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Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

31.12.2004   Halberstadt

Gegen drei Uhr nachts wird ein alternativer Jugendlicher auf der Straße von einem Neonazi angegriffen. Der Betroffene ist mit mehreren nicht-rechten Jugendlichen zu einem Café unterwegs. Auf die Gruppe wird eine Flasche geworfen. Sekunden später wird der 19Jährige von hinten attackiert. Der Angreifer versucht, ihm die Füße wegzutreten. Dann wird der Gymnasiast an der Kapuze über die Straße geschleift. Der Angreifer tritt ihm ins Gesicht. Kurz darauf gelingt es dem Betroffenen, zu flüchten. Ein Begleiter, der ihm zu Hilfe eilen wollte, erhält u.a. einen Faustschlag aufs Ohr, kann aber ebenfalls fliehen. Der Gymnasiast muss mit einem Nasenbeinbruch stationär, sein Begleiter ambulant behandelt werden. Es wird Anzeige erstattet.

14.12.2004   Dessau

Gegen 23.00 Uhr wird ein Asylbewerber aus Guinea Bissau von einem unbekannten Mann mit “Na Neger, wo willst du denn hin?” angesprochen. Plötzlich zieht der Mann eine Eisenstange aus seiner Jacke und schlägt auf den Kopf des Betroffenen ein. Dieser flüchtet, gefolgt von dem Angreifer, bis ihm fünf teilweise mit Ketten bewaffnete Personen den Weg versperren. Mehrere Angreifer schlagen gleichzeitig auf den Betroffenen ein, der daraufhin zu Boden fällt und weiter getreten und geschlagen wird. Der Betroffene verliert für längere Zeit sein Bewusstsein. Die Täter flüchten mit der Brieftasche, dem Handy, der Halskette und einer Uhr des Betroffenen. Aufgrund der ihm zugefügten Verletzungen muss der Betroffene mehrere Tage stationär behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, Halle

11.12.2004   Zerbst

Ein Pärchen war nach einem ausgefallenen Konzert in Dessau mit dem Zug nach Zerbst gefahren. Als sie vom Bahnhof in Richtung Innenstadt laufen, werden beide gegen 0.30 Uhr aus einem Auto heraus beschimpft. Der Fahrer in Hooligan-Outfit hält schließlich an, steigt aus und geht mit den Worten “Scheiß Punkerschweine!”, “Zeckenschweine verpisst euch aus Zerbst!” auf das Pärchen zu. Der Mann erhält einen Faustschlag ins Gesicht. Als der Angreifer versucht, ihn zu treten, kann der Betroffene halbwegs ausweichen. Dem Täter fliegt dabei allerdings ein Schuh weg, so dass die Betroffenen fliehen können.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

04.12.2004   Coswig (Landkreis Anhalt-Zerbst)

Nach einer Party macht sich ein 30jähriger Mann auf den Weg zu einer Kneipe. Nachdem er auch diese verlassen hatte, wird er wenige hundert Meter davon entfernt von Rechtsextremen zusammengeschlagen. Der Betroffene erleidet so schwere Verletzungen, dass er im Krankenhaus für vier Tage in ein künstliches Koma versetzt werden musste.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.11.2004   Halle

Gegen 20.15 Uhr wird ein Togoer im REWE-Markt des Halleschen Hauptbahnhofs angegriffen. Der 26-jährige Flüchtling steht in der Schlange an der Kasse, als sich ein ihm unbekannter junger Mann vor ihm umdreht und ihn mit „Neger“ beschimpf. Dann schlägt er den Togoer mit voller Wucht ins Gesicht. Zwei Sicherheitsbedienstete in der Nähe kommen daraufhin sofort angerannt und können verhindern, dass der Angreifer erneut zuschlägt. Der Togoer erstattet beim hinzugerufenen Bundesgrenzschutz Anzeige.

Polizeidirektion Magdeburg, 28.11.04

27.11.2004   Magdeburg

Gegen 21.00 Uhr zeigten zwei Männer in der Magdeburger Bahnhofsvorhalle zwei 32- und 44-jährigen Reisenden den „Hitlergruß“. Nach einer verbalen Auseinandersetzung stieß einer der beiden polizeibekannten Rechten den 44-Jährigen zu Boden und trat auf ihn ein. Der Betroffene musste mit Kopfverletzungen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Der 20-jährige Haupttäter konnte im Zuge der Ermittlungen vorläufig von der Polizei festgenommen werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

12.11.2004   Köthen

In der Diskothek “Zelt” wird ein antifaschistischer Jugendlicher von mehreren Neonazis geschlagen und getreten. Der Betroffene erleidet u.a. einen Nasenbeinbruch.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

01.11.2004   Magdeburg

Im Anschluß an die sogenannte „Montagsdemonstration“ werden junge Linke von stadtbekannten Aktivisten der „Kameradschaft Festungsstadt“ angegriffen und verletzt. Die Neonazis hatten zunächst den Block der Linken gezielt provoziert, um sie dann mit einer Gruppe von insgesamt 15 Rechtsextremen anzugreifen. Die Angreifer hatten sich hinter Karstadt versteckt und waren u.a. mit Knüppeln bewaffnet. Die Polizei nimmt fünf stadtbekannte Neonazis vorläufig fest und ermittelt u.a. wegen Körperverletzung. Drei linke Jugendliche erleiden leichte Verletzungen.

