Mobile Opferberatung, 17.07.2020

Am kommenden Dienstag, 21. Juli 2020, beginnt 10 Uhr vor dem Oberlandesgericht Naumburg am Landgericht Magdeburg der Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag in Halle (Saale). Am 9. Oktober 2019 hatte der Attentäter nach seinem erfolglosen Versuch, am höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur in die Hallesche Synagoge einzudringen und dort möglichst viele Jüd*innen zu ermorden, Jana L. und Kevin S. erschossen, zwei Menschen durch Schüsse schwer verletzt und zahlreiche weitere Menschen traumatisiert. Nur weil die Planung des Täters nicht aufging und selbstgebaute Waffen versagten, sind nicht wesentlich mehr Opfer zu beklagen. So geht der Generalbundesanwalt in seiner Anklage neben den zwei Morden von 68-fachem, versuchten Mord aus.

Wir stehen während des Prozesses an der Seite der Betroffenen. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auf Stimmen von Betroffenen und ihren Anwält*innen, Prozessdokumentationen oder weitere solidarische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Verfahren hinweisen:

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halle-prozess-report.de

Der Blog www.halle-prozess-report.de/ berichtet aus Sicht der Nebenklage über das Verfahren. Er bietet detaillierte und tägliche Berichte über den Prozess, will den Anschlag aber auch in seinen Kontexten beleuchten. Rechtlich wird er von mehreren Nebenklägervertreter*innen betreut und auch von Betroffenen mitgestaltet. Die Inhalte sollen auf deutsch, englisch und russisch nachlesbar sein.

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Belltower.News

In einer Interviewserie von Belltower.News, dem journalistischen Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung mit einigen Nebenkläger*innen des Gerichtsverfahrens sprechen Betroffene darüber, wie sie den Anschlag erlebt haben, warum sie sich für eine Nebenklage entschieden haben und was sie sich von dem Gerichtsverfahren erhoffen:

– Interview mit Rebecca Blady: “Nebenklägerin zu sein bedeutet für mich, die Deutungshoheit über meine Erinnerung zu haben”.

– Interview mit Naomi Henkel-Gümbel: “Ich möchte, dass mehr Fakten ans Licht kommen”.

– Interview mit Adiraxmaan Aftax Ibrahim: “Ich möchte, dass es als rassistischer Angriff anerkannt wird”.

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Bundesverband VBRG e.V.

Zusammen mit NSU Watch dokumentiert unser Bundesverband VBRG e.V. den Prozess. Die wöchentlichen Zusammenfassungen werden auf Deutsch, Russisch und Englisch verfügbar sein: www.verband-brg.de/prozessdokumentation_anschlag_halle_2019/

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Initiative 9. Oktober Halle

Die Initiative 9. Oktober Halle organisiert am 20. Juli, dem Vorabend des Prozessauftakts, von 18 Uhr bis 20 Uhr eine Kundgebung am Steintor in Halle (Saale) und twittert unter @9Initiative dann auch live.

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Kundgebungen

Zum Prozessauftakt am 21. und 22. Juli wird es von 8 bis 18 Uhr Kundgebungen vor bzw. gegenüber des Landgerichts Magdeburg geben, welche von @NSU_Tribunal Halle, @9Initiative, AK Antira Magdeburg, @HalggR, @md_solidarisch, @SeebrueckeMD, @IfS_dicht, Antirassistisches Netzwerk Sachsen-Anhalt, Regina – Ravende Europäer gg. Intoleranz & Nationalismus organisiert werden.

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Radio Corax

Das freie Radio Corax plant zum Prozessauftakt am 21. Juli von 8 bis 15 Uhr eine Sondersendung, die im Livestream nachgehört werden kann. Darüber hinaus soll in Kürze ein Blog entstehen, der den gesamten Prozess dokumentiert. Dort werden neben Hintergrundmaterialien auch Radiobeiträge nachhörbar sein. Auch ein Podcast zum Aboninieren ist in Vorbereitung.