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Durchsuche Chronik: Alle Jahre
Polizeirevier Magdeburg, 14.11.16

14.11.2016 Magdeburg

Gegen 3:15 Uhr nachts wird eine Anwohnerin im Stadtteil Neue Neustadt durch Geräusche geweckt. Als sie sieht, wie drei Unbekannte die Scheibe an der Rückfront eines von einem 30-jährigen Syrer betriebenen Solariums einschlagen, alarmiert sie die Polizei. Nach einer Detonation bricht Feuer aus. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung müssen insgesamt 33 Anwohner_innen aus der unmittelbaren Nachbarschaft während der Löscharbeiten der Feuerwehr evakuiert werden. Die Polizei stellt beim Eintreffen an einer Wand des Solariums ein frisch mit roter Farbe angebrachtes Hakenkreuz sowie den Schriftzug "Raus" fest. Das Geschäft wird durch den Brand komplett zerstört. Die Wohnung über dem Geschäft ist zwischenzeitlich unbewohnbar. Es entsteht ein Sachschaden von ca. 120.000 Euro. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen Unbekannt und sucht nach weiteren Zeug_innen.
Polizeirevier Börde, 16.10.16

15.10.2016 Oschersleben (Börde)

Gegen 19:45 Uhr werden drei Schwarze am Busbahnhof von einem Jugendlichen rassistisch beleidigt. Dann zerschlägt der Unbekannte einem der Männer eine Glasflasche auf dem Kopf. Die von Zeugen alarmierte Polizei findet Glasscherben am Tatort und stellt in der Nähe einen stark alkoholisierten Tatverdächtigen. Jetzt sucht sie nach den Betroffenen, die nicht mehr vor Ort waren, sowie weiteren Zeug_innen.
Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

15.10.2016 Quedlinburg (Harz)

Am Abend gegen 19:15 Uhr sitzen zwei minderjährige Geflüchtete aus Indien auf einer Bank im Bahnhof, als sie plötzlich aus einer Gruppe unbekannter Jugendlicher heraus mit einem Kronkorken beworfen und rassistisch angepöbelt werden. Kurz darauf kommen weitere Unbekannte hinzu. Ein Erwachsener schlägt dem 15-Jährigen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht und tritt ihn. Beim Versuch, seinem Freund zu helfen, wird der 17-Jährige zu Boden geschubst und dort geschlagen, getreten und schließlich mit einem Messer bedroht. Dann können die Betroffenen flüchten. Am Tag darauf erstatten sie Anzeige. Die Polizei sucht nach zwei ca. 14- und 35-Jährigen sowie einem weiteren Unbekannten.
Polizeirevier Halle, 10.10.16

09.10.2016 Halle (Saale)

Gegen 21:45 Uhr werden mehrere Schwarze Männer am Riebeckplatz aus einer vierköpfigen Gruppe heraus unter rassistischen Parolen mit Flaschen beworfen. Die Betroffenen werfen Flaschen zurück. Zeugen alarmieren die Polizei. Als diese vor Ort erscheint, trifft sie lediglich einen 26-jährigen Hallenser an, der jedoch eine Beteiligung bestreitet. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Bundespolizei Magdeburg, 09.10.16

08.10.2016 Magdeburg

Auf dem Rückweg von einer Neonazidemonstration in Roßlau greift einer der Teilnehmer aus einer knapp zwanzigköpfigen Gruppe teilweise Vermummter heraus vor dem Hauptbahnhof unvermittelt einen Passanten an und versetzt ihm einen heftigen Kopfstoß. Einsatzkräfte der Bundespolizei, welche die Neonazis bereits in der Bahn begleitet hatten, greifen ein. Nur unter Einsatz von Pfefferspray gelingt es ihnen, den 32-jährigen Tatverdächtigen festzunehmen.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 07.10.16

06.10.2016 Merseburg (Saalekreis)

Gegen 19:40 Uhr klingeln zwei Männer an der Wohnungstür eines 44-jährigen Liberianers. Als er öffnet, wird er sofort u.a. mit Teleskopschlagstock und Schlagring attackiert, wobei die Angreifer in seine Wohnung eindringen. Als seine 47-jährige Lebensgefährtin dem Betroffenen zu Hilfe kommt, wird sie ebenfalls geschlagen. Auch der 5-jährige Enkel der Frau wird verletzt. Dann verlassen die Angreifer die Wohnung. Noch während die von den Betroffenen alarmierten Polizisten vor Ort den Sachverhalt aufnehmen, kehrt einer der Täter zur Wohnung des Betroffenen zurück. Ein Atemalkoholtest bei dem augenscheinlich stark alkoholisierten 63-Jährigen, der sich gegenüber den Beamten rassistisch äußert, ergibt über 2,5 Promille. In der Folge kann die Polizei auch den zweiten Tatverdächtigen stellen. Der Atemalkoholtest bei dem 47-jährige Merseburger ergibt über zwei Promille. Beide Männer werden vorläufig festgenommen und die Tatmittel sichergestellt. Der Betroffene muss ambulant, seine Lebensgefährtin und das Kleinkind stationär im Krankenhaus behandelt werden. In seiner Vernehmung tags darauf räumt der 63-Jährige den Angriff ein und gibt an, er habe den "Afrikaner" wegen lauter Musik zur Rede stellen wollen. Das Fachkommissariat Polizeilicher Staatsschutz der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung.
Polizeirevier Börde, 03.10.16

02.10.2016 Oschersleben (Börde)

Zwei 16- und 23-jährige Syrer werden am Bahnhof von einer Gruppe Vermummter angegriffen. Einer der Betroffenen wird dabei leicht verletzt. Um sich in Sicherheit zu bringen, werfen sie ihre Fahrräder in Richtung der Angreifer und laufen direkt zum örtlichen Revierkommissariat, um Anzeige zu erstatten. Bei der Überprüfung des Tatorts treffen die eingesetzten Polizeibeamten im näheren Umfeld drei 15-, 16-, und 22-Jährige an, die behaupten, zwei Ausländer hätten unvermittelt ihre Fahrräder nach ihnen geworfen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung in beide Richtungen.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

01.10.2016 Burg (Jerichower Land)

Am Nachmittag wird ein 18-jähriger Schüler auf der Straße von drei jüngeren Unbekannten mit Reizgas besprüht. Der auswärtige Jugendliche ist mit seinem Longboard vom Bahnhof aus unterwegs zu einer Freundin, als er im Breiten Weg anhält und absteigt, um sich zu orientieren. Während er sich umsieht, kommen drei etwa 14-jährige Jungen mit Yakuza-Kleidung auf ihn zu und sprechen scheinbar über seinen "Refugees Welcome"-Pullover. Als sie an ihm vorbeigegangen sind, hört er ein Zischen, denkt sich zunächst nichts und setzt seinen Weg fort. Kurz darauf muss er husten und niesen und stellt fest, dass die Unbekannten ihn offenbar von hinten mit Reizgas besprüht haben.
Polizeirevier Halle, 18.09.16/ Mitteldeutsche Zeitung, 20.09.16

19.09.2016 Halle (Saale)

Kurz vor 21 Uhr beschimpft ein Unbekannter zwei auf einer Bank auf dem oberen Boulevard sitzende, 16- und 17-jährige Schwarze Jugendliche rassistisch und schlägt dem 17-Jährigen zwei Mal mit der Faust ins Gesicht. Anschließend zieht der augenscheinlich alkoholisierte Mann provozierend sein T-Shirt aus und fordert zum Kampf auf. Eine Zeugin alarmiert die Polizei. Da der 27-jährige Tatverdächtige gegenüber den Beamten vor Ort weitere Straftaten androht und den ausgesprochenen Platzverweis ignoriert, wird er über Nacht in Gewahrsam genommen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Polizeirevier Burgenlandkreis, 19.09.16

