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dp, 13.12.2005

09.12.2005   Oschersleben

Ein in einem Imbiss beschäftigter vietnamesischer Angestellter wird gegen 20 Uhr bei einem Angriff von vier Jugendlichen und jungen Männern schwer verletzt. Ein 16Jähriger schlägt den 33jährigen Vietnamesen mit einem Stuhlbein auf den Kopf, während die drei anderen Angreifer den Imbiss verwüsten. Der Betroffene muss mit einem schweren Schädelhirntrauma ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der 16Jährige hatte schon nachmittags durch einen Bierflaschenwurf den Imbiss beschädigt und war deshalb zusammen mit einem 15Jährigen von der Polizei kurzzeitig zur Personalienfeststellung festgehalten worden. Abends kehrte die beiden Rechten dann mit zwei weiteren Angreifern zurück.
Einer der Täter habe bekanntermaßen Verbindungen zur rechten Szene, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Auch bei den übrigen Tätern könnten rechtsradikale Motive nicht ausgeschlossen werden. Alle vier seien bereits wegen Körperverletzungen in Erscheinung getreten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.12.2005   Quedlinburg

Nachdem zwei alternative Jugendliche gegen 22.30 Uhr in Quedlinburg in einen Zug nach Halberstadt eingestiegen waren und sich einen Sitzplatz gesucht hatten, kam plötzlich aus einer Gruppe von etwa einem halben Dutzend Neonazis einer mit den Worten „Was glotzt ihr Scheiß-Zecken denn so!“ auf sie zu. Als die Jugendlichen daraufhin demonstrativ wegschauten, trat der Rechte dem 17-Jährigen u.a. mit der Aufforderung „Hör zu, du Arsch!“ mehrmals gegen seinen Knöchel. Als daraufhin ein asiatisch aussehender Fahrgast aufstand und mit „Eh, was soll denn das?“ zu intervenieren versuchte, drohte der Rechte ihm damit, dass er der Nächste sei, sollte er nicht seine „Fresse“ halten. Auch die15-jährige Freundin des Betroffenen wurde schließlich von dem Angreifer ein Mal gegen ihren Oberschenkel getreten, der in der Folge offenbar die Lust verlor und wegging. Auffällig an dem kahlgeschorenen Angreifer war die Tätowierung „Skinhead“ über einem Ohr, sowie eine auf seinen Nacken tätowierte schwarz-weiß-rote Fahne.

Mitteldeutsche Zeitung, 05.12.2005

02.12.2005   Köthen

Ein 22jähriger Student aus China wird am “Wasserturm 50” von zwei deutschen Männern angegriffen und misshandelt. Einer der beiden Angreifer schlägt den Betroffenen ins Gesicht, der andere verletzt ihn mit einem Fußtritt an den Kopf. Der chinesische Student erleidet Hämatome im Gesichtsbereich, die ambulant behandelt werden.Die Polizei ermittelt einen 24jährigen Tatverdächtigen aus Köthen und erklärt, ein politisch, motivierter Hintergrund sei “derzeit nicht auszuschließen.”

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.11.2005   Quedlinburg

Gegen 18.00 Uhr wird ein alternativer Jugendlicher im Zug von mehreren rechten Hooligans angegriffen. Der 17-Jährige hatte sich mit Freunden und Bekannten auf dem Bahnhofsgelände getroffen, als plötzlich aus einem Zug etwa 15 augenscheinlich Rechte ausstiegen, die offenbar auf dem Rückweg von einem Fußballspiel waren. Als die Neonazis auf die Gruppe zukommen, flüchten die alternativen Jugendlichen aus Angst vor einem Angriff in den Zug. Als der 17-Jährige direkt nach dem Einsteigen das Zugpersonal informieren will und das nächste Abteil betritt, wird er auf einmal von hinten gepackt, stolpert und kommt zu Fall. Der Betroffene erhält einen Tritt ins Gesicht. Als er versucht aufzustehen, versetzt ihm einer der rechten Angreifer einen Faustschlag ins Gesicht. Durch einen weiterer Faustschlag knallt der 17-Jährige mit seinem Kopf an die Zugfensterscheibe. Um sich herum registriert der Betroffene etwa ein Dutzend Neonazis und Hooligans. In Panik und mit aller Kraft gelingt es ihm, sich durch die Umstehenden zu drängeln. Jemand stellt ihm noch ein Bein, doch schließlich glückt dem stark aus der Lippe blutenden Betroffenen die Flucht aus dem Regionalexpress, der noch nicht weitergefahren ist. Nur wenige Augenblicke später treffen mehrere Einsatzwagen der Polizei vor Ort ein. Der Betroffene erstattet Anzeige. Er erleidet u.a. eine aufgeplatzte Lippe und eine Beule am Hinterkopf.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.11.2005   Halberstadt

Als ein Punk gegen 1.00 Uhr nachts auf dem Nachhauseweg durch einen Park läuft, erhält er plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung, von hinten einen Schlag mit einer Flasche auf seinen Kopf. Der 20-Jährige bricht daraufhin zusammen. Dann treten und schlagen zwei ihm unbekannte männliche Personen mit Springerstiefeln auf den am Boden liegenden alternativen Jugendlichen ein. Dabei rufen sie u.a. „Scheiß Zecke“. Schließlich gelingt es dem Betroffenen aufzustehen und zu flüchten. Der 20-Jährige erleidet eine Platzwunde am Hinterkopf, eine Schwellung mit Hämatom am rechten Auge, verbunden mit einer Blutung der Bindehaut und eine Schwellung an der rechten Schläfe.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

18.11.2005   Halle

Kurz vor Mitternacht wird eine fünfköpfige Gruppe ausländischer Studierender auf dem Nachhauseweg von einem Kinobesuch plötzlich von drei Unbekannten auf der Brücke Nähe Rennbahnkreuz rassistisch beschimpft. Als die drei Frauen aus der Mongolei und die zwei Männer aus dem Iran und Pakistan daraufhin flüchten, werden sie von den drei Männern verfolgt. Der 24-jährige Pakistani wird in den Rücken getreten und geht zu Boden. Es gelingt ihm aufzustehen und weiterzurennen, doch kurz darauf wird er erneut eingeholt und zu Boden gebracht. Dann treten und schlagen zwei der Angreifer auf ihn ein. Als eine der Frauen eingreifen will, wird auch sie ins Gesicht geschlagen, bevor die zwei anderen Studentinnen sie wegziehen können. Währenddessen wird auch der 23-jährige Iraner von einem der Angreifer geschlagen und getreten, kann sich aber befreien und seinem Freund zu Hilfe eilen. Kurz darauf treffen alarmierte Polizeibeamte ein und können die Täter noch vor Ort stellen. Der 24-jährige Betroffene erleidet u.a. Nasenbluten, Prellungen und multiple Abschürfungen an beiden Beinen und muss ambulant behandeln lassen. Der 23-Jährige trägt eine Schwellung am Knöchel davon.

