„Wir bleiben sichtbar, wir bleiben hier“ – Queerfeindlichkeit und Solidarität in und mit queeren Communities in Sachsen-Anhalt

„Wir bleiben sichtbar, wir bleiben hier“ – Queerfeindlichkeit und Solidarität in und mit queeren Communities in Sachsen-Anhalt

Die gewaltvolle und tödliche Dimension von Queerfeindlichkeit ist durch den mörderischen islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin am Abend des 25. Juli auf brutalste Weise auch außerhalb der betroffenen Communities deutlich geworden. Der Anschlag und viele nachfolgende Reaktionen zeigen, dass Trans- und Queerfeindlichkeit Brückenideologien sind, die antidemokratische, extrem rechte, islamistische und konservative Milieus gleichermaßen verbinden und neue antidemokratische Allianzen entstehen lassen.

17.10.2025 Magdeburg 

17.10.2025 Magdeburg 

In der Nacht zu Freitag wird der Gay Club „Boys’n’Beats“ im Stadtteil Stadtfeld West angegriffen. Unbekannte werfen einen Stein mehrfach gegen eine der Fensterscheiben des Lokals. Die Betreiber*innen des Clubs veröffentlichen ein Foto der stark beschädigten Scheibe, die in der Folge ausgetauscht werden muss und äußern sich in sozialen Medien deutlich: Es sei ein Hassverbrechen, das Angst verbreiten solle – sie lassen sich jedoch nicht einschüchtern. „Wir stehen weiterhin für Respekt, Miteinander und Zusammenhalt”.     
Queer.de, 18.10.25 

17.05.2025 Dessau-Roßlau 

17.05.2025 Dessau-Roßlau 

Am Samstagabend gegen 20:50 Uhr wird ein Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Dessau-Roßlau beleidigt und angegriffen. Zunächst werden Teilnehmende nach Beendigung der Demonstration belästigt und von mehreren Männern homofeindlich beleidigt und damit gedroht, dass sie „mit Bundeskanzler Friedrich Merz an der Macht beseitigt“ würden. Als einer der Veranstalter die Männer daraufhin auffordert zu gehen, wird er von einem von ihnen ins Gesicht geschlagen. Die Polizei ermittelt in der Folge wegen Beleidigung und Körperverletzung gegen einen 36-Jährigen.
Landtag Sachsen-Anhalt Drs. 8/6455, 08.01.26   

12.05.2025 Wernigerode (Harz) 

12.05.2025 Wernigerode (Harz) 

Knapp vier Wochen vor der angekündigten Demonstration anlässlich des Christopher Street Days in Wernigerode droht ein 20-Jähriger am Abend in einer Kneipe damit, seine Schusswaffe gegen die Teilnehmenden einsetzen zu wollen und behauptet: „70 Schuss habe ich noch!“ Bei einer darauffolgenden Hausdurchsuchung nach Anzeige bei der Polizei finden die Beamten in der Wohnung des Mannes im Stadtteil Hasserode tatsächlich zwei Schreckschusswaffen, eine Softairwaffe und Munition.     
Volksstimme, 10.06.25; Mitteldeutsche Zeitung, 14.06.25 

26.04.2025 Schönebeck (Elbe) 

26.04.2025 Schönebeck (Elbe) 

Während des ersten Christopher Street Day des Jahres wird ein 20-jähriger Teilnehmer gegen 16.45 Uhr von einem 19-jährigen Neonazi mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Anschließend skandiert der Angreifer „Heil Hitler!“. Weitere Besucher*innen werden beleidigt und bedroht.     
Landtag Sachsen-Anhalt Drs 8/6455, 08.01.26