17.09.2016 Zeitz (Burgenlandkreis)

Am Samstagabend, gegen 22:30 Uhr, werden ein 26- und ein 38-jähriger Inder am Bahnhofsvorplatz und auf der Fußgängerbrücke am Bahnhof von mehreren maskierten Männern mit Reizgas attackiert. Dann wird der 38-Jährige auch tätlich angegriffen, sodass er im Krankenhaus behandelt werden muss. Nur knapp drei Stunden zuvor waren mehrere mutmaßlich Geflüchtete am Bahnhof von vier mit Sturmhauben vermummten Männern rassistisch beschimpft worden. Die von Zeugen alarmierte Polizei hatte noch am Tatort zwei 26- und 27-jährige, erheblich alkoholisierte Tatverdächtige stellen können und ihnen Platzverweise ausgesprochen. Der polizeiliche Staatsschutz prüft einen Zusammenhang zwischen den Taten.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 11.09.16

11.09.2016 Halle (Saale)

Am Sonntagmorgen, gegen 1:45 Uhr, wird ein 23-jähriger Iraner an der Heideringpassage von drei Unbekannten angeschrien und geschlagen. Dann flüchten die Angreifer. Trotz Einsatz eines Fährtensuchhundes gelingt es den alarmierten Polizeibeamten nicht, Tatverdächtige zu finden. Der Betroffene muss ambulant behandelt werden.
Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau/ Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, 24., 26.08., 21.09.16

23.08.2016 Lutherstadt Wittenberg (Wittenberg)

Vor einem Hauseingang kommen gegen 13:30 Uhr zwei unbekannte junge Männer auf einen 23-jährigen Eritreer zu. Einer beschimpft ihn rassistisch. Dann wird der Betroffene mit einer Axt bedroht, die einer der beiden aus seinem Rucksack herausgenommen hatte.
Gegen 18:50 Uhr fordern dann zwei Unbekannte unter Vorhalt eines Messers Bargeld von einem 34-jährigen Somalier, der gerade gemeinsam mit seinem Begleiter eine Sparkassenfiliale in der Innenstadt verlassen hatte. Als er sich weigert, holt der zweite Mann ein Beil aus seinem Rucksack. Beide beleidigen den Betroffenen rassistisch und spucken ihn an. Zeugen gelingt es, verbal zu intervenieren, woraufhin die Männer den Tatort verlassen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt in der Folge einen 19-jährigen, polizeibekannten Tatverdächtigen, bei dem eine auffällige Tomahawk-Axt sichergestellt wird. Gegen den Heranwachsenden wird wegen Beteiligung an beiden Taten sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Es wurde Haftbefehl erlassen.
Polizeirevier Börde, 22.08.16

21.08.2016 Oschersleben (Börde)

Gegen 22:45 Uhr schlagen mehrere Rechte am Bahnhof mit Protektoren verstärkten Handschuhen auf mindestens zwei Linke ein. Dann flüchten die Angreifer. Eingesetzte Polizisten entdecken am Lindenring drei Tatverdächtige, die daraufhin wegrennen. Den Beamten gelingt es, zwei von ihnen festzuhalten und die Personalien der beiden Oscherslebener aufzunehmen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

21.08.2016 Burg (Jerichower Land)

In der Nacht sprühen Unbekannte Hakenkreuze auf die Schaufensterscheiben eines arabischen Lebensmittelladens. Es ist bereits die sechste Sachbeschädigung seit Eröffnung des Ladens vor etwa einem Jahr. So hatten Unbekannte die Scheiben wiederholt mit rassistischen Aufklebern beklebt und die Wand mit rassistischen Sprüchen beschmiert. Die Polizei ermittelt u.a. wegen Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In der Folge sollen die Schmierereien in einer öffentlichen Solidaritätsaktion überstrichen sowie Graffiti-Schutz aufgebracht werden.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

19.08.2016 Tangerhütte (Stendal)

Ein 15-Jähriger Syrer und sein 12-jähriger Bruder werden vor ihrer Schule von vier Jungen rassistisch beleidigt und angegriffen. Zudem werden ihnen ihre Schul- und Sporttaschen so weggerissen und ausgekippt, dass eine Jacke, eine Tasche und ein Paar Sportschuhe beschädigt werden. Die Schüler erleiden Prellungen und Abschürfungen an Armen, Beinen sowie am Hals.
Polizeirevier Saalekreis/ Mitteldeutsche Zeitung, 17.08.16

16.08.2016 Querfurt (Saalekreis)

Gegen 22:30 Uhr hält plötzlich ein weißer Kleintransporter neben zwei minderjährigen Geflüchteten, die mit einem Fahrrad zu Fuß in der Merseburger Straße unterwegs sind. Der Beifahrer beleidigt die 17-Jährigen und schlägt schließlich auf die Betroffenen ein. Dann wirft er das Fahrrad noch über eine Mauer auf ein angrenzendes Grundstück. Beide Jugendlichen müssen mit Verletzungen an Kopf und Oberkörper ambulant im Klinikum behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen unbekannt und veröffentlichte Täterbeschreibungen.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.08.2016 Halle (Saale)

Gegen 20 Uhr wird ein 26-jähriger Hallenser, der mit dem Lieferwagen eines migrantischen Restaurants in der Innenstadt unterwegs ist, von einem hinter ihm fahrenden Polo-Fahrer bedrängt. Als er diesem mit Gesten zu verstehen gibt, nicht so dicht aufzufahren, fährt der Unbekannte neben ihn, beleidigt ihn als "Scheiß Kanake" und "Scheiß Ausländer" und zeigt ihm den Mittelfinger. Als der Unbekannte auf einen Parkplatz fährt, folgt ihm der Betroffene. Dort wiederholt der Polo-Fahrer aggressiv seine rassistischen Beleidigungen. Als dieser das mit seinem Handy zu filmen beginnt, wird er von dem Unbekannten mehrfach mit der Faust ins Gesicht und gegen den Oberkörper geschlagen sowie gegen die Hüfte getreten. Dann flüchtet der Angreifer. Der Betroffene erleidet mehrere Hämatome, auch im Gesicht. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Nötigung im Straßenverkehr, Beleidigung und Körperverletzung.
Polizeirevier Halle, 13.08.16

13.08.2016 Halle (Saale)

In der Nacht vom Freitag zu Samstag, gegen 00:30 Uhr, brennen an einem Verwaltungsgebäude der dortigen Flüchtlingsunterkunft in der Landsberger Straße eine Jalousie und eine dahinter liegende Tür. Mitarbeitern der Unterkunft gelingt es, das Feuer noch vor Eintreffen der Feuerwehr zu löschen. An dem Haus, welches gerade saniert wird, entstand ein Sachschaden von über 1000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung und sucht Zeugen, der polizeiliche Staatsschutz ist involviert. Bereits einige Tage zuvor hatten Unbekannte eine "übel richende Flüssigkeit" an und vor dem Gebäude angebracht.
Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht/ Polizeirevier Börde, 09.08.16

08.08.2016 Oschersleben (Börde)

Am frühen Abend werden drei Geflüchtete aus Syrien und Somalia auf dem Nachhauseweg aus etwa zwölfköpfigen Gruppe heraus rassistisch beleidigt und zudem als "Scheiß Juden" beschimpft. Beim Weiterlaufen wirft einer der Unbekannten eine Flasche nach den Geflüchteten, die ihr Ziel jedoch verfehlt. Dann wird den Geflüchteten noch mit "Euer Haus wird brennen!" gedroht. Eine Zeugin alarmiert die Polizei, die vor Ort noch einige Tatverdächtige in einen Hauseingang flüchten sieht und daraufhin in einer Wohnung drei Beschuldigte feststellen kann. Nach einem weiteren wird gefahndet. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

07.08.2016 Wiederstedt (Mansfeld-Südharz)

Nach dem Besuch des Heimatfestes werden  fünf Syrer gegen 4:30 Uhr nachts von einer ca. 15-köpfigen Gruppe verfolgt, darunter auch mehrere Frauen. Die Unbekannten kreisen die Geflüchteten ein, fragen aggressiv, ob sie Muslime seien und beleidigt sie über einen längeren Zeitraum  immer wieder rassistisch und antimuslimisch. Als einzelne Betroffene versuchen, aus dem Kreis zu entkommen, werden sie wieder zurückgestoßen. Schließlich schlägt einer der Männer einem der Geflüchteten ins Gesicht und tritt ihm gegen die Beine. Dann stößt er einen weiteren Syrer zu Boden. Erst als eine Frau die Gruppe auffordert damit aufzuhören, gelingt es den Syrern, in ein Taxi zu flüchten und den Ort zu verlassen. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