Magdeburger Volksstimme, 02.11.04

31.10.2004   Klötze (Altmarkkreis Salzwedel)

Zehn Personen der rechten Szene beschimpften gegen 2 Uhr nachts auf dem Martinimarkt einen Schausteller. Einer der Rechten schlägt den Mann und verletzt ihn im Gesicht. Außerdem beschädigt die Gruppe auch den Wohnwagen des Betroffenen wurde beschädigt. Die Polizei konnte insgesamt sechs Tatverdächtige feststellen und vorläufig festnehmen. Als Motiv für den Angriff geben die Rechten, der Schausteller habe einen polnischen Arbeiter an seinem Stand beschäftigt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

30.10.2004   Landkreis Anhalt-Zerbst (Regionalexpress nach Berlin über Bitterfeld)

Ca. 1.00 Uhr nachts werden im Regionalexpress nach Berlin über Bitterfeld in der Nähe von Dessau mehrere Personen offenbar türkischer Herkunft aus einer Gruppe von mindestens sieben Hooligans u.a. als “Kanackenpack” beschimpft. In der Folge wird ein der offenbar türkischen Männer gepackt und mit den Worten “Ich stech dir die Augen aus” mit einem Messer bedroht. Laut Augenzeugenbericht wurden drei Tatverdächtige am Hauptbahnhof Dessau von der Polizei abgeführt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

29.09.2004   Halle

Gegen 19.00 Uhr wird ein Iraner vor seiner Haustür von zwei ihm unbekannten Männern mit “Du bist Ausländer, du brauchst kein Geld! Raus aus Deutschland!” beschimpft. Ein Mann würgt ihn, hält ihm ein Messer an den Hals und fordert die Herausgabe von Geld. Der Betroffene gibt seine an diesem Tag erhaltenen Sozialleistungen heraus. Dann flüchten die Angreifer. Der Betroffene erstattet Anzeige.

dpa, 05.09.04 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

04.09.2004   Magdeburg

Zwei mutmaßliche Neonazis greifen abends einen Russlanddeutschen vor den Augen seines 10jährigen Sohnes an. Die 20 und 23 Jahre alten Angreifer schlugen den 37jährigen Mann zunächst zu Boden und traten dann auf ihn ein. Der Betroffene musste ambulant behandelt werden. Die Polizei nahm die beiden Angreifer wenig später fest.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.08.2004   Magdeburg

Gegen 21:30 Uhr wurde ein 25jähriger Afrikaner durch eine Gruppe von zwei Männern und einer jungen Frau am S-Bahnhof Hasselbachplatz zunächst rassistisch beleidigt. Nachdem der Betroffene auf Sprüche wie „Neger“, „Kanake“ und „Ausländer Raus“ nicht reagierte, schlug ihm einer der 25 und 26jährigen Angreifer mit einer Bierflasche in den Nacken. Dabei wurde der Betroffene leicht verletzt. Dem Mann gelang es, die Polizei zu verständigen. Eine 18jährige Frau und ein 25jähriger Mann wurden wenig später festgenommen. Der 26Jährige ist noch flüchtig. Die Angreifer seien bereits polizeibekannt, so die Ermittlungsbehörden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

22.08.2004   Weißenfels

Kurz nach 5.00 Uhr morgens hört 35-jähriger Iraker auf dem Weg zum Bahnhof plötzlich Hilfeschreie und sieht, wie eine Frau gerade von einem Mann gewürgt wird. Als er den Angreifer verbal zu stoppen versucht, geht der Unbekannte auf den Flüchtling los. Wachmänner aus der nahe gelegenen Diskothek „Feldschlösschen“ trennen die Beiden und gehen – ebenso wie der 36-jährige Angreifer – in das Lokal zurück. Der Iraker stellt fest, dass sein Handy fehlt. Deshalb folgt er dem Angreifer ins „Feldschlösschen“, wird aber nach einem kurzen Wortwechsel des Lokals verwiesen. Draußen wird der Iraker plötzlich von mehreren Männern verfolgt und dabei u. a. mit „Ausländer, du Arschloch“ beschimpft. Als die Angreifer – darunter der 36-Jährige – den Betroffenen einholen, schlagen und treten sie immer wieder gegen seinen Kopf und Körper. Der Betroffene erleidet lebensgefährliche Verletzungen und muss mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

07.08.2004   Salzwedel

Gegen 0.50 Uhr wird eine Gruppe junger Leute zwischen 17 und 22 Jahren völlig unvermittelt auf dem Gehweg vor der Lessingschule von sechs maskierten Personen angegriffen, die schwarze Sturmhauben, schwarze Hosen, Bomberjacken und Springerstiefel trugen. Einer 22-jährigen Frau wird bei dem Angriff so brutal in den Bauch getreten, dass sie im Krankenhaus behandelt werden muss. Die Betroffenen stellen Strafanzeige gegen Unbekannt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.07.2004   Halberstadt

Am Kaufland greift gegen 1:30 Uhr morgens eine Gruppe von circa sieben Naziskins zwei nicht-rechte Jugendliche an. Schon vor dem Angriff hatte die rechtsextreme Gruppe „Sieg HeiL“ und „Scheiß Zecken“ gebrüllt. Die Naziskins schlagen ihre Opfer ins Gesicht, bis einer der nicht-rechten Jugendlichen hinfällt. Dann springen mehrere Angreifer auf den am Boden Liegenden. Die Täter flüchten, als ein Streifenwagen in Sichtweite kommt, der allerdings nicht anhält. Beide Betroffene erleiden Kopfverletzungen; einer der jungen Männer muss mehrere Tage stationär behandelt werden. Am Kaufland war u.a. Ende März diesen Jahres ein Asylsuchender aus Eritrea von einer siebenköpfigen rechten Gruppe angegriffen worden. Ein 19jähriger Neonazi hatte den Eritreer dabei durch einen Schuss aus einer Schreckschusspistole verletzt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

06.07.2004   Wolmirstedt (Ohrekreis)

Gegen 15.00 Uhr wurde ein schwarzer Deutscher am Bahnhofsvorplatz von drei jungen Männern angegriffen. Auf dem Weg zum Zug wurde er von den Unbekannten angesprochen. Den Wortlaut verstand er nicht, hatte aber den Eindruck, dass die Männer ihn beleidigen wollten. Als er deshalb nachfragte, kamen die drei auf ihn zu und versetzten ihm sofort mehrere Faustschläge. Nachdem der Betroffene zu Boden gegangen war, traten die Angreifer vor allem heftig gegen den Kopf ihres Opfers. Passanten informierten die Polizei, woraufhin einer der Täter flüchtete. Die beiden anderen konnten noch am Tatort durch die Polizei festgenommen werden. Sie sind als Rechtsextremisten polizeibekannt. Der Betroffene musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

