AKTUELLE MELDUNGEN AUS SACHSEN ANHALT
15.04.2013 Anlaufstelle Mitte (Magdeburg)
Berufungsverhandlung gegen bekennenden Neonazi nach massivem, rechten Gruppenangriff auf zwei Alternative Anfang März 2012
Prozessbeginn: Do., 18. April 2013, 9:30 Uhr, Landgericht Magdeburg, Halberstädter Straße 8, 39112 Magdeburg, Saal 4 (Altbau)
Am Donnerstag, den 18. April 2013, 9.30 Uhr, beginnt am Landgericht Magdeburg der Berufungsprozess gegen den heute 27-jährigen, bekennenden Neonazi Francesco L. wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Bereits als 19-Jähriger hatte er Anfang Januar 2006 gemeinsam mit drei weiteren Rechten einen 12-jährigen Schwarzen Deutschen in Pömmelte (Salzlandkreis) über eine Stunde gedemütigt und schwer misshandelt. Als Haupttäter war er dafür zu einer dreieinhalbjährigen Jugendstrafe verurteilt und im September 2008 vorzeitig aus der Haft entlassen worden.Seitdem ist er in der Schönebecker Kameradschaftsszene aktiv und nimmt u.a. regelmäßig an den alljährlichen Neonazidemonstrationen im Januar in Magdeburg teil. 2009 wurde er wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt und seine Bewährungszeit verlängert. [mehr]
19.03.2013 Anlaufstelle Süd (Halle)
Berufungsprozess gegen 26-jährigen Rechten nach massiven Angriff auf Punks in Bad Dürrenberg
Beginn: Dienstag, den 26. März 2013, 9.00 Uhr
Landgericht Halle, Straße der Opfer des Faschismus 1, Saal 204
Am Dienstag, den 26. März 2013, wird um 09.00 Uhr vor dem Landgericht Halle der Berufungsprozess gegen einen 26-jährigen Rechten wegen gefährlicher Körperverletzung eröffnet. Dem einschlägig vorbestraften Angeklagten wird von der Staatsanwaltschaft Halle vorgeworfen, bei einem Gruppenangriff auf zwei Punks vor mehr als zwei Jahren in Bad Dürrenberg einen der Betroffenen mit einem Schlagring gegen den Kopf geschlagen zu haben. Zu diesem bisher einzigen Hauptverhandlungstermin sind zehn Zeug_innen, darunter die zwei Betroffenen des Angriffs, von denen einer im Prozess als Nebenkläger auftritt, geladen. [mehr]
14.03.2013 Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in den östlichen Bundesländern und Berlin
626 Fälle politisch rechts motivierter Gewalt in Ostdeutschland
Anstieg der rassistischen Gewalttaten Besorgnis erregend
Die Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben für das vergangene Jahr in den neuen Bundesländern und Berlin insgesamt 626 politisch rechts motivierte Angriffe mit mindestens 999 direkt Betroffenen dokumentiert. Dies waren rund 11 Prozent weniger, als die Beratungsstellen bis März 2012 für das Vorjahr dokumentiert hatten (2011:706). Statistisch gesehen ereignen sich somit in Ostdeutschland etwa zwei rechte Angriffe pro Tag.Mit 155 Fällen wurden die meisten politisch rechts motivierten Gewalttaten in Sachsen gezählt. Es folgen Berlin (139), Sachsen-Anhalt (104), Brandenburg (95), Thüringen (74) und Mecklenburg-Vorpommern (59). Im Verhältnis zur Einwohner_innenzahl betrachtet, nimmt Sachsen-Anhalt mit 4,5 Angriffen pro 100.000 Einwohner_innen erneut einen traurigen Spitzenplatz ein, gefolgt von Berlin (3,97), Brandenburg (3,81), Sachsen (3,75), Mecklenburg-Vorpommern (3,61) und Thüringen (3,33).
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28.02.2013 Anlaufstelle Süd (Halle)
Mobile Opferberatung zieht Jahresbilanz 2012
Deutliche Zunahme rassistisch motivierter Gewalt
"Wir brauchen eine Kultur der Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt"
104 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit mindestens 147 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2012 in Sachsen-Anhalt registriert. Statistisch gesehen ereignet sich damit seit Jahren mindestens alle drei Tage eine politisch rechts motivierte Gewalttat in Sachsen-Anhalt. Die aktuellen Zahlen legen einen Rückgang rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt um etwa ein Fünftel nahe. Anfang März 2012 hatte das Projekt 132 politisch rechts motivierte Angriffe für das Jahr 2011 bekannt gegeben.Aus der Erfahrung der letzten Jahre ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der für 2012 dokumentierten Gewalttaten noch erhöhen wird. So hat die Mobile Opferberatung durch Nachmeldungen mittlerweile 144 Angriffe für 2011 erfasst. Zudem ist von einer hohen Dunkelziffer bislang noch nicht bekannter rechter Gewalttaten im vergangenen Jahr auszugehen. Darauf verweisen nicht nur mehrere Studien1, sondern auch der Anteil an nicht zur Anzeige gebrachten politisch rechts motivierten, von der Mobilen Opferberatung dokumentierten Angriffe, der in 2012 wie in den Vorjahren bei etwa 20 Prozent liegt. [mehr]
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Frühjahrsausgabe 41/2013
Schwerpunktthema: "Würdiges Gedenken"In unserem Newsletter informieren wir regelmäßig über unsere Arbeit, über rechte Gewalt und über Gegenmaßnahmen.
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Termine
bundesweite Antirassistische Aktionswoche - Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt
Datum:
10.05 - 18.05.2013
Ort:
in Bitterfeld, Gräfenhainichen, Halle (Saale), Halberstadt und Magdeburg
Im Jahr 2012 jährten sich das rassistische Pogrom in Rostock-Lichtenhagen sowie der rassistisch-motivierte Brandanschlag in Mölln, bei dem drei Menschen getötet wurden, zum 20. Mal. Vermeintlich beeinflusst und angetrieben durch die Ereignisse Anfang der 1990er Jahre, nutzten CDU/CSU und FDP, unterstützt durch die Stimmen der SPD, die Situation, um ein lang gehegtes Vorhaben umsetzen zu können: die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl durch die Änderung des Artikel 16 des Grundgesetzes. Diese institutionelle Folge der rassistischen Zustände hat am 26. Mai 2013 seinen 20. Jahrestag, ebenso wie drei Tage später das Gedenken an den rassistisch-motivierten Brandanschlag in Solingen am 29. Mai, bei dem fünf Menschen durch Neonazis getötet wurden.
Wir
Unterstützen, Beraten, Intervenieren
Wir unterstützen Betroffene nach einem rassistischen, rechten oder antisemitischen Angriff.Wir beraten kostenlos vor Ort und auf Wunsch anonym.
Wir intervenieren, wenn sich Betroffene rechter Gewalt alleine gelassen fühlen.