06.08.2016 Halle (Saale)

Nach der Drittligabegegnung Hallescher und Chemnitzer FC werden vier Alternative gegen 16:30 Uhr nach Passieren einer größeren Gruppe HFC-Fans in Stadionnähe von zwei der Männer verfolgt. Einer der Unbekannten schlägt einem 28-Jährigen plötzlich von hinten gegen seinen Kopf, ein weiterer Faustschlag trifft ihn im Gesicht. Als der Betroffene mit den Händen versucht, seinen Kopf zu schützen und sich dabei zusammenkrümmt, versetzt der Angreifer ihm einen Kniestoß gegen den Kopf. Als eine 25-Jährige interveniert tritt der Angreifer ihr gegen den Kopf, wobei sie sich mit einem Arm schützen kann. Dann schlägt der Angreifer einem 25-jährigen Alternativen so mit der Faust ins Gesicht, dass er dabei seinen Rucksack verliert, auf den der Unbekannte noch mehrfach eintritt. Als Anwohner_innen den Betroffenen zu Hilfe kommen flüchten die Männer. Die Betroffenen erleiden Schmerzen am Kopf sowie Hämatome.
Mitteldeutsche Zeitung, 26.07.16

26.07.2016 Dessau-Roßlau

Kurz nach Mitternacht pöbeln zwei Männer vor einem Mietshaus in der Schlossstraße Passanten an. Als ein 44-Jähriger, jordanischer Mieter vom Fenster seiner Wohnung die Nachtruhe anmahnt, erwidern ihm die Unbekannten, dass dies "ein deutsches Haus" sei. Kurz darauf klopfen die Männer an seine Wohnungstür und sprühen dem 44-Jährigen Reizgas ins Gesicht. Als sein 37-jähriger Nachbar aus Benin vom Lärm alarmiert ebenfalls aus der Tür schaut, wird auch er besprüht. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 24.07.16

24.07.2016 Halle (Saale)

In der Albert-Einstein-Straße im Stadtteil Nördliche Neustadt werden zwei 19-Jährige Geflüchtete kurz nach Mitternacht von zwei Unbekannten rassistisch beschimpft und angegriffen. Einer der Männer schlägt einem Betroffenen aus Guinea Bisseau einen Beutel aus der Hand, zerreißt sein T-Shirt und schlägt ihm mit der flachen Hand in den Nacken. Der zweite Angreifer schlägt dem anderen 19-Jährigen mit der Faust gegen sein Jochbein. Schließlich gelingt es den Jugendlichen, sich zur Wehr zu setzen. Eine Zeugin alarmiert die Polizei, die nun gegen zwei 36- und 41-jährige Hallenser ermittelt.
Polizeirevier Magdeburg, 22.07.16

21.07.2016 Magdeburg

Gegen 23:30 Uhr skandiert eine Gruppe an der Straßenbahnhaltestelle Braunlager Straße "Ausländer raus!" und "Heil Hitler" und attackiert dann ein russisch sprechendes Pärchen. Eine Zeugin ruft die Polizei, Passanten können weitere Angriffe verhindern. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen einen polizeibekannten 62-jährigen Magdeburger und eine 36-jährige Magdeburgerin.
Polizeirevier Burg, 11.07.16

10.07.2016 Burg (Jerichower Land)

Gegen 19 Uhr werden zwei Jugendliche in der Fußgängerzone von einem unbekannten Erwachsenen rassistisch beleidigt und angegriffen. Die beiden 15-Jährigen essen gerade Döner, als ein etwa 30-jähriger Mann mit einem Fahrrad sie als "Scheiß Kanaken" beschimpft und sie auffordert, sich zu "verpissen". Dann schlägt er einem der Jungen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht und flüchtet. Der Betroffene erleidet ein Hämatom. Die Polizei sucht mittels Zeugenaufruf nach dem Täter.
Polizeirevier Stendal, 05.07.16

04.07.2016 Tangermünde (Stendal)

Gegen 19 Uhr werden ein syrischer Vater und sein 10-jähriger Sohn in einem Regionalzug zwischen Stendal und Tangermünde unvermittelt von einem Unbekannten attackiert. Der offensichtlich stark alkoholisierte Mann schlägt das Kind mit der Faust gegen die Brust und mit der flachen Hand ins Gesicht. Als der Vater seinem Sohn zu Hilfe kommt, greift der Mann auch ihn an. Die herbeigerufene Polizei kann wenig später einen 31-jährigen Tatverdächtigen in Tangermünde auf einem Fahrrad stellen. Ein Atemalkoholtest ergibt einen Wert von 2,7 Promille. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung und Trunkenheit im Verkehr ermittelt.
Polizeirevier Mansfeld-Südharz/ Mitteldeutsche Zeitung, 04.07.16

02.07.2016 Sangerhausen (Mansfeld-Südharz)

Am Samstagnachmittag, gegen 16 Uhr, werden zwei syrische Jugendliche unweit einer Unterkunft für Geflüchtete am sog. Dreier-Teich von zwei unbekannten Männern beleidigt, geschlagen und getreten. Einer der Jugendlichen wird dabei leicht verletzt. Mitarbeiter einer Security-Firma rufen die Polizei, die wegen des Verdachts der Körperverletzung und Beleidigung gegen einen 25- und einen 37-jährigen Deutschen ermittelt. Beide Tatverdächtigen seien wegen ähnlicher Delikte polizeibekannt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund werde nicht ausgeschlossen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, 07.07 und 26.07.16; Landgericht Dessau-Roßlau, 21.09.16

30.06.2016 Zerbst (Anhalt-Bitterfeld)

Gegen 23:15 Uhr wartet ein 34-jähriger Pakistani auf dem Bahnsteig auf einen Zug Richtung Magdeburg, als er aus einer Gruppe von drei jungen Männern und einer weiblichen Jugendlichen als "Scheiß Ausländer" beleidigt, bedrängt und schließlich attackiert wird. Zwei der Unbekannten schlagen und treten auf den Betroffenen ein und lassen ihn erheblich verletzt auf den Gleisen zurück. Dem 34-Jährigen gelingt es noch, sich aus eigener Kraft aufzurichten, sodass ihn ein herannahender Zug lediglich an der Schulter erfasst. Er erleidet eine Schulterfraktur, einer offenen Wunde am linken Auge, massiven Hautunterblutungen und Abschürfungen sowie einem Schädel-Hirn-Trauma. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen versuchtem Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. In der Folge können zwei 20- und 22-jährige Männer aus Dessau-Roßlau als dringend Tatverdächtige ermittelt werden. Der ältere der beiden ist neben Gewaltstraften auch wegen politisch motivierter Kriminalität polizeibekannt. Beide befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

29.06.2016 Halle (Saale)

Gegen 23:30 Uhr werden zwei junge Frauen und ein junger Mann am Steintor aus einem vorbeifahrenden Auto heraus lautstark als "Scheiß Zecken" beschimpft. Als der Mann den Insassen als Reaktion darauf den ausgestreckten Mittelfinger zeigt, stoppt der PKW und zwei unbekannte Männer rennen auf ihn zu. Sie treten und schlagen auf den am Boden Sitzenden ein, bis ihm die Flucht gelingt. Der Betroffene erleidet Verletzungen am Schlüsselbein und am Ohr, eine aufgeplatzte Oberlippe sowie Hämatome.