Staatsanwaltschaft Dessau

16.11.2005   Köthen

Auf dem Schulhof der „Augustenschule“ wird ein 12jähriger Junge türkischer Herkunft von einem 24Jährigen zusammengeschlagen und schwer verletzt. Laut Zeugenaussagen kam der Mann mit dem Spruch „Wo ist der Kanake?“ auf den Schulhof, und schlug den Jungen dann unvermittelt mit der Faust so heftig ins Gesicht, dass der Betroffene auf den Boden stürzte. Anschließend soll der Mann den Schüler am Kopf ergriffen und ihn mit voller Wucht gegen eine Mauerkante gestoßen haben. Der Junge erlitt eine große Platzwunde mit Freilegung des Schädelknochens und musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft Dessau hat inzwischen Haftbefehl gegen den vorbestraften Mann beantragt. Er hatte behauptet, die Tochter seiner Lebensgefährtin sei von dem Jungen beleidigt worden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

07.11.2005   Parey

Ein 14-jähriger Libanese wird nach Schulschluss an der Bushaltestelle von einem Mitschüler rassistisch beleidigt. Anschließend drückt der Täter seine Zigarette am Hals des Betroffenen aus. Obwohl auch andere Schülerinnen und Schüler an der Haltestelle warten, greift niemand ein. Der Täter hatte sein Opfer bereits im Vorfeld gemeinsam mit Freunden immer wieder rassistisch beleidigt. Er wird wegen gefährlicher Körperverletzung zu 60 Arbeitsstunden verurteilt.

Projekt Gegenpart, Dessau

06.11.2005   Dessau

Bislang unbekannte Täter schänden den Informations- und Mahnpunkt Zyklon B auf der Dessauer Brauereibrücke. Das Mahnmal, das am 27. Januar diesen Jahres eröffnet wurde, informiert über die Zyklon B Produktion in Dessau. Auf dem Gehweg am Mahnmal war in einem 15-20 m langen Schriftzug die Parole: „60 Jahre danach immer noch schuldig?? Nein!!!“ gesprüht worden. Mindestens 5 der stilisierten Dosen des Info- und Mahnpunktes, auf denen Textinformationen eingraviert sind, wurden ebenfalls mit schwarzer Farbe besprüht. Darüber hinaus beschmierten die Täter die Mehrzahl der Reflektoren am Brückengelände, die ebenfalls zum Mahnmal gehören.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.11.2005   Magdeburg

Ein 28jähriger Nigerianer wird in einem Bus der Linie 93 von einem Unbekannten fremdenfeindlich beleidigt und bedroht. An der Haltestelle Damaschkeplatz forderte der Unbekannte den Betroffenen auf den Bus zu verlassen und trat nach ihm. Außerdem bedrohte er den Nigerianer mit einer zerbrochenen Bierflasche. Der Täter flüchtete erst, als ein Zeuge an der Haltestelle Damaschkeplatz einschritt und den Angreifer aufforderte, mit der Bedrohung aufzuhören.

u.a. Mitteldeutsche Zeitung, 23.10.05

23.10.2005   Klostermansfeld (Landkreis Mansfelder Land)

Am frühen Sonntagmorgen versuchen 40 junge Männer im Alter von 16 bis 22 eine Veranstaltung im Dorfgemeindehaus zu stürmen. An der Eingangstür gehen Scheiben zu Bruch. Außerdem werden zwei Polizei-Einsatzfahrzeuge beschädigt. Nach Polizeiangaben sollen einzelne Mitglieder der Gruppe zudem verfassungsfeindliche Parolen gerufen und gegen Vollstreckungsbeamte Widerstand geleistet haben. Inzwischen wird gegen 25 Männer aus den Landkreisen Sangerhausen und Mansfelder Land u.a. wegen Landfriedensbruchs und Verstoß gegen § 86a StGB ermittelt

Polizeidirektion Dessau, 01.11.05

21.10.2005   Köthen

Vier Angehörige der rechtsextremen Kameradschaftsszene aus dem Landkreis Köthen treffen gegen 21:45 Uhr in der Innenstadt von Köthen auf einen Studenten marokkanischer Herkunft. Die Angreifer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren misshandeln und verletzen den 24Jährigen und beleidigen ihn mit fremdenfeindlichen Parolen. Dem Studenten der Fachhochschule Anhalt gelingt es schließlich, sich loszureißen und zu flüchten. Später alarmiert er die Polizei. Eine Woche später gelingt es den Sicherheitsbehörden, die mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Bei ihren Vernehmungen geben sie Ausländerhass als Tatmotivation an.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

20.10.2005   Halberstadt

Gegen 2.00 Uhr nachts wird eine alternative Jugendliche auf dem Nachhauseweg vom soziokulturellen Zentrum ZORA angegriffen. Als die 17-Jährige mit ihrem Fahrrad um eine unbelebte Ecke biegt, fährt sie zwei ihr unbekannten Jugendlichen faktisch in die Arme. Nachdem sie auf verbale Äußerungen abweisend reagiert, sagt einer der offensichtlich alkoholisierten Unbekannten „Von einer Zecke lass ich mir gar nichts sagen!“. Er packt die Jugendliche am Arm, dreht ihn ihr auf den Rücken und hält der Betroffenen von hinten einen scharfen Gegenstand an den Hals. Währenddessen tritt der andere Jugendliche der 17-Jährigen mehrmals mit Springerstiefeln gegen ihre rechte Hüfte. Nachdem der erste Angreifer sein Opfer schließlich zu Boden gestoßen hatte, gehen die Täter langsam weg. Die Betroffene erleidet eine etwa 10 cm lange, leichte Schnittverletzung am Hals und mehrere Hämatome an der Hüfte.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.10.2005   Quedlinburg

Gegen 17:00 Uhr verfolgt ein Rechter zwei Punks vom Bahnhof bis zum Bahnhofspark, wo sich eine größere Gruppe alternativer Jugendlicher aufhält. Der stark alkoholisierter Rechte versucht u.a., einen der Punks an den Haaren zu ziehen und pöbelt in der Folge mehrere alternative Jugendliche an. Als schließlich eine junge Frau versucht, den Rechten zum Weggehen zu bewegen, stößt dieser sie zu Boden, würgt sie und spukt sie an. Bevor die Jugendlichen flüchten, droht der Rechte ihnen, gleich kämen seine Kameraden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.10.2005   Magdeburg

Gegen 22 Uhr greifen vier Rechte am Einkaufszentrum City Carré zwei jugendliche Punks an. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung gingen die vier Angreifer im Alter zwischen 24 und 34 Jahren mit Tritten und Schlägen auf die Betroffenen los. Ein 17jähriger Punk wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei nahm vier tatverdächtige Rechte am nahegelegenen Hauptbahnhof fest. Augenzeugen sahen in der Gruppe der Rechten auch den bekannten Schönebecker Neonazi Christoph H., der im Sommer diesen Jahres wegen eines brutalen Überfalls auf vier nicht-rechte Jugendliche zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

03.10.2005   Magdeburg

Drei angetrunkene Männer zwischen 21 und 23 Jahren beleidigen einen 21Jährigen aus Niger im Bus der Linie 93 auf der Fahrt vom Hasselbachplatz zur Galileostraße mehrfach. Dann treten die Angreifer auf ihr Opfer ein und schlagen ihn mit einer Bierflasche auf den Kopf. Dem Betroffenen gelingt es den Busfahrer zu informieren, der die Türen des Busses verriegelt und die Polizei ruft. Die Polizei kann die Tatverdächtigen an der Haltestelle Galileostraße festnehmen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

01.10.2005   Halberstadt

Während einer Demonstration gegen ein rechtsextremes Ladengeschäft, werfen Neonazis vom Rand mehrmals mit Steinen und Flaschen auf DemonstrationsteilnehmerInnen. Gegen 17 Uhr, nach dem Ende der Demonstration, greifen zwei Dutzend Rechtsextremisten das soziokulturelle Zentrum ZORA und davor stehende BesucherInnen zwei Mal kurz hintereinander mit Steinen und Flaschen an. Dabei wird eine junge Frau am Kopf verletzt.