27.06.2004   Gardelegen

In der Einkaufsstraße von Gardelegen sprühen Neonazis an ca. 15 Häuser und Geschäfte mit einer Schablone die Parole „Wir sind wieder da“ zusammen mit dem Bild eines Vermummten, der den Hitlergruß zeigt. An das ehemalige Gebetshaus der jüdischen Gemeinde – in dem sich heute ein Modegeschäft befindet, vor dem eine Gedenktafel an die ehemalige Funktion des Hauses erinnert – sprühten die unbekannten Täter ein Hakenkreuz. Die Stadt Gardelegen hat Anzeige erstattet, vermutet wird ein gezielte antisemitische Aktion von Neonazis. Am Abend des 26. Juni hatten Polizeibeamte an einer Kiesgrube im nahegelegenen Peckfitz eine Feier mit rund 70 Rechten aufgelöst.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.06.2004   Köthen

Am Wohnungsfenster eines linken Jugendlichen schichtet ein Rechter aus Köthen nachts Papier und Pappe auf und setzt das Material in Brand. Durch das Feuer wird die Fensterscheibe zerstört; nur durch das Eingreifen eines umsichtigen Nachbarn wird verhindert, dass die Flammen nicht ins Wohnungsinnere dringen und die Wohnung in Brand gesetzt wird. Der Betroffene erstattet Anzeige. Bei der Vernehmung des mutmaßlichen Täters durch die Polizei spricht der Tatverdächtige weitere Drohungen und Beleidigungen gegen den Betroffenen aus.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.06.2004   Köthen

Mehrere Rechtsextreme schlagen mit einem Hammer die Fensterscheibe einer Wohnung ein und skandieren dabei rassistische Parolen. Der Angriff richtet sich offensichtlich gegen eine Frau, die gemeinsam mit ihrem migrantischen Kind in der Wohnung wohnt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

24.06.2004   Dessau

Am Rathaus-Center wird der alternative Jugendliche gegen 20.00 Uhr nunmehr zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen von mehreren Rechten beleidigt und bedroht. Eine Person aus der Gruppe sagt zu ihm, er solle seine Klamotten wechseln, dann gäbe es auch keinen Ärger mehr. Ein anderer Rechter äußert, er könne seinen Freunden Bescheid sagen, dass diese auch bald eins auf die Fresse bekämen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

23.06.2004   Magdeburg

Gegen 19 Uhr werden im Einkaufscenter Bahnhofscarree ein 15-jähriger Jugendlicher aus Markokko und ein 18-jähriger Asylbewerber aus dem Kosovo von zwei Rechten angepöbelt. Unmittelbar nach den verbalen Beleidigungen schlägt einer der Rechten dem 18jährigen Flüchtling ins Gesicht und verletzt ihn am Mund und Kiefer. Anschließend schlagen beide Angreifer zu zweit auf den 15jährigen marokkanischen Jugendlichen ein. Der Wachschutz des Einkaufszentrums greift erst ein, nachdem Verstärkung eingetroffen ist und alarmiert dann die Polizei. Die beiden Angreifer können zunächst flüchten; später werden zwei 19- und 23 Jahre alte Deutsche als Tatverdächtige in der Nähe des Einkaufscenters gestellt. Der 18jährige Flüchtling aus dem Kosovo muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

21.06.2004   Dessau

Gegen 19.30 Uhr wird ein alternativer Jugendlicher erneut von einem der rechten Szene zugehörigen jungen Mann und seiner Freundin wegen seiner Buttons angesprochen. Unter Androhung körperlicher Gewalt gibt er einen Button heraus.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

19.06.2004   Köthen

Eine Gruppe alternativer Jugendlicher im Alter zwischen 14 und 15 Jahren wird an ihrem Treffpunkt auf einem Spielplatz i der Nähe des Sportplatzes von „Eintracht Köthen“ Opfer eines gezielten rechten Angriffs durch mindestens fünf Neonazis. Die Betroffenen werden durch Schläge und Tritte leicht verletzt. Die rechten Angreifer seien „blitzartig“ auf sie zugestürmt, so die Betroffenen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

07.06.2004   Dessau

Gegen 19.30 Uhr sitzt ein alternativer Jugendlicherauf einer Treppe, als mehrere augenscheinlich Rechte auf ihn zukommen und sich bedrohlich um ihn herumstellen. Einer der Rechten sagt zu ihm „Gib mir deine Buttons, sonst setzt es was!“ Der 16-Jährige wurde gezwungen, zwei Anstecker abzugeben. Auf dem einem ist ein durchgestrichenes Hakenkreuz abgebildet, auf dem anderen steht der Spruch „Punks not dead“ Danach entfernte sich die Gruppe lachend.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.05.2004   Quedlinburg

Eine Gruppe von rechten Jugendlichen, darunter der stadtbekannte Danilo K., bedrohen eine alternative Jugendliche in der Nähe eines Einkaufsmarkts im Kleers-Viertel. Die Schülerin war schon in der Woche zuvor von der Gruppe angepöbelt worden, als sie sich bei einem nahegelegenen China-Imbiß etwas zu Essen geholt hatte. Mit der Forderung „Verpiss dich hier, Du Zecke“, steht Danilo K. vor der Jugendlichen und bedroht sie mit einem Messer, während die anderen Rechten die Betroffene umringen. In den folgenden Wochen wird die Jugendliche noch mehrfach verbal bedroht.

MZ, 23.07.04 / Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

22.05.2004   Schkopau (Landkreis Merseburg-Querfurt)

In der Nacht zum 22. Mai überfällt eine Gruppe Rechtsextremer einen von nichtrechten Jugendlichen besuchten Jugendklub. Gegen 23.30 Uhr fahren fünf Autos auf das Gelände des Klubs. Aus den Fahrzeugen steigen etwa 15 Neonazis aus. Die mit Totschlägern, Baseballschlägern, einem Morgenstern und einer Machete bewaffneten Angreifer verschaffen sich gewaltsam Einlass in die Räumlichkeiten. Einige der anwesenden Jugendlichen hatten sich zu diesem Zeitpunkt im Computerraum verbarrikadiert; andere versuchten, sich schnell zu verstecken. Die Rechten beschädigen Einrichtungsgegenstände und verletzen zwei Betroffene leicht. Hintergrund des Überfalls war, dass Besucher des Jugendklubs zuvor Klappstühle von einer Bushaltestelle mitgenommen hatten, die offenbar den Rechten gehörten. Ein junger Mann wurde schließlich von den Rechten unter Beschimpfungen wie „Scheiß Kiffer“ gezwungen, die Stühle herauszugeben.