Kurze Zeit später wird ein Punk an einem Supermarkt in der Ludwig-Wucherer-Straße von einem Unbekannten unvermittelt so mit der Faust ins Gesicht geschlagen, dass er stark zu bluten beginnt. Dabei ruft er "Du bist kein richtiger Deutscher!" und skandiert mehrfach "Sieg
Heil!". Die von einem Zeugen alarmierte Polizei kann kurz darauf ein Auto mit drei Insassen stoppen. Sie geht von einem Zusammenhang zwischen den beiden Gewalttaten aus und ermittelt wegen gefährlicher bzw. einfacher Körperverletzung sowie wegen Verwendens von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen gegen zwei Tatverdächtige.
Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

19.06.2016 Burg (Jerichower Land)

Gegen 2:30 Uhr wird ein 27-jähriger Syrer von Lärm und Stimmen im Hausflur aus dem Schlaf gerissen. Als er zur Tür rennt ist diese bereits eingetreten und mehrere Personen betreten die Wohnung, darunter ein Rechter, der im selben Wohnblock lebt. In Panik gelingt es ihm, die Eindringlinge aus dem Eingangsbereich hinauszudrängen und seine Tür zuzudrücken. Abschließbar ist sie danach allerdings nicht mehr. Die Täter flüchten in einen Nebeneingang, wo sie von Polizeibeamten festgestellt und Platzverweise ausgesprochen werden. Drei Stunden später kommt die Gruppe zurück und feiert in einer Nachbarwohnung weiter. Polizeibeamte vor Ort nehmen rechte Musik und "Sieg Heil"-Rufe wahr. Bereits vor dem Vorfall war der Betroffene mehrfach aus der Gruppe um den rechten Wohnungsnachbarn, die sich nahezu täglich vor dem Plattenbau aufhält, rassistisch beleidigt und u.a. mit der Halsabschneidergeste bedroht worden.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 18.06.16

18.06.2016 Halle (Saale)

Kurz nach 2 Uhr nachts wird ein 22-Jähriger plötzlich auf der Rannischen Straße aus einer dreiköpfigen Gruppe heraus gefragt, ob er "eine Zecke" sei. Als er daraufhin flüchtet, folgt ihm einer der Männer, holt ihn am Franckeplatz ein und schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Als er daraufhin zu Boden geht, tritt der Angreifer noch gegen seinen Oberkörper und flüchtet. Der Betroffene wird mit einer Platzwunde am Kopf, einer Schürfwunde am Arm sowie Hämatomen im Krankenhaus behandelt. Der Polizei gelingt es später, einen 21-jährigen Tatverdächtigen zu stellen. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung ermittelt.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, 15.06.16

14.06.2016 Roßlau (Desssau-Roßlau)

Gegen 18.00 Uhr beleidigen und provozieren zwei deutsche Jugendliche an der Amtsmühle zwei 17 und 22-jährige syrische Geflüchtete mit rassistischen Parolen. Dann bewaffnen sie sich mit Holzlatten und schlagen auf die Betroffenen ein. Der 17-Jährige versucht die Schläge abzuwehren, indem er sein Fahrrad schützend vor sich hält. Er wird an der Hand, am Bauch und am Rücken verletzt. Auch der jüngere der beiden Täter wird an der Hand verletzt und muss stationär behandelt werden. Laut herbeigerufener Polizei standen die polizeibekannten 17- und 22-jährigen Tatverdächtigen unter erheblichem Alkohol- und Betäubungsmitteleinfluss. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

05.06.2016 Stendal

Ein 22-jähriger Antifaschist, der ein T-Shirt mit einer Anti-Nazi-Aufschrift trägt, wird in den frühen Abendstunden von einem vorbeilaufenden Fußgänger unvermittelt so von hinten in den Rücken getreten, dass er stürzt. Als er am Boden liegt tritt der Angreifer ihm noch  zweimal gegen sein Knie und seine Hand. Dabei beleidigt er ihn als "Zeckenschwein". Als der Betroffene sich zur Wehr setzt, flüchtet der Angreifer, der ein Shirt mit der Aufschrift: "Ich bin ein Nationalsozialist" trägt. Der Betroffene muss sich von Freunden abholen lassen, da er mit dem verletzten Bein nicht mehr auftreten kann. Hand und Rücken schmerzen eine Woche, das geprellte Knie bereitet noch nach 14 Tagen Schwierigkeiten.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

04.06.2016 Halle (Saale)

Kurz nach Mitternacht greift eine Gruppe Unbekannter mehrere Alternative an und verletzt dabei einen 24-Jährigen mit mehreren Stichen lebensgefährlich. Die knapp ein Dutzend überwiegend Studierende aus Halle, Berlin und Dresden, davon zwei mit Dreadlocks, hatten nach einer Einzugsparty auf der Ziegelwiese Bierball gespielt, als sich plötzlich fünf bis sechs dunkel gekleidete Männer neben sie stellen. Dann verkündet einer der Unbekannten provokant, dass er Fascho sei und fragt, ob er eine Zigarette bekäme. Als das mit Verweis auf seine politische Orientierung verneint wird beginnen die Rechten, wahllos auf die jungen Männer der Gruppe einzuschlagen, die sich zur Wehr setzen. Einige Freund_innen versuchen zu deeskalieren. Einem ebenfalls 24-Jährigen gelingt es schließlich, seinen am Boden liegenden Freund vor weiteren Schlägen und Tritten zu schützen. Nach wenigen Schritten bemerkt dieser, dass sein Shirt mit Blut durchtränkt ist sowie eine offene Bauchverletzung und bricht zusammen. Freund_innen versuchen die Blutung zu stoppen und alarmieren den Rettungsdienst. Währenddessen sammeln sich immer mehr Schaulustige in Tatortnähe. Eintreffende Polizist_innen zeigen sich offenkundig überfordert mit der unübersichtlichen Lage, unterlassen es aber, Verstärkung anzufordern. Stattdessen ignorieren sie die Hinweise aus der Gruppe der Betroffenen zu möglichen Tatverdächtigen. Als sie gehen wollen, wird ein
weiterer 24-Jähriger so geschubst, dass er zu Boden stürzt und sich an den Scherben seiner Bierflasche verletzt. Erst nach intensiven Bitten der Betroffenen aufgrund der weiterhin bedrohlichen Situation begleiten einige Beamte die Gruppe bis zum Ausgang der Ziegelwiese. Der Hauptbetroffene muss notoperiert und auf der Intensivstation behandelt werden. Die Polizei ermittelt u.a. wegen versuchten Totschlags und veröffentlichte in der Folge zwei Phantombilder.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

30.05.2016 Osterburg (Stendal)

Ein 16-Jähriger Syrer wird auf dem Weg von der Schule nach Hause von zwei Unbekannten u.a. rassistisch beleidigt. Als er versucht, sich dagegen zu wehren, wird er ins Gesicht geschlagen. Dann halten ihn die beiden fest und ritzen ihm ein Hakenkreuz auf seine rechte Wange. Der Schüler schreit laut, sodass die Angreifer schließlich von ihm ablassen und weglaufen. Der 16-Jährige hat noch wochenlang Angst auf dem Schulweg, seine Familie macht sich ebenfalls große Sorgen.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, 27.05.16

26.05.2016 Magdeburg

Gegen 19:50 Uhr beleidigt ein älterer Mann in einer Straßenbahn der Linie 2 in Höhe Haltestelle Steubenallee mehrere Menschen mit vermeintlichem Migrationshintergrund. Als eine 26-Jährige dazwischen geht und die Pöbeleien beenden will, greift der Unbekannte die Frau an. Jetzt eilen andere Fahrgäste der Betroffenen zu Hilfe und überwältigen den Angreifer. Die hinzugerufene Polizei ermittelt einen Atemalkoholwert von 1,92 Promille. Gegen den 60-Jährigen wird wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.05.2016 Halle (Saale)

