Vor Gericht: Sechseinhalb Jahre Haft für Neonazi-Wiederholungstäter in Halle (Saale)

Vor Gericht: Sechseinhalb Jahre Haft für Neonazi-Wiederholungstäter in Halle (Saale)

Mobile Opferberatung, 02.06.2026
Sechseinhalb Jahre Haft für ein halbes Dutzend bewaffneter Gewalttaten verhängte die Jugendkammer des Landgerichts Halle Mitte März gegen Lucas K. (24). Damit blieb das Gericht nur geringfügig unter den sieben Jahren Haft, die die Staatsanwaltschaft für insgesamt 11 Straftaten – darunter gefährliche Körperverletzungen, Bedrohungen, extrem rechte Propagandadelikte und Beleidigungen – für den einschlägig vorbestraften 24-Jährigen im Plädoyer gefordert hatte.

06.05.2026 Naumburg (Burgenlandkreis) 

06.05.2026 Naumburg (Burgenlandkreis) 

Am Mittwochabend gegen 19 Uhr werden auf dem Marktplatz zwei jugendliche Betreuer eines Wahlkampfstands der Partei Die Linke angegriffen. Die 15- und 18-jährigen Standbetreuer werden aus einer unbekannten Gruppe Jugendlicher erst wiederholt mit Gewalt bedroht und beleidigt, wobei auch ein Schlagstock vorgezeigt wird. Zudem zeigt einer der Jugendlichen den Hitlergruß. Als drei erwachsene Parteimitglieder versuchen zu schlichten, werden auch sie bedroht und beleidigt. Schließlich gehen die Jugendlichen die am Stand anwesenden Personen auch körperlich an. Die beiden jüngeren Betroffenen halten daraufhin ihre Pfefferspraydosen hoch, setzen diese jedoch nicht ein. Erst mit dem Eintreffen der Polizei beruhigt sich die Situation. Die Beamten stellen zwei Reizstoffsprühdosen sicher. Ein Schlagstock wird bei der anschließenden Durchsuchung der Angreifergruppe nicht gefunden. Nach Angaben der Partei liegt jedoch ein Video vor, das das Tragen eines Schlagstockes durch einen der Angreifer zeigt. Die Polizei leitet mehrere Ermittlungsverfahren gegen drei Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren ein. Die minderjährigen Beteiligten werden an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.   
Polizeirevier Burgenlandkreis, 07.05.26 / Mitteldeutsche Zeitung, 11.05.26   

28.04.2026 Halle (Saale) 

28.04.2026 Halle (Saale) 

Kurz vor der Halbzeit des Spiels FC Halle Neustadt II gegen die Mannschaft des Roten Sterns Halle II gehen ca. sieben bis neun offensichtliche Rechte zu den Fans des Roten Sterns Halle. Sie bauen sich direkt neben ihnen auf und beleidigen sie u.a als „Scheiß Zecken”. Es fallen Aussagen wie „Für euch machen wir die KZs wieder auf!“ und „Euch Zecken schlagen wir heute behindert!”. Erst als ein unbeteiligter Zuschauer den Eindruck erweckt, die Polizei zu rufen, begibt sich die Gruppe wieder auf die andere Seite des Spielfeldes. Nach Beendigung des Spiels warten die Rechten am Ausgang auf die Fans des Roten Sterns, bauen sich bedrohlich auf und beleidigen sie erneut und mehrfach als „Zecken”. Den betroffenen Fans gelingt es schließlich, unverletzt das Fußballspiel zu verlassen.  
Anlaufstelle Süd (eigener Bericht) 

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Mobile Opferberatung, 27.04.2026
229 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe mit 307 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt dokumentiert. Damit gab es im vergangenen Jahr statistisch gesehen vier bis fünf rechte Angriffe pro Woche. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von 2,1 Millionen Menschen werden somit in Sachsen-Anhalt mit 6,7 rechten Angriffen pro 100.000 Einwohner*innen etwa drei Mal so viele rechte Gewalttaten verübt wie im Durchschnitt in den westdeutschen Flächenländern. Der Rückgang bei der Gesamtzahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr von rund 20 Prozent (2024: 290) ist kein Anlass zur Entwarnung. Dies zeigt u.a. der Anstieg bei Angriffen gegen politische Gegner*innen.

21.04.2026 Rogätz (Börde) 

21.04.2026 Rogätz (Börde) 

Am Dienstagabend gegen 18:50 Uhr wird eine dreiköpfige Gruppe mit osteuropäischer Herkunft im Einkaufsmarkt in der Cröchernschen Straße von einem Mann massiv beleidigt und angegriffen. Die Betroffenen, zwei Männer und eine Frau, stehen im Kassenbereich, als ein 48-jähriger Mann sie massiv beschimpft. Die Frau wird zunächst ins Gesicht gespuckt und später auf dem Parkplatz des Marktes mit der Faust geschlagen. Die drei Betroffenen entfernen sich anschließend vom Ort. Zwei Zeugen verständigen die Polizei.    
Polizeirevier Börde 22.04.26