Mitteldeutsche Zeitung, 28.09.05

27.09.2005   Hettstedt (Landkreis Mansfelder Land)

Auf dem Busbahnhof wird ein 33jähriger Schwarzafrikaner von mehreren Jugendlichen beschimpft und bedrängt. Eine zivilcouragierte Frau stellt sich den stark alkoholisierten Jugendlichen in den Weg und kann so einen körperlichen Angriff verhindern. Die über Notruf verständigte Polizei nimmt vor Ort die Personalien von mehreren Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren auf und leitet Ermittlungen ein.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

23.09.2005   Magdeburg

Ein 20jähriger Flüchtling aus Burkina Faso wartete an der Haltestelle Kastanienstraße, als ein 26jähriger ihn zunächst anrempelt. Während der darauf folgenden verbalen Auseinandersetzung beleidigt der 26Jährige den Betroffenen mit rassistischen Sprüchen und bedroht ihn mit einer Schreckschusswaffe. Dann schlägt der Angreifer sein Opfer ins Gesicht. Dem Betroffenen gelang es in die Polizeistation Nord zu flüchten. Die Polizei konnte den stark alkoholisierten Tatverdächtigen festnehmen und die Schreckschusswaffe sicherstellen. Gegen den mutmaßlichen Täter wird wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Körperverletzung ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

20.09.2005   Magdeburg

Eine 27jährige Asylsuchende aus Burkina Faso wird in einer Straßenbahn der Linie 94 von einem Jugendlichen mit einer Pistole bedroht. Die Frau war auf dem Weg zur Haltestelle Kastanienstraße. Der Mann saß während der Fahrt vor ihr und stieg mit ihr zusammen aus. An der Haltestelle Kastanienstraße bedrohte er die Betroffene mit einer Pistole.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.09.2005   Quedlinburg

Der stadtbekannte Neonazi Danilo K., der im Februar 2004 u.a. einen 16jährigen Punk in Quedlinburg mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte, dringt auf der Suche nach einem potenziellen Opfer in Begleitung eines weiteren Rechten ins Café des soziokulturellen Dachvereins Reichenstraße ein. Der Dachverein erstattet Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.09.2005   Wernigerode

In der Nacht vom 11. September 2005 wird ein nicht-rechter junger Mann von Neonazis durch die Halberstädter Straße in Wernigerode gejagt, mit Bierflaschen beworfen und durch Stiefeltritte in den Rücken und Faustschläge ins Gesicht verletzt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

10.09.2005   Wernigerode

In der späten Nacht kommt es zu einer beispiellosen, vereinbarten Hetzjagd von mindestens zwei Dutzend Rechten auf Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht zur rechten Szene gehören. Die Rechten fahren, teilweise mit Baseballschlägern bewaffnet, auf der Suche nach potenziellen Opfern mit Autos durch die Stadt. Zwei nicht-rechte junge Männer werden dabei u.a. durch gezielte Stiefeltritte gegen den Kopf und Schläge mit Baseballschlägern so massiv verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Polizei stellt in der Folge fünf Täter, die der rechtsextremen Kameradschaft „Wernigeröder Aktionsfront“ (WAF) zuzuordnen sind.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

09.09.2005   Halle

Gegen 23.50 Uhr steigt ein 30-jähriger Mann aus Gambia in eine Straßenbahn ein und wird sofort von vier Männern angesprochen, er solle seinen Fahrschein vorzeigen. Einer schreit „Los Nigger!“ Als der Betroffene dies aufgrund der augenscheinlichen Alkoholisierung der Männer ablehnt, wird er geschlagen und gewürgt. Ein couragierter 25-Jähriger, der den Angriff von der Straße aus beobachtet hatte, eilt dem Betroffenen in die Bahn zu Hilfe. Sein Versuch und der zweier weiterer hinzugekommener Helfer, den Angriff verbal zu beenden, scheitert. Drei der Männer weisen sich als Kontrolleure der HAVAG aus, während der vierte weiter auf den Gambianer einschlägt. Als jemand ruft, er habe die Polizei informiert, kann der Betroffene die Bahn verlassen, wird aber von den Kontrolleuren verfolgt. Als einer der Angreifer den Betroffenen mit Negerschwein beleidigt und sagt, er wolle ihn umbringen, greift der 25-jährige Helfer erneut ein. Ein Versuch des Kontrolleurs, ihm daraufhin einen Faustschlag zu versetzten, schlägt fehl. Die mittlerweile eingetroffene Polizei nimmt in der Folge Anzeige auf. Der Gambianer erlitt durch den Angriff Prellungen und Schürfwunden. Auch zwei der drei Helfer wurden verletzt, einer musste sich mit Nasenbeinbruch ambulant behandeln lassen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

04.09.2005   Wernigerode

In den Morgenstunden des 4. September 2005 wird in der Pfarrstraße in der Wernigerode ein offensichtlich der Punkszene zugehöriger Jugendlicher von acht bis zehn Neonazis angegriffen und durch Fußtritte an den Kopf verletzt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

04.09.2005   Halberstadt

Auf dem Altstadtfest stören Rechtsextremisten fortwährend die Veranstaltung und greifen in den Vormittagsstunden einen migrantischen Standbetreiber an und schlagen ihn. Bis in den Nachmittag hinein tyrannisieren die Rechten Händler und PassantInnen. Erst dann erscheint die Polizei und erteilt Platzverweise.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

03.09.2005   Quedlinburg

Am Rand einer Radio-SAW-Party schlägt und tritt ein stadtbekannter Rechter nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung auf zwei junge Frauen ein, die äußerlich der alternativen Szene zugeordnet werden können. Der Sicherheitsdienst greift erst ein, als der Täter mit einer Gruppe von Rechten geflohen ist. Eine der Betroffenen erleidet u.a. einen Nasenbeinbruch und Prellungen im Gesicht und am Oberkörper; die zweite Betroffene erleidet Rippenprellungen und ein Schädelhirntrauma. In den folgenden Wochen werden die Betroffenen durch Aktivisten der Kameradschaft Quedlinburg noch mehrfach bedroht.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

03.09.2005   Halle

Gegen 19.15 Uhr werden zwei Schwarzafrikaner am Hauptbahnhof von drei Hooligans u.a. mit „Scheiß Nigger“ und „Bimbos“ beleidigt und bedrängt. Einer der Hooligans versucht immer wieder, einen der Betroffenen anzugreifen, wird aber von einem seiner Begleiter zurückgehalten. Schließlich gelingt es dem Angreifer, den Migranten am Kragen zu packen. In diesem Moment geht ein zivilcouragierter Jugendlicher dazwischen, woraufhin sich der Betroffene losreißen kann. Beide Schwarzafrikaner flüchten Richtung Bahnhofseingang, gefolgt von den pöbelnden Tätern. Einer der Hooligans schlägt nach mehrmaligem Schubsen mit der Faust auf einen der Migranten ein. Als zwei weitere Passanten helfend dazwischen gehen, wird einer mit mindestens zwei Tritten attackiert. Als der erste Helfer wiederum verbal einschreitet, wird er verfolgt und geschubst. Als die Angreifer erneut auf die Migranten losgehen wollen, treffen mehrere über Notruf alarmierte Bundespolizisten ein und nehmen schließlich die Personalien der Täter auf.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.08.2005   Quedlinburg

