11.05.2026 Halle (Saale) 

11.05.2026 Halle (Saale) 

Am Montagabend gegen 20 Uhr werden zwei Jugendliche von drei Männern rassistisch beleidigt und massiv angegriffen. Am Hauptbahnhof rempelt einer der Männer den 15-Jährigen zunächst an der Schulter an. Als beide Gruppen anschließend in die Straßenbahn steigen und der Jugendliche ihn fragt, warum er das getan habe, reagiert der Mann sofort aggressiv, beleidigt die beiden Brüder rassistisch und schlägt den 15-Jährigen mehrfach ins Gesicht. Als der 17-jährige Bruder eingreifen will, wird er von einem zweiten Mann aus der Gruppe festgehalten. Beide gehen dabei zu Boden. An der Haltestelle Pfännerhöhe setzt sich der Angriff fort. Hier steigen zwei der drei Männer aus. Einer der Täter greift dort eine Bierflasche, schlägt sie kaputt und geht mit ihr auf die Jugendlichen los. Während der 15-Jährige außerhalb der Bahn flüchten kann, wird der 17-Jährige mit der abgebrochenen Flasche angegriffen. Er kann sowohl einen Angriff gegen den Bauch als auch gegen den Hals abwehren, erleidet jedoch Verletzungen am Hals und am Bauch. Der vom Straßenbahnfahrer alarmierten Polizei gelingt es, die drei Täter im Alter von 26, 34 und 48 Jahren noch vor Ort festzustellen. Beide Jugendlichen werden verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert und müssen dort stationär behandelt werden. Die Männer sind stark alkoholisiert. Die Polizei ermittelt u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung.  
Anlaufstelle Süd (eigener Bericht)    

06.05.2026 Naumburg (Burgenlandkreis) 

06.05.2026 Naumburg (Burgenlandkreis) 

Am Mittwochabend gegen 19 Uhr werden auf dem Marktplatz zwei jugendliche Betreuer eines Wahlkampfstands der Partei Die Linke angegriffen. Die 15- und 18-jährigen Standbetreuer werden aus einer unbekannten Gruppe Jugendlicher erst wiederholt mit Gewalt bedroht und beleidigt, wobei auch ein Schlagstock vorgezeigt wird. Zudem zeigt einer der Jugendlichen den Hitlergruß. Als drei erwachsene Parteimitglieder versuchen zu schlichten, werden auch sie bedroht und beleidigt. Schließlich gehen die Jugendlichen die am Stand anwesenden Personen auch körperlich an. Die beiden jüngeren Betroffenen halten daraufhin ihre Pfefferspraydosen hoch, setzen diese jedoch nicht ein. Erst mit dem Eintreffen der Polizei beruhigt sich die Situation. Die Beamten stellen zwei Reizstoffsprühdosen sicher. Ein Schlagstock wird bei der anschließenden Durchsuchung der Angreifergruppe nicht gefunden. Nach Angaben der Partei liegt jedoch ein Video vor, das das Tragen eines Schlagstockes durch einen der Angreifer zeigt. Die Polizei leitet mehrere Ermittlungsverfahren gegen drei Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren ein. Die minderjährigen Beteiligten werden an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.   
Polizeirevier Burgenlandkreis, 07.05.26 / Mitteldeutsche Zeitung, 11.05.26   

28.04.2026 Halle (Saale) 

28.04.2026 Halle (Saale) 

Kurz vor der Halbzeit des Spiels FC Halle Neustadt II gegen die Mannschaft des Roten Sterns Halle II gehen ca. sieben bis neun offensichtliche Rechte zu den Fans des Roten Sterns Halle. Sie bauen sich direkt neben ihnen auf und beleidigen sie u.a als „Scheiß Zecken”. Es fallen Aussagen wie „Für euch machen wir die KZs wieder auf!“ und „Euch Zecken schlagen wir heute behindert!”. Erst als ein unbeteiligter Zuschauer den Eindruck erweckt, die Polizei zu rufen, begibt sich die Gruppe wieder auf die andere Seite des Spielfeldes. Nach Beendigung des Spiels warten die Rechten am Ausgang auf die Fans des Roten Sterns, bauen sich bedrohlich auf und beleidigen sie erneut und mehrfach als „Zecken”. Den betroffenen Fans gelingt es schließlich, unverletzt das Fußballspiel zu verlassen.  
Anlaufstelle Süd (eigener Bericht) 

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Mobile Opferberatung, 27.04.2026
229 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe mit 307 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt dokumentiert. Damit gab es im vergangenen Jahr statistisch gesehen vier bis fünf rechte Angriffe pro Woche. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von 2,1 Millionen Menschen werden somit in Sachsen-Anhalt mit 6,7 rechten Angriffen pro 100.000 Einwohner*innen etwa drei Mal so viele rechte Gewalttaten verübt wie im Durchschnitt in den westdeutschen Flächenländern. Der Rückgang bei der Gesamtzahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr von rund 20 Prozent (2024: 290) ist kein Anlass zur Entwarnung. Dies zeigt u.a. der Anstieg bei Angriffen gegen politische Gegner*innen.

21.04.2026 Rogätz (Börde) 

21.04.2026 Rogätz (Börde) 

Am Dienstagabend gegen 18:50 Uhr wird eine dreiköpfige Gruppe mit osteuropäischer Herkunft im Einkaufsmarkt in der Cröchernschen Straße von einem Mann massiv beleidigt und angegriffen. Die Betroffenen, zwei Männer und eine Frau, stehen im Kassenbereich, als ein 48-jähriger Mann sie massiv beschimpft. Die Frau wird zunächst ins Gesicht gespuckt und später auf dem Parkplatz des Marktes mit der Faust geschlagen. Die drei Betroffenen entfernen sich anschließend vom Ort. Zwei Zeugen verständigen die Polizei.    
Polizeirevier Börde 22.04.26