Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2020

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2020

Mobile Opferberatung, 15.04.2021

Anstieg rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt. Zentrale Motive: Rassismus und Hass auf politische Gegner*innen.„Coronaleugner*innenbewegung als Katalysator für antisemitische Verschwörungsideologien, Shoa-Relativierung und rechte Gewalt.

155 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit mindestens 219 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung in Kooperation mit der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg für das Jahr 2020 in Sachsen-Anhalt registriert. Darunter fällt auch ein versuchter rassistischer Mord an einem 21-jährigen Geflüchteten in Halle (Saale), bei dem die Strafverfolgung von Verharmlosung und Untätigkeit geprägt war. Insgesamt hat sich…

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ONLINE-Gedenken/-Zeitzeugingespräch mit Esther Bejarano anlässlich des 21. Todestages von Helmut Sackers am 29.04.21

ONLINE-Gedenken/-Zeitzeugingespräch mit Esther Bejarano anlässlich des 21. Todestages von Helmut Sackers am 29.04.21

Mobile Opferberatung, 11.04.2021

Das Soziokulturelle Zentrum ZORA e.V. und die Mobile Opferberatung laden anlässlich des diesjährigen Gedenkens an Helmut Sackers, der vor 21 Jahren, am 29. April 2000 von einem Halberstädter Neonazi im Treppenhaus seines Plattenbaus erstochen wurde, zu einem Online-Gespräch mit Esther Bejarano ein. Der 60-jährige Helmut Sackers musste sterben, weil er die Polizei gerufen und seinem Nachbarn mit einer Anzeige gedroht hatte, nachdem dieser in der Wohnung über ihm u.a. laut das “Horst-Wessel-Lied”, das Kampflied der SA abgespielt hatte. Die heute 96-jährige Esther Bejarano, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, gibt persönliche Einblicke in die Zeit, in der die vollkommene Entrechtung und Entwertung menschlichen Lebens eskaliert ist…

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Spendenaufruf für die Umgestaltung des Kiez Döner

Spendenaufruf für die Umgestaltung des Kiez Döner

Soligruppe Kiez Döner, 10.02.2021

Der antisemitische, rassistische und frauenfeindliche Anschlag vom 09.10.2019 in Halle ist inzwischen mehr als ein Jahr her. Doch die Erinnerungen sind noch immer nah. Wir kehren täglich an den Kiez Döner als einen Ort des Geschehens zurück. Denn für uns ist weiterhin klar: Der Kiez Döner bleibt! Er muss trotz der schwierigen Umstände erhalten bleiben, um den Attentäter nicht siegen zu lassen. Er muss bleiben, für diejenigen, die um Jana L. und Kevin S. trauern. Er muss bleiben, als Arbeitsort und Einkommen für die Betreibenden und Angestellten. Und er muss bleiben als ein Ort der Solidarität.

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30.01.2021 Thale (Harz)

30.01.2021 Thale (Harz)

Gegen 1 Uhr nachts erhalten mehrere Familienangehörige eines 19-jährigen Antifaschisten kurz hintereinander Anrufe mit unterdrückter Nummer. Nach längerem Schweigen wird jeweils aufgelegt. Am darauffolgenden Morgen entdeckt der 19-Jährige auf seinem Weg zum Supermarkt an einer Garage sowie an einer Litfasssäule zwei große Sprühereien mit namentlich gegen ihn gerichteten Mordaufrufen, die zudem sein vollständiges Autokennzeichen enthalten. Direkt daneben finden sich Sprühereien mit Verweis auf extrem rechte Terrornetzwerke. Nachdem der Betroffene mangels schneller Handlungsfähigkeit der Stadt in Absprache die Sprühereien selbst übermalt hat, tauchen zwei Wochen später an denselben Stellen erneut Morddrohungen auf. Diese richten sich nun nicht mehr nur gegen den Studenten, sondern auch namentlich gegen dessen Vater. In den folgenden Tagen kommen weitere Morddrohungen hinzu, welche in direkter Nähe seines Wohnhauses an Stromkästen und Mülleimern geschrieben werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

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Erreichbarkeit der Mobilen Opferberatung (COVID-19)

Erreichbarkeit der Mobilen Opferberatung (COVID-19)

Mobile Opferberatung, 02.01.2021

Bis zu einer deutlichen Entspannung der Corona-Fallzahlen unterstützen wir vor allem telefonisch, per E-Mail, SMS, Messenger sowie Livechat und Videoberatung.  Persönliche Beratungen und Begleitungen können wir bis auf Weiteres nur noch in absoluten Ausnahmefällen ermöglichen, wobei wir streng auf die wesentlichen Corona-Schutzbestimmungen achten….