Gegen 2 Uhr morgens wird in der Nähe vom Marktplatz ein 16-jähriger Punk von drei offensichtlich Rechten ohne Vorwarnung angegriffen. Die Täter schlagen den Betroffenen immer wieder gegen den Kopf – so lange, bis ihr Opfer das Bewusstsein verliert. Der Betroffene erleidet u.a. schwere Kopfverletzungen und muss stationär behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.08.2005   Magdeburg

Gegen 19 Uhr pöbelt eine Gruppe von fünf offensichtlich Rechten in der Straßenbahnlinie 3 zunächst eine junge Frau an. An der Endhaltestelle gelingt es der Frau zu flüchten. Die Rechten beschimpfen daraufhin einen Mann aus Benin mit rassistischen Parolen. Einer der Rechten zeigt stolz ein tätowiertes Hakenkreuz auf seinem Arm und ruft „Deutschland den Deutschen“. Als der Betroffene die rassistischen Beschimpfungen verbal zurückweist, schlagen und treten alle fünf Rechten auf den 31-Jährigen ein. Das Opfer kann sich losreißen und flüchtet. Augenzeugen verständigen die Polizei, die jedoch lediglich die Personalien des Opfers aufnimmt und die Angreifer unbehelligt laufen lässt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

27.08.2005   Köthen

Bei einem Open-Air-Konzert im Skater-Park tauchen immer wieder größere Gruppen von stadtbekannten Rechtsextremisten aus Köthen und Dessau auf. Nach Einbruch der Dunkelheit greift eine Gruppe von zehn Rechten einen Punk auf seinem Nachhauseweg im Zentrum von Köthen an und tritt auf ihr Opfer ein. Dem Betroffenen gelingt es zu flüchten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.08.2005   Köthen

Eine Gruppe von fünf Neonazis, die T-Shirts mit dem Aufdruck „Autonome Nationalisten“ tragen, greifen in der Disko „Zelt“ einen Punk an, den sie kurz zuvor wegen seiner Kleidung beschimpft haben. Einer der Rechten schlägt dem Betroffenen mit der Faust ins Gesicht. Als der Punk sich wehrt, schlagen und treten die fünf Angreifer ihm ins Gesicht, in die Rippen und auf die Schultern. Dann greift der Sicherheitsdienst der Disko ein und entfernt die Nazis aus der Disko.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

22.08.2005   Wernigerode

Ein Asia-Bistro und ein nicht-rechter Musikladen werden mit rassistischen und rechtsextremen Parolen beschmiert. Der asiatische Imbiss war erst am 5. August von einem vietnamesischen Pächter eröffnet worden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

17.08.2005   Gröbzig (Landkreis Köthen)

Ein internationales Sommercamp im Museum der Synagoge Gröbzig wird von jugendlichen Rechten angegriffen. Zunächst wurden TeilnehmerInnen des Camps mit Parolen wie „Ausländerschwein“ und „Kanaken raus“ beschimpft. Dann werden die Jugendlichen von zwei Rechten mit Flaschen beworfen. Ein Theaterveranstaltung des Camps findet daraufhin unter Polizeischutz statt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

12.08.2005   Tanne (Landkreis Wernigerode)

Rechte beschmieren in der Nacht ein Hotel in Tanne mit rassistischen und rechtsextremen Parolen. Eine Parole ist offensichtlich eine Drohungen, die sich gegen das dunkelhäutige Kind der Hotelmanagerin richtet. Nach Angaben der Polizei haben die Täter auf eine zwölf mal vier Meter große Wand u.a. einen Galgen mit einem Kind, ein Hakenkreuz und eine SS-Rune gemalt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

30.07.2005   Zerbst

Auf dem Zerbster Heimatfest wird ein 16Jähriger, der ein T-Shirt und einen Rucksack mit der Aufschrift “Gegen Nazis” trägt, von einem polizeibekannten Rechten angegriffen und schwer verletzt. Der 28jährige Täter schlägt seinem Opfer ein Bierglas ins Auge, stößt ihn dann gegen einen LKW und zwingt ihn, das T-Shirt mit der Aufschrift “gegen Nazis” auszuziehen. Durch den Angriff mit dem Bierglas verliert der Betroffene auf dem rechten Auge seine Sehfähigkeit; außerdem erleidet er schwere Schnittverletzungen im Gesicht und am rechten Arm. Die Polizei in Zerbst verschweigt den Angriff über mehrere Tage und droht einer Gruppe von 50 nicht-rechten und alternativen Jugendlichen, die wenige Tage nach dem Angriff auf dem Fest für ein “nazifreies Heimatfest” demonstrieren und Flugblätter verteilen, mit einer Anzeige wegen “unerlaubter Demonstration”. Die Stadt Zerbst erklärt öffentlich, das Heimatfest sei eine gelunge Veranstaltung gewesen und bagatellisiert den Angriff des Neonazis als “Schlägerei unter Jugendlichen”. Erst nachdem der Berliner “Tagesspiegel” recherchiert und am 13. August einen Artikel über das Verhalten der Polizei veröffentlichte, gaben die Ermittlungsbehörden zu, dass es den Angriff gegeben hatte und dass es sich um einen rechtsextrem motivierte Gewalttat handelt. Inzwischen ermittelt der Staatschutz Dessau; gegen den mutmaßlichen Täter wurde am 18. August Haftbefehl erlassen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

08.07.2005   Halberstadt

Drei offensichtlich rechte Männer greifen einen 16jährigen Asylsuchenden aus Niger an, den sie zuvor schon bei einem Stadtfest am Holzmarkt rassistisch beleidigt und geschubst hatten. Die Angreifer stoßen ihr Opfer mit dem Kopf gegen die Wand und schlagen auf den Jugendlichen ein. Der Betroffene verliert das Bewusstsein und kommt erst 24 Stunden später im Krankenhaus wieder zu sich. Seit dem Angriff leidet der Betroffene u.a. an anhaltenden Sehstörungen, Schlafstörungen und Albträumen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

02.07.2005   Halle

Vor dem Bahnhof in Halle werden zwei Punks aus einer ca. 30-köpfigen Gruppe von Neonazis heraus angepöbelt und angegriffen, obwohl die Rechten auf dem Weg vom NPD-Landesparteitag in Merseburg unter der Begleitung von Polizeibeamten stehen. Ein 16-jähriger Punk wird gegen den Kopf und den Oberkörper getreten. Die Bundespolizei interveniert schließlich und stellt die Personalien des Angreifers fest. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.06.2005   Hornberger See bei Elbringerode/ Landkreis Wernigerode

Ein führender Aktivist der Wernigeröder Aktionsfront greift einen am See zeltenden Punk an; schlägt und tritt auf den 21jährigen ein und zerschlägt einen Beutel mit leeren Flaschen auf seinem Kopf. Der Betroffene erleidet schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

18.06.2005   Quedlinburg

In den frühen Morgenstunden betritt ein halbes Dutzend Rechter das Café des soziokulturellen Dachvereins Reichenstraße. Schnell beginnen die jungen Männer zu pöbeln und Cafébesucher zu fotografieren. Nachdem der Anführer der rechten Gruppe ein Kommando ruft, prügeln einige der Rechten mit Billardqueues und mitgebrachten Baseballschläger auf Cafégäste ein; andere Rechte werfen mit Bierflaschen und Billardkugeln auf die Besucher und das Personal. Dabei werden zwei Cafébesucher verletzt; einer von ihnen muss mehrere Tage stationär behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