Am sog. Männertag läuft eine Gruppe von fünf bis sieben offensichtlich alkoholisierten Männern gegen 19:20 Uhr die Reilstraße entlang, als sie an der Sraßenbahnhaltestelle "Zoo" eine kopftuchtragende Frau bemerken. Daraufhin schlägt einer der Unbekannten unvermittelt mit einer Bierflasche gegen die Scheibe des Wartehäuschens, hinter der die Frau mit ihrer Familie steht. Als die Gruppe weiterzieht wirft eine Person aus ca. zehn Metern Entfernung einen mitgeführten Bierkrug in Richtung der Familie, der unmittelbar vor ihren Füßen zerschellt.
Als die Gruppe wenige Minuten später an der Haltestelle "Kurallee" zwei Frauen bemerkt, von denen eine ebenfalls ein Kopftuch trägt, wirft einer aus der Gruppe gezielt einen Stein in Richtung der beiden. Dieser trifft eine Scheibe des Haltestellenhäuschens direkt neben den Frauen, die dadurch zu Bruch geht. Dann kommt einer der Angreifer auf die verängstigten Frauen zu und ruft "Jetzt machen die Ausländer auch schon die Scheiben kaputt!". Die Betroffenen können den Ort mit Hilfe eines Zeugen verlassen. Die alarmierte Polizei stellt schließlich in der Nähe mehrere Tatverdächtige fest.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.05.2016 Weißenfels (Burgenlandkreis)

Gegen 17 Uhr kommt einem Geflüchteten aus Guinea-Bissau auf dem Weg zu einem Freund  eine Gruppe von etwa zehn Unbekannten entgegen. In der Befürchtung, nicht unbehelligt zu bleiben, versucht der 32-Jährige, auf den Rand des breiten Fußweges auszuweichen. Nichtsdestotrotz kommt der erste aus der Gruppe direkt auf ihn zu und tritt ihm wortlos gegen beide Schienbeine. Dann schlägt ihm ein zweiter Mann mit der Faust ins Gesicht und trifft seinen Mund. Mindestens ein weiterer Angreifer schlägt dem Betroffenen so heftig von hinten in den Nacken, dass er zu Boden stürzt und kurzzeitig das Bewusstsein verliert. Als er wieder zu sich kommt, nimmt er in einiger Entfernung noch einzelne Mitglieder der Gruppe wahr, die ihn im Weggehen noch mit "Halsabschneidegesten" bedrohen. Der Betroffene erleidet u.a. eine Lippenschwellung sowie Hämatome am Schienbein und erstattet noch am selben Tag Anzeige im Revier. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.05.2016 Oschersleben (Börde)

An Himmelfahrt wird ein 15-jähriger Alternativer, der gegen 16 Uhr mit einem  Freund unterwegs ist, von zwei Rechten erkannt und unvermittelt als "Arschloch" beleidigt. Dann stößt einer der Rechten den 15-Jährigen so, dass er über sein Fahrrad fällt und schlägt den am Boden liegenden Schüler mit Quarzhandschuhen ins Gesicht. Schließlich flüchtet er mit seinem Begleiter. Der Betroffene erleidet  eine Schädelprellung und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.
Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

04.05.2016 Nienburg (Salzlandkreis)

Gegen 21:20 Uhr wird ein 29-jähriger Kurde in einem Dönerimbiss von einem Mann rassistisch beleidigt und körperlich attackiert. Als der Angreifer daraufhin rausgeschmissen wird, kommen zwei weitere Männer hinzu und schlagen vor der Tür auf den 29-Jährigen ein. Dann stößt ein Angreifer den 29-Jährigen so vor ein Auto, dass es ihm über den Fuß fährt. Währenddessen flüchtet das Trio. Der Betroffene erleidet Verletzungen an beiden Beinen und an seiner Schulter sowie eine Kopfplatzwunde. Drei Stunden später werfen drei Personen mehrere große Steine gegen die Schaufensterscheibe des Ladens, die dadurch zu Bruch geht. Obwohl sich zu dem Zeitpunkt mehrere Personen im Imbiss befinden wird niemand verletzt. Die Polizei sieht einen Zusammenhang mit dem ersten Angriff. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

23.04.2016 Halle (Saale)

In der Nacht von Freitag zu Samstag, gegen 0:50 Uhr, treten Unbekannte die Wohnungstür einer alternativen Wohngemeinschaft ein. Dann stürmen etwa zehn Angreifer unte "Scheiß Zecken"-Rufen in die Zimmer der Schlafenden, zerren drei junge Männer aus ihren Betten und schlagen und treten auf sie ein. Ein Punk erleidet Stichverletzungen am Rücken und am rechten Arm, ein weiterer muss u.a. mit diversen Hämatomen an der rechten Gesichtshälfte stationär im Krankenhaus behandelt werden. Ein Skinhead wird zudem mit Flaschen beworfen und trägt u.a. eine Schulterprellung sowie diverse Hämatome an Kopf und Oberkörper davon. Zwei junge Frauen, die sich in der Wohnung aufhalten, werden nicht attackiert, erleiden aber einen Schock. Bevor die Angreifer flüchten, verwüsten sie die Wohnung und reißen u.a. eine Che-Guevara-Fahne von der Wand, die sie als Trophäe mitnehmen. Die alarmierte Polizei sichert noch in der Nacht Spuren am Tatort und ermittelt bislang gegen unbekannt.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 23.04.16

22.04.2016 Halle (Saale)    

Kurz vor 18 Uhr beleidigt ein Unbekannter auf dem Marktplatz einen Schwarzen und zeigt den sogenannten Hitlergruß. Dem gelingt es, in eine Straßenbahn einzusteigen, die kurz darauf losfährt. Dann prügelt der Mann auf einen Passanten ein, welcher ihn aufgefordert hatte, das zu unterlassen. Der Betroffene wird so im Gesicht getroffen, dass ihm ein Schneidezahn herausbricht. Als Polizeibeamte vor Ort erscheinen, werden sie auch von dem Tatverdächtigen beleidigt. Gegen den 32-Jährigen wird wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.
Polizeirevier Börde, 18.04.16

15.04.2016 Oschersleben (Börde)

Gegen 21 Uhr greifen drei dunkel bekleidete Männer einen 27-Jährigen aus Benin an. Die Unbekannten stoßen den Betroffenen zu Boden und schlagen auf ihn ein. Der verletzte 27-Jährige wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

09.04.2016 Magdeburg

Während einer Demonstration der rechten Hooligan-Organisation "Gemeinsam-Stark Deutschland" (GSD) werden mehrere Journalist_innen von Demonstrationsteilnehmern gezielt in ihrer Arbeit behindert, beleidigt, geschubst oder geschlagen. So stellen sich einige Teilnehmer mit einem Transparent direkt vor die Kameras der Journalist_innen. Als einer der Fotografen das Transparent hinunterzieht, um weiterarbeiten zu können, schlägt ihm ein Demonstrant gegen die Schulter. Ein Funktionär der Partei "DIE RECHTE" kommt hinzu und greift in seine Kamera. Als sich der Fotograf das verbal verbittet, schreitet die Polizei ein. Der Rechte stellt jedoch seinerseits Strafanzeige und behauptet, angegriffen worden zu sein. Rechte rufen dem Journalisten grinsend zu, dass man durch das Verfahren nun endlich seine Anschrift bekommen würde. Der Parteifunktionär zieht seinen Strafantrag jedoch später zurück.

Im weiteren Verlauf wird eine etwas abseits stehende Fachjournalistin vor den Augen von etwa 30 teils vermummten Polizist_innen einer Spezialeinheit von zwei Demonstrationsteilnehmern ungehindert und wiederholt beleidigt, bedroht und behindert. Der zuvor angegriffene Journalist dokumentiert diese Szene,  woraufhin sich einer der beiden bedrohlich vor ihn stellt und "Kamera weg!" schreit. Als der Journalist die Kamera herunternimmt, um zu signalisieren, dass er nicht weiter fotografieren wird, schlägt ihm der Mann mit der Faust ins Gesicht. In der Nähe stehende Polizist_innen verweigern  Anzeigenaufnahme und Personalienfeststellung des Angreifers, der sich ungehindert entfernen kann. Stattdessen werden beide Journalist_innen gezwungen, sich noch weiter von der Demonstration zu entfernen, um "nicht weiter zu provozieren". Andere Polizeibeamt_innen nehmen später eine Anzeige auf.
Polizeirevier Harz, 05./06.04.2016

