innenstadt an. An dem Abend ist eine Veranstaltung zu den Protestaktionen gegen den Neonaziaufmarsch in Dresden geplant. Zwei Gäste des Treffpunktes, die sich im Hofbereich aufhalten, werden von den Angreifern geschlagen. Die Angreifer fordern die Gäste auf, die Veranstaltung abzusagen und wollen die Namen von AntifaschistInnen in Erfahrung bringen. Bei dem Angriff wird von den Rechten das Mobiliar eines Infoladens verwüstet und in einem anderen Raum eine Scheibe eingeworfen. Danach flüchten die Rechten. Die Veranstaltung wird trotz des Angriffs durchgeführt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

30.01.2010   Gardelegen

In den frühen Morgenstunden wird eine Gruppe von Alternativen von sieben Rechten angegriffen. Ein 23-jähriger Hiphopper wird von einer Bierflasche am Kopf getroffen und stürzt zu Boden, die anderen Alternativen können entkommen. Die Angreifer umstellen den 23-Jährigen und schlagen auf ihn ein. Der Hiphopper wird dadurch am Kopf verletzt und muss sich ärztlich behandeln lassen. Unter den von der Polizei kurze Zeit später in einer nahegelegenen Diskothek festgestellten Angreifern befinden sich aktive Rechte einer Neonazi-Kameradschaft aus dem Raum Gardelegen/Weteritz.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.01.2010   Wernigerode

Gegen 23:30 Uhr werden ein 25-jähriger Wernigeröder SPD-Stadtrat und seine beiden Begleiter auf dem Nachhauseweg plötzlich von einem offensichtlich alkoholisierten Mann angepöbelt, der mit einem weiteren Unbekannten direkt auf die Gruppe zuläuft. Unvermittelt tritt er gegen das Fahrrad des 25-Jährigen. Als dessen Begleiter verbal zu deeskalieren sucht, wird er von dem Angreifer massiv geschubst. Dann schlägt er, die Gruppe als „Zecken“ beschimpfend, mit Fäusten auf den 25-Jährigen ein. Die Begleiterin des Stadtrats will schlichten, jedoch ohne Erfolg. Der Betroffene versucht noch, den Angreifer durch sein Fahrrad auf Distanz zu halten. Mehrfach tritt der Mann dagegen, schleudert es zur Seite. Auch als der Betroffene zu Boden geht, traktiert der Angreifer ihn weiter mit Schlägen und Tritten. Erst als der Begleiter des 25-Jährigen die Polizei alarmiert, lässt der Mann von ihm ab. Schließlich flüchtet der Schläger gemeinsam mit seinem Kumpanen und zwei weiteren Unbekannten. Der Betroffene muss mit Hämatomen am Arm und einer Schwellung am Hinterkopf ambulant behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

28.01.2010   Quedlinburg

Gegen 1:00 Uhr nachts hören ein Punk und sein Begleiter plötzlich jemanden „Scheiß Punker, ihr kriegt gleich ein paar in die Fresse“ schreien. Dann rennen vier schwarz gekleidete und mit Tüchern vermummte Männer aus dem Bahnhofspark auf sie zu und versperren ihnen den Weg. Der Nichtrechte erhält einen Faustschlag ins Gesicht. Als der Punk dazwischen geht, attackieren ihn drei der Unbekannten mit Schlägen und Tritten. Gemeinsam versuchen die Betroffenen, sich gegen die Angreifer zur Wehr zu setzen und können zwei von ihnen in die Flucht schlagen. Einer der verbleibenden Angreifer geht schließlich mit einem Cuttermesser auf dem Punk los und verletzt ihn am Unterarm. Dann flüchten die Unbekannten. Mit einer stark blutenden Schnittverletzung muss der 23-Jährige stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. In der Folge erstattet er Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.01.2010   Halle

Auf dem Nachhauseweg von der Eröffnungsfeier des Umsonstladens in Glaucha entdeckt ein 28-jähriger Alternativer gegen 2:00 Uhr nachts an einer Straßenbahnhaltestelle ein Plakat der Jungen Nationaldemokraten (JN). Als der 28-Jährige beginnt es zu entfernen, wird er plötzlich von einem daneben stehenden Mann massiv angegriffen. Der Unbekannte versetzt ihm Tritte und wirft aus kurzer Distanz eine Flasche nach ihm, die ihn nur knapp verfehlt. Auch als der Betroffene am Boden liegt schlägt und tritt der Angreifer mit voller Wucht gegen seinen Kopf. Der Alternative ruft immer wieder laut um Hilfe. Als mehrere Passanten angelaufen kommen flüchtet der Angreifer. Ein Bekannter des Betroffenen verfolgt ihn noch ein Stück und beobachtet, wie dieser aus der Entfernung noch den sog. Hitlergruß zeigt. Der Betroffene erstattet noch vor Ort Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.01.2010   Bad Lauchstädt (Saalekreis)

Gegen 15:00 Uhr wird ein 13-jähriger Punk vor dem Bahnhof von einem stadtbekannten Rechten auf sein Äußeres angesprochen und u.a. als „Zecke“ angepöbelt. Der 17-Jährige schlägt den alternativen Jugendlichen mehrfach mit der Faust ins Gesicht und gegen den Kopf. Dann drückt er den Betroffenen zu Boden und zieht an seinen Haaren. Der ebenfalls 13-jährige Begleiter des Punks bittet den Angreifer vergeblich aufzuhören. Als er ankündigt die Polizei zu rufen droht ihm der Rechte, dass er dann auch dran sei. Schließlich tritt der Angreifer den Punk, als er gerade weggehen will, noch gegen sein Bein. Die Mutter des Betroffenen erstattet noch am gleichen Tag Anzeige. Der 13-Jährige muss mit Prellungen im Gesicht ambulant behandelt werden.

Polizeirevier Stendal

14.01.2010   Osterburg (Landkreis Stendal)

Am Nachmittag wird ein Imbissbesitzer in seinem Geschäft von zwei Männern rassistisch beleidigt. Zudem treten die beiden u.a. gegen die Schaufensterscheibe. Als der 35-Jährige darauf den Imbiss verlässt, folgt ihm einer der Männer und fügt ihm einen Kratzer am Arm zu.

Projekt gegenPart Dessau

01.01.2010   Bitterfeld-Wolfen

Im Ortsteil Bitterfeld werden am Neujahrsmorgen, gegen 3 Uhr zwei 16-jährige Alternative aus einer Gruppe Rechter u.a. als „Scheiß-Zecken“ beschimpft und angegriffen. Sp schlägt ein Rechter einem der Jugendlichen mit der Faust ins Gesicht. Auch als der Betroffene am Boden liegt, treten mehrere Angreifer so massiv auf ihn ein, dass er das Bewußtsein verliert. Beide Betroffenen müssen mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und aufgrund ihrer Verletzungen stationär behandelt werden. Einer der Betroffenen erlitt durch den Angriff u.a. einen Kieferbruch.

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