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Danke für Ihre und Eure solidarische Unterstützung

Danke für Ihre und Eure solidarische Unterstützung

Mobile Opferberatung, 29.12.2020

Zum Ende eines schrecklichen Jahres für so viele Menschen, die von Antisemitismus, Rassismus und rechter Gewalt betroffen sind, möchten wir an die Kraft der Solidarität erinnern und uns besonders herzlich bedanken!

Ein riesiger Dank gilt allen von Euch und Ihnen, die die Hinterbliebenen und Überlebenden des antisemitisch, rassistisch und misogyn motivierten Attentats an Yom Kippur 2019 in Halle solidarisch unterstützt und begleitet haben: beispielsweise den beharrlichen Organisator*innen und Unterstützer*innen der solidarischen Kundgebungen am Rande des Prozesses vor dem Landgericht Magdeburg, der Veranstaltungen und Aktionen zum Gedenken um den ersten Jahrestag des Attentats oder der so wichtigen Spenden- und Solidaritätsaktionen für den Erhalt des Kiez Döner; allen Spender*innen und den zahlreichen Menschen, die den Prozess beobachtet, begleitet und dokumentiert, die Perspektiven und Forderungen Überlebender ins Zentrum ihrer Berichterstattung gestellt oder…

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Vor Gericht: Drei Beispiele zu Strafprozessen in 2020 nach rechter und rassistischer Gewalt in Sachsen-Anhalt

Vor Gericht: Drei Beispiele zu Strafprozessen in 2020 nach rechter und rassistischer Gewalt in Sachsen-Anhalt

Mobile Opferberatung, 29.12.2020

In der konkreten Arbeit der Mobilen Opferberatung zeigt sich immer wieder, dass sich Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt nicht auf den Rechtsstaat verlassen können. Drei Beispiele zu Strafprozessen in 2020 aus Burg, Oschersleben und Halle veröffentlichen wir – mangels zeitlicher Ressourcen anstatt eines Newsletters – zum Jahresende: Verfahren nach eindeutig rassistisch und neonazistisch motivierten Angriffen, in denen Gerichte dennoch Rassismus nicht als Tatmotiv erkennen wollten (AG Burg), in denen ein bekennender Neonazi mit einer Bewährungsstrafe nach einem brutalen Angriff auf die Wohnung eines Antifaschisten davon kam (AG Oschersleben) oder in dem zivilcouragierte Helferinnen vor Gericht zu Täterinnen gemacht wurden (LG Halle)…

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Vor Gericht: Drei Beispiele zu Strafprozessen in 2020 nach rechter und rassistischer Gewalt in Sachsen-Anhalt

Prozessbeginn wegen rechtem Angriff in Straßenbahn eine Woche nach rechtsterroristischem Anschlag von Halle (Saale)

Mobile Opferberatung, 15.10.2020

Am morgigen Freitag, dem 16. Oktober 2020, wird um 9:00 Uhr am Landgericht Halle der Prozess wegen eines politisch rechts motivierten Angriffs eröffnet, der fast genau ein Jahr zurückliegt. Nur eine Woche nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Halle hatten drei junge Frauen interveniert, als ein 39-Jähriger am Abend des 17. Oktober drei Schwarze Männer in der Straßenbahn massiv rassistisch beleidigte und den Hitlergruß zeigte. Dabei waren zwei von ihnen selbst beleidigt und z.T. erheblich verletzt worden.

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„Die Reaktionen des Staates auf den mörderischen Antisemitismus und Rassismus werden bislang der Zäsur nicht gerecht, die das Attentat von Halle markiert“

„Die Reaktionen des Staates auf den mörderischen Antisemitismus und Rassismus werden bislang der Zäsur nicht gerecht, die das Attentat von Halle markiert“

VBRG e.V., 09.10.2020

Heute vor genau einem Jahr – am 9. Oktober 2019 – starben Jana Lange und Kevin Schwarze durch die gezielten Schüsse eines antisemitisch und rassistisch motivierten Attentäters. 51 Menschen, die an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag in der Synagoge von Halle versammelt waren, überlebten nur Dank ihres besonnen Handelns und der funktionsunfähigen, tödlichen Waffen des Attentäters. „Die Reaktionen des Staates auf den mörderischen Antisemitismus und Rassismus werden bislang der Zäsur nicht gerecht, die das Attentat von Halle markiert“, kritisiert der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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Aufklären & Einmischen #8 – Vor Ort. Schwerpunkt: Der Anschlag von Halle – Teil 2