17.06.2005   Aschersleben

Gegen 23.45 Uhr unterhalten sich zwei 18-Jährige gerade vor einer Kneipe, als plötzlich drei Jugendliche an ihnen vorbeilaufen. Während einer aus der Gruppe „Sieg Heil!“ ruft, heben alle drei dazu ihren rechten Arm. Einer der 18-Jährigen fragt den Rufer, ob er so etwas schön fände. Dieser reagiert darauf zunächst nicht. Kurze Zeit später jedoch kommt die Gruppe zurück. Nach erneuten „Sieg Heil!“- und „Scheiß Zecken!“-Rufen schlägt einer von ihnen den 18-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Dem Betroffenen wird kurz schwarz vor Augen. In der Folge versetzt der Angreifer dem alternativen Jugendlichen noch mehrere Kopfstöße. Der Betroffene erleidet Hämatome am linken Auge und am linken Unterkiefer, sowie mehrere Schwellungen im Gesicht. Er erstattet Anzeige.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

17.06.2005   Halle

Gegen 22.00 Uhr, im Anschluss an den Aufmarsch von ca. 150 Neonazis der militanten Kameradschaftsszene, werden zwei Gegendemonstranten vor den Augen der Polizei am Hauptbahnhof angegriffen. Während die beiden Neonazis auf die Betroffen zukommen und sich um sie herumstellen, berichtet einer der beiden 20Jährigen gerade einem älteren Passanten über den stattgefundenen Aufmarsch. Nach der Frage “Habt ihr schön gegendemonstriert” werden beide Betroffen im Kopfbereich geschlagen und dadurch zu Fall gebracht. Dann treten die Angreifer auf ihre am Boden liegenden Opfer ein. Der Passant versucht zu intervenieren, wird aber von den Rechten weggeschubst. Erst als Polizeibeamte eingreifen, lassen die Angreifer von ihren Opfern ab. Beide Betroffene erlitten Prellungen und mussten ambulant behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

16.06.2005   Halle

Kurz nach 0.00 Uhr griffen ein halbes Dutzend regional bekannter Neonazis im alternativen Paulus-Viertel drei junge Männer aus der Antifa-Bewegung an. Ein 22jähriger Betroffener wurde dabei in den Bauch getreten, ein 26jähriger wurde u.a. durch einen Faustschlag ins Gesicht so verletzt, dass er sich ambulant behandeln lassen musste. Die Neonazis, die offenbar im Vorfeld des rechtsextremen Aufmarsches am Abend des 17. Juni in Halle Propagandamaterial im Paulus-Viertel geklebt hatten, jagten ihre Opfer gezielt. So wurde der 26jährige Betroffene, als er nach Schlägen und Tritten vor den Angreifern zu flüchten versuchte, nach einem Kommandoruf „Einer von vorn, einer von hinten!“ von zwei Neonazis am Wegrennen gehindert und erneut getreten.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.06.2005   Blankenburg

Im Anschluss an das Oesigfest werden in der Nacht vom 11. Juni 2005 zwei Nicht-Rechte junge Erwachsene auf dem Nachhauseweg von einer mindestens vierköpfigen Gruppe von Rechten verfolgt, beschimpft und dann mit Faustschlägen und Tritten angegriffen. Beide Betroffene erlitten dabei u.a. Kopfverletzungen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.06.2005   Quedlinburg

Gegen 3.00 Uhr nachts versucht ein halbes Dutzend Rechter gewaltsam in das Café des soziokulturellen Dachvereins Reichenstraße einzudringen. Dabei wird ein Café-Besucher am Eingang leicht verletzt. Gegen die Angreifer wird Anzeige gestellt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

30.05.2005   Magdeburg

In der Mittagszeit wird ein Medizinstudent beim Überqueren einer Straßenkreuzung beinahe von einem Taxi angefahren. Als der 29-Jährige seinen Weg fortsetzen will, steigt der Fahrer aus und kommt aggressiv auf ihn zu. Rassistischen Beleidigungen wie „Verschwinde du Kanacke“ und „Scheiß Ausländer“ ausstoßend schubst der Unbekannte den Betroffenen, umfasst mit einer Hand den Hals des körperlich weit unterlegenen Studenten und würgt ihn. Auch als ein Passant interveniert lässt der Angreifer nicht von dem Betroffenen ab und beschimpft ihn weiter. Erst der vor Ort eintreffenden Polizei gelingt es, den Angriff zu beenden. Der Betroffene erleidet eine großflächige Rötung mit Schwellung an Hals und Nacken. Noch Tage nach dem Angriff leidet er unter Bewegungs- und Berührungsschmerzen sowie Schluckbeschwerden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

29.05.2005   Halberstadt

Der polizeibekannte Rechte Steven R. greift in den frühen Morgenstunden am Halberstädter See zwei Jugendliche an. Steven R. hatte zunächst vor der Gruppe alternativer Jugendlicher im Alter von 14 bis 19 Jahren für die Ziele der NPD geworben. Als ihm schließlich ein 17Jähriger sagte, er sei hier falsch, schlug ihm der Rechte unvermittelt eine Fahnenstange gegen den Kopf, zielte mit einer Pistole auf den Jugendlichen und schlug ihm damit auf den Hinterkopf. Dann trat er mehrmals auf den Kopf seines am Boden liegenden Opfers ein. Als ein 14Jähriger zu schlichten versuchte, erhielt auch er Schläge mit der Faust und mit der Fahnenstange ins Gesicht. Dann hielt der 20jährige Angreifer dem 14Jährigen die Pistole an die Stirn. Bevor der Täter wegging, zwang er die Gruppe noch „Sieg Heil“ zu rufen. Der 17Jährige erlitt u.a. einen Riss am Ohr, eine Nasenprellung, ein Hämatom am linken Auge und eine Kopfplatzwunde. Der 14Jährige trug eine Prellung und eine Platzwunde im Gesicht davon. Der mutmaßliche Täter ist in den letzten drei Jahren wiederholt durch rechtsextrem motivierte Gewalttaten aufgefallen. So hatte Steven R. im Jahr 2002 einen Asylsuchenden aus Indien und im März 2004 einen Flüchtling aus Eritrea in Halberstadt angegriffen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

27.05.2005   Merseburg

Gegen 20.45 Uhr greifen mehrere Rechte eine Gruppe alternativer Jugendlicher an, die vor einem leerstehenden Haus sitzen. Die Jugendlichen wollen nicht, dass einer der Neonazis eine Kassette mit rechter Musik in ihren Recorder einlegt. Daraufhin schlägt der Neonazi einem Punk unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Dann kommt es zu einer Schlägerei zwischen den Jugendlichen und den Rechten. Mindestens fünf alternative Jugendliche werden bei dem Angriff verletzt und müssen teilweise zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Als die Polizei eintrifft und die Gruppen trennt, rufen die Rechten neonazistische Hetzparolen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

21.05.2005   Quedlinburg

Eine Gruppe von sechs Rechten versucht in den frühen Morgenstunden u.a. mit Brechstangen, gewaltsam in das schon geschlossene Café des soziokulturellen Zentrums Dachverein Reichenstraße einzudringen. Die Polizei wird verständigt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