MZ, 19.05.04

17.05.2004   Wittenberg

Zwei chinesische Studenten werden im Regionalexpress Berlin-Wittenberg von drei einschlägig bekannten Neonazis massiv beleidigt und bedroht. Die Angreifer drohen ihren Opfern, sie aus dem Zug zu werfen und beleidigen sie mit rassistischen Parolen. Am Wittenberger Bahnhof werden die Rechtsextremisten nach entsprechenden Zeugenaussagen vorläufig festgenommen und am darauf folgenden Tag wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.05.2004   Holzweißig (Landkreis Bitterfeld)

Eine Gruppe von alternativen Jugendlichen und Punks wird in einer Parkanlage, die sie öfter als Treffpunkt nutzen, von einer Gruppe Rechter angegriffen. Zunächst provozieren die Neonazis verbal, dann schlagen sie – u.a. auch mit einem stangenähnlichen Werkzeug – auf die Punks ein. Einige der Betroffenen erleiden Verletzungen und müssen ambulant behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.05.2004   Quedlinburg

Nachmittags werden zwei irakische Frauen mit ihren Kleinkindern auf dem Heimweg vom Discountcenter in der Gartenstraße von einer fünfköpfigen Gruppe rechter und rechtsextremer Jugendlicher zunächst rassistisch beleidigt und dann bedroht. Einer der Täter pöbelte, „Scheiß Ausländer, ihr nehmt uns alles weg“ und in Anspielung auf das Kopftuch, das eine der beiden Frauen trug: „Mach den Kopf frei, wir sind hier in Deutschland. Ihr nehmt uns alles weg“. Anschließend versuchte der Täter, der stadtbekannte Quedlinburger Rechte Danilo K., die Irakerin mit einer Bierflasche auf den Kopf zu schlagen. Erst zu diesem Zeitpunkt alarmierten Passanten die Polizei. Danilo K. und seine rechte Gruppe flüchteten daraufhin, wurden aber wenig später von der Polizei festgenommen. Seit dem Angriff leiden die beiden Kleinkinder der Betroffenen an massiven Angstzuständen und Schlafstörungen. Der 17jährige Rechte Danilo K. ist gerichtsbekannt. Im Februar diesen Jahres hatte er einen linken Jugendlichen in Quedlinburg mit einem Messerstich erheblich verletzt. Nach einigen Wochen Untersuchungshaft wurde sein Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der zuständige Haftrichter beim Amtsgericht Halberstadt sah in der Bedrohung der IrakerInnen keinen Grund, den Haftbefehl von Danilo K. wieder in Kraft zu setzen.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

12.05.2004   Genthin (Jerichower Land)

In den frühen Abendstunden dringen vier Neonazis gewaltsam in eine Wohnung ein, in der sich mehrere alternative und nicht-rechte junge Erwachsene aufhalten. Die aus Schönebeck angereisten Angreifer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren treten zunächst die Tür ein und schlagen dann auf mehrere Anwesende in der Wohnung ein. Zwei der Betroffenen erleiden u.a. Kopfverletzungen. Die Angreifer ziehen sich erst zurück, als sie merken, dass sich in der Wohnung noch weitere Personen aufhalten. Einem der Verletzen gelingt aus, vom Wohnungsfenster aus einen vorbeifahrenden Streifenwagen der Polizei zu verständigen. Die Beamten nehmen daraufhin alle Angreifer fest. Zwei Opfer müssen mit Kopfverletzungen ärztlich behandelt werden. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass die Neonazis schon vor dem Angriff aufgefallen waren, weil sie auf einem Parkplatz Knüppel in ihr Fahrzeug umgeladen hatten.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

10.05.2004   Halle

Eine 17jährige Angolanerin wird gegen 13.30 Uhr im Flur einer Sekundarschule von drei Mitschülerinnen und zwei Jungen umringt. Mit den Worten “Jetzt bist du dran!” wird die Betroffene von einem der Mädchen an den Haaren festgehalten und so mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, dass ihre Brille herunterfällt. Ein Junge tritt sie, dreht ihr die Arme auf den Rücken und würgt die Schülerin schließlich mit beiden Händen. Währenddessen treten und schlagen drei der AngreiferInnen auf die Betroffene ein. Als sie sich befreien kann und zu wehren versucht, erhält sie von dem anderen Jungen einen Faustschlag ins Gesicht. Auch als eine Lehrerin eingreift, beleidigen die AngreiferInnen die 17-Jährige weiter und versetzen ihr weitere Schläge und Tritte. Erst als die Pädagogin umstehende Schüler bittet, den Direktor zu Hilfe zu holen, beenden die AngreiferInnen ihre Attacke. Die Betroffene erstattet Anzeige und muss im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Dem Angriff vorausgegangen waren u.a. rassistische Beschimpfungen im Klassenzimmer.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten Dessau, eigener Bericht

24.04.2004   Köthen

Mehrere Neonazis greifen das Wohnheim für chinesische Studenten in der Nähe der Köthener Martinskirche an. Die Rechtsextremen skandieren während des Angriffs fremdenfeindliche und rassistische Parolen und zerstören mehrere Fensterscheiben. Die BewohnerInnen des Wohnheims informieren die Polizei, doch die Beamten treffen erst eine Stunde nach dem Angriff ein. Die Neonazis sind beim Eintreffen der Polizei allerdings längst wieder geflüchtet. Die BewohnerInnen des Heims erstatten Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

22.04.2004   Wolmirstedt (Ohrekreis)

Gegen Mittag wird ein kurdischer Flüchtling auf dem Marktplatz angegriffen. Ein unbekannter Mann beschimpft den Asylsuchenden mit rassistischen Sprüchen und schlägt ihm nach einem kurzen Wortwechsel ins Gesicht. Ein kurdischer Freund des Opfers und einige Passanten greifen ein, so dass der Angreifer schließlich von dem Kurden ablässt.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