04.04.2016 Quedlinburg (Harz)

Zwei 17-jährige syrische Geflüchtete werden gegen 19 Uhr an einer Bushaltestelle  von einem Unbekannten als "Scheiß Ausländer" beleidigt. Kurz darauf schlägt dieser einen der beiden mit der Hand ins Gesicht. Zwei Tage später wird durch einen Zeugenhinweis ein 16-jähriger Tatverdächtiger bekannt. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, 02.04.16/ Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

01.04.2016 Halle (Saale)

Kurz nach 19 Uhr wird eine Gruppe von Punks in der Nähe des Seiteneingangs des Hauptbahnhofs von mehreren Rechten umstellt, als "Scheiß Zecken" beschimpft und angegriffen. Mindestens fünf der Punks werden verletzt. Der Polizei gelingt es, noch in Tatortnähe sieben Verdächtige festzustellen. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

01.04.2016 Burg (Jerichower Land)

Nachmittags geht ein 23-jähriger Alternativer mit seinem Hund auf der Straße spazieren, als plötzlich ein Auto auf seiner Höhe hält und ein stark tätowierter Mann aussteigt. Mit der Aufforderung "Ey, Du hässliche Zecke, warte mal!" kommt er auf den 23-Jährigen zu und spuckt ihn an. Nach der Beschuldigung, eine rechte Demo fotografiert zu haben, schlägt er ihm mehrmals mit den Fäusten in die Rippen. Der Angegriffene kann einem weiteren Schlag ausweichen, die ersten Schläge brechen jedoch zwei seiner Rippen. Als Autofahrer anhalten, die den Angriff offensichtlich beobachtet haben, läuft der Mann mit der Bemerkung "Jetzt hast Du kein großes Maul mehr, was?" zu seinem Auto und fährt davon. Der Betroffene hat mehrere Wochen erhebliche Schmerzen.
Bundespolizeiinspektion Magdeburg, 30.03.16

29.03.2016 Halle (Saale)

Kurz vor 18 Uhr beleidigt ein augenscheinlich alkoholisierter Mann an der S-Bahnhaltestelle am Hauptbahnhof lautstark drei Frauen rassistisch und brüllt sie u.a. an, sie sollten mit ihren Kopftüchern nach Hause gehen. Daraufhin stellen sich mehrere Reisende schützend vor die Frauen. Als ein 37-Jähriger den Unbekannten auffordert aufzuhören, versucht ihm der Mann ins Gesicht zu schlagen. Der Betroffene kann ausweichen, sodass ihn die Faust nur leicht streift. Als die von Zeug_innen alarmierten Bundespolizisten eintreffen, reagiert der Angreifer sofort aggressiv auf deren Ankunft und muss gefesselt werden, um weitere körperliche Übergriffe zu verhindern. Auf der Wache ergibt ein Atemalkoholtest bei dem 26-Jährigen einen Wert von 1,8 Promille. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung, Beleidigung und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Anlaufstelle Nord (eigener Bericht)

20.03.2016 Burg (Jerichower Land)

Als ein 20-jähriger Linker abends auf dem elterlichen Hof ankommt, fliegt ein wie ein Blitzlicht blinkender Gegenstand hinter ihm auf das Gelände. In dem Moment, als er ihn aufhebt, um ihn in eine Wassertonne zu schmeißen, explodiert er in seiner Hand und verletzt ihn dadurch so schwer, dass zwei Glieder des linken Zeigefingers amputiert werden müssen. Bereits vor diesem Angriff wurde der Betroffene aufgrund seines Engagements gegen Rechts durch Sprühereien mit dem Tode bedroht und beleidigt. Zudem wurde das Hoftor der Familie eingetreten und eine Überwachungskamera durch Sprengstoff zerstört. Die Staatsanwaltschaft Stendal stellt das Verfahren wegen der Körperverletzung ein, weil kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte.
Polizeirevier Salzlandkreis, 13.03.16

13.03.2016 Förderstedt (Salzlandkreis)

In den frühen Morgenstunden werfen Unbekannte einen ca. drei mal fünf Zentimeter großen Stein durch das geöffnete Fenster einer Wohnung in der Calbeschen Straße. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich sechs syrische Geflüchtete in dem Wohnzimmer, die nur durch Zufall nicht getroffen werden. Einer der Anwesenden wirft den Stein wieder nach draußen und schließt das Fenster. Kurz darauf detonierte noch ein Böller in dessen Nähe. Die Polizei kann das vermutliche Wurfgeschoss sicherstellen. Der Stein soll kriminaltechnisch untersucht werden.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.03.2016 Halle (Saale)

Nach einer öffentlichen Aktion des Halleschen Ablegers der sog. Identitären Bewegung auf dem Markplatz versucht einer der Teilnehmenden, einen Beobachter daran zu hindern, ihnen in eine Straßenbahn Richtung Beesen zu folgen. Das gelingt ihm aufgrund weiterer zusteigender Fahrgäste jedoch nicht. Daraufhin kündigt der Rechte an, den Studenten an der nächsten Haltestelle aus der Bahn zu drängen und ruft eine weitere Person aus seiner Gruppe zu sich. An der Haltestelle Franckeplatz versucht der Mann dann, den Betroffenen aus der Bahn zu treten und zu zerren. Als mehrere Passanten einschreiten und die Polizei alarmieren, lässt der Angreifer von dem 25-Jährigen ab und die Gruppe verlässt die Bahn. Dem Betroffenen und weiteren Zeugen gelingt es, die Gruppe zu verfolgen, sodass vor Ort eintreffende Polizeibeamte kurz darauf die Personalien des Angreifers aufnehmen können. Der Student erstattet Anzeige.
Hallespektrum, 29.02.16

28.02.2016 Halle (Saale)

Gegen 1 Uhr nachts zünden Unbekannte einen direkt vor dem alternativen Projekthaus "HaSi" in der Hafenstraße 7 abgestellten Transporter an, der von einem Besucher dort geparkt worden war. Nur durch Zufall wurde der Brand schnell entdeckt, sodass das Feuer schnell gelöscht werden konnte. Es wurde Anzeige erstattet. In der Nacht davor waren zwei in der Hafenstraße abgestellte Transporter mit Hakenkreuzen beschmiert worden.
Polizeirevier Salzlandkreis, 25.02.16

24.02.2016 Bernburg (Salzlandkreis)

Kurz nach 18:30 Uhr pöbelt ein offenbar angetrunkener Mann in der Lindenstraße mehrere Passanten an. Als er einen 20-jährigen syrischen Geflüchteten entdeckt, der gerade an einer Straßenlaterne angelehnt steht, läuft er zielgerichtet auf ihn zu und schlägt und tritt unter rassistischen Beschimpfungen auf den Betroffenen ein. Erst als sein Opfer am Boden liegt, entfernt sich der Angreifer. Der 20-Jährige muss ambulant im Klinikum versorgt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt und sucht Zeugen, die Hinweise zum Tatverdächtigen geben können.
Mitteldeutsche Zeitung, 21.02.16

18.02.2016 Merseburg (Saalekreis)

Am späten Abend werden drei syrische Geflüchtete in der Otto-Lilienthal-Straße von einem Unbekannten rassistisch beleidigt und mit einer Flasche beworfen, die ihr Ziel allerdings verfehlt. Die Betroffenen flüchten zu ihrer Unterkunft, werden aber von dem Mann verfolgt und mit einem Metallwerkzeug bedroht. Als der Wachdienst der Unterkunft das mitbekommt, schreitet er sofort ein. Der Angreifer kann entkommen.
Mitteldeutsche Zeitung, 18.02.16

17.02.2016 Halle (Saale)

Am Abend wird ein aus Kroatien stammender Jugendlicher von einer Unbekannten rassistisch beleidigt und von dem Begleiter der Frau geschlagen. Dann flüchten die beiden, können aber später von der Polizei gestellt werden. Der 17-jährige Betroffene blieb unverletzt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.02.2016 Merseburg (Saalekreis)