16.05.2005   Magdeburg

Bei einem Angriff auf eine Gruppe von Punks im Stadtzentrum von Magdeburg durch Rechte werden gegen 20:30 Uhr zwei Punks leicht verletzt. Nach zunächst verbalen Beleidigungen und Pöbeleien schlugen die Rechten zu. Bevor die Polizei vor Ort eintraf, flüchteten die Angreifer.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

16.05.2005   Kalbe (Verwaltungsgemeinschaft)

Ein voll besetzter PKW mit Rechten hält am frühen Abend direkt auf der Dorfstraße neben einem jungen Mann und einer jungen Frau. Beide werden unter „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“-Rufen angepöbelt und attackiert. Die Frau wird beiseite gestoßen und massiv bedroht, der Mann auf den Boden geworfen und mehrfach auf Kopf und Körper geschlagen. Der Betroffene muss ärztlich behandelt werden. Die Täter flüchten unerkannt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

13.05.2005   Oschersleben

Gegen 23 Uhr ist ein Punk mit einem Fahrrad vom soziokulturellen Zentrum „Alge e.V.“ auf dem Nachhauseweg durch den Oscherslebener Knochenpark, als er völlig überraschend von mehreren Rechten brutal überfallen wird. Auch als der 33Jährige schon bewusstlos am Boden liegt, misshandeln die Täter ihr Opfer weiter. Als der Betroffene wieder zu sich kommt, findet er sich in einer Blutlache wieder. Die Angreifer waren geflohen. Am Boden robbend und schwer verletzt gelingt es dem 33Jährigen sich in die „Alge“ zu retten. Auf dem kurzen Weg dorthin verliert er erneut das Bewusstsein. Im soziokulturellen Zentrum wird sofort ein Krankenwagen gerufen. Da die schweren Kopfverletzungen im Kreiskrankenhaus nicht behandelt werden können, muss der Betroffene noch in der Nacht in ein Magdeburger Krankenhaus eingeliefert und dort fünf Tage stationär behandelt werden.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

08.05.2005   Dessau

Gegen 21.30 Uhr marschieren ca. 120 Neonazis auf der Rückfahrt von einem durch GegendemonstrantInnen und Polizei gestoppten Neonaziaufmarsch in Berlin spontan durch Dessau. Vor einem Telefonladen eines afrikanischen Migranten gröhlen sie rassistische Parolen uund zerstechen ca. zehn Fahrradreifen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

05.05.2005   Quedlinburg

Eine Gruppe von Rechten dringt in eine Privatparty ein und bedrängt Anwesende. Als einer der Rechten einen Gast anspringt, gelingt es den PartybesucherInnen, die Rechten rauszudrängen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

05.05.2005   Burg

Circa 20 Rechte greifen in einem Park eine Gruppe von nicht-rechten Jugendlichen gezielt an. Zwei der Jugendlichen werden durch Schläge verletzt. Ein Betroffener muss im Krankenhaus behandelt werden. Die anderen Jugendlichen können flüchten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

05.05.2005   Halberstadt

Am späten Nachmittag des Himmelfahrtstages greifen sechs bis acht Neonazis einen liberianischen Flüchtling auf dem Bahnhofsplatz an. Die Männer attackieren den 36Jährigen mit Faustschlägen, reißen ihn zu Boden und zerschlagen Bierflaschen auf seinem Kopf. Ein Beamter der Bundespolizei wird bei dem Versuch zu helfen ebenfalls mit Faustschlägen angegriffen, getreten und mit Bier- und Sektflaschen gezielt auf den Kopf geschlagen. Erst als der Bundespolizist mehrere Zuschauer auffordert, Hilfe zu holen, verständigen Zuschauer die Polizei. Die Neonazis greifen auch eine Gruppe von vier zivilcouragierten Passanten an, die sie am Flüchten hindern wollen, und verletzten einen der Männer. Bei dem darauffolgenden Einsatz wird zudem eine 26jährige Polizistin leicht verletzt. Sowohl der liberianische Flüchtling als auch der Bundespolizist müssen mit Kopfverletzungen ambulant im Krankenhaus versorgt werden.

Projekt GegenPart, eigener Bericht

01.05.2005   Wittenberg

Eine Gruppe Neonazis, die sich auf der Rückreise von einem gescheiterten Neonaziaufmarsch in Leipzig befindet, greift beim Umsteigen am Bahnhof Wittenberg eine Gruppe alternativer Jugendlicher aus Brandenburg an. Die Neonazis werfen dabei u.a. mit Flaschen; einer der alternativen Jugendlichen wird getroffen und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

17.04.2005   Magdeburg

Kurz vor Mitternacht wird ein 22jähriger Eritreer an einer Straßenbahnhaltestelle als „Nigger“ beschimpft. Dann schlägt der 39jährige, stark alkoholisierte Angreifer mehrfach auf den Betroffenen ein und flüchtet schließlich.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

15.04.2005   Köthen

Zwei Studenten aus China werden in der Museumsgasse gegen 23 Uhr von mehreren ihnen unbekannten Jugendlichen angegriffen. Einem Studenten gelingt die Flucht, der andere erleidet Hämatome im Gesicht und am Oberkörper. Gegen die Täter wird Anzeige erstattet.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.04.2005   Schönebeck

Zwei Männer jugoslawischer Herkunft werden beim Einkaufen zunächst von einem augenscheinlichen Rechten rassistisch beleidigt. Als die beiden Migranten im Alter von 19 und 46 Jahren den Supermarkt verlassen wollen, werden sie plötzlich von drei weiteren Männern mit Schlägen und Flaschenwürfen angegriffen. Auch der Rechte, der die Auseinandersetzung begonnen hatte, beteiligt sich an dem Angriff und bedroht insbesondere den 19jährigen jugoslawischen Mann. Als die Betroffenen fliehen wollen, schießt der Rechte zwei Mal mit einer Schreckschusspistole auf sie. Polizeibeamte nehmen die vier mutmaßlichen Angreifer im Alter von 20 bis 28 Jahren vorläufig fest, ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.04.2005   Magdeburg

Zwei Punks aus Brandenburg werden nachmittags an der Elbuferpromenade von einer siebenköpfigen Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener angegriffen. Die Angreifer tragen nach Angaben von Augenzeugen Bomberjacken und Jeans und schlagen und treten weiter auf ihre Opfer ein, als diese schon am Boden liegen. Beide Betroffene erleiden leichte Verletzungen. Die bislang unbekannten Täter flüchten dann in Richtung Cracau.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

09.04.2005   Wittenberg

Drei Jugendliche aus der Hip-Hop-Szene werden gegen 21 Uhr unvermittelt von zwei Rechten angegriffen, die ihre Opfer u.a. mit Schlägen ins Gesicht und auf die Brust attackieren.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

08.04.2005   Magdeburg

Gegen 22 Uhr beleidigt ein Passant einen 27jährigen Marokkaner, der gerade aus seinem Fenster auf die Straße schaute, mit rassistischen Parolen. Wenige Meter weiter wirft der Mann, der sich in Begleitung einer jungen Frau befindet, dann mit einem Stein die Schaufensterscheibe eines Geschäftes ein. Dort werden von außen deutlich sichtbar u.a. arabische Lebensmittel und Wasserpfeifen verkauft. Dem deutschen Inhaber syrischer Herkunft entsteht Sachschaden.

