20.04.2024 | Chronik 2024
In der Nacht vom 20. auf den 21. April kommt es in einem Mehrfamilienhaus, in dem Asylsuchende wohnen, zu zwei Sprengstoffexplosionen. Gegen 23:50 Uhr werden Bewohner*innen von einer extrem lauten Explosion aufgeschreckt. Als sie nachschauen, sind beide Wohnungstüren in der ersten Etage aus den Angeln gedrückt worden sowie Schäden an Deckenbeleuchtung und im Hausflur sichtbar. Die von Nachbar*innen alarmierte Polizei trifft einige Zeit später am Tatort ein. Nachdem die Polizei den Tatort verlassen hat, knallt es einige Zeit später erneut im Hausflur. Wiederum alarmieren Nachbar*innen die Polizei, warten aber gemeinsam mit Betroffenen vergeblich auf ihr Eintreffen. Gegen 03.30 Uhr bemerkt einer der Bewohner schließlich, wie mehrere Personen massiv gegen die Hauseingangstür treten und dabei unverständlich rumschreien. Ein Eindringen ins Haus gelingt ihnen nicht, sodass sie schließlich wieder weggehen. Allerdings wird die Tür beschädigt.
Sechs Wochen nach den Explosionen nimmt die Polizei einen 18-jährigen Tatverdächtigen fest, gegen den Untersuchungshaft angeordnet wurde. Gegen zwei weitere, 15- und 17-jähige Jugendliche wird wegen der Taten ebenfalls ermittelt und dabei auch die Wohnungen durchsucht. Dabei finden die Beamten Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund der Taten.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht; MDR 06.06.2024
19.04.2024 | Chronik 2024
Eine Gruppe alternativer Jugendlicher nimmt im Wortgarten an einer Feier des Abiturjahrgangs teil. Als die Jugendlichen als Betroffene eines vergangenen rechten Angriffs in Ditfurt erkannt werden, beginnt eine Verfolgungsjagd durch das Parkgebiet. Die Täter*innen schlagen, schubsen und treten insgesamt sechs der alternativen Jugendlichen. Es fallen dabei Ausrufe wie „Zeckenjagd“ und „Ich will jetzt Zecken boxen“. Es wurde Anzeige erstattet.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht
15.04.2024 | Chronik 2024
Am Montagabend wird ein syrischer Jugendlicher im Stadtteil Silberhöhe von einer Unbekannten erst rassistisch beleidigt und dann mit Gesten bedroht. Die Polizei ermittelt gegen eine 64-Jährige
Du bist Halle, 16.04.24
06.04.2024 | Chronik 2024
Am Samstagnachmittag werden zwei Frauen aus Bangladesch in einem Bus der Linie 40 Richtung Südpark plötzlich von einem anderen Fahrgast attackiert. Der Unbekannte beschimpft die 27- und 29-jährigen Frauen rassistisch und stößt sie gegen den Oberkörper. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung gegen einen 33-Jährigen.
Polizeiinspektion Halle, 06.04.24
06.04.2024 | Chronik 2024
Am Vormittag, gegen 11:30 Uhr, werden mehrere Passant*innen im Stadtviertel Lutherplatz/Thüringer Bahnhof aus einem Mehrfamilienhaus heraus von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und bedroht. Dabei zielt der Mann aus dem weit geöffneten Wohnungsfenster bedrohlich mit einem Soft-Air-Sturmgewehr auf einen Schwarzen Passanten und schreit zwei Mal „Ich mach‘ euch platt!“ Vorbeilaufende können an einer signalrot gestrichenen Zimmerwand zudem große schwarze SS-Runen in der Wohnung erkennen. Zeug*innen alarmieren die Polizei, die daraufhin in einem Großeinsatz die Wohnung des 36-Jährigen durchsucht. Dabei finden Einsatzkräfte u.a. zündfähigen Sprengstoff und extrem rechte Schriften. Zwischenzeitlich müssen etwa 50 Anwohner*innen mehrerer Hauseingänge evakuiert werden, da eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u.a. wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten in Tateinheit mit Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und dem strafbaren Umgang mit explosionsartigen Stoffen. Tags darauf wird Haftbefehl gegen den zur Tatzeit stark alkoholisierten Mann erlassen.
Polizeiinspektion Halle (Saale), 06.04.24/ Landgericht Halle (Saale), 20.12.24