Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

Mobile Opferberatung, 27.04.2026
229 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe mit 307 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt dokumentiert. Damit gab es im vergangenen Jahr statistisch gesehen vier bis fünf rechte Angriffe pro Woche. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von 2,1 Millionen Menschen werden somit in Sachsen-Anhalt mit 6,7 rechten Angriffen pro 100.000 Einwohner*innen etwa drei Mal so viele rechte Gewalttaten verübt wie im Durchschnitt in den westdeutschen Flächenländern. Der Rückgang bei der Gesamtzahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr von rund 20 Prozent (2024: 290) ist kein Anlass zur Entwarnung. Dies zeigt u.a. der Anstieg bei Angriffen gegen politische Gegner*innen.

27.12.2025 Hasselfelde (Harz) 

27.12.2025 Hasselfelde (Harz) 

In der Nacht setzen Unbekannte auf dem Grundstück einer muslimischen Familie zwei leerstehende Wohnwagen in Brand. Beide brennen vollständig aus. Bereits Mitte September war auf eine Gewerbehalle auf demselben Gelände ein Brandanschlag verübt worden. Dem vorausgegangen waren u.a. Drohungen in sozialen Netzwerken.    
Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht 

20.12.2025 Halle (Saale) 

20.12.2025 Halle (Saale) 

Am Samstagabend überfällt eine Gruppe augenscheinlicher Neonazis aus rassistischen Motiven ein Lokal in der Innenstadt. Gegen 19 Uhr stürmen acht teilweise vermummte Personen den Laden und zerstören Teile des Inventars. Der Mitarbeiter flüchtet nach draußen, wird jedoch von der Gruppe verfolgt und eingeholt. Der 31-Jährige wird von mehreren Angreifern so getreten und geschlagen, dass er das Bewusstsein verliert. Er muss vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht und stationär behandelt werden. Die alarmierte Polizei kann nach Zeugenhinweisen noch im Nahbereich drei Tatverdächtige im Alter von 17, 23 und 25 Jahren stellen. Gegen sie und weitere unbekannte Beteiligte wird u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Zwei Tage darauf wird der Überfall auf dem Instagram-Profil der „Deutschen Jugend zuerst“ Halle (DJZ Halle) ausdrücklich gelobt, zur Wiederholung aufgefordert und das Vorgehen als politisch notwendig begründet. Weil bei dem „Anführer“ der Gruppe offenbar im Zuge der Ermittlungen eine Hausdurchsuchung stattgefunden und das Handy beschlagnahmt worden war, wird zudem dazu aufgerufen, ein Handy für ihn zu spenden.   
Polizeirevier Halle (Saale), Du bist Halle, 22.12.25  

28.11.2025 Haldensleben (Börde)

28.11.2025 Haldensleben (Börde)

In der Nacht zu Freitag wird in einem migrantisch geführtem Handyladen in der Innenstadt ein Brand gelegt. Zudem findet sich an der Eingangstür ein mit roter Farbe aufgesprühtes Hakenkreuz. Kurz nach 4 Uhr hört eine Anwohnerin einen Rauchmelder und alarmiert umgehend die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte treffen wenige Minuten später ein und bringen die Flammen schnell unter Kontrolle, sodass niemand verletzt wird. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung sowie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Der entstandene Schaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt.    
Volksstimme, 01.12.25   

24.11.2025 Weißenfels (Burgenlandkreis) 

24.11.2025 Weißenfels (Burgenlandkreis) 

Am Montagabend wird eine dreiköpfige rumänische Personengruppe in der Wielandstraße von einem Mann mit einem Messer verfolgt und fortwährend volksverhetzend beleidigt. Zeug*innen berichten zudem, dass der 35-jährige Angreifer mehrfach den sogenannten Hitlergruß zeigt und lautstark NS-Parolen ruft. Die Polizei stellt vor Ort die Identität des sichtlich alkoholisierten Mannes fest und beschlagnahmt ein mitgeführtes Einhandmesser. Die Ermittlungen wegen mehrerer Straftatbestände laufen.   
Polizeirevier Burgenlandkreis, 25.11.25