Magdeburger Volksstimme, 30.03.05

26.03.2005   Kusey (Altmarkkreis Salzwedel)

Am späten Abend werden mehrere Holzkreuze vor dem evangelischen Landjugendzentrum zerstört. Als die jugendlichen Täter nach Mitternacht zurückkehren, verweist sie der Pfarrer des Platzes. Ein 15Jähriger droht daraufhin dem Pfarrer, beleidigt ihn mehrfach und provoziert mit „Sieg Heil“- und „Heil Hitler“-Rufen. Der Tatverdächtige wird noch in der Nacht von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

24.03.2005   Möser (Jerichower Land)

Gegen 22.30 Uhr wird am Bahnhof Möser eine kleine Gruppe von Jugendlichen durch fünf bis sechs dem Äußeren nach der rechten Szene zugehörigen jungen Männer nach kurzem Anpöbeln angegriffen. Ein 19Jähriger wird dabei zu Boden geschlagen. Einer der Täter tritt weiter auf den Kopf und den Körper des am Boden liegenden Opfers ein. Der Betroffene muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

19.03.2005   Burg

Am Abend wird eine Gruppe von alternativen Jugendlichen auf dem Gummersbacher Platz in Burg von etwa einem Dutzend Rechter angegriffen. Einem Jugendlicher wird unmittelbar mit der Faust gegen den Kopf geschlagen, ein weiterer wird mit einem Baseballschläger geschlagen. Ihm gelingt kurzzeitig die Flucht, nach einer Hetzjagd wird er eingeholt und von einem der Angreifer mit einem Baseballschläger zu Boden geschlagen. Nach kurzer Zeit lassen die Angreifer von ihrem Opfer ab und bedrohen den Jugendlichen verbal. Die anderen alternativen Jugendlichen werden durch Gewaltandrohungen vom Platz vertrieben. Einer der Betroffenen muss im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

11.03.2005   Halberstadt

Bei einer Dark-Wave-Disko werden Besucher und der Betreiber gegen Mitternacht durch zwei augenscheinlich Rechte zunächst angepöbelt. Als der Betreiber die Rechten daraufhin rausschmeißen will, wird er von einem der Rechten geschlagen. Nach dem Ende der Disko gegen 6 Uhr morgens werden der DJ und ein Freund unmittelbar vor dem Veranstaltungsort erneut durch zwei Rechte angepöbelt. Dann schlägt einer der Rechten dem DJ ins Gesicht, so dass er zu Boden fällt. Der Angreifer tritt daraufhin auf den Kopf und den Oberkörper des am Boden Liegenden ein. Der Begleiter des DJs wird zunächst beleidigt und dann von dem zweiten Rechten ebenfalls geschlagen. Den Betroffenen gelingt es sich loszureißen und den Türsteher der Disko zu alarmieren. Daraufhin flüchten die Angreifer.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

26.02.2005   Magdeburg

Ein 33jähriger Mann aus der Elfenbeinküste ist kurz vor 22 Uhr mit der Straßenbahn unterwegs, als an einer Haltestelle fünf Jugendliche einsteigen. Zwei von ihnen kommen direkt auf den 33Jährigen zu. Da er Walkman hört, bemerkt der Mann zunächst nicht, dass die Jugendlichen ihn beschimpfen. Plötzlich zieht ihm einer der Jugendlichen den Kopfhörer herunter. Nach Beschimpfungen wie „Neger, Deutschland ist nicht für euch, sondern nur für uns Deutsche! Die Straßenbahn ist auch nur für Deutsche!“ und dem Zeigen des Hitlergrußes steht der Betroffene von seinem Sitz auf. Daraufhin schubst ihn einer der Jugendlichen und fordert ihn auf, an der nächsten Haltestelle die Bahn zu verlassen. Während Betroffenen von einem der Angreifer festgehalten wird, holt ein anderer mit einer Bierflasche zum Schlag aus, trifft aber nicht, weil sich der Betroffene wegdrehen kann. Der Angreifer wirft eine zweite Flasche, die den 33Jährigen auf Brusthöhe trifft. Der Straßenbahnfahrer blockiert die Türen und informiert die Polizei, die erst nach 20 Minuten am Tatort eintrifft. Doch nicht nur die 18- und 22jährigen Angreifer werden festgenommen. Auch der Betroffene wird zur Polizeidirektion gebracht, durchsucht und erkennungsdienstlich behandelt. Auf die Frage des Betroffenen nach dem Grund für diese Behandlung wird ihm mitgeteilt, er habe schon “wegen Drogen mit der Polizei zu tun gehabt”. Erst nach etwa eineinhalb Stunden darf er die Polizeidirektion verlassen. Zuvor hatte er wegen des Angriffs Anzeige erstattet. In der Folge diagnostiziert eine behandelnde Ärztin einen Schockzustand und eine Toraxprellung.

Projekt GegenPart, eigener Bericht

25.02.2005   Wittenberg

Gegen 23 Uhr werden zwei alternative Jugendliche vor dem “Bowlingpark” aus einer Gruppe von sechs Rechtsextremisten heraus angegriffen. Einer der beiden Jugendlichen wird von mindestens vier Neonazis u.a. mit einem Schlagring und einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Dann flüchten die Angreifer. Der Betroffene erleidet eine Platzwunde am Kopf, Abschürfungen am Kinn und einen abgebrochenen Zahn. Gegen die Täter wird Anzeige erstattet.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

25.02.2005   Wittenberg

Gegen Abend ist ein alternativer Jugendlicher mit dem Fahrrad in der Innenstadt unterwegs, als er von einem Neonazi mit „Scheiß Zecke“ beschimpft, vom Rad gezerrt und geschlagen wird. Dem Betroffenen gelingt die Flucht.

Projekt GegenPart, eigener Bericht

25.02.2005   Wittenberg

Im Neubaugebiet in der Nähe des “Kaufland” werden in den Abenstunden drei Punks von zwei Neonazis so massiv angegriffen, dass einer der Betroffenen das Bewußtsein verliert. Die drei Betroffenen müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

25.02.2005   Dessau

In den frühen Abendstunden wird eine Gruppe alternativer Jugendlicher von drei Neonazis bedroht. Einem der Betroffenen wird ein Anti-Nazi-Sticker von der Jacke abgerissen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.02.2005   Tangerhütte (Landkreis Stendal)

Ein 37jähriger Mann aus Nigeria wird mittags von vier polizeibekannten Rechten in der Regionalbahn von Stendal nach Tangerhütte zunächst rassistisch beleidigt. Die vier Rechten im Alter zwischen 20 und 25 Jahren kommen von einer Gerichtsverhandlung in Stendal, bei der einer von ihnen wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Als der Regionalexpress in Stendal hält, zerren die Männer den Nigerianer mit Gewalt aus dem Zug. Auf dem Bahnsteig schlagen und treten sie auf ihn ein und schlagen ihm eine leere Bierflasche auf den Kopf. Der Betroffene erleidet eine Platzwunde, etliche Hämatome und Hautabschürfungen am Körper. Das Zugpersonal verständigt die Polizei, der es wenig später gelingt, die vier Rechten festzunehmen. Gegen die Angreifer wird Haftbefehl erlassen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

12.02.2005   Bitterfeld

In der Nacht zum 12. Februar versuchen Unbekannte das Haupthaus des “Alternativen Kulturwerkes Bitterfeld” durch zwei mit Benzin gefüllte Flaschen in Brand zu setzen. In dem Alternativen Kulturwerk halten sich zu diesem Zeitpunkt eine größere Anzahl von BesucherInnen auf. Örtliche AntifaschistInnen gehen davon aus, dass es sich bei dem versuchten Brandanschlag um einen Einschüchterungsversuch gegen das linke Jugendzentrum durch die neonazistische “Bruderschaft Bitterfeld” und deren Umfeld handelt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