22.04.2004   Weißenfels

Gegen 5:00 Uhr morgens will ein 35jähriger irakischer Flüchtling in der Nähe des Bahnhofs einer Frau zu Hilfe kommen, wird dabei aber selbst von ihrem gewalttätigen Freund angegriffen. Als er danach den Verlust seines Handys feststellt, fragt er in der Diskothek „Feldschlösschen“, wo der Täter hingegangen ist, nach, wird aber des Lokals verwiesen. Kurz darauf wird er von mehreren Männern verfolgt. Sie beschimpfen ihn u. a. mit „Ausländer, du Arschloch“. Als sie ihn eingeholt haben, schlagen und treten sie brutal auf Körper und Kopf ein. Der Betroffene muss lebensgefährlich verletzt mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden und leidet bis heute unter den Folgen des Angriffs.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

17.04.2004   Wegeleben (Landkreis Halberstadt)

Ein Punk ist gegen 20 Uhr mit zwei Freunden und seinen Hunden auf einem Feld unterwegs, als plötzlich ein Auto mit aufgeblendeten Scheinwerfern auf die Gruppe zurast. Der Punk wird frontal angefahren, einer seiner Begleiter seitlich. Danach steigen fünf Männer mit Eisenstangen bewaffnet aus dem Fahrzeug aus. Während einer kurzen verbalen Auseinandersetzung können die Begleiter des Punks flüchten. Den Punk schlagen die Neonazis immer wieder – vor allem auf den Kopf. Der Betroffene erleidet u.a. mehrere Schädelbrüche, auch sein Jochbein und seine Nase werden gebrochen. Er wird mit schweren Kopfverletzungen in die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

16.04.2004   Magdeburg

Eine Gruppe von rechten Jugendlichen greift nachts im Tunnel des Hauptbahnhofs zwei Mädchen im Alter von 14 und 18 Jahren an. Eines der Opfer erleidet einen Jochbeinbruch. Die Angreifer flüchten schließlich.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.04.2004   Wegeleben

Gegen 5.30 Uhr am Morgen greifen drei Rechtsextreme die Wohnung eines Punks an. Ein Freund des Punks, der im Wohnzimmer schläft, hört frühmorgens von außen laute Geräusche. Kurz darauf bemerkt er einen starken, nach verbranntem Material riechenden Geruch. Deshalb schaut aus dem Fenster und sieht vor dem Haus einen polizeibekannten Rechtsextremen wegrennen. In Panik weckt er seinen noch schlafenden Freund. Gemeinsam laufen sie ins Bad und sehen ein Einschussloch im Fenster. Auf dem Boden finden sie zwei Patronenhülsen. Von außen sind Einschläge einer Axt erkennbar.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.04.2004   Magdeburg

Ein 23-jähriger Mann von der Elfenbeinküste wird gegen 19.00 Uhr auf der Straße von einem 22-jährigen Deutschen mit „Scheiß Neger“ und „Scheiß Ausländer“ beleidigt und getreten. Das Opfer erleidet Schürfwunden am rechten Schienbein und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

11.04.2004   Halle

Auf dem Weg zu einem Dönerimbiss fragen zwei linke Jugendliche gegen 1.00 Uhr nachts ein ihnen unbekanntes Mädchen nach einer Zigarette. Auf einmal kommen zwei dem Äußeren nach der rechten Szene zugehörigen Jugendlichen aggressiv von hinten auf die Beiden zu, rempeln sie an und packen sie am Revers. Einer der Unbekannten holt mit der Faust aus und versucht einen der Jugendlichen zu schlagen, stürzt dabei aber zu Boden. Der andere Jugendliche kann sich aus dem Griff lösen. Schließlich wechseln die Angreifer die Straßenseite, heben Pflastersteine auf und werfen damit gezielt auf die Linken, die den Steinen allerdings ausweichen können. Um die Angreifer an weiteren Steinwürfen zu hindern, läuft einer der Betroffenen über die Straße, woraufhin sich beide Täter sofort auf ihn stürzen, ihn zu Boden ziehen und auf ihn einschlagen und treten. Als sein Freund dem Betroffenem helfen will, erhält auch er mehrere Faustschläge. Schließlich lassen die Angreifer von den beiden ab und laufen weiter. Als ein Freund der Betroffenen aus dem Dönerimbiss kommt, wird auch er von den beiden Angreifern attackiert. Als die beiden anderen ihm zu Hilfe eilen, lassen die Angreifer von ihrem Opfer ab und flüchten. Alle drei Betroffenen werden im Krankenhaus behandelt. Zwei müssen stationär aufgenommen werden.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten Dessau, eigener Bericht

03.04.2004   Tornau (LK Wittenberg)

Eine ca. achtköpfige Gruppe von Neonazis, von denen einige vermummt und mit Baseballschlägern bewaffnet sind, machen einen Streifzug durch die Gemeinde. Ihr erstes Ziel ist ein griechisches Restaurant, wo sie erklären, sie seien auf der Suche nach dem örtlichen Jugendclub. Dort angekommen, befragen sie die eingeschüchterten anwesenden Jugendlichen nach einem jungen Mann, der aber an dem Abend nicht anwesend ist. Als sie keine Informationen erhalten, reagieren die Neonazis mit Gewalt: Sie schlagen mehrfach auf einen Jugendlichen ein und verletzten ihn so schwer, dass er im Krankenhaus ambulant behandelt werden muss. Die Polizei trifft erst mehrere Stunden nach dem Angriff im Jugendclub ein, obwohl sie von der Bürgermeisterin der Gemeinde unmittelbar nach dem Eintreffen der Neonazigruppe im Dorf informiert worden war. Die Begründung: Es stünde kein Fahrzeug zur Verfügung.

Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

02.04.2004   Wernigerode

Drei italienische Austauschkochlehrlinge und zwei deutsche Schüler werden von fünf Rechten mit Knüppeln durch den Ortsteil Hasserode gejagt. Den Betroffenen gelingt es zu fliehen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

29.03.2004   Halberstadt

Ein 34-jähriger Asylsuchender aus Eritrea und seine beiden äthiopischen Begleiterinnen werden am frühen Abend auf dem Parkplatz eines Supermarktes aus einer Gruppe von vier augenscheinlich rechten Männern und zwei Frauen angesprochen. Unvermittelt hält einer der Männer den Asylbewerber an der Jacke fest. Der Eritreer kann sich losreißen und versucht zu entkommen. Während seine beiden Begleiterinnen fliehen können, wird der Eritreer von der Gruppe eingeholt und von vier Männern getreten und geschlagen. Einer der Angreifer hält eine Schreckschusspistole in der Hand, aus der sich ein Schuß löst. Der 34-Jährige wird leicht am rechten Auge verletzt und erleidet Prellungen sowie eine Platzwunde im Gesicht. Am nächsten Tag nimmt die Polizei einen 19-Jährigen Neonazi als Hauptverdächtigen fest. Der mutmaßliche Täter hatte u.a. vor zwei Jahren einen Asylsuchenden aus Indien in Halberstadt angegriffen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

27.03.2004   Quedlinburg

In den frühen Abendstunden dringen zwei Rechte gewaltsam in die Wohnung einer Mitarbeiterin des alternativen Dachvereins Reichenstraße ein. Als die Täter bemerken, dass die Betroffene ein Mobiltelefon in der Hand hält, verlassen sie die Wohnung schnell. Während die von der Betroffenen alarmierte Polizei eintrifft, wird sie von einem Freund der Täter, der sich im Hausflur aufhält, sexistisch beleidigt.

Antifa Bitterfeld, eigener Bericht

17.03.2004   Bitterfeld

Auf dem Nachhauseweg wird eine linke Jugendliche von zwei Rechten hinterrücks überfallen. Nach mehreren Schlägen ins Gesicht zog einer der Angreifer ein Messer und verletzte die Betroffenen damit am rechten Oberschenkel. Danach flüchteten die unbekannten Täter. Das Opfer trug Schwellungen an der rechten Gesichtshälfte und der Lippe und eine tiefe, ca. 15 cm lange Schnittwunde davon. Es wurde Anzeige erstattet.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

15.03.2004   Dessau

Am Abend wird ein 19-jähriger Punk, der aus dem Hauptbahnhof kommt, aus einer Gruppe von ca. 10 bis 12 der rechten Szene zugehörigen Personen angepöbelt. Einer der Rechten wirft eine Bierflasche nach dem Jugendlichen, die ihn aber verfehlt. Die Polizei nimmt in der Folge vier Rechte vorläufig fest.

Polizeidirektion Magdeburg, 15.03.04 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

14.03.2004   Magdeburg

Ein 22-jähriger Türke wird gegen 14.10 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 8 im Beisein seiner deutschen Ehefrau von drei Neonazis rassistisch beschimpft. In der Folge versucht einer der Täter, der Frau ins Gesicht zu schlagen. Ihren Ehemann treffen Schläge und Tritte. Erst jetzt mischen sich andere Fahrgäste ein. Die von einem Fahrgast informierte Polizei kann den Haupttäter vor Ort verhaften. Der türkische Mann muss im Krankenhaus behandelt werden. Der 21-jährige Tatverdächtige muss sich wegen Körperverletzung, Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.

PD Halberstadt, 15.04.2004 / Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

13.03.2004   Wernigerode

Rund zwei Dutzend Rechte aus Wernigerode und Umgebung überfallen in den Abendstunden erneut das soziokulturelle Zentrum KuBa. Da die Tür verbarrikadiert werden konnte, schlagen die Rechten mit Äxten die Fenster des Gebäudes ein. Das Eindringen der Angreifer durch die Fenster kann nur unter Einsatz von Pfefferspray verhindert werden. Beim Eintreffen der Polizei ziehen sich die Angreifer zurück. Am Gebäude der KuBa entsteht ein Sachschaden von mehreren tausend Euro. Einige der Angreifer ziehen ungehindert zu einem Treffpunkt von Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene weiter. Dort werfen sie zwei HipHopper in einen Teich. In der Folge wird ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs gegen acht mutmaßliche Angreifer eingeleitet.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

12.03.2004   Wernigerode

Eine Gruppe von rund zwanzig Rechten aus Wernigerode und Umgebung versucht gegen 21 Uhr das als Treffpunkt von nicht-rechten und alternativen Jugendlichen bekannte soziokulturelle Zentrum KuBa zu überfallen. Ein Eindringen der Angreifer in das Gebäude kann durch die Gegenwehr der ClubbesucherInnen verhindert werden. Erst mit Eintreffen der Polizei entfernen sich die Angreifer.

Magdeburger Volksstimme, 02.03.04

29.02.2004   Quedlinburg

Danilo K. und Ronny T. schlagen auf der Suche nach einem neuen Opfer mit Baseballschlägern die Haustür eines Hauses ein. Die informierte Polizei fängt Danilo K. und Ronny T. auf dem Weg zu einem Treffpunkt linker Jugendlicher ab. Nach diesem dritten bewaffneten Angriff innerhalb von 48 Stunden beantragte die Staatsanwaltschaft Halberstadt Haftbefehl gegen die beiden Rechten. Das Amtsgericht setzte den Haftbefehl gegen Ronny T. gegen Auflagen außer Vollzug.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.02.2004   Quedlinburg

Ein afrodeutscher Mann wird innerhalb von drei Tagen erneut in seiner Wohnung angegriffen. Bei einem der drei Angreifer handelt es sich um einen Rechten, der im gleichen Haus wie das Opfer wohnt. Der Rechte stand u.a. schon wegen eines Angriffs auf den alternativen Dachverein Reichenstraße vor Gericht. Dem Opfer gelingt es, aus der Wohnung zu flüchten und die Polizei zu verständigen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

28.02.2004   Lindhorst (Ohrekreis)

Bei einem Konzert zu Gunsten eines alternativen Hausprojekts in Magdeburg greifen Neonazis Besucher an, die zuvor ein Rechten des Saals verwiesen haben. Im Lauf des Abends kommt es noch zu zwei weiteren Konfrontationen mit Neonazis. Die Polizei, die nur widerwillig vor Ort erscheint, nimmt Anzeigen wegen Körperverletzung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen entgegen, spricht aber keine Platzverweise gegen die Rechten aus. Stattdessen schikaniert sie bei ihrem letzten Einsatz die Veranstalter.