Gegen 20 Uhr werden drei alternative Jugendliche beim Verlassen eines Supermarktes von einer etwa achtköpfigen Gruppe Rechter angepöbelt. Während einer eine schwarz-weiß-rote Fahne schwenkt, brüllt ein anderer "Sieg Heil" und zeigt dabei den sogenannten Hitlergruß in Richtung der Alternativen. Dann werden die drei von der Gruppe bedrängt und als "Scheiß Zecken" beschimpft. Ein Jugendlicher wird mit der Faust vor die Brust geschlagen, ein anderer in den Schwitzkasten genommen und versucht zu Boden zu bringen. Schließlich können die Betroffenen wegrennen und die Polizei alarmieren, welche noch am Tatort die Personalien der zum Teil stadtbekannten Rechten feststellt. Kurz vor dem Angriff war ein 20-jähriger Mann aus Mali von einem Teil der rechten Gruppe im Supermarkt angeschrien worden, was er "in unseren Land zu suchen" habe, von einer Person an der Jacke gepackt und an ein Regal gedrückt. In beiden Fällen ermittelt der polizeiliche Staatschutz.
Polizeirevier Halle (Saale)/ Mitteldeutsche Zeitung, 08.02.16

07.02.2016 Halle (Saale)

Gegen 17:30 Uhr steht ein augenscheinlich alkoholisierter Rechter von seinem Platz in einer Straßenbahn der Linie 12 auf, beleidigt einen Schwarzen Jugendlichen und schlägt ihm mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Ein Fahrgast versucht zu schlichten, wird aber von einem Begleiter des Angreifers daran gehindert. An der Haltestelle Kurallee schreitet schließlich die Polizei ein. Da der Mann sich gegen eine Durchsuchung wehrt und Beamte beleidigt, wird er festgenommen. Gegen den 37-Jährigen wird nun auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Dieser erstattete seinerseits Anzeige wegen Körperverletzung gegen den 19-jährigen Betroffenen, der sich gewehrt hatte.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht/ Polizeirevier Stendal, 03.02.16

02.02.2016 Osterburg (Stendal)

Am frühen Abend wollen zwei 13- und 14-jährige Brüder aus Syrien den Hof eines Jugendzentrums verlassen, als ihnen in der Einfahrt drei Männer und ein Mädchen den Weg versperren und dem jüngeren Bruder unter rassistischen Beleidigungen ein Bein stellen, sodass er stürzt und sich Hände und Ellenbogen aufschlägt. Die Brüder flüchten zurück in den Hof, werden jedoch von zwei der Unbekannten verfolgt und in einer Ecke gestellt. Dort wird der 13-Jährige zu Boden gebracht. Dann setzt sich ein Angreifer auf die Brust des Jungen, schlägt seinen Kopf mehrfach gegen einen Fahrradständer und würgt ihn, während der andere auf ihn eintritt und ihm schmerzhaft das Bein verdreht. Der 14-Jährige wird erneut rassistisch beleidigt, gewürgt und bespuckt. Eine Mitarbeiterin des Jugendzentrums kann die Situation beenden und hilft dem 13-jährigen Verletzten ins Haus, die Angreifer rennen weg. Weil der 14-Jährige in der Aufregung seinen jüngerer Bruder nicht finden kann sucht er gemeinsam mit einem Freund auf der Straße nach ihm. Als sie erneut auf die Angreifergruppe treffen, werden sie mit einer Zaunlatte bedroht. Schließlich schlägt einer der Unbekanntem dem Freund gegen sein Knie. Erst als weitere Personen dazu kommen entfernen sich die Angreifer. Der 13-Jährige erleidet u.a. eine Schwellung am Hinterkopf, Nasenbluten sowie starke Schmerzen in Fuß- und Kniegelenk, sein Bruder Prellungen, der Freund eine Schwellung am Knie. Die von Zeugen alarmierte Polizei trifft nach wenigen Minuten am Tatort ein und ermittelt wegen Verdachts auf Landfriedensbruch gegen drei 16- bis 29-jährige Deutsche sowie gegen mehrere syrische Beteiligte.
Polizeirevier Magdeburg, 31.01.16

30.01.2016 Magdeburg

Gegen 20:15 Uhr werden zwei Frauen während einer Unterhaltung mit einem 31-jährigen Geflüchteten an der Straßenbahnhaltestelle Bruno-Taut-Ring plötzlich von zwei augenscheinlich alkoholisierten FC Magdeburg-Fans beschimpft. Dann beleidigen die Unbekannten auch den 31-Jährigen und versuchen mehrfach, ihn zu treten. Bei der Abwehr dieser Attacken wird einer der Angreifer leicht verletzt. Sowohl der Geflüchtete als auch die beiden 30- bzw. 32-jährigen Frauen bleiben unversehrt. Die Polizei ermittelt gegen einen 41- sowie 42-Jährigen.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

30.01.2016 Salzwedel (Altmarkkreis Salzwedel)

Kurz nach Mitternacht befindet sich ein junges Paar auf dem Nachhauseweg, als plötzlich ein Auto neben ihnen hält, aus dem mindestens drei Vermummte herausspringen. Die beiden rennen los, doch als der junge Mann stolpert, stürzen sich die Angreifer auf ihn und schlagen mit Schlagstöcken auf seinen Kopf und Oberkörper ein. In der Vermutung, man wolle sie ausrauben, schmeißt seine Freundin ihre Tasche in Richtung der Angreifer. Diese halten den 21-Jährigen jedoch offenbar für einen ihnen bekannten alternativen Jugendlichen, dessen Namen sie mehrfach rufen. Als sie ihren Irrtum bemerken, drohen sie dem Verletzten und seiner Freundin noch für den Fall einer Anzeige mit weiterer Gewalt. Der Betroffene muss sich mit Schädel-Hirn-Trauma, mehreren Kopfplatzwunden und drei gebrochenen Fingern stationär im Krankenhaus aufnehmen lassen. Einer der Angreifer konnte im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen als stadtbekannter Rechter identifiziert werden.
Polizeirevier Magdeburg, 31.01.16

29.01.2016 Magdeburg

An der Straßenbahnhaltestelle "City Carre" wird ein Paar gegen 21:50 Uhr aus eine Gruppe von fünf bis sechs Jugendlichen heraus von der gegenüberlegenden Straßenseite aus mit "Ausländer raus"-Rufen beleidigt. Ein 33-Jähriger stellt sich schützend vor die beiden und fordert die Unbekannten auf, das zu unterlassen. Daraufhin überquert die Gruppe die Straße und schlägt dem Helfer ins Gesicht, zieht ihn zu Boden und tritt auf ihn ein. Als jetzt ein 21-Jähriger und eine 30-Jährige intervenieren und versuchen, die Angreifer von ihrem Opfer zu trennen, werden sie ebenfalls attackiert. Alle drei Helfer_innen mussten vor Ort ambulant behandelt werden, das Paar blieb unverletzt. Die Polizei sucht Zeug_innen, die Hinweise zu der Angreifergruppe geben können.
spiegel und zeit online, 28.01.16

27.01.2016 Magdeburg

Während einer Demonstration der rechtskonservativen "Alternative für Deutschland" (AfD) mit etwa 600 Teilnehmer_innen werden Journalisten auf dem Domplatz aus der Menge heraus mit Pfefferspray attackiert.  Zwei Redakteure eines Kamerateams des MDR sowie ein Kameramann des ZDF erlitten Augen- bzw. Haut- und Atemwegsreizungen. Zwei der Journalisten mussten medizinisch versorgt werden. Auch ein Sicherheitsmitarbeiter wurde verletzt. Die Polizei nahm einen 19-Jährigen, der zudem einen sog. Totschläger bei sich trug, vorläufig fest. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

26.01.2016 Burg (Jerichower Land)

Gegen 21 Uhr abends kommt einem syrischen Ehepaar und ihrem erwachsenen Sohn in der Bahnhofstraße ein augenscheinlich alkoholisierter Unbekannter entgegen. Er skandiert unter anderem "Sieg Heil" und "Ausländer raus" und schlägt und tritt auf die Familie ein. Die Polizei kann in der Nähe des Tatortes einen 29-jährigen, polizeibekannten Burger als dringend Tatverdächtigen feststellen und in Gewahrsam nehmen. Der Familienvater muss mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden. Nach Einbruch der Dunkelheit verlässt die Familie nur noch vorsichtig das Haus und lässt Gäste auch nicht mehr alleine nach Hause gehen.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