10.02.2005   Calbe (Landkreis Schönebeck)

Gegen 2.20 Uhr morgens schlagen vier maskierte Männer eine Glasscheibe in einer Asylbewerberunterkunft ein und verschaffen sich so Zutritt zu dem verschlossenen Gebäude. Die Täter nehmen einen Feuerlöscher aus der Halterung und versprühen den Inhalt im Flur des Flüchtlingsheims. Dann gelingt ihnen unerkannt die Flucht. Es entsteht geringer Sachschaden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

07.02.2005   Köthen

Am Rande eines Karnevalsumzugs wird in den Nachmittagsstunden ein alternativer Jugendlicher von mehreren rechten Jugendlichen beleidigt und ins Gesicht geschlagen. Die Mutter des Betroffenen, die ihren Sohn zu schützen sucht, wird als „Schlampe“ beschimpft. Der Angreifer wird von der Polizei in Gewahrsam genommen. Mutter und Sohn erstatten Anzeige.

Opferberatung des Sozialen Dienstes der Justiz, eigener Bericht

04.02.2005   Magdeburg

In einer vollbesetzten Straßenbahn wird abends ein Mann algerischer Herkunft von zwei Kontrolleuren zunächst als einziger Fahrgast kontrolliert. Der Betroffene zeigt seinen Fahrausweis, übergibt ihn aber aufgrund von schlechten Vorerfahrung nicht an die Kontrolleure. Daraufhin wird er an der nächsten Haltestelle von den beiden Männern zum Aussteigen gedrängt. Im Haltestellenbereich fordern die Kontrolleure den Betroffenen erneut auf, seinen Fahrschein zu übergeben. Als der Algerier sich erneut weigert, sprüht ihm einer der Kontrolleure Reizgas ins Gesicht, schlägt ihn mit der Faust ins Gesicht und dreht ihm den Arm um. Der Algerier versucht nun, sich loszureißen, was ihm auch gelingt, als ein Autofahrer hupt. Zuhause angekommen, alarmiert die Ehefrau des Betroffenen Polizei und Krankenwagen. Dabei stellt sich heraus, dass die Kontrolleure den Algerier schon wegen Körperverletzung und Leistungserschleichung angezeigt haben. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg stellt das Ermittlungsverfahren gegen die Kontrolleure ein; ein Ermittlungsverfahren gegen den Algerier endet dagegen mit dessen Verurteilung wegen Körperverletzung. Die Mobile Opferberatung wird des öfteren wieder von rassistischen Beleidigungen und Attacken auf Menschen sichtlich nicht-deutscher Herkunft durch Kontrolleure der MVB informiert.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

15.01.2005   Gardelegen

Gegen 21 Uhr werden zwei 14jährige alternative Jugendliche von mehreren Rechten in der Wallanlage attackiert. Ein Jugendlicher wird bewusstlos geschlagen und liegt anschließend drei Tage im Koma. Die alarmierte Polizei erscheint nicht vor Ort. Erst ein von der Mutter eines Betroffenen gerufener Notarzt nimmt die Erstversorgung vor. Die Täter entkommen unerkannt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

15.01.2005   Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)

Von einem Neonazi-Aufmarsch in Magdeburg heimreisende Rechte pöbeln in einem Zug zwischen Stendal und Braunschweig gegen 19 Uhr einen jungen Mann aus Kuwait mit rassistischen Sprüchen an. Einer der Neonazis schlägt den Austauschstudenten mit einer Flasche auf den Kopf. Der 20Jährige wird u.a. am Auge verletzt. Als der Zug in Gardelegen hält, erstattet der Betroffene Anzeige und muss ambulant behandelt werden. Eine Gruppe Rechter versucht aus dem Zug zu flüchten. Die Polizei stellt die Personalien von elf Rechten fest, zwei weitere können fliehen. Die Tatverdächtigen kommen aus der rechten Szene in Gardelegen und Umgebung.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

15.01.2005   Magdeburg

Während eines Neonazi-Aufmarschs in Magdeburg wird ein Passant von einem bundesweit bekannten Neonazianwalt ins Gesicht geschlagen. Der Passant hatte kurz vor Abschluss der Demonstration neben einer Gruppe von GegendemonstrantInnen gestanden, die die Neonazis mit Parolen bei ihrer “Schweigeminute” störten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

12.01.2005   Wernigerode

Auf dem Weg zur Berufsschule wird ein 18-jähriger Punk von zwei Rechten beschimpft. Später greifen die beiden Rechten den Punk und einen Freund auf dem Schulhof an. Dem Freund wird mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Den Punk trifft eine Bierflasche am Hinterkopf. Die Rechten pöbeln noch einen weiteren Schüler an. Als ein Aufsichtslehrer versucht, die Angreifer vom Schulhof zu verweisen, versetzt ihm ein Rechter einen Schlag auf die Schulter. Der Betroffene muss im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Die stark alkoholisierten 22- und 24jährigen Täter werden kurz nach dem Angriff am Bahnhof in Halberstadt festgenommen. Sie sind der Polizei einschlägig bekannt.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

12.01.2005   Burg

Vor dem Sekretariat der Berufschule in Burg wird ein Jugendlicher aus einer Gruppe von drei Personen angegriffen und mit der Faust an den Kopf geschlagen, nachdem er einen der jungen Männer auf ein “Thor Steinar” Zeichen an dessen Jacke angesprochen hatte. Als ein Lehrer vorbeikommt, lassen die Täter von dem Betroffenen ab. Die benachrichtigte Polizei nimmt die Personalien der Angreifer auf und stellt die Jacke sicher.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht; Polizeidirektion Magdeburg, 09.01.05

08.01.2005   Magdeburg

Gegen 2.35 Uhr morgens wird ein 22jähriger Mann aus Burkina Faso in einem Bus im Stadtzentrum auf dem Weg zum Hauptbahnhof von zwei jungen Männern rassistisch beschimpft. Sie rufen u.a.: “Neger, was machst du in Deutschland?” Als der Betroffene beim Busfahrer Hilfe suchen will, wird er von den beiden Männern mehrfach getreten und geschlagen. Dann flüchten die Angreifer. Der 22jährige Betroffene muss mit einer Platzwunde am Kopf ambulant behandelt werden. Die Polizei nimmt kurz nach dem Angriff zwei polizeibekannte 18- und 19-Jährige als mutmaßliche Täter fest.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau, eigener Bericht

06.01.2005   Dessau

Am Dessauer Hauptbahnhof wird ein alternativer Jugendlicher in den Abendstunden von mehreren Neonazis und Hooligans angegriffen. Dabei versetzten die Angreifer ihm u. a. einen Schlag ins Gesicht und traten ihn. Der Betroffene erstattet Anzeige. Die Angreifer befanden sich vermutlich auf der Heimreise von einem Hallenfußballturnier, das am gleichen Tag in der Dessauer “Anhalt Arena” stattfand.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten, Dessau

05.01.2005   Dessau

In den Abendstunden wird unmittelbar vor dem Bowlingcenter ein 17jähriger Punk von mehreren rechten Jugendlichen zunächst verbal angegriffen und plötzlich von einem der Rechten gewürgt.

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