Antifa Dessau, eigener Bericht

27.02.2004   Dessau

Am frühen Nachmittag wird am „MacDonalds“ ein 13-jähriger Punk von einem einige Jahre älteren Neonazi von hinten angegriffen. Der Betroffene setzt sich zur Wehr, woraufhin der Angreifer flüchtet.

Magdeburger Volksstimme, 02.03.04

27.02.2004   Quedlinburg

Der 16-jährige Rechte Danilo K. sticht einem 17-jährigen Punk mit einem Messer in die Brust. Der verletzte 17-Jährige muss stationär behandelt werden. Wenige Stunden nach dem Messerangriff dringt Danilo K. gemeinsam mit dem 19-jährigen Ronny T. in das Klinikum Quedlinburg ein. Auf der Suche nach dem verletzten Opfer bedrohen sie das Klinikpersonal, dem es aber gelingt, die Eindringlinge zu vertreiben. Die alarmierte Polizei nimmt die beiden Angreifer kurze Zeit später fest und beschlagnahmt einen Totschläger mit Hakenkreuz und ein Messer. Anschließend werden die Rechten wieder auf freien Fuß gesetzt.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

26.02.2004   Magdeburg

Ein 13-jähriger Schüler angolanischer Herkunft wird in seiner Grundschule von vier Jungen und einem Mädchen angegriffen. Nachdem die Mitschüler ihn auf dem Schulhof u.a. als „Scheiß Neger“ beschimpft hatten, kamen sie auf ihn zu. Ein Jugendlicher versetzt dem Betroffenen nach einer verbalen Auseinandersetzung einen Faustschlag ins Gesicht. Als der Betroffene versucht, sich zu wehren, schlagen und treten auch die anderen vier auf den Schüler ein. Schließlich gelingt es dem Betroffenen zu flüchten. Der Angolaner war schon des öfteren von den späteren Angreifern auf dem Schulhof rassistisch beschimpft worden.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

26.02.2004   Halle

Zwei Naziskinheads greifen einen kongolesischen Mann an der Kasse eines Supermarktes an. Nach anfänglichen Beleidigungen schlagen sie mit Fäusten auf den Migranten ein. Der Kongolese wehrt sich und schlägt einem Angreifer mit einer Flasche auf den Kopf. Wenig später sprüht ihm der zweite Täter Reizgas ins Gesicht. Eine Mitarbeiterin des Supermarkts erteilt dem Mann aus dem Kongo Hausverbot.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

25.02.2004   Quedlinburg

In der Nacht zum 26. Februar treten zwei Rechte die Wohnungstür eines afrodeutschen Mannes ein. Sie beleidigen das Opfer, schlagen den Mann mehrfach ins Gesicht und treten ihn auf Brustkorb, Bauch und Beine. Im Laufe der Nacht kehren die Angreifer drei Mal in die Wohnung des Betroffenen zurück und misshandeln ihn erneut.

MZ, 27.02.04 / Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

12.02.2004   Zeitz (Burgenlandkreis)

Gegen 20.00 Uhr wird ein 25-jähriger Mann an einer Kaufhalle mit “Hey Skin! Verpiss dich aus der Unterstadt! Hier haben wir das Sagen.” angepöbelt. Er reagiert darauf mit “Oi, oi, oi!” und geht schnellen Schrittes weiter, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Vier Jugendliche folgen ihm. Als der Betroffene von dem ersten Verfolger eingeholt wird, versucht dieser ihm einen Faustschlag ins Gesicht zu versetzen, den er abwehren kann. Dann erhält er einen Stoß, woraufhin er zu Fall kommt. Alle vier Angreifer treten mit Stahlkappenschuhen auf den am Boden liegenden ein und zielen dabei vor allem auf seinen Kopf. Dabei beschimpfen sie ihn u.a. als “Jude”. Bevor sie von ihm ablassen und flüchten, ziehen die Täter ihrem Opfer noch seine Schuhe aus und drohen “Wehe du meldest dich bei den Bullen!” Der Betroffene muss mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden.

Mitteldeutsche Zeitung, 10.02.04 / Anlaufstelle Nord, eigener Bericht

07.02.2004   Bernburg

Mit „Heil Hitler“-Rufen greift eine Gruppe von Rechten gegen 0.30 Uhr einen 42-jährigen Passanten an. Die Angreifer schlagen und treten so massiv auf ihr Opfer ein, dass der Mann mit einem Lungenriss, Kopfverletzungen, Nierenblutungen und Rippenbruch mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden muss. Dem 42-Jährigen gelang es trotzdem, sich so lange gegen die 14-, 15- und 20-jährigen Täter zu wehren, dass er fliehen und in einem Gasthof Hilfe holen kann. Die Polizei in Bernburg sieht keinen rechten Hintergrund und spricht lediglich davon, dass die Täter mit „Springerstiefeln mit Stahlkappen“ zugetreten hätten. Gleichzeitig räumt die Polizei aber ein, dass der 20-jährige Angreifer als Neonazi bekannt sei.

Antifa Dessau, eigener Bericht

01.02.2004   Dessau

Am UCI-Kinokomplex werden mehrere alternative Jugendliche aus Gräfenhainichen von einer Gruppe von 10 bis 15 vermummten Neonazis malträtiert. Die Rechtsextremisten beleidigen und stoßen die Opfer herum und schlagen einem jungen Mann mit einem Baseballschläger in den Unterleib . Ein vorbeifahrendes Polizeiauto hält nicht an.
Gegen 3 Uhr nachts wird eine Gruppe von neun alternativen Jugendlichen in der Vorhalle des Dessauer Hauptbahnhofs von etwa 10 bis 15 augenscheinlich Rechtsextremen brutal angegriffen. Vermummt und mit Baseballschläger und Eisenstangen bewaffnet, stürmen die Angreifer auf die 13- bis 17-Jährigen los. Zwei Betroffene müssen mit Kopfverletzungen stationär, zwei weitere Betroffene ambulant behandelt werden.

Antifa Dessau, eigener Bericht

31.01.2004   Loburg (Landkreis Anhalt-Zerbst)

Ein 20-jährigen Punk wird von sieben Neonazis gezwungen, seine Hand auf den Bordstein zu legen, worauf die Angreifer mehrmals treten. Das Opfer kann schließlich fliehen.