26.01.2016 Salzwedel (Altmarkkreis Salzwedel)

Ein alternativer Jugendlicher sieht, als er durch die Innenstadt läuft, vier stadtbekannte Rechte vor einen Tattoostudio stehen. Vorsichtshalber macht er einen Bogen auf die Fahrbahn, um den direkten Kontakt zu vermeiden. Einer der Rechten kommt trotzdem auf ihn zu, stellt freche Forderungen und schlägt ihm dabei mit dem Handballen gegen die Nase, sodass diese zu bluten beginnt. Der Jugendliche setzt seinen Weg fort, wird dabei aber noch von dem Angreifer verfolgt und weiter verbal belästigt. Beim Arzt wird eine Nasenbeinprellung diagnostiziert, die noch eine Woche nach dem Angriff schmerzt.
Bundespolizeiinspektion Magdeburg, 26.01.15

25.01.2016 Naumburg (Burgenlandkreis)

Am Abend wird ein Schwarzer Reisender auf dem Bahnsteig von zwei Unbekannten rassistisch beleidigt und bedrängt. Als der Betroffene in den Zug einsteigt, weisen ihm zwei Zugbegleiter, die alles mitbekommen hatten, den Weg in den vorderen Wagenbereich. Zudem stellen sich mehrere Jugendliche zwischen ihn und die aggressiv auftretenden Männer, woraufhin der ältere der beiden eine volle Bierflasche ins Wageninnere wirft, wo sie zerschellt, aber zum Glück niemanden verletzt. Schließlich versuchen die Angreifer ebenfalls einzusteigen, was aber von den Zugbegleitern und dem Triebfahrzeugführer verhindert wird. Offenbar aus Frust schlagen beide Männer mit den Händen gegen Türen und Fenster des Zuges. Als einer der Zugbegleiter die Männer darauf anspricht, versetzt ihm der Ältere der beiden einen Kopfstoß. Gegen die 31- und 38-jährigen Tatverdächtigen wird nun u.a. wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.01.2016 Halle (Saale)

Gegen 13 Uhr versucht eine Studentin in einer Straßenbahn vergeblich, eine offenbar rassistisch motivierte Schikane bei einer Fahrkartenkontrolle abzuwenden. Weil die vier laut des "Schwarzfahrens" bezichtigten jungen Männer kein Deutsch sprechen, sie aber die gültigen Tickets gesehen hat und das bezeugen kann, steigt sie mit ihnen an der Haltestelle Moritzburg aus. Dort wird sie von einem der Kontrolleure angeschrien, dass das nicht ihr Problem sei und sie sich "vom Acker" machen soll. Dabei schubst er sie mehrfach, sodass sie schließlich mit ihrem Kopf gegen eine Hauswand prallt. Dann behauptet der Angreifer, dass die Studentin schuld daran sei, dass die "Straftäter" nun entkommen seien. Er werde jetzt die Polizei rufen und sie wegen "Beihilfe zur Flucht" anzeigen. Obwohl etliche Passant_innen an der Haltestelle warten, kommt der couragierten Frau niemand zu Hilfe. Nach dem vermeintlichen Anruf gehen die beiden Kontrolleure, während die Betroffene auf das Eintreffen der Beamten wartet, plötzlich schneller werdenden Schrittes weg und beginnen schließlich zu rennen. Als sie noch am selben Tag Anzeige erstattet ist der Polizei kein solcher Anruf eines HAVAG-Kontrolleurs bekannt. Sie erleidet Schmerzen im Nacken- und Rückenbereich.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

12.01.2016 Salzwedel (Altmarkkreis Salzwedel)

Gegen vier Uhr nachts werfen Unbekannte einen Brandsatz durch ein Fenster im ersten Stock des Autonomen Zentrums, der unter anderem eine Couch entzündet. Einer zufällig noch im Gebäude anwesenden Person gelingt es, den Brand zu löschen. Nur durch diesen glücklichen Umstand wird niemand verletzt und ein mögliches Übergreifen des Brandes auf die bewohnten Nachbarhäuser verhindert. Es entsteht jedoch Sachschaden an Möbeln, Wänden, einem Fenster und der Fassade. In den Vorwochen war das Zentrum bereits mehrfach angegriffen worden. So traten Unbekannte ein massives Tor zum Gelände auf und zerstörten ein darauf abgestelltes Fahrrad. Zweimal wurden zudem Steine gegen das Gebäude geworfen und dabei ein Fenster beschädigt oder wiederholt aus vorbeifahrenden Autos rechte Parolen und Beleidigungen gegen Linke gerufen. Die Polizei ermittelt. Im März erklärten sich 450 Personen auf einer Demonstration mit den Betroffenen rechter Gewalt in Salzwedel solidarisch.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

11.01.2016 Merseburg (Saalekreis)

Aus einer Demonstration der "Alternative für Deutschland" (AfD) unter dem Motto "Asylchaos stoppen - Grenzen sichern" heraus wird ein Fotograf immer wieder gezielt mit Taschenlampen geblendet und in seiner Arbeit behindert. Kurz vor Beginn der Abschlusskundgebung wird er am Rande der Kliaplatte erneut von zwei Teilnehmern angeleuchtet. Dann kommen sie direkt auf ihn zu, stellten sich vor ihn und beschweren sich über das Fotografieren, wobei sie versuchen, das Kameraobjektiv zuzuhalten. Schließlich versetzen sie ihm u.a. mehrere Ellenbogen- und Schulterstöße, offenbar um ihn abzudrängen. Schließlich gelingt es dem Betroffenen einem weiteren Stoß so auszuweichen, dass der Angreifer an ihm vorbei mehrere Treppenstufen hinabstolpert. Daraufhin wird er von weiteren Teilnehmern so attackiert, dass er kurz auf die Knie geht, wo noch mehrfach auf ihn eingeschlagen wird. Dann gelingt es ihm, sich zu befreien. Jetzt interveniert auch die Polizei und löst die tumultartige Personenansammlung auf. Der Betroffene erstattet noch vor Ort Anzeige.
Polizeirevier Halle (Saale), 08.01.16

07.01.2016 Halle (Saale)

An der S-Bahn Haltestelle Silberhöhe wird ein 21-jähriger Mann gegen 16 Uhr nach dem Aussteigen von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann schlägt er den gebürtigen Nigerianer zweimal ins Gesicht. Der Betroffene alarmiert die Polizei, die den Angreifer noch in Tatortnähe stellen kann.
Polizeirevier Jerichower Land, 01.01.16

01.01.2016 Burg (Jerichower Land)

Kurz nach Mitternacht wird eine bosnische Familie beim Feuerwerk zünden von einem Mann rassistisch angesprochen. Als sich die Betroffenen dagegen verbal wehren, schlägt der Mann einem 22-jährigen Bosnier eine Bierflasche auf den Kopf. Der Betroffene musste mit stark blutender Wunde im Krankenhaus behandelt werden. Auch der Angreifer erleidet Verletzungen im Gesichtsbereich. Der alkoholisierte, polizeibekannte 35-Jährige wird kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

01.01.2016 Burg (Jerichower Land)

Nachdem ein in der Türkei geborener Burger Gastronom gemeinsam mit seinem 13-jährigen Stiefsohn Feuerwerk abgebrannt hat und sie im Begriff sind, ins Haus zu gehen, bemerken sie zwei Männer, augenscheinlich "Ausländer", die vor einer Gruppe weißer Deutscher weglaufen. Einer der Flüchtenden wird eingeholt, umringt und geschlagen. Als sich der Vater, in der Absicht die Angreifer zumindest zu bremsen, der Gruppe nähert, wird er angepöbelt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er versucht sich zur Wehr zu setzen, doch nun wendet sich die ganze Gruppe ihm zu und schlägt auf ihn ein. Als er bereits am Boden liegt tritt ihm einer der Angreifer so stark in die Seite, dass eine Rippe anbricht. Einem Bekannten des Gastronoms gelingt es schließlich, die Situation zu beenden.
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