Aufklären & Einmischen #8 – Vor Ort. Schwerpunkt: Der Anschlag von Halle – Teil 2

NSU-Watch & VBRG e.V., 10.06.2020

Im zweiten Teil zum Schwerpunkt “Der Anschlag von Halle” von „Aufklären & Einmischen: Vor Ort – gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt“ – der Podcastserie von NSU Watch und VBRG e.V. sprechen Caro Keller (NSU-Watch) und Heike Kleffner (VBRG e.V.) über die Folgen des rassistischen Attentats am 9. Oktober 2019 mit dem jetzigen Inhaber des Kiez Döner Ismet Tekin, mit Antje Arndt und Zissi Sauermann von der Mobilen Opferberatung sowie mit der Schriftstellerin Esther Dischereit und Rechtsanwältin Dr. Kati Lang…

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„Gegen uns: Betroffene im Gespräch über rechte Gewalt seit 1990 und die Verteidigung der solidarischen Gesellschaft”

„Gegen uns: Betroffene im Gespräch über rechte Gewalt seit 1990 und die Verteidigung der solidarischen Gesellschaft”

VBRG e.V., 17.04.2020
Anlässlich des 29. Todestages von Jorge Gomondai, der am 6. April 1991 nach einem rassistisch motivierten Angriff durch Neonazis in einer Straßenbahn in Dresden starb, starteten die Opferberatung „Support“ der RAA Sachsen e.V. und der VBRG die Webdokumentation „Gegen uns: Betroffene im Gespräch über rechte Gewalt seit 1990 und die Verteidigung der solidarischen Gesellschaft“. Der 28-jährige ehemalige Vertragsarbeiter Jorge Gomondai ist das erste bekannte Todesopfer rassistischer Gewalt in Sachsen.

„Die Interviews mit Familienangehörigen in Mosambik, Freund*innen und Weggefährt*innen aus Dresden auf www.gegenuns.de sind ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur“, sagt Robert Kusche…

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Spendenaufruf für den Betroffenen des Brandanschlags vom 9. März in Burg

Spendenaufruf für den Betroffenen des Brandanschlags vom 9. März in Burg

Anlaufstelle Mitte, 04.04.2020

Nach der versuchten schweren Brandstiftung auf den internationalen Lebensmittelladen Al Salam in Burg am vorvergangenen Sonntag bittet die Mobile Opferberatung um Spenden für den betroffenen Besitzer. In der Nacht vom 8. auf den 9. März hatten sich Unbekannte Zutritt zu dem Geschäft verschafft, großflächig Brandbeschleuniger verteilt und versucht, den Innenraum anzuzünden. Glücklicherweise erlosch das Feuer nach kurzer Zeit von selbst, sodass die Bewohner*innen des Mehrfamilienhauses, in welches der Laden eingebettet ist, verschont blieben. Die Täter hinterließen zwei große Hakenkreuzesprühereien, eins davon…

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Newsletter Nr. 56 / Winterausgabe 2019

Newsletter Nr. 56 / Winterausgabe 2019Schwerpunktthema: Antisemitismus und Rechtsterrorismus Aus dem Inhalt Vor Gericht I: Straffreiheit für rechte Schläger in Magdeburg Vor Gericht II: Urteil nach massivem rassistischen Angriff in Naumburg Betroffene und Folgen des...

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Halle (Saale)

Bei einer Geburtstagsfeier auf dem Steintorcampus kommen gegen 23:30 Uhr zwei Unbekannte hinzu und wollen mitfeiern. Als ihnen das verwehrt wird, entfernen sie sich. Nur wenige Minuten später erscheint eine größere Gruppe z.T....

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Magdeburg, 16.11.2019

Magdeburg, 16.11.2019

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht Gegen 23 Uhr steht ein schwules Paar an der Straßenbahnhaltestelle Kastanienstraße, als sie aus einer Gruppe von etwa sechs bis acht Männern homofeindlich beleidigt und bespuckt werden. Dann fordern die Angreifer die Herausgabe...

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Kabelsketal/ Ortsteil Dieskau

Kabelsketal/ Ortsteil Dieskau

Gegen 10:30 Uhr unterhalten sich zwei syrische Teilnehmer eines Staplerkurses vor dem Betriebsgelände, als sie völlig unvermittelt von einem weiteren Teilnehmer rassistisch beschimpft werden. Dann holt der Mann eine...

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