Antifa Dessau, eigener Bericht

30.01.2004   Bitterfeld

Ein alternativer 19-Jähriger wird gegen 22.00 Uhr am Bahnhof von einem Neonazi in Anwesenheit von fünf weiteren Rechten zusammengeschlagen.

Antifa Dessau, eigener Bericht

27.01.2004   Dessau

Am Rathaus wird eine 15-Jährige von zwei Rechtsextremen bedroht. Ein Taxifahrer greift ein. In den nächsten Tagen wird die Betroffene noch mehrfach angepöbelt. Sie stellt Strafanzeige.

Antifa Dessau, eigener Bericht

26.01.2004   Dessau

Drei Rechte bedrohen im Hauptbahnhof einen Asylbewerber aus Burkina Faso. Ein Angestellter eines Zeitungsladens bietet dem Betroffenen Schutz. Er verständigt die Polizei.

Antifa Dessau, eigener Bericht

26.01.2004   Dessau

Eine Gruppe von ca. sieben Neonazis bedrohen in einer Kaufland-Filiale zwei Männer afrikanischer Herkunft und zwei weitere Nichtdeutsche. Das Security-Personal des Supermarkts greift ein und verständigt die Polizei. Gegen Abend pöbelt eine ca. zwölfköpfige Gruppe vor dem Supermarkt Passanten an. Ein Mann aus der Gruppe versucht einem vorbeikommenden Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene ins Gesicht zu schlagen, ist aber zu betrunken, um zu treffen.

Anlaufstelle Süd, eigener Bericht

25.01.2004   Quedlinburg

Ein kurdischer Flüchtling wird gegen 4 Uhr nachts in einer Diskothek angegriffen. Nach verbalen Provokationen schlägt ihm ein Mann mit einem Glas ins Gesicht. Auf das am Boden liegende Opfer schlagen und treten danach etwa fünf weitere Männer ein. Der Betroffene erleidet Gesichtsverletzungen und muss ambulant behandelt werden.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht / epd, 25.01.04

23.01.2004   Magdeburg

Ein 21-jähriger Asylbewerber aus Sierra Leone wird in einer Straßenbahn von zwei Männern rassistisch beleidigt und mit einer Bierflasche am Kopf verletzt. Die Polizei nimmt zwei 18 und 26 Jahre alte Männer fest. Das verletzte Opfer wird in Handschellen aufs Polizeirevier gebracht. Später entschuldigen sich die Polizeibeamten bei dem 21-Jährigen.

Antifa Dessau, eigener Bericht

23.01.2004   Dessau

Im Fußgängertunnel am Hauptbahnhof werden zwei Jugendliche aus der Skater-Szene von vier Neonazis angegriffen. Beim Weggehen lassen die Täter u.a. ein Hitler-Bild zurück.
Wenig später greifen drei Neonazis aus der selben Gruppe am Tunnelausgang fünf Jugendliche an. Die Opfer werden geschlagen und zwei Betroffene unter Androhung von Gewalt gezwungen, ihre Stiefel auszuziehen, welche die Angreifer mitnehmen.
Die selben Neonazis greifen später weitere alternative Jugendliche an, die sich in ein Lokal im UCI-Komplex flüchten können. Dort können sie die Polizei informieren, müssen dann aber das Lokal verlassen. Die Opfer fliehen, von den Neonazis beobachtet, in das UCI. Vor den Augen von UCI-Mitarbeitern schlägt einer der Neonazis einem Punk ins Gesicht und droht, er werde ihn töten. Als die Polizei vor Ort eintrifft, nimmt sie keine Anzeige auf.

Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten Dessau, eigener Bericht

18.01.2004   Raguhn (Landkreis Wittenberg)

Gegen fünf Uhr morgens greifen drei Jugendliche einen 59-jährigen Asylbewerber aus dem Iran auf einer Elbbrücke an. Er ist gerade mit einem Freund auf dem Fahrrad unterwegs, als drei ihm unbekannte Personen die beiden beleidigen und beschimpfen. Der Freund gerät in Panik und flüchtet. In der Folge verständigt er die Polizei. Der Iraner wird vom Rad gezerrt und weiter u.a. mit “Mach dich hier weg!”, “Du klaust uns alles!” beschimpft. Dann schlagen die Angreifer ihn mehrfach auf Kopf und Oberkörper und versuchen schließlich, ihn in Richtung Brüstung zu ziehen, was ihnen aber nicht gelingt. Der Betroffene schreit laut um Hilfe. Schließlich flüchten die Angreifer. Der Asylbewerber erleidet u.a. eine Kieferfraktur, zahlreiche Prellungen am Kopf, Schürfwunden am Oberkörper. Er muss stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Antifa Dessau, eigener Bericht

15.01.2004   Dessau

Ein alternativer Mann aus dem Landkreis Anhalt-Zerbst wird in den Abendstunden von Neonazis im Hauptbahnhof angegriffen. Mehrere Schläge treffen den Mann im Gesicht. Wenig später wird in der Haupthalle des Bahnhofs ein alternativer Jugendlicher von ca. sieben Neonazis zusammengeschlagen.

Antifa Dessau, eigener Bericht

10.01.2004   Dessau

Am Hauptbahnhof kommt es gegen 18.00 Uhr zu einer Hetzjagd auf einen alternativen Jugendlichen. Rund 20 Neonazis bedrohen den Jugendlichen zunächst verbal. Als der Betroffene flieht, verfolgen ihn die teilweise vermummten Neonazis. Der Betroffene kann entkommen.

Anlaufstelle Mitte, eigener Bericht

01.01.2004   Magdeburg

Zwei irakische Migranten und ein Russlanddeutscher werden gegen 1.30 Uhr in einem Bowling-Center von einer 15 bis 20-köpfigen Gruppe rassistisch angepöbelt und angegriffen. Der Russlanddeutsche wird durch eine Flasche am Kopf verletzt, einer der Iraker erleidet eine Handverletzung. Die Opfer können die Polizei verständigen, die aber lediglich die Personalien eines Angreifers aufnimmt.

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